DE901287C - Verfahren zur Herstellung von Peroxyd enthaltenden Boraten - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Peroxyd enthaltenden Boraten

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DE901287C
DE901287C DEB3240A DEB0003240A DE901287C DE 901287 C DE901287 C DE 901287C DE B3240 A DEB3240 A DE B3240A DE B0003240 A DEB0003240 A DE B0003240A DE 901287 C DE901287 C DE 901287C
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Description

Die Erfindung bezieht sich auf Peroxyd enthaltende Borate, die wasserlöslich sind und Lösungen ergeben, die oxydierend wirken, und betrifft insbesondere solche Stoffzusammensetzungen, die bei der Lösung in Wasser sauer bzw. im wesentlichen neutral reagieren, im Gegensatz zur alkalischen Reaktion der bisher bekannten Perborate. Die Erfindung bezieht sich weiterhin auf die Herstellung solcher Stoffzusammensetzungen, in denen die aktiven Sauerstoff enthaltenden Verbindungen gegenüber einer zu raschen Zersetzung stabilisiert sind, wenn sie in warmem oder heißem Wasser aufgelöst werden.
Es sind schon verschiedene Peroxyd enthaltende Borate bekannt. So wird beispielsweise, wenn Natriummetaborat (NaBO2^H2O) in Wasserstoffperoxydlösung aufgelöst und das Ganze im Vakuum zur Trockne gedampft wird, ein Produkt erhalten, in dem ein Teil des in dem Metaborat enthaltenen Wassers durch H2O2 ersetzt ist. Durch mehrmaliges, abwechselndes Versetzen mit Wasserstoffperoxydlösung und ao Eindampfen des Gemisches wird schließlich eine Verbindung der Zusammensetzung NaBO2^H2O2 erhalten. In diesen Reihen von Produkten ist das Molverhältnis Na2O : B2O3 = ι: i, und das Molverhältnis aktiver Sauerstoff: Natrium steigt von weniger als as ι: ι bis zu etwa 4:1. Gewöhnliches Natriumperborat hat die Formel NaBO2 · H2O2 · 3 H2O. Wird dieses Verfahren auf Borax (Na2B4O7-IoH2O) oder entwässertes Natriumtetraborat (Na2B4O7) angewandt, so ergibt sich ein peroxydhaltiger Borax, in dem ein Teil des Wassers durch H2O2 ersetzt ist. In diesen Produkten ist das Verhältnis Na2O : B2O3 = 0,5 : 1.
Alle diese Produkte ergeben Lösungen, die mehr oder weniger stark alkalisch sind. So hat beispielsweise das Produkt aus Borax und Wasserstoffperoxyd in verdünnter wäßriger Lösung einen pn-Wert von etwa 9, Produkte, in denen das Na2O: B2O3-Verhältnis ι: ι beträgt, weisen in Lösung einen höheren PH-Wert auf.
Beim Waschen von Textilien mit Seife verbleibt, selbst wenn die Textilien wiederholt gespült werden, auf den Gegenständen ein mehr oder weniger alkalischer Rückstand, der unerwünscht sein kann, wie es beispielsweise bei Babywindeln oder anderen Textilien der Fall ist, die dicht an der Haut getragen werden. Zweck der Erfindung ist, Peroxyd enthaltende Borate zu liefern, deren Lösungen sauer oder neutral reagieren. Diese Borate sind besonders brauchbar zum Waschen und Spülen der genannten Textilgegenstände, Sie liefern eine wirksame Konzentration an aktivem Sauerstoff, die eine bakterienvernichtende Wirkung und einen milden Bleicheffekt zur Folge hat, und ihre saure oder neutrale Reaktion hat eine Pufferwirkung, wodurch die Alkalität der Seifenrückstände neutralisiert wird.
