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Anlage zum kontinuierlichen Beizen eines Bandes
Es sind Anlagen bekannt, in denen Metallbänder, vorzugsweise aus Stahl, mittels einer Säure gebeizt werden. Mit dem Beizen wird in erster Linie angestrebt, auf dem Metallband befindliche Zunderschich- ten zu entfernen. Bisher sind Bandbeizanlagen bekannt, bei denen das zu beizende Band in praktisch un- endlicher Länge mittels je eines vor und hinter der Beizanlage vorgesehenen Treibapparates durch flache, langgestreckte Behälter mit Säure gefuhrt wird, wobei das Band unter solchem Zug gehalten wird, dass der Durchhang des Bandes gerade so gross ist, dass das Band in jedem Behälter hinreichend in die Saure eintaucht.
Derartige Behälteranlagen erfordern eine sehr grosse Baulänge und zudem ist die Oberfläche der Säurebäder in den Behältern sehr gross, so dass zum Heizen der Säure ein grosser Energieaufwand er- forderlich ist und eine grosse Menge Säuredämpfe von der Oberfläche in den Behältern abgesaugt werden muss. Es sind für die galvanische Behandlung von Bändern auch schon Anlagen vorgeschlagen worden, bei denen das Band in vertikaler Richtung geführt wird. Aber auch dabei kann die Dauer des Verbleibens des zu beizenden Bandes in der Säure lediglich durch Ändern der Bandgeschwindigkeit beeinflusst werden, oder es ist ein aufwendiger beweglicher Umlenkmechanismus erforderlich. Wenn ein Band in einem der Behälter reisst, bereitet das Herausziehen der abgerissenen Stücke aus dem Behälter bzw. auch das Wiederinbetriebsetzen der Anlage grosse Schwierigkeiten.
Die vorliegende Erfindung bezweckt, diese Nachteile zu beseitigen.
Bei der Bandbeizanlage nach der vorliegenden Erfindung nimmt der mit Säure gefüllte Behälter eine frei nach unten durchhängende Schlinge des zu beizenden Bandes auf. Dadurch wird die Baulänge der Anlage wesentlich kleiner als bei den zu Anfang erwähnten bekannten Anlagen und damit auch die erforderliche Grundstückfläche sowie die erforderliche Halle. Die freie Oberfläche des Säurebades und damit die Verdunstung wird ebenfalls wesentlich kleiner und damit auch die aufzubringende Heizleistung und die Menge der abzusaugenden Säuredämpfe. Die Dauer des Verbleibens des zu beizenden Metallbandes in dem Säurebad ist nicht nur von der Bandgeschwindigkeit, sondern auch von der Länge der frei in den Behälter hineinhängenden Schlinge des Bandes abhängig.
Um die Länge der Schlinge des Bandes feststellen zu können, ist in mindestens einer horizontalen Ebene an dem Behälter eine Messvorrichtung vorgesehen, durch welche feststellbar ist, ob die Schlinge des Bandes in diese Ebene hineinragt. Eine solche Vorrichtung kann beispielsweise aus einer Lichtquelle und einer das von dieser ausgehende Licht messenden Photozelle oder aus einer die Strahlung eines auf der andern Seite des Behälters angeordneten radioaktiven Stoffes messenden Einrichtung bestehen. Die Vorrichtung kann auch auf die durch das Hineinragen der Schlinge des Bandes in ein elektrisches oder magnetisches Feld bewirkte Änderung des Feldes ansprechen.
Zweckmässigerweise sind in zwei benachbarten horizontalen Ebenen derartige Vorrichtungen angeordnet, wobei diese Vorrichtungen derart mit den Treibapparaten verbunden sind, dass die Schlinge verlängert wird, wenn sie nicht in die obere der horizontalen Ebenen hineinragt und verktlrzt wird, wenn sie in die untere der beiden Ebenen hineinragt.
Das kann beispielsweise bei konstant gehaltener Geschwindigkeit des das Band der Beizanlage zuführenden Treibapparates durch Verändern der Geschwindigkeit des das Band aus der Anlage herausfördernden Treibapparates geschehen.
Wenn mehrere derartige horizontale Ebenen, in die das Hineinragen der Schlinge des Bandes fest-
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stellbar ist, an dem Behälter vorgesehen sind, so kann bei entsprechender Schaltung die sich einstellende Länge der Schlinge bis zu einer beliebigen dieser horizontalen Ebene gewählt werden und damit bei konstanter Geschwindigkeit des Bandes die Dauer des Verbleibens in der Säure.
