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Chlorithaltiges flüssiges Bleichmittel
Zu Bleichbädern, die mit den seither bekannten chlorithaltigen Bleichmitteln angesetzt werden, müssen durchwegs Aktivatoren und gegebenenfalls noch Stabilisatoren zugesetzt werden. Dies ist auch bei dem in der franz. Patentschrift Nr. 1. 197. 570 beschriebenen Bleichverfahren der Fall, bei dem den durch Auflösen von Chloriten in oder durch VerdUnnen konzentrierter Chloritlösungen mit Wasser hergestellten verdiinnten Bleichlösungen unmittelbar vor der Bleiche unter anderem auch Amidosulfosäure oder deren Derivate als Aktivatoren zugesetzt werden.
Ziel der vorliegenden Erfindung ist nun, ein chlorithaltiges, gebrauchsfertiges Bleichmittel zu schaffen, d. h. ein Bleichmittel, das durch einfaches Verdünnen mit Wasser ohne Zusatz von Aktivatoren und Stabilisatoren Bleichbäder ergibt, mit denen sich die bekannten günstigen Wirkungen einer Chloritbleiche erzielen lassen.
Es wurde nun gefunden, dass konzentrierte Chloritlösungen, die Salze der Amidosulfosäure enthalten, monatelang lagerfähig sind, ohne dass eine Abnahme des Chloritgehaltes festgestellt werden kann. Durch einfaches Verdünnen solcher Lösungen mit Wasser können Bleichbäder hergestellt werden, die ohne Zusatz der seither bei der Chloritbleiche notwendigen Aktivatoren und Stabilisatoren sowohl bei der üblichen Flotten-, als auch Dämpfbleiche ausgezeichnete Bleicheffekte ergeben. Der spezifische Chloritverbrauch ist dabei derselbe, wie bei der Verwendung der seither üblichen chlorithaltigen Bleichmittel, die Bleiche wird aber dadurch wesentlich vereinfacht, dass der Zusatz von Aktivatoren und Stabilisatoren in sorgfältig dosierten Mengen wegfällt.
Die neuen Bleichlösungen können durch Auflösen von Salzen der Amidosulfosäure in handelsüblichen konzentrierten Chloritlösungen hergestellt werden. Es ist jedoch einfacher, nicht die reinen Salze, sondern Mischungen aus Amidosulfosäure und Lösungen von Basen zu verwenden ; in diesen Mischungen ist das betreffende Salz der Amidosulfosäure enthalten, ein gegebenenfalls darin enthaltener Überschuss an freier Base stört nicht. Die verwendeten Chloritlösungen können wässerige Lösungen von Alkali und Erdalkalichloriten oder wässerige Lösungen von Ammoniumchlorit oder Gemische dieser Lösungen sein.
Beispiel l : 3 Gew. -Teile Amidosulfosäure wurden mit 7 Vol. -Teilen Natronlauge 20 Gel.-% innig vermischt. 8 Gew.-Teile dieser Mischung wurden in 100 Vol.-Teilen einer handelsublichen, wässerigen, konzentrierten Lösung von Natriumchlorit gelöst. Das erhaltene flüssige Bleichmittel hatte einen
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lagert. Nach dieser Zeit konnte keine merkliche Abnahme des Chloritgehaltes festgestellt werden.
Beispiel 2 : Aus 915 Vol.-Teilen Wasser, 85 Vol.-Teilen eines Bleichmittels nach Beispiel 1 und 0,5 Gew.-Teilen eines Netzmittels wurde ein Bleichbad hergestellt. Mit dieser Lösung wurde schalenhaltiger, nicht entschlichteter Baumwollnessel imprägniert ; anschliessend wurde das Bleichgut auf 75% Feuchtigkeit abgequetscht und im geschlossenen Polyäthylenbeutel 3 h im Wärmeschrank bei einer Temperatur von 110 C gehalten.
Nach Spülen und Trocknen wurde eine schalenfreie Ware mit einwandfreien fasertechnologischen Eigenschaften erhalten. Der erzielte Weissgrad war 80-81 G. E. (mit Tristimulus-Filter gemessen).