<Desc/Clms Page number 1>
Tafelschere
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist eine Tafelschere vorwiegend zum Schneiden von Feinblechen, bei welcher die Konstruktion so beschaffen ist, dass sich die beiden Schermesser beim Hochgang der Oberwange automatisch abziehen (schärfen). u. zw. dadurch, dass das untere Schermesser in einem Messerbalken zum oberen Schermesser hin beweglich gelagert ist und durch eine geeignete Kraft an das letztere angepresst wird.
Die Patentschrift Nr. 203332 beinhaltet die prinzipielle Anordnung eines beweglichen, zum oberen Schermesser hin geneigten unteren Schermessers, welches entweder durch Eigengewicht oder durch eine Feder- bzw. Presskraft an das erstere angedrückt wird.
Die Hauptaufgabe dieser, sich in der Praxis bewährten Maschine war, absolut gratfreie Schnitte bei schwächsten Metall- (Alu-) Folien ab 0, 2-0, 04mm zu erzielen. Es wurde nicht nur diese Bedingung völlig erfüllt, sondern darüber hinaus, durch das selbsttätige Abziehen der Schneidkanten eine Standzeit erreicht, die mehrere Millionen gratfreie Schnitte bis zum ersten Nachschleifen ermöglicht hat.
Der Vorteil der sich selbst abziehenden Schneidkante für Tafelscheren grösserer Leistung erfordert jedoch andere konstruktive Anordnungen.
Bekanntlich treten beim Schneiden an den Messern Seitenkräfte auf, welche diese auseinanderdrükken. Diese Seitenkräfte betragen etwa ein Drittel der zum Schneiden erforderlichen Schneidkraft P. Beim Schneiden der obgenannten Metallfolien sind die Seitenkräfte noch recht gering, so dass eine schwache Zug- oder Druckfeder genügt, um einerseits die Seitenkräfte aufzunehmen, anderseits aber ein Aneinandergleiten der Schneidkanten, somit das Abziehen derselben zu bewerkstelligen.
Sollen aber mittels einer solchen Tafelschere Bleche etwa in der Stärke von 1 bis 2 mm oder mehr geschnitten werden, so müsste die dem Schnittdruck entgegenwirkende Federkraft bereits so gross gewählt werden, dass beim Hochgang der Oberwange an Stelle des Abziehens ein schädliches Ab- und Verreiben der Schneidkanten erfolgen würde.
Durch Anordnung einer winkelrechten Auflagefläche am unteren beweglichen Messerbalken wird erreicht, dass der Seitendruck, an Stelle der Federkraft, von der Auflagefläche zusammen mit den Lagerböcken für die beiden Zapfen aufgenommen wird, wodurch diese Konstruktion einer normalen Tafelschere mit festsitzendem Untermesser gleichkommt.
Um das gegenseitige Abziehen der beiden Schneidkanten zu erzielen, wird durch eine auf der Exzenterwelle befindliche Kurvenscheibe und durch Zwischenschaltung einer Stösselstange eine auf der winkelrechten Auflage verstellbar angeordnete Druckfeder betätigt, welche den unteren, schwenkbar gelagerten Messerbalken zur Oberwange hin drückt. Die Kurvenscheibe ist so beschaffen und auf der dem Antrieb der Oberwange dienenden Exzenterwelle angebracht, dass die Betätigung der Druckfeder nur beim Hochgang der Oberwange erfolgt.
Fig. 1 zeigt die schematische Ansicht einer Tafelschere mit der Oberwange 1, dem oberen Scheimes- ser 2, mit der vorspringenden Schneidkante 3, dem unteren Messerbalken 4 mit dem Schermesser 5 und der Schneidkante 6, der winkelrechten Auflagefläche 7 und der Grundplatte 8 ; 9 sind die beiden in der Längsrichtung der Schermesser angeordneten Zapfen und 10 die beiden Lagerböcke hiezu. 11 die Vorrichtung (Stellschraube) zur Begrenzung der Balkenbewegung gegen das Obermesser hin.
Die Oberwange 1 der Tafelschere geht in der üblichen Schlitten- oder Prismenführung nach abwärts, hat aber ein Schermesser 2, dessen unterer Teil eine vorspringende Schneidfläche bzw. Schneidkante 3 mit einem Winkel von etwa 5 bis 100 besitzt.
Der untere bewegliche Messerbalken 4 mit der winkelrechten Auflagefläche 7 ist erfindungsgemäss
<Desc/Clms Page number 2>
auf der Grundplatte 8 des Maschinenkörpers schwenkbar um die beiden Zapfen 9 der Lagerböcke 10 angeordnet. Die Auflagefläche 7 und die beiden Lagerböcke 10 haben die Aufgabe, die auftretenden lot- und waagrechten Schnittkraftkomponenten aufzunehmen. Die Vorrichtung 11 bezweckt, die Beweglichkeit des unteren Messerbalkens 4 in Richtung zum oberen Schermesser hin (s. Pfeilrichtung Fig. 2) zu begrenzen.
Fig. 2 ist eine Seitenansicht von Fig. 1.
In Fig. 3 ist die Anordnung der Steuerung für das Abziehen der Schneidkanten im vergrösserten Massstab ersichtlich. Auf der winkelrechten Auflagefläche 7 befindet sich das Federgehäuse 12 für die Druck-
EMI2.1
einePATENTANSPRÜCHE :
1. Tafelschere, bei welcher sich die aneinander vorbeigleitenden Messer von selbst abziehen und das eine Messer gegen das andere Messer durch eine federnde Kraft angepresst wird, dadurch gekennzeichnet, dass beide Messer in einer normal zur Schneidebene liegenden Richtung gegen den Schnittdruck mit einer starren Abstutzung versehen sind und eines dieser Messer mittels einer vom Antrieb der Schere abgeleiteten Steuerung zwangsläufig nur beim Leerhub der Schere zum andern Messer hin bewegbar und an dieses federnd andrückbar ist.
2. Schere nachAnspruch1, dadurch gekennzeichnet, dass das zum andern Messer (2) bewegbare Messer (5) im Scherenständer schwenkbar gelagert und gegen den Schnittdruck mittels einer am Messerbalken
EMI2.2