<Desc/Clms Page number 1>
EMI1.1
Bei der Verwendung der bekannten flüssigen und festen chlorithältigen Bleichmittel ist es notwendig, den Bleichflotten ausser diesen Bleichmitteln noch Aktivatoren und Stabilisatoren zuzusetzen. Als Aktivatoren wurden zu diesem Zweck bereits Salze einer flüchtigen schwachen anorganischen oder organischen Base mit einer starken Säure, wie Salze von Alkanolaminen mit starken Säuren, z. B.
Triäthanolaminhydrochlorid und das kieselfluorwasserstoffsaure Salz des Monoäthanolamins oder des Triäthanolamins, vorgeschlagen, welche als sogenannte potentiell saure Substanzen den pH-Wert der Bleichflotten bei Arbeitstemperatur so weit zum sauren Bereich hin verschieben, dass die Bleichflotte an Wirksamkeit gewinnt, aber auch bei Raumtempeatur den pH-Wert der Bleichflotte so weit senken dass die Bleichflotten keine über lange Zeit ausreichende Stabilität besitzen und nur während eines Zeitraumes von einigen Stunden nicht nennenswert an Wirksamkeit verlieren.
Um die Bleiche mit chlorithaltigen Bleichmitteln zu erleichtern, ist es nun aber äusserst wünschenswert, handelsfähige, haltbare, konz. Chloritlösungen zur Verfügung zu haben, die durch einfaches Verdünnen mit Wasser ohne Zusetzen von Aktivatoren und Stabilisatoren ein Bleichbad ergeben, mit dem sich die bekannten günstigen Wirkungen einer Chloritbleiche erzielen lassen. Es wurde nun gefunden, dass eine Monoalkanolamine enthaltende wässerige konz. Chloritlösung monatelang lagerfähig ist, ohne dass eine Abnahme des Chloritgehaltes festgestellt werden kann. Dadurch wurde es möglich, ein chlorithaltiges, flüssiges Bleichmittelkonzentrat zur Herstellung von einen Gehalt an Alkanolaminen aufweisenden Bleich-
EMI1.2
besteht, die ein Monoalkanolamin und/oder ein Salz eines Monoalkanolamins mit einer schwachen Säure enthält.
Stellt man aus einem solchen Bleichmittelkonzentrat durch einfaches Verdünnen mit Wasser Bleichflotten mit den üblichen Chloritgehalten her, so erzielt man mit diesen Bleichbädern ohne Zusatz von Aktivatoren und Stabilisatoren bei der üblichen Flotten- und Dämpfbleiche ausgezeichnete Bleicheffekte ; wobei der spez. Verbrauch an Chlorit nicht höher ist als bei Verwendung der seither üblichen Chloritsalze und Chloritlösungen in Kombination mit Aktivatoren und Stabilisatoren. Dieser Effekt ist nicht zur Gänze geklärt.
Es kann angenommen werden, dass ein Monoalkanolamin den pH-Wert des Bleichmittelkonzentrates so weit in den alkalischen Bereich verschiebt, dass eine ausreichende, über Monate wirkende Stabilisierung des chlorithaltigen Bleichmittelkonzentrates erzielt wird und dass nach Verdünnen des Bleichmittelkonzentrates zur Bleichflotte bei Arbeitstemperatur das Monoalkanolamin unter Bildung von Aminosäuren oxydiert wird, die dann in Anbetracht der eingetretenen Verschiebung des pH-Wertes der Bleichflotte zum sauren Bereich hin aktivierend auf die Bleichflotte wirken.
Es kann weiters angenommen werden, dass bei Verwendung eines Salzes eines Monoalkanolamins mit einer schwachen Säure die genannte Aktivierung der Bleichflotte wegen noch weitergehender Verschiebung des pH-Wertes dieser Bleichflotte zum sauren Bereich hin verstärkt wird, und dass die an sich beträchtlich stabilisierende Wirkung eines
EMI1.3
enthalten sein. Sofern Salze eines Monoalkanolamins mit einer schwachen Säure verwendet werden, kann die schwache Säure erfindungsgemäss Ameisensäure oder Essigsäure sein.
Die neuen Bleichmittelkonzentrate werden durch einfaches Lösen von Monoalkanolamin oder von den oben genannten, Monoalkanolamin enthaltenden Stoffen oder Mischungen in an sich bekannten konz.
Alkali-, Erdalkali- und Ammonchloritlösungen oder deren Gemischen hergestellt. Werden salzartige Verbindungen des Monoäthanolamins oder die oben erwähnten Mischungen verwendet, so ist es vorteil- haft, solche Salze oder Mischungen zu verwenden, von denen ein Gew.-Teil, in 100 Gew.-Teilen Wasser gelöst, eine Lösung mit einem pH von mindestens 8 ergibt.
<Desc/Clms Page number 2>
Chlorithaltige Bleichmittelkonzentrate und deren Anwendung werden im folgenden an Hand von Ausführungsbeispielen näher erläutert.
Beispiel 1 : In 100 Vol.-Teilen einer handelsüblichen konz. Natriumchloritlösung wurden 3 Vol.-
Teile Monoäthanolamin gelöst. Die so erhaltene Lösung hatte einen Gehalt von 291 g NaClO/l und ein pu von 9, 0. Nach 6 Monate Lagern bei Raumtemperatur zeigte sie keine merkliche Abnahme des Chlorit- gehaltes.
Beispiel 2 : Aus 3 Vol. -Teilen Monoäthanolamin und 2 Gew.-Teilen Amidosulfbsaure wurde ein
Gemisch aus Monoäthanolamin und Monoäthanolammoniumamidosulfonat hergestellt.
