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Lampenschalteinrichtung, insbesondere für Strassenbeleuchtung Üblicherweise wird bei der Strassenbeleuchtung um Mitternacht etwa die Hälfte der Lampen ausge- schaltet. Hiebei ergibt sich für die Lampen der verschiedenen Stromkreise eine verschiedene Lebensdauer, die sich über einen längeren Zeitraum nur schwer kontrollieren lässt. Da bei Strassenbeleuchtungsanlagen, insbesondere bei kleinen Ortschaften, der Austausch von einzelnen Lampen sehr umständlich ist, erweist sich für alle Lampen eine möglichst gleich lange Lebensdauer am günstigsten, weil dann der Austausch aller Lampen in einem Zug und daher auch am wirtschaftlichsten durchgeführt werden kann.
Gegenstand der Erfindung ist eine Lampenschalteinrichtung, insbesondere für Strassenbeleuchtung, für zwei oder mehr Lampenstromkreise mit Schaltvorrichtungen verschieden langer durchschnittlicher Einschaltzeiten, die eine gleichmässige Beanspruchung aller Lampen bis zum Ende ihrer Lebensdauer gewähr- leistet und somit die erwähnten Nachteile vermeidet.
Erfindungsgemäss sind zwischen den Lampenstromkreisen und deren Schaltvorrichtungen zusätzliche Schalter zur zwei-oder mehrmaligen, insbesondere zyklischen Vertauschung der Schaltverbindungen zwischen den Lampenstromkreisen und den Schaltvorrichtungen angeordnet. Vorzugsweise dienen zur Auslösung der Vertauschungen der Schaltverbindungen an die Lampenstromkreise angeschlossene oder in diese eingeschaltete und während der Einschaltung der zugeordneten Lampenstromkreise betriebene Zeitzählwerke. Hiebei ist zweckmässig die Zeitspanne zwischen zwei Vertauschungen danach zu bemessen, dass die Summe der Einschaltzeiten aller Lampenstromkreise innerhalb dieser Zeitspanne gleich einer Lampenlebensdauer ist. Dadurch weisen alle Lampen nach Vollzug aller zyklischen Vertauschungen die gleiche Brenndauer, u. zw. in der Grösse ihrer Lebensdauer auf.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist an Hand der Prinzipskizze der Fig. 1 erläutert. Fig. 2 zeigt einen Ausschnitt aus einer Schaltung für Strassenbeleuchtung. Es. handelt sich hiebei in beiden Fällen um Beleuchtungsanlagen, die zu verschiedenen Zeiten mit verschiedener Beleuchtungsstärke betrieben werden.
In Fig. 1 sind mit Ll, L2 und L3 drei Lampenstromkreise bezeichnet, die mittels dreier Schaltvorrichtungen SV1, SV3 und SV2 zu gegebenen Zeitpunkten je nach dem jeweiligen Bedarf an Beleuchtungsstärke einzeln, zu zweit oder auch zu dritt ein- und ausschaltbar sind. Das speisende Netz ist durch einen Generator G symbolisiert ; der Einfachheit wegen sind die Schaltverbindungen einpolig dargestellt.
Zwischen den Lampenstromkreisen LI... undSchaltvorrichtungen SVl... sind zusätzliche Schalter Sl, S2 und S3 angeordnet, von denen jeder jeden einzelnen der Lampenstromkreise LI... mit je einer andern Schaltvorrichtung SV1... verbindet, u. zw. derart, dass beim Übergang von einem Schalter zum andern die Schaltverbindungen zwischen den Lampenstromkreisen L1... und den Schaltvorrich- tungenSVI... zyklisch vertauscht werden. Hiedurch kann die unterschiedliche Belastung der Lampenstromkreise L1... zufolge des unterschiedlichen Schaltprogrammes der Schaltvorrichtungen SV1... aus- geglichen werden.