Oberhalb der Säureoberfläche sind Umlenkrollen vorgesehen, an welchen das Band seine Richtung ändert, so dass zwischen zwei Umlenkrollen die Schlinge des Bandes durchhängt. Sollte das Band einmal in dem Behälter reissen, so werden einfach die beiden Teile des Bandes bis über die Säureoberfläche hochgezogen und zwischen den beiden Umlenkrollen wieder miteinander verbunden. Die Umlenkrolle, über welche das Band die Beizanlage verlässt, wirkt mit einer zweiten oberhalb des Bandes angeordneten Rolle derart zusammen, dass die an der Oberfläche des Bandes haftende Säure abgequetscht wird und an dem senkrecht verlaufenden Band in das Säurebad zurückläuft.
Um zu vermeiden, dass die erfofderliche Tiefe des Säurebades zu gross wird, kann es zweckmässig sein, mehrere Behälter hintereinander anzuordnen. Zweckmässigerweise werden die Behälter gemeinsam in einer Grube angeordnet, wobei die Tiefe der Grube und die vertikale Höhenlage der Behälter zweckmässig gewählt werden.
Es kann jede beliebige Säure, beispielsweise Salz- oder Schwefelsäure, in einer Beizanlage gemäss der vorliegenden Erfindung verwendet werden. Die Vorteile der erfindungsgemässen Bandbeizanlage werden auch dann ausgenutzt, wenn der Behälter nicht mit Säure gefüllt ist, sondern in dem Behälter Säure gegen das Band durch Sprühdüsen gespritzt wird. Wenn das Band nicht in ein Säurebad eintauchen soll, sondern lediglich mit Säure besprüht werden soll, kann an die Stelle des Behälters unmittelbar die Wand der Grube treten.
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes im Schnitt einer vertikalen Ebene dargestellt.
Das zu'beizende Band 1 läuft zunächst vertikal von unten nach oben durch einen Zunderbrecher 2, in welchem das Band geknickt und von kräftigen Wasserstrahlen angespritzt wird. Das Wasser läuft zusammen mit dem abgesplitterten Zunder in die Rinne 3. Der Treibapparat 4 führt das Band den Beizbädem zu. Oberhalb des Säurespiegels 31 in dem Behälter 5 ist eine Umlenkrolle 7 angeordnet. Daneben ist eine zweite Umlenkrolle 8 angeordnet. Zwischen den beiden Umlenkrollen 7 und 8 hängt das Band 1 in Form einer Schlinge in den Behälter 5 hinein.
Zwischen den Umlenkrollen 7 und 8 ist eine vertikal
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schen den Umlenkrollen 7 und 8 geschweisst worden ist, zwischen den beiden Umlenkrollen 7 und 8 zumindest annähernd horizontal verläuft, zumindest bis zu einer solchen Tiefe in den Behälter 5 hineingedrückt werden kann, dass es durch sein Eigengewicht bei entsprechender Nachführung in Form einer Schlinge in den Behälter 5 hineinhängt. Über die Umlenkrolle8 wird das Band 1 durch den Treibappa- rat10 gezogen und läuft von diesem aus über die Umlenkrolle 11 und bildet zwischen dieser und der Umlenkrolle 12 eine weitere Schlinge in dem mit Säure gefüllten Behälter 6. Oberhalb der Umlenkrolle 12 ist eine Quetschrolle 14 angeordnet, welche mit der Umlenkrolle 12 derart zusammenwirkt, dass sie die an der Oberfläche des Bandes 1 haftende Säure abquetscht.
Die Behälter 5 und 6 sind durch eine gemeinsame Haube 15 abgedeckt. In verschiedenen Höhen sind an den Behältern 5 und 6 Lichtquellen 16 angeordnet. Jeweils in einer horizontalen Ebene gegenüber einer Lichtquelle 16 ist eine Photozelle 17 bzw. 18 bzw. 19 bzw. 20 angeordnet. Hängt die Schlinge des Bandes 1 in die horizontale Ebene zwischen einer Lichtquelle 16 und einer Photozelle 17 bzw. 18 bzw. 19 bzw. 20 hinein, so wird jeweils der Lichtstrahl unterbrochen, so dass mit Hilfe eines solchen aus einer Lichtquelle 16 und einer Photozelle 17 bzw. 18 bzw. 19 bzw. 20 bestehenden Vorrichtung feststellbar ist, bis in welche Tiefe die Schlinge des Bandes 1 in den Behälter 5 bzw. 6 hineinragt.
