AT22795B - Verfahren zum Gerben von Häuten und Fellen. - Google Patents

Verfahren zum Gerben von Häuten und Fellen.

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Procopios D Dr Zacharias
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Procopios D Dr Zacharias
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  Verfahren zum Gerben von Häuten und Fellen. 
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   von aqsgosprochen kolloidalem Charakter, d. h. solche, die sich aus ihren Lösungen schon nach kurzer-Zeit spontan in schteimigen Niederschlägon ausscheiden und in diesem Zu-   stande sich in und zwischen den Fasern'der, Häute ablagern können. Diese Eigenschaften weisen Lösungen von Anilinfarbstoffeni Lösungen der Lacke der   Beizenfarbstoffe   und
Lösungen der   Zinnverbindungen auf, wobei durch Erhöhung   der Temperatur und Zusätze von Säuren, Alkalien oder Salzen die Fällung befördert werden kann. Aus diesem Grunde ist auch die Pikrinsäure trotz ihrer antiseptischen Wirkung wegen ihrer   Leicht1öslichkeit   kein brauchbarer Gerbstoff. 



   Im wesentlichen ist das Gerbverfahren für alle Farbstoffe und alle in Betracht kommenden Häute dasselbe, wenn es auch in jedem einzelnen Falle je nach der Natur des Gerbmittel und der verlangten Beschaffenheit des zu erzeugenden Leders betreffs der
Art der Zusätze-ob Säuren, Basen, Alkali-oder Erdalkalisalze-betreffs der Dauer der Gerboperation sowie betreffs des Umstandes, ob die Zusätze im Gerbbade oder in einem gesonderten Bade zur Anwendung kommen, Abänderungen erfahren wird. Was die
Erhöhung der Temperatur betrifft, so bewirkt diese ein leichteres, rascheres Eindringen der Farbstofflösung in die Haut und es hat sich gezeigt, dass man mit dem Erwärmen bis auf 30, höchstens 400 C gehen darf. Ist der Farbstoff in der Haut fixiert, so werden die an der Oberfläche haftenden Substanzen weggewaschen und das fertige Leder wird durch
Einfetten gebrauchsfähig gemacht. 



   Nachstehend werden einige Beispiele für die Herstellung typischer Ledersorten nach dem neuen Verfahren gegeben. 



   I. Erzeugung von Oberleder aus   Schaf-oder Ziegenhaut   mittels Indulin NN (B. A. S. F.). 



   Die auf gewöhnliche Weise enthaarten und gereinigten Häute und Felle werden, um sie für den Gerbstoff aufnahmsfähig zu machen, zunächst während 3-4 Stunden im Walk- fasse oder in der Haspel in einer 100 9 Kochsalz und 1   9   Schwefelsäure (oder 3   9   Salpeter- säure) auf je 1   1     Wasser enthaltenden Pickelbrübe   bearbeitet. Sodann bringt man die
Häute in eine   Indulinlösung,   welche 12   9   dieses Farbstoffes auf je 1   1   Wasser enthält und trägt dafür Sorge, dass die Blössen stets von der Lösung bedeckt sind. Schon nach
2-4 Stunden sind die Blössen von der Lösung durchdrungen, was sich durch die tief- blaue Färbung frischer Schnittflächen zu erkennen gibt.

   Der Gerber überzeugt sich durch den Griff der nassen Haut, ob die Gerbung beendigt ist, zieht dann aus dem   Indulinbade   und bringt sie in   0'50/oige Schwefelsäure   oder Salzsäure. Im Säurebade wird die Farbe des Leders viel dunkler, bis blauschwarz. Man entfernt den   Säureüberschuss   durch Waschen oder durch ein Sodabad und fettet nass mit einer Fettemulsion. Die Menge der letzteren betreffend, kann man z. B. auf 100 Gewichtsteile nasse Haut   P/2   Teile Seife   und 314 Teile  
Kastoröl nehmen. Nach dem Einfetten und Trocknen wird das Leder der üblichen mechanischen Bearbeitung unterzogen. Es ist sehr geschmeidig,   \on blauschwarzer Farbe   und weist eine schöne Narbe auf. 