Untersuchungen haben ergeben, daß, wenn versucht wird, die Alkalität von Natriumperborat (Na2O : B2O3 = 1: 1) dadurch zu neutralisieren, daß das trockene Perborat mit einer genügenden Menge,
d. h. einer gleichen Menge, trockener Borsäure gemischt wird, das erhaltene Pulver, obwohl es zunächst frei fließt, schnell zusammenbackt und feucht wird und rasch seinen aktiven Sauerstoff verliert.
Es wurde jedoch gefunden, daß Peroxyd enthaltende Borate, in denen das Na2O: B2 O3-Verhältnis kleiner ist als 0,7:1, im trockenen Zustand mit trockener Borsäure in j edem Verhältnis gemischt werden können, um ein stabiles trockenes Pulver zu ergeben, das nicht zusammenbackt oder feucht wird und das seinen aktiven Sauerstoff während des Transportes und der Lagerung, die sich über längere Zeiten erstrecken können, behält. Durch geeignete Wahl des Anteils an Borsäure kann das Na2O: B2O3-Verhältnis unter 0,5:1 gebracht ,werden, und das Produkt besitzt dann eine saure Reaktion, d. h. es ist fähig, die obenerwähnte Rückstandsalkalität zu neutralisieren.
Es wurde weiterhin gefunden, daß zwecks Herstellung derartiger Produkte die Borsäure vor oder während der Peroxydbehandlung eines jeden Natriumborats zugegeben werden kann.
Gemäß der Erfindung wird zur Herstellung von Peroxyd enthaltenden Boraten, deren wäßrige Lösungen einen ρπ-Wert unter 9,0 aufweisen und die gegenüber Alkalien eine starke Pufferwirkung besitzen, derart vorgegangen, daß dem Natriumborat Borsäure und Wasserstoffperoxyd in solchen Verhältnissen zugesetzt wird, daß das Endprodukt aktiven Sauerstoff entsprechend einem Molverhältnis H2O2: Na von 0,5: ι bis 4,0:1 enthält und daß das Molverhältnis Na2O: B2O3 im Endprodukt kleiner ist als 0,5:1, worauf das Endprodukt gegebenenfalls zur Trockne gebracht wird.
Das Natriumborat, das der H2O2-Behandlung unterworfen werden soll, kann irgendeines der bekannten Natriumborate sein, einschließlich beispielsweise folgender Verbindungen:
Na2O: B2O3
Metaborat NaBO2 · 4 H2O 1,0:1
Perborat NaBO2 · H2O2 · 3 H2O 1,0:1
Tetraborat (Borax) Na2B4O7 · 10 H2O .. 0,5 :1 Pentaborat NaB6O8 · 5 H2O 0,2 :1
Es kann auch eine Mischung von zwei oder mehreren dieser Stoffe in beliebigen Verhältnissen verwendet werden. So können durch geeignete Auswahl der Natriumboratausgangsstoffe Peroxyd enthaltende Borate hergestellt werden, die, abgesehen von der zugesetzten Borsäure, jedes behebige Na2O : B2O3-Verhältnis von 0,2:1 bis 1,0:1 aufweisen.
Solchen Natriumboraten kann Borsäure in beliebigem Verhältnis vor oder während der Peroxydbehandlung zugesetzt werden. Sie kann auch dem trockenen Peroxyd enthaltenden Natriumborat zugesetzt werden, vorausgesetzt, daß das Verhältnis Na2O: B2O3 kleiner ist als 0,7:1.
Die Menge der zugesetzten Borsäure muß ausreichend sein, um in dem Endprodukt ein Na2O: B2O3-Verhältnis von weniger als 0,5:1 zu erhalten. Die Borsäure kann in mehreren Portionen zugesetzt werden,- und die Zugabe der letzten Portionen erfolgt, nachdem zur Trockne gedampft worden ist.
