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Rohrpoststation, insbesondere für Wendebetrieb
Die Tendenz, den Rohrpostbetrieb in immer stärkerem Ausmass auch in Büros zu verwenden, führt zu immer leichteren Konstruktionen der Rohrpoststationen. Bei Rohrpostanlagen im Bürobetrieb kommt als weitere Bedingung hinzu, dass die Betriebsgeräusche möglichst gedämpft und reduziert werden. Bei massiven Ausführungen von Rohrpoststationen kann verhältnismässig leicht eine aufwendige Schalldämpfung vorgesehen werden, da auf das Gewicht und den Raumbedarf der schalldämpfenden Mittel nicht Bedacht genommen werden muss. Bei kleinen und leichten Ausführungen hingegen spielen die genannten Faktoren eine ausschlaggebende Rolle.
Die üblichen Rohrpoststationen bestehen aus einem an das Fahrrohrende angeschlossenen Behälter mit einer Anschlagfläche für die Rohrpostbüchsen. Zum Einführen der Rohrpostbüchsen vom Fahrrohr in den Auffangbehälter dient ein Einlaufstück, das gegebenenfalls eine Krümmung aufweist, um die Büchse auf möglichst kurzem Wege zur Anschlagfläche zu führen. Bei diesen Ausführungen prallt die Büchse praktisch mit voller Wucht mit ihrer Stirnfläche gegen die Anschlagfläche des Auffangbehälters und verursacht dementsprechend einen starken Stoss beim Auftreffen.
Gegenstand der Erfindung ist eine Rohrpoststation, insbesondere für Wendebetrieb, mit einem an das Fahrrohrende angeschlossenen Auffangbehälter mit Anschlagfläche für die ankommenden Rohrpostbüchsen und einem Einlaufstück mit gekrümmter Führungsbahn, das einen geräuschlosen Betrieb gewährleistet ; somit ist eine solche Einrichtung für Bürobetrieb besonders geeignet.
Erfindungsgemäss sind die Führungsbahn und deren Entfernung von der Anschlagfläche im Auffangbehälter so bemessen, dass der Neigungswinkel der Rohrpostbüchse zu deren Schwerpunktsentfemung von der Anschlagfläche bei Verlassen der Führungsbahn im gleichen Verhältnis steht, wie deren Winkelgeschwindigkeitzur Schwerpunktsgeschwindigkeit, wobei der Auffangbehälter unter Unterdruck steht. Nach einem weiteren Merkmal der Erfindung ist die Führungsbahn als Kurve mit gegen das freie Ende stetig zunehmen-
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ganzen Seitenfläche an die Anschlagfläche auftrifft und somit einen wesentlich geringeren Stoss ausführt als dies bei den bekannten Ausführungen der Fall ist, bei denen die Rohrpostbüchse nur mit ihrer Stirnfläche auf die Anschlagfläche auftrifft.
Nach einem weiteren Merkmal der Erfindung ist es zweckentsprechend, den unter einem Unterdruck stehenden Auffangbehälter mit einer durchsichtigen Verschlussklappe zu versehen, um das Eintreffen einer Rohrpostbüchse von aussen. feststellen zu können. Die besondere Gestaltung des Einlaufstückes am Fahrrohrende und des Auffangbehälters sowie der Unterdruck als Betriebsmittel für die Rohrpostbüchsen ergeben die wesentlich notwendigen Bestandteile einer Rohrpoststation, die sich durch eine besonders geräuscharme Betriebsweise auszeichnet und die bevorzugt für Bürobetriebe einsatzfähig ist.
An Hand der Zeichnung sind die Erfindung und weitere Merkmale derselben näher erläutert. Es zeigen : Fig. 1 einen Auffangbehälter und ein diesem angebautes Fahrrohrende mit Einlaufstück sowie eine schematische Darstellung des Eintreffens einer Rohrpostbüchse ; Fig. 2 eine Rohrpoststation als ein Ausführungsbeispiel der Erfindung.
In der Fig. l ist eine eintreffende Rohrpostbüchse 1 über ein Einlaufstück 2 in den Auffangbehälter 3 geführt. Zufolge der Krümmung der Führungsbahn des Einlaufstückes 2 werden die einlaufenden Rohrpostbüchsen gegen die Wand des Auffangbehälters 3 geschleudert, wobei sie zugleich eine
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Drehung erhalten.
Damit jede Büchse 1 genau mit ihrer ganzen Seitenfläche auf die Wand des Auffangbehälters 3 auftrifft und nicht etwa mit ihrer Stirnfläche die Wand zuerst berührt, muss folgende Bedingung erfüllt sein :
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der gleichen Zeit, in der die Büchse l den Wegzurücklegt, muss sie sich um den Neigungswinkel 01., den sie beim Verlassen der Führungsbahn gegen die Vertikale einnimmt, verdrehen. Damit diese Bedingung erfüllt ist, muss der Neigungswinkel K der Rohrpostbüchse zu deren Schwerpunktsentfernung s von der Anschlagfläche beim Verlassen der Führungs- bahn im gleichen Verhältnis stehen wie deren Winkelgeschwindigkeit zur Schwerpunktsgeschwindigkeit.
Dass die Rohrpostbüchse 1 im Zeitpunkt des Verlassens der Führungsbahn eine hinreichende Geschwindigkeit erhält, wird gemäss einem weiteren Merkmal der Erfindung dadurch erzielt, dass die Führungsbahn als Kurve mit gegen das freie Ende stetig zunehmender Krümmung ausgebildet ist.
