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Verfahren zur Herstellung neuer Verbindungen Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung neuer Verbindungen der allgemeinen Formel
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worin einer der beiden Substituenten Rl und R ein Wasserstoffatom, der andere eine Hydroxylgruppe bedeutet und Ra für ein Wasserstoffatom oder einen 1 - 4 C-Atome enthaltenden Alkylrest und R4 für einen 1 - 4 C-Atome enthaltenden Alkylrest steht.
Das Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, dass man aus Verbindungen der allgemeinen Formel I, worin einer der beiden Substituenten Rl und R ein Wasserstoffatom, der andere einen Glucosidorest bedeutet und R, und R4 obige Bedeutung haben, den Glucosylrest mittels einer wässerigen, gepufferten Lösung mit ss-Glucosidasen, oder, wenn Rl einen Glu-
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Glucosidorest und der andere für ein Wasserstoffatom steht, können aus Verbindungen der allgemeinen Formel
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worin R bzw. R6 für einen Glucosidorest steht und Rs die obige Bedeutung hat, durch Reaktion mit Verbindungen der allgemeinen Formel
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i bei der Lactonring selektiv geöffnet, der Glucosidorest in Stellung 1 bzw. 8 jedoch nicht abgespalten wird.
Zum Beispiel können auf diese Weise aus Podophyllotoxinglucosid Glucosylpodophyllinsäureme- thylester, aus ss-Peltatinglucosid Glucosyl-ss-peltatinsäuremethylester, aus 4'-Demethylpodophyllotoxin- glucosid Glucosyl-4'-demethylprodophylinsäuremethylester und aus a-Peltatinglucosid Glucosyl-fx-pel- tatinsäuremethylester hergestellt werden. Wendet man diese säurekatalysierte Alkoholyse auf Verbin- ) dungen der allgemeinen Formel 11, worin Rs für einen Glucosidorest steht, an, so wird sowohl der
Lactonring geöffnet, wie auch der Glucosylrest abgespaltet.
So wird beispielsweise a-Peltatin-/3 -D-glu- cosid durch Kochen mit Methanol unter Zusatz von Perchlorsäure in ein Gemisch von a-Peltatin und ci-Peltatinsäuremethylester im Verhältnis von zirka 1 : 1 übergeführt, das durch Chromatographie an
Silicagel aufgetrennt werden kann.
Die erfindungsgemässe enzymatischeAbspaltung desGlucosylrestes aus Stellung 1 oder 8 in wässe- riger gepufferter Lösung mit ss-Glucosidasen (Emulsion) kann zweckmässigerweise bei einer Temperatur zwischen 35 und 370C vorgenommen werden. Die Reaktionslösung wird hierauf mit einem organischen
Lösungsmittel extrahiert, das Lösungsmittel abgedampft und der Rückstand auf an sich bekannte Weise durch Chromatographie gereinigt. Die erfindungsgemässe hydrolytische Abspaltung des Glucosylrestes aus Verbindungen der allgemeinen Formel I, worin R einen Glucosidorest und R Wasserstoff bedeutet, mittels einer carbonsauren Lösung kann auf an sich bekannte Weise vorgenommen werden, z. B. durch
Erwärmen in essigsaurer Lösung auf 50 - 800C während mehrerer Stunden.
Die erfindungsgemäss hergestellten neuen Verbindungen haben eine ausgeprägte selektive Hemm- wirkung auf die Teilungsvorgänge des Zellkernes. Sie wurden in vitro an der Mastocytomzellkultur und an der Fibroblastenkultur geprüft.
In den nachfolgenden Beispielen, welche die Ausführung des Verfahrens erläutern, den Umfang der
Erfindung aber in keiner Weise einschränken sollen, erfolgen alle Temperaturangaben in Celsiusgraden.
Die Schmelzpunkte sind auf dem Kofler-Block bestimmt und unkorrigiert.
Beispiel l : ss-Peltatinsäuremethylester.