Das Natriumborat, das Wasserstoffperoxyd und die Borsäure können in behebiger Reihenfolge gemischt werden, und, falls erwünscht, können das Natriumborat und das Wasserstoffperoxyd vor der Zugabe der Borsäure erwärmt werden. Gewöhnlich wird die Mischung der drei Ausgangsstoffe auf 50 bis 900 erwärmt und bildet einen Schlamm, wobei ein Teil, jedoch nicht sämtliche Feststoffe, sich gewöhnlich in dem Hydratwasser löst, das aus den Borverbindungen frei gemacht wird. In gewissen Fällen kann eine klare Lösung entstehen.
Der Schlamm oder die Lösung werden dann zur Trockne gedampft, vorzugsweise, jedoch nicht notwendig, unter verringertem Druck und bei etwas erhöhter Temperatur, beispielsweise bei 50 bis 90°. Das Produkt besteht gewöhnlich aus einer leicht zerreiblichen, glasigen Masse mit kristallinen Einschlüssen an Borverbindungen, die in ihnen verteilt sind und die möglicherweise auf nicht aufgelöste feste Bestandteile in dem Schlamm zurückzuführen sind oder aber auch auf eine Rekristallisation von Boraten oder Borsäuren aus der Lösung während des Trocknens.
Die maximale Menge an aktivem Sauerstoff in dem Endprodukt steht in direktem Verhältnis zu dem Natriuragehalt, und die Zugabe von Borsäure, selbst wenn sie in großen Mengen erfolgt, zu einer gegebenen Menge an Natriumborat ändert den Gehalt an aktivem Sauerstoff, der eingeführt werden kann, nicht erheblich. Der in dem Endprodukt zurückgehaltene aktive iao Sauerstoff, ausgedrückt in Prozenten des mit den Ausgangäbestandteilen (entweder in Form von Wasserstoffperoxyd oder von Natriumperborat) eingeführten aktiven Sauerstoffs, kann sich weitgehend ändern sowohl bei verschiedenen Werten des Gesamt- las Na2O: B2O3-Verhältnisses als auch bei verschiedenen
allgemeinen Arbeitsbedingungen des Verfahrens. Je nach dem angewandten Verhältnis an Wasserstoffperoxyd zu Natrium kann das tatsächliche Endverhältnis an aktivem Sauerstoff zu Natrium in dem Produkt in allen Fällen größer oder kleiner sein als die Einheit.
Der Prozentsatz an im Endprodukt erhalten gebliebenem aktivem Sauerstoff (bezogen auf die zugeführte Menge an aktivem Sauerstoff) wird geringer
ίο mit steigender Konzentration an aktivem Sauerstoff in dem Produkt. Es ist daher im allgemeinen zu empfehlen, diese Konzentration entsprechend den tatsächlichen Erfordernissen zu beschränken.
Die Erfindung ermöglicht es, die verschiedenartigsten Peroxyd enthaltenden Borate herzustellen, die in Lösung einen verhältnismäßig weiten und brauchbaren Bereich an Wasserstoffionenkonzentrationen ergeben.
Einzelheiten einer Anzahl typischer Beispiele sind in der folgenden Tabelle 1 enthalten. Das Wasserstoffperoxyd wurde in Form einer etwa 3o°/0igen Lösung zugegeben, jedochkönnen auch andere Konzentrationen verwendet werden. Die Werte für den aktiven Sauerstoffgehalt sind auf Gewichtsbasis in Mengen von äquivalentem Wasserstoffperoxyd angegeben. Die Wasserstoffionenkonzentrationen wurden bei 200 in o,25°/0igen und 1,5 %igen Lösungen gemessen, mit Ausnahme des Beispiels 1, wo 0,25 %ige und o,5%ige Lösungen verwendet wurden.
In der Reihe 6 der Tabelle ist der tatsächliche Gehalt an aktivem Sauerstoff in dem Endprodukt angegeben, und in Reihe 7 ist dieser als Prozentgehalt der Gesamtmenge an aktivem Sauerstoff angegeben, der während der Herstellung des Produktes zugefügt wurde (entweder in Form von Wasserstoffperoxyd oder einem Perboratausgangsmaterial).
