AT226509B - Verfahren zur Herstellung von welligen Bogenhaaren für Saiteninstrumente - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von welligen Bogenhaaren für Saiteninstrumente

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  Verfahren zur Herstellung von welligen Bogenhaaren für Saiteninstrumente 
Die Erfindung bezieht sich auf die Herstellung von Haaren für Bogen von Saitenmusikinstrumenten, die aus Kunststoff bestehen. Es wurde bisher versucht, für solche Haare im Querschnitt runde Superpoly- amidfäden zu verwenden, die sich jedoch als ungeeignet erwiesen, da es praktisch nicht möglich war, mit diesen Fäden als Bogenhaare die Saite eines Musikinstrumentes zum Schwingen zu bringen. Der glei- che Mangel zeigte sich bei Verwendung von ebenfalls im Querschnitt runden Fäden aus Vinylidenchlorid.
Man versuchte daraufhin, derartige Kunststoffäden auf der Oberfläche aufzurauhen, Querstreifen oder
Schraubenprofile auf der Fadenoberfläche anzubringen, was jedoch ebenfalls nicht zum Ziel führte.

   Bei- spielsweise wurde versucht, die Rauhigkeit dadurch zu erzeugen, dass die Fadenoberfläche mit Lösungs- mitteln unter Zusatz von Kolophonium behandelt wird. Anderseits wurde vorgeschlagen, mehrere Fäden zu einem Zwirn zu verdrehen oder mit einer Umklöpplung zu versehen. Die bei Bogenhaaren bekannte und sehr störende plastische Dehnung des Kunststoffmaterials wurde versuchsweise mit zyklischen Belastun- gen behandelt, jedoch konnte der   Mangel tledurcti nicht   beseitigt werden. 



   Man hat daraufhin versucht, einen unrunden Querschnitt zu wählen und durch Verdrillung ein welli- ges Haar zu erhalten. Es hat sich aber herausgestellt, dass die zwar an sich günstige Welligkeit über die Haarlänge nicht gleich ist und vor allen Dingen nicht ständig gleich bleibt ; sie ist sowohl von der Zeit als auch von der Haarspannung abhängig. 



   Hier setzt nun das erfindungsgemässe Verfahren ein, bei dem ebenfalls durch Verdrillung wellige Bogenhaare mit unrundem Querschnitt angestrebt werden. Es gelingt aber, die   für   die Funktion des Haares günstige Welligkeit über beliebig lange Zeit und von der Haarspannung unabhängig über die Länge des Haares gleich zu halten. Hiezu wird das Haar erfindungsgemäss zuerst einer Verstreckung, dann einer Verdrillung und schliesslich einer Wärmebehandlung unter Zugspannung unterworfen. Die Verdrillung beträgt hiebei zweckmässig   12 - 18   Drehungen für das Bogenhaar, und was die Verstreckung betrifft, so hat sich eine solche in einem Verhältnis etwa zwischen 1 : 4 bis 1 : 5 als günstig erwiesen.

   Schliesslich ist in weiterer Durchführung des Verfahrens vorgesehen, dass die Wärmebehandlung unter Zugspannung in etwa 950 C heissem Wasser erfolgt und sich gegebenenfalls über etwa 30 min erstreckt. Als Material zur Herstellung des neuartigen Bogenhaares eigent sich in besonderer Ausbildung der Erfindung Polyamid   6. 10 ;   es handelt sich hiebei um ein Superpolyamid aus Hexamethylendiamin und Sebacinsäure ; darüber hinaus kommt auch noch Polyamid 8, ein Superpolyamid aus 8-Capryllactam bzw.   w - Amino-Caprylsäure   oder Polyamid 11, aus   11 - Aminoundecansäure   oder z. B. ein Polyester aus Terephtalsäure und Äthylenglykol in Frage.

   Im allgemeinen ist es vorteilhaft, einen Kunststoff   geringer Wasseraufnahmefähigkeit   zu wählen, dessen Wassergehalt im Sättigungsgrad etwa bis   4'10   beträgt. 



   Schliesslich können durch Zusatz von Farbstoffen zu der Schmelze der Fäden beliebige, unveränderliche und abriebfeste Färbungen der Bogenhaare erzielt werden. So lässt sich beispielsweise ein gelblicher Farbton etwa in der Art einer rohen Borste, aber auch jede andere beliebige Farbe hervorbringen. Es ist zweckmässig, solche Farbstoffe zu verwenden, die sich nicht zersetzen und das Polymere nicht beeinflussen, z. B. Titandioxyd, Cadmiumsulfid und Selenid, Russ u. a. - Die Fäden können auch im fertigen Zustand,   z. B.   mit Dispersionsfarbstoffen, ähnlich den Textilien, gefärbt werden. Die Abriebfestigkeit ist hiebei natürlich nicht so gross, wie bei den in der Schmelze gefärbten Fäden. 

