<Desc/Clms Page number 1>
Ringspulen-Wickelmaschine
Eisenkern- und Luftkern-Ringspulen von verschiedener Bauart für Übertragungszwecke sind in der
Fernmeldetechnik seit vielen Jahrzehnten weit verbreitet. Sie werden auf Ringspulen-Wickelmaschinen hergestellt, die im allgemeinen den praktischen Forderungen gut entsprechen, soferne der lnnenbohrungs- durchmesser des Ringspulkerns grösser als 10 mm ist.
Die Entwicklung der fernmeldetechnischen Anlagen im letzten Jahrzehnt mit ihrem Streben nach
Miniaturbauformen setzt verringerte Abmessungen für die Bestandteile voraus. Diese Forderung nach immer kleineren Ringspulen trachtete man durch Verminderung der Abmessungen der Wickelmaschinen zu erfüllen. Tatsächlich gelang es, die Wickelmaschinen so weit zu verkleinern, dass Ringspulen hinunter bis zu einem inneren Kerndurchmesser von etwa 6 mm hergestellt werden können. Eine weitere Ver- minderung des Kerndurchmessers bis zu 4 mm Durchmesser war dadurch möglich, dass man dem zum
Wickeln verwendeten Speicherkreisring an Stelle des ursprünglichen U-Querschnittes einen kreisförmigen
Querschnitt gab und den zu einer Spirale vorgeformten Spulendraht in den Speicherkreisring einzog.
Indessen gibt es Spezialgebiete, z. B. der Bau von Wechselregistern für Mikrowellenanlagen, die Her- stellung elektronischer Gedächtnisbauteile von Fernsprechämtern u. a., welche den Masseneinsatz von
Ringspulen mit Bohrungen von 2 bis 4 mm Durchmesser erfordern. Ringspulen mit derart kleinen Bohrungen können aber mitden bekanntenSpeicherkreisringen nicht mehr gewickelt werden. Bei den zur Lösung dieses
Problems vorgeschlagenen Verfahren wird der Draht im allgemeinen an einer Nadel mit geringen Ab- messungen befestigt und diese durch die Bohrung des Kernes hindurchgezogen. Nach dem Herumführen um den Kern wird dieser Vorgang wiederholt, wobei zum Durchziehen der Nadel elektromagnetische Kräfte angewendet werden (vgl. USA-Patentschrift Nr. 2, 812, 143 und brit.
Patentschrift Nr. 857, 050).
EMI1.1
festgehaltenen Wickelorgan, welches entlang einer Kreisbahn in einer Richtung kontinuierlich durch die Spulenbohrung geführt wird, besteht das besondere der Erfindung darin, dass das Wickelorgan ein entsprechend dem Radius der Kreisbahn gekrümmtes Schiffchen ist und in seinem Hohlraum einen Vorrat an Wicklungsdraht sowie eine Spannvorrichtung für diesen Draht enthält, und dass mindestens zwei das Schiffchen führende Greiferarmpaare vorgesehen sind, die im Zusammenwirken mit einer Steuerung das Schiffchen beim Annähern an die Ringspule freigeben und sich auseinandergespreizt im Bogen an der Ringspule sowie deren Einspanntisch vorbeibewegen, worauf sie das Schiffchen wieder ergreifen und weiterführen.
Der Querschnittsdurchmesser dieses ringsektorförmigen Schiffchens ist geringer als der Durchmesser der Innenbohrung der Ringspule, so dass man das Schiffchen während des Wickelns durch diese Bohrung hindurchführen kann. Der Wickeldraht ist zweckmässig zu einer Spirale gewunden oder als gewöhnlicher Faden in das Schiffchen eingesetzt. Einen wesentlichen Teil des Schiffchens bildet eine Drahtspannvorrichtung, die unter Verwendung eines Kranzes aus Kugeln den Draht während des Wickelns gleichmässig spannt.