Als Grundlage zur Bemessung der Zeitspanne zwischen zwei Vertauschungen der Schaltverbindungen zwischen den Lampenstromkreisen Ll... und den Schaltvorrichtungen Si1... dient die Lebensdauer der in den Lampenstromkreisen Ll... eingesetzten Lampen. Wenn die Summe der Einschaltzeiten aller Lampenstromkreise innerhalb der Zeitspanne zwischen zwei Vertauschungen gleich einer Lampenlebensdauer ist, ergibt sich, dass nach Vollzug aller zyklischen Vertauschungen alle Lampen gleiche Brenndauer, u. zw. in der Grösse ihrer Lebensdauer, aufweisen.
Zum Beispiel sei angenommen, dass ein Lampenstromkreis täglich durchschnittlich zwölf Stunden,
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der zweite durchschnittlich acht Stunden und der dritte durchschnittlich vier Stunden eingeschaltet sein soll. Weiters sei die Lebensdauer der verwendeten Lampen mit 6000 Stunden angenommen. Die zwölf
Stunden währende Brenndauer sei beispielsweise durch die Schaltvorrichtung SV 1, die acht Stunden dauernde durch die Schaltvorrichtung SV2 und die vier Stunden währende Brenndauer durch die Schaltvorrichtung SV 3 festgelegt.
Es sei weiters festgelegt, dass nach dem Einsetzen neuer Lampen zunächst der Schalter SI eingelegt wird und somit der Lampenstromkreis Ll mit einem Tagesdurchschnitt von zwölf
Stunden, der Lampenstromkreis L2 mit einem Tagesdurchschnitt von acht Stunden und der Lampenstrom- kreis L3 mit einem Tagesdurchschnitt von vier Stunden eingeschaltet bleibt. Nach 250 Tagen weisen da- her die Lampen des Stromkreises L1 eine Brenndauer. von 3000 Stunden, die des Stromkreises L2 eine
Brenndauer von 2000 Stunden und die Lampen des Stromkreises L3 eine Brenndauer von 1000 Stunden auf.
Somit beträgt dieSumme der Einschaltzeiten der Lampenstromkreise 3000 + 2000 + 1000 = 6000 Stunden, also die Lebensdauer einer Lampe.
Zu diesem Zeitpunkt wird der Schalter Sl geöffnet und der Schalter S2 eingelegt. Nunmehr beträgt die durchschnittliche tägliche Brenndauer bei dem Stromkreis Ll acht Stunden, bei L2 vier Stunden und bei L3 zwölf Stunden. Nach weiteren 250 Tagen ergeben sich somit folgende zusätzliche Brennzeiten : Beim Strom- kreis LI 2000 Stunden, bei L2 1000 Stunden und bei L3 3000 Stunden. Danach wird der Schalter S2 ge- öffnet und der Schalter S3 geschlossen. Somit beträgt in den darauffolgenden 250 Tagen dieBrenndauer der Lampen des Stromkreises Ll 1000 Stunden (bei einem Tagesdurchschnitt von vier Stunden), die Brenn- dauer des Stromkreises L2 3000 Stunden (zwölf Stunden Tagesdurchschnitt) und die Brenndauer der Lampen des Stromkreises L3 2000 Stunden (Tagesdurchschnitt acht Stunden).
Nach Ablauf von dreimal 2au Tagen sind somit alle Lampenstromkreise in irgend einer Reihenfolge einmal je 1000,2000 und 3000 Stunden, also insgesamt 6000 Stunden belastet worden, wobei auch alle
Lampen das Ende ihrer Lebensdauer erreicht haben und nunmehr zweckmässig in einem Arbeitsgang aus- gewechselt werden können.
Zur Feststellung der Zeitpunkte zum Vertauschen der Schaltverbindungen zwischen den Lampen- stromkreisen Ll... und den Schaltvorrichtungen SV1... sind an die Lampenstromkreise LI, L2 und
L3 Zeitzählwerke ZI, Z2 und Z3 angeschaltet, die die Brenndauer der Lampen des zugehörigen Strom- kreises laufend zählen und bei Erreichen eines entsprechenden Zeitwertes auf nicht näher dargestellte
Weise veranlassen, dass der jeweils eingelegte Schalter geöffnet und der folgende Schalter geschlossen wird.