Tabelle
Beispiel
Bestandteile
Gewichtsteile
Na2O : B2O3 H2O2: Na Endi
7o H2O2
0,67 : ι 2,01: ι 47,0
0,33 :i 1,02: ι I6,3
0,17 : ι 0,96: ι 8,5
0,091: ι 0,76: ι 3,8
0,087:1 0,99: ι 4,8
0,031: ι o,57: ι o,94
0,016: ι 1,52: ι 1,20
zurückgehaltene
/
PH-Wert
Lösung
,5%g Lösung
NaBO2
B2O3 ..
H2O2..
H2O2-3H2O.
4
5
NaBO2-4 H2O
NaB6O8 · 5 H2O
H2O2
Na2B4O7-IoH2O
H3BO3
H2O2
22
NaBO2-H2O2-3 H2O.
H3BO3
H2O2
Na2B4O7 · 10 H2O
H
H3BO3
H2O2
NaBO2-4 H2O
H3BO3
H2O2
NaB5O8 · 5 H2O
H3BO3
H2O2
6i,55 7,3i 38,1
5,50
11,81
5,o8
51 66 10
15,4 61,8
0,034 275 800
51 13,4 199,6
6,5 14,76 202,8 9>54
55
87
75
94
95
87
9,22
8,72
8,35
8,05
8,06
7,52
7,20
9,22
(in o,5%iger Lösung)
7,60
6,99
6,70
Beispiel 2 läßt erkennen, daß zwei bestimmte Borate in den angegebenen Verhältnissen verwendet wurden, um ein Endprodukt zu ergeben, das aktiven Sauerstoff enthält und das einen bestimmten Verhältniswert von Na2O : B2O3 (in diesem Fall 0,33 :1) aufweist, der nicht charakteristisch ist für irgendein einziges Natriumborat. In den anderen Beispielen wird das Na2O: B2O3-Verhältnis durch die Auswahl geeigneter Borate und durch das Borsäureverhältnis bestimmt. Es ist festzustellen, daß (wie Beispiel 1 zeigt) Borsäureanhydrid die Stelle von Borsäure einnehmen kann. In den Beispielen 2 und 7 wird Natriumpentaborat verwendet. Im Beispiel 2 steigt das Na2O: B2O3-Verhältnis über den Wert 0,2: 1 durch Zumischung von Metaborat, und im Beispiel 7 wird es
8,53
7,99
7,58
auf unter 0,2: 1 gesenkt durch die Verwendung von Borsäure.
In allen Beispielen, mit Ausnahme der Beispiele 1 und 4, ist die alleinige Quelle für aktiven Sauerstoff Wasserstoffperoxyd. Diese Quelle wird in den Beispielen ι und 4 ergänzt durch Natriumperborat. Es können auch andere Quellen für aktiven Sauerstoff verwendet werden, beispielsweise Natriumperoxyd, jedoch ist dieser Stoff sehr alkalisch und erfordert die geeignete Einstellung der Verhältnisse der übrigen Bestandteile.
Die sich aus Tabelle 1 ergebenden ρκ-Werte zeigen eine bemerkenswerte Neigung, niedrigere Werte anzunehmen in dem Maße, wie das Na2O: B2O3-Verhältnis sinkt. Der Punkt, an dem derartige verdünnte
Lösungen beginnen, freies Alkali brauchbar zu neutralisieren, hat sich als etwa 0,5 : 1 herausgestellt, und die Wirksamkeit steigert sich merklich bei Werten unter 0,5:1. Bei Werten der Größenordnung von 0,1: ι (wie es in den Beispielen 4 und 5 der Fall ist) werden Spuren von freiem Alkali praktisch vollkommen neutralisiert.
