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Verfahren zur Herstellung von Seifenstücken aus einer
Seifenstange
Die handelsüblichen Seifen werden nach einem längst bekannten Verfahren derart hergestellt, dass die bildsame Seifenmasse mittels einer Schraubenpresse durch eine viereckige oder kreisförmige Öffnung in der Form von langen Stangen hindurchgepresst, dann auf kleine StUcke geschnitten und durch Exzen- terpressen in einer Stanzform einzeln geformt wird. Dieses Herstellungsverfahren ist langwierig und um- ständlich. Es gibt zwar auch mechanische Anlagen, die die Seifen kontinuierlich fertigpressen, doch ar- beiten diese mit einer weichen Masse, wobei oft gleichzeitig mit den mechanischen Herstellungsvorgängen auch chemische oder physikalische Behandlungen (z. B. Versetzen mit einer chemischen Lösung,
Wärmebehandlung usw. ) durchgeführt werden müssen.
Hiedurch sind teure und verwickelte Vorrichtungen nötig.
Die vorliegende Erfindung beabsichtigt die Beseitigung der erwähnten Mängel und eine Weiterentwicklung der Seifenfabrikation. Dementsprechend betrifft die Erfindung ein Verfahren, mittels welchem die Pressarbeit automatisch und kontinuierlich vorgenommen wird, wobei eine erhöhte Prägeleistung erreicht werden kann. Es sollen dabei die in der Seifenerzeugung bisher an getrennten Maschinen vorgenommenen Vorgänge des ZerstUckelns, massgerechten Ausschneidens und Prägens vereinigt in einer einzigen Maschine fortwährend durchgeführt werden, u. zw. derart, dass dabei auch die Anforderungen betreffend Güte und Präzision der Seifenherstellung restlos erfüllt werden.
Nach der Erfindung wird eine Seifenstange in den Zwischenraum eines um eine vorzugsweise horizontale Welle drehbaren Scheibenpaars kontinuierlich und im wesentlichen tangential eingeführt, wobei mittels in der einen Scheibe geführter Stempel, die mit korrespondierenden Gesenkräumen in der andern Scheibe zusammenwirken, aus der Stange einzelne Seifenstücke ausgestanzt und gleichzeitig geprägt werden. Hiedurch werden form- und gewichtsmässig genaue Fertigstücke erzeugt, wobei die Maschine die Seifenmasse mit hohem Druck verdichtet und blankflächig fertigstanzt.
Die Erfindung soll an Hand einer beispielsweisen Ausführungsform der zur Durchführung des Verfahrens geeigneten Maschine näher beschrieben werden. In den Zeichnungen stellt Fig. 1 den für die Erfindung wichtigsten Teil der Maschine dar und die Fig. 2,3 und 4 zeigen drei Arbeitsstufen der Prägung in Teilschnitten entlang der Linien lI-lI, III-III und IV-IV in Fig. 1.
Das Seifenmaterial üblicher Zusammensetzung und Verarbeitung wird in einer Schneckenpresse zu einer Stange verdichtet. Die aus der Schneckenpresse fortlaufend heraustretende Seifenstange wird nicht wie bisher längs-oder gewichtsmässig zerstückelt und darauffolgend in Stanzformen einzelweise geprägt, sondern nach der Erfindung in der Prägmaschine vollkommen selbsttätig zu Fertigstücken verarbeitet.
Gemäss dem Verfahren nach der Erfindung erfolgen die Zerstückelung und die Formung der Stangen in einem einzigen Arbeitsvorgang. Das formgerechte Ausstanzen und die Formprägung geschieht in Gesenkräumen. Die Masse kann dann in ein und derselben Stanzform entweder nach Abmessung oder nach Gewicht geprägt werden.
Die kontinuierlich verdichtete Seifenstange 1 wird in den von den Rundscheiben 4 und 5 begrenzten Raum 3 geführt. In der Stanzscheibe 4 sind rundherum Gesenkräume 4a und ihnen gegenüber in der Scheibe 5 Hohlräume 5a ausgearbeitet. In jedem Hohlraum ist ein Stempel 6a bzw. 7 a verschiebbar ge- fUhrt. In den Hohlräumen 4a erfolgt die massgerechte Zerstückelung und Formprägung der Seife. Die Anfangs- und Endstufen der Zerstückelung und der Prägung sind in den Fig. 2 - 4 ersichtlich. Von der Lage nach Fig. 1 ausgehend kommt die einlaufende Seifenstange 1 gegenüber dem oberen Hohlraum 4a
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der Scheibe 4 zu liegen, worauf dann der im Hohlraum 5a der rechten Scheibe 5 geführte Stempel bzw.
Stanzkopf 7a sich gegen die Seifenstange verschiebt und daraus ein seiner Form bzw. der Form des Hohlraums 4a entsprechendes Stück ausschneidet und in diesen Hohlraum hineinschiebt. Gegenüber dem Stempel 7a arbeitet im Hohlraum 4a der Stempel 6a. Während die miteinander fest verbundenen oder aus einem Stück angefertigten Scheiben 4 und 5 in Richtung des in Fig. 1 ersichtlichen Pfeils 8 rotieren, verschieben sich die Stempel 6a und 7a unter der Einwirkung einer Steuerbahn nach links, u. zw. der Stempel 6a auf einem kürzeren und der Stempel 7a auf einem längeren Weg, bis sie das in den Hohlraum 4a eingeschobene Seifenstück form- und massgerecht fertigprägen, was in der Lage nach Fig. 3 beendet ist.
Während der Verdrehung der Scheiben 4,5 von der Lage III zur Lage IV verschieben sich die Stempel 6a und 7a unter der Wirkung der Steuerbahn nach rechts, wobei der Stempel 7a in seinen Hohlraum 5a zurückgeht und der Stempel 6a das fertige Seifenstück la in dem Raum 3 zwischen den Scheiben 4,5 hinausschiebt (Fig. 4), von wo es auf ein Förderband herabfällt, das die Fertigware aus der Maschine kontinuierlich entfernt.
Die Scheiben 4, 5 drehen sich gemeinsam, und in ihren kreisförmig angeordneten Hohlräumen 4a bzw. 5a befindet sich je ein Stempel 6a bzw. 7a, die während der Rotation der Scheiben 4,5 durch eine Steuerbahn derart betätigt werden, dass während einer Umdrehung der Scheiben 4,5 jeder Stempel den oben beschriebenen Arbeitsgang vollfühlt, so dass also während einer Umdrehung so viel Seifen abgetrennt und fertiggeprägt werden, als Hohlräume 4a bzw. Stempel 6a vorhanden sind.
Hinter der Arbeitslage IV ist ein in den Raum 3 ragender Abstreicher 9 vorgesehen, der die an einem der Stempel haften geblieben Seife abtrennt und zum Förderband lenkt. Die weiter rotierenden Rundscheiben 4,5 werden durch eine Bürste 10 gereinigt und dann durch einen schwammartigen Schmierkopf 11 mit einer geeigneten Lösung, wie Salz- oder etwa Glyzerinlösung, bestrichen.