3 g ss -Peltatinglucosid werden in 100 ml Methanol gelöst und nach Zusatz von 1 g wasserfreiem
Zinkchlorid 15 h unter Rückfluss erwärmt. Dann wird die Reaktionslösung im Vakuum auf zirka 10 ml eingeengt, mit 150 ml Essigester versetzt und zweimal mit je. 50 ml Wasser gewaschen. Die Wasch- wasser werden noch zweimal mit je 150 ml Essigester nachextrahiert und die vereinigten organischen
Phasen nach Trocknung über Natriumsulfat im Vakuum eingedampft. Das so erhaltene Gemisch von ss-Petatinglucosid und Glucosyl-ss-peltatinsäuremethylester wird in 50 ml 20% figer Essigsäure gelöst und
5 h bei 50 - 900C hydrolysiert. Nach Eindampfen im Vakuum erhält man ein Gemisch von Hydrolyse- produkten, das man zur Auftrennung an Kieselgel chromatographiert.
Benzol-Chloroform-Gemische eluieren zuerst ss-Peltatin. Die Elution mit reinem Chloroform und Chloroform + 1% Methanol liefert ss-Peltatinsäuremethylester. Der Ester wird aus Isopropanol-Äther-Pentan in farblosen Kristallen vom
Smp. 176 - 1790C erhalten.
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= -176, 10Beispiel 2 : Podophyllinsäuremethylester.
566 mg Glucosylpodophyllinsäuremethylester werden in 15 ml Wasser und 5 ml Acetatpuffer (PH 5) gelöst und nach Zusatz von 5 ml Schneckenferment (H epatopankreassaft der Weinbergschnecke, Helix pomatia) 21 h bei 35 - 370C fermentiert. Dann werden nochmals 2 ml Ferment zugesetzt und weitere 24 h reagieren gelassen. Die so erhaltene Lösung wird fünfmal mit je 30 ml Chloroform extrahiert und die Chloroformphasen nach Trocknung über Natriumsulfat im Vakuum eingedampft. Der Rückstand wird an Kieselgel chromatographiert. MitChloroform werden zuerst geringe Mengen Verunreinigungen eluiert, dann wird mit Chloroform +1-5% Methanolgehalt der reine Podophyllinsäuremethylester eluiert.
Der Ester kristallisiert aus Methanol-Äther-Pentan, Methanol-Äther oder aus Isopropanol zu flachen Quadern vom Smp. 166 - 169 C, [α]D20 = -199,1 (in Chloroform).
Das Ausgangsprodukt wird auf folgendem Weg hergestellt :
6 g Podophyllotoxinglucosid werden in 100 ml Methanol gelöst und nach Zusatz von 2 g wasserfreiem Zinkchlorid 15 h unter Rückfluss gekocht. Dann engt man im Vakuum auf zirka 20 ml ein, verdünnt mit 200 ml Essigester und wäscht einmal mit 75 ml und anschliessend noch mit 25 ml Wasser nach. Die
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Waschwasser werden noch zweimal mit je 250 ml Essigester nachextrahiert.
Die vereinigten Essigesterphasen ergeben nach Trocknung über Natriumsulfat und Eindampfen im Vakuum einen gelblichen Schaum, bestehend aus Podophyllotoxinglycosid und Glucosylpodophyllinsäuremethylester. Chromatographie dieses Gemisches an Kieselgel ergibt bei der Eluierung mit Chloroformmethanol 9 : 1, wassergesättigt. zuerst Podophyllotoxinglucosid und dann reinen, amorphen Glucosylpodophyllinsäuremethylester vom
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- 1300, [a]PATENTANSPRÜCHE : 1.
Verfahren zur Herstellung neuer Verbindungen der allgemeinen Formel
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worin einer der beiden Substituenten R, und R ein Wasserstoffatom, der andere eine Hydroxylgruppe bedeutet und Rg für ein Wasserstoffatom oder einen 1 - 4 C-Atome enthaltenden Alkylrest und R für einen 1-4 C-Atome enthaltenden Alkylrest steht, dadurch g e k e n n z e i c h n e t, dass man aus
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cosidorest und R, ein Wasserstoffatom bedeutet, mittels einer carbonsauren Lösung abspaltet.