Es wird vorgezogen, daß mindestens ein Teil der Borsäure während der Peroxydbehandlung zugegen ist. Die Gegenwart von Borsäure während der Verdampfungsstufe zur Trockne erleichtert dann die Trocknung und unterstützt die Bildung eines körnigen, leicht zerreiblichen Produktes. Darüber hinaus verhindert die Einverleibung eines großen Anteils der Borsäure in die Einzelkörner des glasigen Materials, wenn der Schlamm getrocknet wird, Ausscheidungen während der Handhabung des Endproduktes.
Ist andererseits (wie in den Beispielen 4 bis 7) der Anteil an Borsäure verhältnismäßig groß, so sind bei Gegenwart der ganzen Menge von Borsäure während der Peroxydbehandlung unzweckmäßig große Volummengen an Material zu behandeln. In solchen Fällen empfiehlt es sich, die Peroxydbehandlung mit nur so viel Borsäure durchzuführen, wie ausreichend ist, um ein Na2O : B2O3-Verhältnis von etwa 0,2:1 bis 0,15 :1 zu sichern, wobei die besonderen Vorteile, die mit der Gegenwart von Borsäure während der Trocknung verbunden sind, erhalten bleiben, ohne daß die Menge des zu handhabenden Materials wesentlich vergrößert wird. In diesem Fall wird der Rest der Borsäure dem trockenen Produkt zugefügt.
Wie schon erwähnt, kann Borsäure mit einem beliebigen Peroxyd enthaltenden Natriumborat gemischt werden, in dem das Na2O : B2O3-Verhältnis kleiner ist als 0,7:1. Dies stellt ein abgewandeltes Verfahren zur Herstellung der Produkte gemäß der Erfindung dar.
Die Erfindung betrifft weiterhin die Stabilisierung der in der oben beschriebenen Weise hergestellten Produkte, um ein zu rasches Freiwerden des aktiven Sauerstoffs während des Gebrauchs der Produkte zu verhindern. Beim Anwenden eines Perborats oder einer anderen Peroxyd enthaltenden Verbindung zum Spülen von Textilien ist es üblich, kaltes oder leicht
temperiertes Wasser zu verwenden, um ein zu schnelles Freiwerden von aktivem Sauerstoff zu vermeiden. Es wurde nun gefunden, daß durch Zugabe eines synthetischen Netzmittels des anionischen oder nichtionischen Typs die Peroxyd enthaltende Verbindung stabilisiert wird, so daß eine Lösung der Mischung selbst bei erhöhten Temperaturen den aktiven Sauerstoff nur verhältnismäßig langsam entwickelt. So gibt beispielsweise eine typische Lösung, die 30 Minuten lang bei 700 gehalten wird, nur etwa 30% des ursprünglich in ihr enthaltenen Sauerstoffs ab, während bei Abwesenheit eines Stabilisierungsmittels die Sauerstoffabgabe 95 bis 100 % beträgt.
Die Einverleibung des Stabilisierungsmittels hat ein weiteres und unerwartetes Ergebnis insofern, als sich die allgemeine Wirksamkeit des aktiven Sauerstoffs in der Lösung zu vergrößern scheint, und zwar mehr, als für den Stabilisator allein anzunehmen wäre. Insbesondere wird die bakterienvernichtende Wirkung, wie durch Standardversuche festgestellt wurde, in warmer oder heißer Lösung in bemerkenswerter Weise erhöht, eine Tatsache, die beim Waschen und Spülen von Windeln u. dgl. von großer Bedeutung ist.
Die Menge an Stabilisierungsmittel, die gemäß diesem Merkmal der Erfindung der Stoffzusammensetzung zugesetzt wird, braucht nur klein zu sein, jedoch wird der Stabilisierungseffekt in verdünnten Lösungen (d. h. solchen Lösungen, die 0,25 bis 1 °/0 der Peroxyd enthaltenden Boratstoffzusammensetzung enthalten) vergrößert mit steigenden Verhältnissen, mindestens bis zu gleichen Mengen des Stabilisierungsmittels und der Peroxyd enthaltenden Boratstoffzusammensetzung. Für besondere Zwecke, wenn eine maximale Netzwirkung erwünscht ist, kann der Anteil an Stabilisierungsmittel weit über diesen Punkt gesteigert werden.