   Nach dem Herausnehmen der Blössen kann die Farbstofflösung durch Ersatz des abgegebenen Indulins auf die ursprüngliche Konzentration gebracht werden. Die nach- trägliche Behandlung der gegerbten Blössen mit Säure bezweckt, das aufgenommene Indulin unlöslicher zu machen. Vor dem Einfetten tut man gut, jede nicht fest gebundene Substanz von dem Leder zu entfernen, damit das Fett seine volle Wirkung ausüben kann. Der
Farbstoff kann dem Gerbbad allenfalls auch allmählich zugesetzt werden. 



    II. Erzeugung von Sohlleder mittels Nigrosin WL (B. A. S. F. ). Die Blössen werden   in einem Bade von der unter I angegebenen Zusammensetzung während 12 Stunden ge- pickelt. Nach dem Spülen mit lauwarmem Wasser bringt man in ein, 15   9   Nigrosin auf den Liter Wasser enthaltendes Bad, belässt einige Tage in demselben und tut die Häute in ein frisches Bad von ähnlicher Zusammensetzung. Die gebrauchten Brühen werden auf den ursprünglichen Gehalt gebracht und dann neuerdings benutzt. Schon nach wenigen
Tagen ist der   Ilaut4uerschnitt gleichmässig   schwarz und nach etwa drei Wochen ist die
Gerbung soweit beendet, dass man die Häute auf   24   Stunden in   0'7%ige Schwefelsäure   bringt, um sie sodann wieder auf 2-3 Tage in die   Gerblösung   zu legen.

   Hierauf spült man ab   und troclinet   ; das fertige   Produkt stellt c : E sehr   festes, dabei aber biegsames Sohlleder von schöner schwarzer Farbe dar. 



   III. Erzeugung voa leichtem Leder mittels Karmin (Zinncochenillelack). Die Blössen werden zuerst, wie unter I angegeben, gepickelt, dann werden sie ins Gerbbad gebracht, welches 15   9   des käuflichen Lackes auf 1   1   Wasser enthält, wobei jener mit Hilfe von
18 g käuflicher Salzsäure in Lösung erhalten wird. Nach 8-10 Stunden sind die Blössen   durchgefärbt   und nach 48 Stunden ungefähr ist der Gerbvorgang beendet. Dann werden die   gegerbten B) össen herausgenommen,   durch ein Schlemmkreidebad von der Säure befreit, dann gewaschen, mit   1%     Tilrkischrotöl   gefettet und getrocknet.

   Nach der üblichen mechanischen
Bearbeitung erhält man ein nicht sehr dünnes, weiches,   geschmeidiges,   schön gefärbtes Leder. 

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   IV. Erzeugung von   Handschuhleder   (Beispiel mit'Zinnverbindungen). Die entsprechend enthaarten und rein gemachten Häute worden während zwei Stunden in   der Pickolbrühe be-   
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 oxyd entspricht und 20 9 Kochsalz. Nach höchstens 24stündiger Behandlung werden die Häute herausgenommen, durch ein   Schlemmkreide-oder Sodabad   neutralisiert, dann gut ausgewaschen und sehr leicht mit Fettemulsion oder   Türkischrotöl     gefettet.   Dann bekommen sie noch eine Nahrung wie üblich und in den nächsten Tagen werden sip   zum   Trocknen eingehängt. Hierauf werden sie gestollt und wie üblich weiter mechanisch behandelt. Das auf diese Weise mit Zinnchlorür erzeugte Leder ist sehr dehnbar, vollgriffig, weiss und besitzt eine reine, schöne Narbe. 