5 Gew.-Teile dieser Mischung wurden in 100 Vol.-Teilen einer handelsüblichen konz. Natriumchloritlösung gelöst. Die so erhaltene Lösung hatte einen Gehalt von 283 g NaClO2/l und ein pH von 9, 7. Nach
6 Monate Lagern bei Raumtemperatur nahm der Chloritgehalt der Lösung nicht merklich ab.
Beispiel 3 : 6 Vol. -Teile Monoäthanolamin und 4, 5 Vol. -Teile Ameisensäure 85 Gew.-% wurden vermischt.
11, 5 Gew.-Teile dieser Mischung wurden in 100 Vol.-Teilen einer handelsüblichen konz. Natriumchloritlösung gelöst. Die so erhaltene Lösung hatte einen Gehalt von 250 g NaClO2 11 und ein pH von 8, 4.
Nach 6 Monate Lagern bei Raumtemperatur zeigte sie keine merkliche Abnahme des Chloritgehalts.
Beispiel 4 : Dieses und das folgende Beispiel zeigt die Verwendung der neuen Bleichmittel.
Ein aus gleichen Teilen Zellwolle und Baumwolle bestehendes, Schalen enthaltendes Mischmaterial wird mit einer Lösung getränkt, die aus 6001 Wasser, 301 Bleichlösung nach Beispiel 1 und 0, 3 1 Netzmittel hergestellt wurde. Der pH-Wert dieser Lösung war etwa 9, 0. Die Ware wurde so abgequetscht, dass das Bleichgut etwa 0, 8 Gew.-Teile NaClO2 auf 100 Gew.-Teile trockene Ware enthielt. Anschliessend wurde die Ware in einem Dämpfer auf 90-1000 C erhitzt, aufgedockt oder abgelegt und 3-4 h bei 90 bis 100 C in der Ablage gehalten. Das Material war danach hervorragend gebleicht und schalenfrei.
Beispiel 5 : Aus 910 Vol.-Teilen Wasser, 90 Vol.-Teilen eines Bleichmittels nach Beispiel 2 und 0, 5 Gew.-Telen eines Netzmittels wurde ein Bleichbad hergestellt.
Mit dieser Lösung wurde schalenhaltiger, nicht entschlichteter Baumwollnessel imprägniert ; anschliessend wurde das Bleichgut auf 75% Feuchtigkeit abgequetscht und im geschlossenen Polyäthylenbeutel 3 h im Wärmeschrank bei einer Temperatur von 110 C gehalten.
Nach Spülen und Trocknen wurde eine schalenfreie Ware mit einwandfreien fasertechnologischen Eigenschaften erhalten. Der erzielte Weissgrad war 81-82 G. E. (mit Tristimulus-Filter gemessen).
Beispiel 6 : In 100 Vol.-Teilen einer handelsüblichen konz. Natriumchloritlösung wurden 3 Vol.- Teile Monopropanolamin gelöst. Die so erhaltene Lösung hatte einen Gehalt von 296 g NaClO2/l und ein pH von 10, 5. Nach 6 Monate Lagern bei Raumtemperatur hatte der Chloritgehalt nicht merklich abgenommen.
Beispiel 7 : Aus 3 Vol.-Teilen Monopropanolamin und 3 Gew.-Teilen Amidosulfbsaure wurde ein Gemisch aus Monopropanolamin und Monopropanolammoniumsulfonat hergestellt. 6 Gew.-Teile dieser Mischung wurden in 100 Vol.-Teilen einer handelsüblichen konz. Natriumchloritlösung gelöst. Die so erhaltene Lösung hatte einen Gehalt von 294g NaC102 11 und ein pu von 10, 1. Nach 5 Monate Lagern bei Raumtemperatur hatte der Chloritgehalt nicht abgenommen.
Beispiel 8 : Dieses und das folgende Beispiel zeigt die Verwendung der neuen Bleichmittel.
Aus 910 Vol.-Teilen Wasser und 90 Vol.-Teilen eines Bleichmittels nach Beispiel 6 wurde ein Bleichbad hergestellt. Mit dieser Lösung wurde schalenhaltiger, nicht entschlichteter, vorgenetzter Baumwollnessel imprägniert ; anschliessend wurde das Bleichgut auf 75% Feuchtigkeit abgequetscht und im geschlossenen Polyäthylenbeutel 3 h im Wärmeschrank bei einer Temperatur von 1100 C gehalten. Nach Spülen und Trocknen wurde eine schalenfreie Ware mit einwandfreien fasertechnologischen Eigenschaften erhalten. Der erzielte Weissgrad war 80, 0 G. E. (mit Tristimulus-Blaufilter gemessen. )
Beispiel 9 : Aus 910 Vol.-Teilen Wasser und 90 Vol.-Teilen eines Bleichmittels nach Beispiel 7 wurde ein Bleichbad hergestellt.
Mit dieser Lösung wurde schalenhaltiger, nicht entschlichteter, vorgenetzter Baumwollnessel wie in Beipiel 8 beschrieben, gebleicht. Es wurde eine schalenfreie Ware mit einwandfreien fasertechnologischen Eigenschaften und einem Weissgrad von 81, 5 G. E. erhalten.
Das Bleichmittel kann Salze organischer oder anorganischer Säuren enthalten. Es können freie, an- organische Basen gegenwärtig sein und auch mit Chloritlösungen verträgliche, oberflächenaktive Substanzen und Puffersubstanzen.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Chlorithaltiges, flüssiges Bleichmittelkonzentrat zur Herstellung von einen Gehalt an Alkanolaminen aufweisenden Bleichmitteln durch Verdünnen, dadurch gekennzeichnet, dass es aus einer konz. Chloritlösung besteht, die ein Monoalkanolamin und/oder ein Salz eines Monoalkanolamins mit einer schwachen Säure enthält.
EMI2.1