Während der Umstand, dass die Rohrpostbüchse mit ihrer ganzen Seitenfläche an die Anschlagfläche des Auffangbehälters auftrifft, eine wesentliche Bedingung für einen geräuscharmen Betrieb darstellt, lässt sich eine weitere Reduzierung der Geräusche durch Verwendung einer Vakuumturbine zur Erzeugung eines Unterdruckes im Auffangbehälter erzielen. Die üblichen Rohrpostanlagen mit Saugbetrieb sind meist mit einer von den Rohrpoststationen getrennten Vakuumpumpe versehen, was die Verwendung von Steuerlappen erfordert, die beim Öffnen durch die Rohrpostbüchse zusätzliche Geräusche erzeugen.
Die Verwendung einer Vakuumturbine ermöglicht überdies die Verwendung einer unter der Wirkung der Schwerkraft inder Schliessstellungdichtend anliegenden, vorzugsweise durchsichtigen Verschlussklappe.
Diese Klappe ist durch den Unterdruck im Auffangbehälter während des Betriebes automatisch verriegelt, so dass sich die Verwendung einer zusätzlichen Verriegelung erübrigt. Der gleiche Effekt rritt auch dann ein, wenn der Unterdruck durch eine ausserhalb des Auffangbehälters befindliche Vakuumturbine erzeugt wird.
Alle genannten Merkmale der Erfindung bilden in ihrer Kombination die Voraussetzung für einen äusserst geräuscharmen Betrieb, für eine leichte Ausführung der Rohrpoststation und damit auch die Voraussetzung für eine Verwendung im Bürobetrieb in weiterem Umfang als bisher.
Die erfindungsgemässe Rohrpoststation kann je nach Bedarf so aufgestellt werden, dass das Fahrrohr
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nach denen sich die Krümmung der Führungsbahn und deren Entfernung von der Auftreffläche ergeben, bleibt die Art und Weise der Aufstellung ohne Einfluss.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in Fig. 2 der Zeichnung dargestellt. Es handelt sich hiebei um eine Rohrpoststation, bei der das Fahrrohr 4 von oben zugeführt wird. Der Auffangbehälter 3 ist hier als ein aus zwei Kammern bestehendes Gehäuse ausgebildet, in dessen obere, teilweise im Schnitt dargestellte Kammer das Fahrrohr 4 mittels eines Einlaufstückes 2 mündet. Das Einlaufstück 2 besitzt die in Fig. 1 angegebenen Krümmungsverhältnisse. und Anordnung der Führungsbahn, so dass die einlaufenden Rohrpostbüchsen mit ihrer ganzen Seitenfläche gegen die gegenüberliegende Wand 5 geworfen werden, wobei sich zufolge der relativ grossen Berührungsfläche zwischen Rohrpostbüchse und Auf- trefffläche ein relativ schwacher Stoss ergibt.
In der unteren, im Schnitt dargestellten Kammer befindet sich eine Vakuumturbine 6, die mittels einer Feder 7 gegen eine zur oberen Kammer führende Öffnung gedrückt wird. Mittels der Vakuumturbine 6 wird die obere Kammer evakuiert, wobei die Abluft des Gebläses in der unteren Kammer durch Öffnungen 8,9 in zwei zur Schalldämpfung dienenden Trennwänden sowie durch eine in der Rückwand befindliche Öffnung 10 abströmt.
Mit 11 ist eine den Zugang zur oberen Kammer abdeckende Verschlussklappe aus durchsichtigem Material bezeichnet, die während des Betriebes durch den Unterdruck in der oberen Kammer festgehalten wird. Hiezu ist am Rand der Verschlussklappe eine Dichtung 12 vorgesehen, die dann, wenn die Klappe zufolge der Schwerkraft herabhängt, einen luftdichten Abschluss gewährleistet, der bei Unterdruck noch verstärkt wird.
Die erfindungsgemässe Rohrpoststation eignet sich vorzugsweise für Wendebetrieb, bei dem je zwei Stationen miteinander durch ein einziges Fahrrohr verbunden sind, wobei jede Station die Vakuumturbine der andern Station einschaltet.
Wenn die Aufhängung der Verschlussklappe 11 um 1800 umgesetzt wird, lässt sich die dargestellte Rohrpoststation auch für eine Fahrrohrzuführung von unten verwenden. Da die Schwerkraft nur senkrecht auf die Bewegungsrichtung der Rohrpostbüchse während ihres Fluges vom Einlaufstück zur Auftreffläche wirkt, ergibt sich keine Veränderung der Auftreffbedingungen für die Rohrpostbüchsen, wenn die erfindungsgemässe Rohrpoststation in ihrer Anwendung mit Fahrrohrzuführung von oben nach unten oder umge-
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kehrt umgestellt wird.
Die erfindungsgemässe Rohrpoststation weist zufolge ihres einfachen Aufbaus eine besondere Eignung für Rohrpostanlagen auf, die nach Art eines Baukastensystems auch von ungelernten Kräften dem wechselnden Bedarf eines Bürobetriebes angepasst werden können.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Rohrpoststation, insbesondere für Wendebetrieb, mit einem an das Fahrrohrende angeschlossenen Auffangbehälter mit Anschlagfläche für die ankommenden Rohrpostbüchsen und einem Einlaufstück mit gekrümmter Führungsbahn, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungsbahn (2) undderenEntfernung von der Anschlagfläche (5) im Auffangbehälter (3) so bemessen sind, dass der Neigungswinkel der Rohrpostbüchse (1) zu deren Schwerpunktsentfernung von der Anschlagfläche (5) bei Verlassen der Führungsbahn (2) im gleichen Verhältnis steht, wie deren Winkelgeschwindigkeit zur Schwerpunktsgeschwindigkeit, wobei der Auffangbehälter (3) unter Unterdruck steht.
2. RohrpoststationnachAnspruchl, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungsbahn (2) als Kurve mit gegen das freie Ende stetig zunehmender Krümmung ausgebildet ist.
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