Das ausgewählte Stabilisierungsmittel sollte vorzugsweise ein anionisches oder nichtionisches Netzmittel sein, das durch die Peroxyd enthaltende Boratstoffzusammensetzung in verdünnter Lösung nicht leicht oxydiert wird, jedoch kann selbst in dem Fall, daß eine geringe Oxydation des Netzmittels stattfindet, eine Stabilisierung beobachtet werden.
Tabelle
"Verwendetes Material
Verhältnis Na2O : B2O3
In der Lösung verbleibender Prozentgehalt an H2O2
nach 30 Minuten bei 70°
ohne
Stabilisator
0 zugefügter S Stabilisator B I
3 N 4*) P 9
26 48 4*) 87 72 31
74 70 62 61 82
81 91 53 80 79 71
96 97 93
Natriumperborat
Produkt des Beispiels 3 ....
Produkt des Beispiels 5 ....
H2O2
1,0 0,17 0,087 0,0
40 Spuren
14
20
100
*) Anfangskonzentration an H2O2 = 0,08 % in diesen beiden Versuchen.
In der Tabelle 2 sind die Ergebnisse von Versuchen der Stabilisierung enthalten, die mit sieben verschiedenen synthetischen Netzmitteln durchgeführt wurden, und zwar zusammen mit Kontrollversuchen, bei denen kein Stabilisierungsmittel zugegen war. In allen Fällen, mit Ausnahme der beiden besonders bezeichneten, betrug die Ausgangskonzentration an aktivem Sauerstoff (ausgedrückt als H2O2) 0,184 g pro Liter, und das Stabilisierungsmittel wurde (mit Ausnahme in den Kontrollversuchen) in Mengen zu-
gegeben, die ausreichend sind, um eine Konzentration von 4 g pro Liter zu ergeben.
Es fanden folgende Netzmittel Anwendung: D ist ein einen langkettigen Fettalkohol enthaltendes Sulfat, vorzugsweise Laurylsulfat, O, N und S sind Alkylarylsulfonate, in denen das Alkyl ίο bis i8 Kohlenstoffatome enthält, P und B sind im wesentlichen reine Fettsäureamide, A ist Polyglykoläther. Die Netzmittel D, O, N und S enthalten neben dem aktiven Stoff noch Natriumsulfat, und die Menge an tatsächlich zugegebenem aktivem Stoff ist in diesen Fällen geringer als 4 g pro Liter. Das Natriumsulfat hat selbstverständlich keine stabilisierende Wirkung auf die Peroxyd enthärtenden Verbindungen.
Aus der Tabelle 2 ergibt sich, daß die Stabilisierungswirkung besonders augenfällig ist in dem Fall von Lösungen der beiden gemäß der Erfindung hergestellten Produkte, jedoch wurde auch festgestellt, daß gewöhnliches Natriumperborat und Wasserstoffperoxyd an sich stabilisiert wurden. Ergebnisse, die mit denjenigen der Produkte der Beispiele 3 und 5 vergleichbar sind, werden auch mit den übrigen Peroxyd enthaltenden Boratstoffzusammensetzungen gemäß der Erfindung erzielt.
In der folgenden Tabelle 3 sind die Ergebnisse niedergelegt, die bei steigenden Verhältnissen von Stabilisierungsmittel zu Peroxyd enthaltender Boratstoffzusammensetzung erhalten werden, und zwar fand in diesem Fall das Produkt des Beispiels 5 Anwendung und das Stabilisierungsmittel O.