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   In der Zeichnung sind Ausführungsbeispiele der Erfindung dargestellt, u. zw. zeigen Fig. l einen Bo- gen für ein Saitenmusikinstrument, bei dem zur Veranschaulichung ein Haar abgespalten ist ; Fig. 2-5 verschiedene Querschnitte von einzelnen Bogenhaaren ; Fig. 6 einen Abschnitt eines erfindungsgemäss aus- gebildeten Bogenhaares, wobei die Verdrillung erkennbar ist ; Fig. 7 zwei Abschnitte eines Bogenhaares, wovon der eine ungestreckt und der andere in Längsrichtung gestreckt ist. 



   Es handelt sich bei Fig. l um einen bei Saitenmusikinstrumenten üblichen Bogen, bei dem zwischen dem Kopf 10 und dem einstellbaren Spannschloss 11 eine Anzahl Bogenhaare 12 eingespannt sind. Zur
Veranschaulichung ist in der Zeichnung ein einzelnes Bogenhaar abgespalten. 



   Das aus Kunststoff bestehende Bogenhaar hat gemäss Fig. 2 einen elliptischen Querschnitt, bei wel- chem das Verhältnis der Längen der beiden senkrecht aufeinander stehenden Querschnittsachsen 13 und 14 etwa zwischen   l : l, 2   und 1 : 3 liegt. Gemäss Fig. 3 kann der Querschnitt rechteckig, gemäss der Fig. 4 trapezförmig sein, während bei dem Beispiel der Fig. 5 ein in mittleren Bereich 15 eingeschnürter Querschnitt dargestellt ist. Was das Verhältnis der Achsenlängen betrifft, so gilt für diese Querschnitte das gleiche wie für den Querschnitt der Fig. 2. Ausser diesen Querschnitten sind selbstverständlich noch beliebige andere verwendbar, die im Prinzip den dargestellten Querschnitten gleichen. 



   Der in Fig. 6 dargestellte Bogenhaarabschnitt hat elliptischen Querschnitt und ist um die Längsachse 16 mehrfach verdrillt, wobei-diese Verdrillung etwa   12 - 18   Drehungen pro Meter Bogenhaar beträgt. 



  Unter einer Drehung ist hiebei eine solche um 3600 zu verstehen. 



   Schliesslich erfährt das Bogenhaar auch eine Verstreckung in Längsrichtung, was in Fig. 7 angedeutet sein soll. Hier sind zwei Bogenhaarabschnitte dargestellt, u. zw. erscheint der obere im unverstreckten Zustand, während der untere in Längsrichtung etwa um das Vierfache gestreckt ist. Es kommen bei der Erfindung Streckungen in Längsrichtung in einem Verhältnis etwa zwischen 1 : 4 bis 1 : 5 in Frage. 



    PATENTANSPRÜCHE :    
1. Verfahren zur Herstellung von welligen Bogenhaaren für Saiteninstrumente durch Verdrillung von Haaren aus Kunststoff von unrundem Querschnitt, dadurch gekennzeichnet, dass das Haar zuerst einer Verstreckung. dann der Verdrillung und schliesslich einer Wärmebehandlung unter Zugspannung unterworfen wird.

Claims (1)

  1. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Verdrillung etwa 12 - 18 Drehungen pro Bogenhaar beträgt.
    3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Haar in Längsrichtung in einem Verhältnis etwa zwischen 1 : 4 bis 1 : 5 gestreckt wird.
    4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Haar aus Polyamid 6. 10, Polyamid 8 oder Polyamid 11 hergestellt wird.
    5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Haarmaterial Farbstoffe, wie Titanoxyd, Cadmiumsulfid, Cadmiumselenid, Russ od. dgl. enthält.
    6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Wärmebehandlung unter Zugspannung in etwa 950 C heissem Wasser erfolgt und sich gegebenenfalls über etwa 30 min erstreckt.
AT513861A 1960-08-17 1961-07-04 Verfahren zur Herstellung von welligen Bogenhaaren für Saiteninstrumente AT226509B (de)

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