Die Photozellen 17 bzw. 18 bzw. 19 bzw. 20 an dem Behälter 6 sind mit dem Antrieb des Treibapparates 21 verbunden und die Photozellen 17 bzw. 18 bzw. 19 bzw. 20 an dem Behälter 5 sind mit dem Antrieb des Treibapparates 4 verbunden, u. zw. in dem in der Zeichnung dargestellten Fall derart, dass der Treibapparat 21 seine Geschwindigkeit erhöht, wenn die Schlinge des Bandes 1 in dem Behälter 6 die horizontale Ebene vor der Photozelle 20 durchdringt, und dass der Treibapparat 21 seine Geschwindigkeit verringert, wenn die Schlinge des Bandes 1 die horizontale Ebene vor der Photozelle 13 in dem Behälter 6 nicht durchdringt, sowie entsprechend, dass der Treibapparat 4 seine Geschwindigkeit erhöht, wenn die Schlinge des Bandes 1 die horizontale Ebene vor der Photozelle 19 in dem Behälter 5 nicht durchdringt und seine Geschwindigkeit verringert,
wenn die Schlinge des Bandes 1 in dem Behälter 5 die horizontale Ebene vor der Photozelle 20 durchdringt, wobei die Geschwindigkeit des Treibapparates 10 gleich bleibt. Neben dem Behälter 6 ist ein Sprühbehälter 22 angeordnet, in welchem das Band 1 aus Düsen 23 mit Wasser besprüht wird. Die Behälter 5 und 6 stehen auf einer Bettung aus Trägern 24 in der Grube 25. Aus dem Behälter 6 fliesst die Säure von der Oberfläche durch die Rohr-
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leitung 26 in den Behälter 5. Da die beiden Behälter 5 und 6 durch die Rohrleitung 26 miteinander ver- bunden sind, bleibt der Säurespiegel 31 in den beiden Behältern 5 und 6 in stets gleicher Höhe. Durch den Rohrleitungsanschluss 27 wird dem Behälter 6 frische oder in einer in der Zeichnung nicht dargestell- ten Regenerierungsanlage regenerierte Säure zugeführt.
Von dem Rohrleitungsanschluss 29 aus wird die
Säure der Regenerierungsanlage zugefuhrt. Gleichzeitig ist der Rohrleitungsanschluss 29 mit einem Über- lauf verbunden, welcher verhindert, dass der Säurespiegel 31 in den Behältern 5 und 6 zu hoch steigt. Somit ist ein Säurekreislauf durch die beiden Behälter 5 und 6 und die Regenerierungsanlage gegeben, wo- bei die frische bzw. regenerierte Säure dem Behälter 6 zugeführt wird und entgegen der Bewegungsrichtung des Bandes l durch die beiden Behälter 5 und 6 fliesst, wobei die verbrauchte Säure aus dem Behälter 5 entnommen wird.
Die beiden Rohrleitungsanschlusse 28 führen zu einem in der Zeichnung nicht dargestellten Durchlauferhitzer, in dem die Säure aufgeheizt wird und von dem aus die Säure den Behältern 5 und 6 Über die RohrleitungsanschlUsse 13 zugeführt wird. Nachdem das Band l den Sprühbehälter 22 durchlaufen hat, läuft es durch einen in der Zeichnung nicht mehr dargestellten weiteren Sprühbehälter sowie durch ein Heisswasserbad und eine Trocknungseinrichtung, welche ebenfalls in der Zeichnung nicht mehr dargestellt sind.
Bei einer andern Ausgestaltungsform der erfindungsgemässen Anlage ist der Treibapparat 21 hinter der Trocknungseinrichtung angeordnet.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Anlage zum kontinuierlichen Beizen eines in praktisch unendlicher Länge mittels je eines vor und hinter der Anlage vorgesehenen Treibapparates vertikal durch die Anlage geführten Bandes aus Metall, vorzugsweise aus Stahl, in mindestens einem mit Säure gefüllten Behälter, dadurch gekennzeichnet, dass der Behälter eine frei nach unten durchhängende Schlinge des Bandes aufnimmt.