Tabelle 3
Gramm pro Liter
Produkt
Stabüi-
des Beispiels 5
4
12
4 4
sator 0
0,00
0,12
0,40
4,00
Verhältnis von Stabilisator zu Produkt
100
IO
•/0 H2O2-Gehalt nach 30 Minuten bei 700
16
33 70
Aus dieser Tabelle ergibt sich, daß selbst durch Hinzufügen von nur 1 °/0 des Stabilisierungsmittels eine bemerkenswerte Wirkung erzielt wird und daß in dem besonderen, in der Tabelle niedergelegten Fall diese Wirkung etwa verdoppelt wird für jede iofache Steigerung des Verhältnisses des Stabilisierungsmittels zur Peroxyd enthaltenden Boratstoffzusammensetzung bis zum Verhältnis von 1: 1.
Das anionische oder nichtionische synthetische Netzmittel, das als Stabilisierungsmittel wirkt, kann in jeder Stufe der Herstellung zugesetzt werden, beispielsweise dem Schlamm oder dem trockenen Produkt der Eindampfung oder, wenn weitere Borsäure zugesetzt wird, mit dieser zusammen oder nach deren Zugabe.
Kationische Netzmittel scheinen keine Stabilisierungswirkung zu haben.
Das Stabilisierungsvermögen anionischer und nichtionischer Netzmittel ermöglicht eine beträchtliche Einsparung an der Menge an aktivem Sauerstoff, die einer heißen Lösung zugegeben werden muß, um einen gewünschten Oxydierungseffekt zu erzielen. Zudem wird, wie schon erwähnt, durch die Gegenwart des Stabilisierungsmittels in Lösungen, die aktiven Sauerstoff enthalten, neben der Stabilisierung des aktiven Sauerstoffs eine beträchtliche Steigerung der bakterienvernichtenden Wirkung erzielt.

Claims (5)

PATENTANSPRÜCHE:
1. Verfahren zur Herstellung von Peroxyd enthaltenden Boraten, deren wäßrige Lösung einen PH-Wert unter 9,0 aufweist und die gegenüber Alkalien eine starke Pufferwirkung besitzen, dadurch gekennzeichnet, daß einem Natriumborat Borsäure und Wasserstoffperoxyd in solchen Verhältnissen zugesetzt wird, daß das Endprodukt aktiven Sauerstoff entsprechend einem Molverhältnis von H2O2: Na von 0,5 :1 bis 4,0 :1 enthält und daß das Molverhältnis von Na2O: B2O3 im Endprodukt kleiner ist als 0,5:1, worauf das Endprodukt gegebenenfalls zur Trockne gebracht wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß ein peroxydhaltiges Natriumborat, das ein Na2O: B2O3-Verhältnis von weniger als 0,7: ι aufweist und das dadurch hergestellt wurde, daß eine Mischung von Natriumborat und Wasserstoffperoxyd zur Trockne gedampft wurde, mit einer solchen Menge von Borsäure gemischt wird, daß das Verhältnis von Na2 O: B2O3 in der Mischung weniger als 0,5 :1, vorzugsweise 0,15 : 1 bis 0,20 : 1 beträgt.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß in einer beliebigen Stufe der Herstellung des peroxydhaltigen Natriumborats ein anionaktives oder nichtionogenaktives synthetisches Netzmittel zugesetzt wird, beispielsweise ein langkettiger Alkohol-Schwefelsäure-Ester, ein langkettiges Alkylarylsulfonat, ein langkettiges Fettsäureamid oder ein Polyglykoläther.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß das synthetische Netzmittel einer wäßrigen, bei der Herstellung des Peroxyd enthaltenden Borats verwendeten Lösung zugesetzt wird, welche aktiven Sauerstoff in Form von Wasserstoffperoxyd oder eines peroxydhaltigen Natriumborats enthält.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß an Stelle von mindestens einem Teil der Borsäure Borsäureanhydrid verwendet wird.
© 5677 12.53
DEB3240A 1949-04-29 1950-04-25 Verfahren zur Herstellung von Peroxyd enthaltenden Boraten Expired DE901287C (de)

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