Hiezu können die Zeitrelais entweder so geschaltet sein, dass jedes von ihnen jeweils eine Umschaltung veranlasst oder so, dass aus den Zählresultaten aller Zählwerke rechnerisch der Umschaltezeitpunkt ermit- telt und demgemäss die Umschaltung ausgelöst wird.
Fig. 2 der Zeichnung zeigt die Anordnung der Schaltvorrichtungen SV1 und SV2 mit Zeitzählwer- ken Zl und Z2 für eine Strassenbeleuchtungsanlage mit zwei dreiphasigen Lampenstromkreisen Ll und
L2, die über einen Hauptschalter H an das Netz N angeschlossen sind.. Zur Betätigung der Schaltvorrich- tungen SV1 und SV2 dienen zwei über einen zusätzlichen Schalter S einschaltbare Relais Rl und R2. Das
Betätigungsrelais R3 des Schalters S liegt an einem in der Zeichnung selbst nicht dargestellten Dämme- rungsschalter, dessen Anschlüsse mit D bezeichnet sind. Der Dämmerungsschalter legt beim Ansprechen die Spannung der Phase R an die mit U bezeichnete Leitung. Zur Prüfung der Funktionsfähigkeit des Schal- ters S dient ein dem Dämmerungsschalter parallelgeschalteter Prüfkontakt P.
Mit Kl ist ein Kontakt eines dem Hauptschalter H nachgeschalteten, unmittelbar an der Spannung liegenden Relais bezeichnet, der als Dauerbetriebsschalter dient. Dem Kontakt Kl ist ein von Hand zu betätigender Kontakt K2 paral- lelgeschaltet.
Die Wirkungsweise der in Fig. 2 dargestellten Schaltung beruht darauf, dass mit Einbruch der Däm- merung durch das Relais R3 der Schalter S geschlossen wird, worauf mittels der Relais Rl und R2 beide
Lampenstromkreise Ll und L2 eingeschaltet werden. Der Lampenstromkreis LI ist für eine Brenndauer von der Abenddämmerung bis Mitternacht bestimmt, während der Lampenstromkreis L2 von der Abenddämmerung bis zur Morgendämmerung eingeschaltet ist. Zur Abschaltung des Lampenstromkreises L1 dient ein in der Zeichnung nicht dargestellter, von einem Uhrwerk gesteuerter Schalter, der um Mitternacht den Lampenstromkreis LI unterbricht und während der Tageszeit, beispielsweise um 12 h mittags, die Unterbre- chung wieder aufhebt.
Die Umschaltung der Lampenstromkreise erfolgt bei der Ausführung nach Fig. 2 derart, dass nach Einsetzen neuer Lampen beispielsweise der Lampenstromkreis Ll an den Schalter SV1 und der Lampenstrom- kreis L2 an den Schalter SV2 angeschlossen wird. Nachdem die Lampen des Stromkreises LI etwa ein Drittel ihrer Lebensdauer gebrannt haben, spricht die Zeitschaltvorrichtung Zl an und bewirkt damit eine Vertauschung der Schaltverbindungen zwischen den Lampenstromkreisen Ll, L2 und den Schaltern SV1 und
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SV2. Zum Zeitpunkt, zu dem alle Lampen eine Brenndauer in der Grösse ihrer Lebensdauer aufweisen, spricht die Zeitschaltvorrichtung Z2 an und bewirkt eine Zurückschaltung in den ursprtinglichen Zustand, woran man erkennt, dass die Lampen auszuwechseln sind.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Lampenschalteinrichtung, insbesondere für Strassenbeleuchtung, für zwei oder mehr Lampenstromkreise mit Schaltvorrichtungen verschieden langer durchschnittlicher Einschaltzeiten, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen den Lampenstromkreisen (LI, L2, L3) und deren Schaltvorrichtungen (SV1, SV2, SV3) zusätzliche Schalter (Sl, S2, S3) zur zwei-oder mehrmaligen, insbesondere zyklischen Vertauschung der Schaltverbindungen zwischen den Lampenstromkreisen und den Schaltvorrichtungen innerhalb einer Lampenlebensdauer angeordnet sind.