   Das Zinnbad wird leicht in der Luft trüb und scheidet unlösliche Substanzen aus ; dieser Niederschlag kann dadurch verhindert werden, dass man das Bad durch Säurezusatz sauer hält. Man muss aber vorsichtig vorgehen und durch entsprechenden Salzzusatz der Schwellung der Haut vorbeugen. Übrigens schadet diese Trübung nicht, wenn die Flüssigkeit in Bewegung erhalten bleibt und der Niederschlag kann aufgefangen und benützt werden. Vorteilhaft ist hiebei, den Luftzutritt nach   Möglichkeit abzuschliessen.   Die Anwendung der übrigen Gerbmittel zur Herstellung farbigen Handschuhleders ist hienach ohneweiters klar. 



   V. Erzeugung von Oberleder. Abgeänderte Vorschrift, wenn der Gerbstoff leicht durch ein   Fixationsmittel   niedergeschlagen wird (Beispiel mit Zinnverbindungen). Die, wie erwähnt, gepickelten Häute werden in dem Gerbbade während 2-3 Stunden bewegt, bis sie vom Gerbstoffe durchsetzt sind. Das Bad enthält 15   9   Zinnoxyd in Form irgendeines Zinnsalzes und 50   9   Salz pro Liter Wasser. Nach dieser Zeit werden die Häute herausgenommen und entweder mit viel Wasser gewaschen oder zur Ausscheidung des Zinnoxyds in eine Salzlösung gelegt. Hierauf worden die Häute von neuem in die Zinnlösung gebracht und diese Behandlung wird so oft wiederholt, bis genügend Zinnoxyd aufgenommen worden ist. Anstatt Soda kann Alkaliphosphat oder-Silikat oder ein anderes Fixationsbad an- gewendet   werden.

   Schliesslich   wird die Säure vollkommen neutralisiert, worauf die Häute gut ausgewaschen, gefettet und getrocknet werden. Das mit Zinnchlorid durch viermalige
Wiederholung der Operation und durch Fixieren mit blossem Wasser hergestellte Leder aus   Schafhaut   ist sehr schön weiss, fest, voll und sehr geschmeidig. Diese Behandlung kann auch bei Verwendung von   Farblackon   und manchen Anilinfarbstoffen als Gerbstoff gute   Dienste   leisten. 



   Die Einzelheiten der Ausführung des neuen   Gerbverfahrens   betreffend, wäre noch zu bemerken, dass längeres, als zur Erreichung der Gerbwirkung unbedingt nötiges Belassen der Blössen in den gerbenden Lösungen keine Schädigung nach sich zieht, dass sich aber der Gerber durch Prüfen der nassen Haut von dem jeweiligen Stande der Gerbung   überzügen   kann, um im geeigneten Zeitpunkte die gegerbten Blössen aus dem Gerbbade herauszunehmen. Vorteilhaft wird letzteres von beträchtlichen Ausscheidungen fester Stoffe freigehalten, wenn auch geringe Trübungen ohne Belang sind. Günstig auf die Aufnahme des Farbstoffes durch die Haut wirkt Zusatz der doppelten Gewichtsmenge des Farbstoffes an Kochsalz zum Gerbhade, jedoch nimmt man solchen nur dann vor, wenn er keine bedeutende   Farbstoffausscheidung   nach sich zieht.

   Es wird ferner nicht immer nötig sein, nach der Aufnahme des Farbstoffes durch ein Fixierbad zu ziehen, wenn aber ein solches benützt wird, so muss seine Beschaffenheit mit jener des verwendeten Farbstoffes in Einklang stehen, wie dies übrigens aus der Färberei bekannt ist, so beispielsweise bedürfen basische Farbstoffe keines Fixierbades ; saure Farbstoffe können ein solches von Säure be-   kommen   ;   Zinnverbindungen hedürfen eines alkalischen Fixierungsmittels   usw. Ist aber ein saures Fixierbad verwendet   worden oder Säure   zur Gewinnung der Lösung, wie bei Farblacken und   Zinksalzen   im Gerbbado gebraucht worden, so muss nachträglich die freie Säure entfernt werden, weil solche in fertigem   Leder nicht vorkommen   soll. 



   Wie aus den angeführten Beispielen ersichtlich, ist das neue Verfahren in seiner Ausführung recht einfach ; überdies   kommt   ihm   hoho Anpassungsfähigkeit zu,   indem durch 
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