Infolge der kontinuierlichen Kreisbewegung des Schiffchens legen sich bei gleichzeitiger Winkelverdrehung des die Spule tragenden Tisches aufeinanderfolgende Windungen mit grosser Genauigkeit auf den Ringspulenkern. Je nach Bedarf kann man den Ringspulenkern entweder ringsherum bewickeln oder einen
<Desc/Clms Page number 2>
Teil des Kernes mit einer oder mehreren Schichten versehen.
Eine beispielsweise Ausführungsform der erfindungsgemässen Wickelmaschine ist schematisch innig. l der Zeichnung dargestellt. Fig. 2 zeigt das Vorrats - und Einfädelschiffchen im Längsschnitt. Fig. 3 ist ein
Schnitt entlang der Linie A-A in Fig. 2.
Zur Führung des Schiffchens 1 entlang einer Kreisbahn dienen zwei zangenartig geformte Greiferarm- paare 2, welche sich, von Zahnrädern 5 angetrieben, im Kreis herumdrehen und vor dem Ringspulenkern
3 durch eine Steuereinrichtung 4 auseinandergespreizt und nachher wieder geschlossen werden. Während das vordere Greiferarmpaar auseinandergespreizt ist und sich im Bogen um die Ringspule und ihren Einspanntisch bewegt, hält das nachfolgendeGreiferarmpaar dasSchiffchenfest und führt es durch die Spulenbohrung hindurch. Oberhalb des Einspanntisches ergreift das vordere Armpaar wieder das Schiffchen (vgl. Fig. l), worauf das nachfolgende Armpaar die gleiche Ausweichbewegung um die Spule bzw. den Einspanntisch ausführt.
Den Gleichlauf der beiden an je einem Wellenstummel 7, 8 befestigten Arme eines Paares bewirken Zahnräderpaare 5, 10 über eine Welle 9. Der Einspanntisch 11 für den Ringspulenkern 3 kann mittels einer Umkehr - und Vorschubvorrichtung in verschiedene Winkelstellungen gegebenenfalls in entgegengesetzten Richtungen verschwenkt werden.
Der aus demSchiffchen während des Wickelns herausgezogene Draht wird durch ein Paar von Führungs- plättchen 12 festgehalten, bis das Schiffchen entlang seiner Kreisbahn die entgegengesetzte Seite erreicht, worauf der Draht festgezogen und die nächste Windung auf dem Ringspulenkern 3 gewickelt wird. Die Spannung der Führungsplättchen 12 kann mit einer Feder ausreichend fein eingestellt werden. Vor Beginn der Arbeit können die Greiferarme 2 zwecks Einsetzen des Schiffchens und zum Einleiten des Wickelvorganges mittels eines Handrades 6 verdreht werden. Anschliessend wird der Antriebsmotor eingeschaltet und das kontinuierliche, maschinelle Wickeln beginnt.
Das in den Fig. 2 und 3 dargestellte Schiffchen 1 besteht aus einem dünnwandigen Rohr, das den spiralförmig gewundenen Wickeldraht 22 enthält. Der Schiffchenkörper ist zu einem Ringsektor gebogen, dessen Radius der Kreisbahn entspricht, entlang der sich das Schiffchen während des Wickelns bewegt. Die an den Schiffchenkörper anschraubbare Kappe 24 enthält die Vorrichtung für das dauernde Spannen des Drahtes. Die Kappe 24 umschliesst eine Klemmbüchse 23, die einen Kranz von Kugeln 25 nach dem Aufschrauben der Kappe in der erforderlichen Lage hält. DerKugelkranz 25 besteht aus drei kleinen Kugeln, vor denen eine Scheibe 26 liegt, welche die Kugeln beim Lösen der Schraubkappe 24 mit Hilfe der Feder 27 in einen erweiterten Teil der Kappe 24 schiebt, um das Einfädeln des Drahtes 22 zu ermöglichen.