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Einrichtung zur Beschickung von Schachtöfen
Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zum Beschicken von Hochöfen und Schachtofen, wie sie insbesondere zum Brennen oder Rösten von stückigem Material, z. B. Kalkstein, Erz u. dgl. dienen.
Der Erfinder hat in anderem Zusammenhang bereits vorgeschlagen, die Beschickung eines solchen Schachtofens, insbesondere eines Kalkofens, derart auszuführen, dass die Anordnung und Verteilung des eingebrachten Materials durch den Beschickungsvorgang selbst nicht beeinflusst, sondern willkürlich mit Hilfe geeigneter apparativer Vorkehrungen gesteuert wird. Dabei wird grundsätzlich so verfahren, dass die Anordnung und Verteilung des Materials bereits vor Einfüllung des Materials in den Ofen festgelegt und nunmehr dafür Sorge getragen wird, dass die Einfüllung in solcher Weise und mit solchen Vorrichtungen erfolgt, dass eine Störung der vorher festgelegten Anordnung oder Schichtung unter dem Einfluss der verschiedenen Art und Grösse der Materialteile vermieden wird.
In der deutschen Patentschrift Nr. 863321 ist bereits vorgeschlagen worden, das Material in einen transportablen BeschickungskUbel schichtweise in solcher Lagerung oder Mischung einzubringen, wie das in den Ofenraum eingefüllte Material sie beibehalten soll. Gemäss der erwähnten deutschen Patentschrift wird der Boden des Beschickungskübels in eine Anzahl schwenkbar an der KUbelwandung befestigter Sektoren aufgelöst, die schlagartig nach unten geöffnet werden, so dass der gesamte Kübslinhaltunter Beibehaltung semer Schichtung in den Schacht fallen kann.
Man hat ferner vorgeschlagen, zwecks Verhütung des Eindringens falscher Luft bei der Beschickung von Schachtöfen, die zum Brennen von Zement, Kalk, Magnesit od. dgl., dienen, die Beschickung mittels eines um die Mittelachse des Schachtofens sich drehenden Fülltrichters vorzunehmen, von dem das Material auf einen konischen Verschluss fällt, von dem aus es in einen zweiten Trichterraum und auf einen diesen unten abschliessenden Glockenverschluss fällt, durch dessen Öffnung es weiter in den Ofen gleitet.
Eine solche Vorrichtung, deren ausgesprochener Zweck auch die Verhütung des Eindringens falscher Luft war, könnte Indes nicht dazu dienen, eine gleichmässigere Verteilung des Materials, die durch den Ablauf aus dem sich drehenden Trichter und die unter demselben angeordneten starr ausgebildeten Glockenverschlüsse zwangsläufig gegeben ist, zu verbessern.
Man hat weiter die an sich bekannten, mit starren Ablauffläche ausgebildeten konischen Glockenverschlüsse bereits heb-und senkbar ausgestaltet. Auch durch die Höheneinstellung eines solchen starren Glockenvejschlusses lässt sich indes die Verteilung des in den Schachtöfen einfallenden Materials nicht wesentlich beeinflussen.
Die Erfindung bezieht sich auf eine Einrichtung zum Beschicken von Schachtöfen, bei welchen das Material, z. B. fester Brennstoff, Kalk, Zement, Erz u. dgl. in abgemessenen oder abgewogenen Mengen durch eine Fördereinrichtung, z. B. ein Becherwerk, der Gichtöffnung des Schachtofens zugeführt wird.
Bei einer solchen Einrichtung soll erfindungsgemäss eine gleichmässige Überführung des Materials aus der Fördereinrichtung in den Schachtofen und im Schachtofen selbst die gewünschte Verteilung des Materials bewirkt werden.
Dieses wird erfindungsgemäss dadurch erreicht, dass oberhalb der Schachtöffnung eine Drehschurre 14 angeordnet ist, die das Material in einen Füllrumpf 15 befördert, der durch eine heb- und senkbare konische Verteilerglocke mit in ihrer Neigung einstellbaren Sektoren abgeschlossen ist.
Der Fssllrumpf wird vorzugsweise so ausgebildet, dass an einem starren konischen Teil der Verteilerglocke am unteren Rand derselben bewegliche Sektoren schwenkbar angeschlossen sind, deren Neigung durch Gestänge einstellbar ist, wobei die Glocke von einer vorzugsweise ringförmig gestalteten, vertikal
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zur GlockeAblauffläche ergeben.
Ferner kann die Einstellung der Sektoren und der Ringbcliürze z. B. elehtrisch deran gesteuert sein, dass eine bestimmte, sich ständig wiederholende Reihenfolge von bei verschiedenen Schürzen- und Sekto-
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rials durch die erwähnte, das Material der Drehschurre zuleitende Fördervorrichtung kann es zweckmässig sein, zwischen Fördervorrichtung und Drehsehurre eine Ausgleichseinrichtung in Form eines an sich be- kannten Zwischenbunkers, der mit einem Schwingtisch zusammenarbeitet, derart anzuordnen, dass das
Material von der Fördersorrichtung zunächst in den Zwischenbunker geliefert whd, von dem aus es auf den Schwingtisch gelangt, um alsdann auf die Drehschurre gebracht zu werden,
die das Material weiter in den Füllrumpf und auf die konische Verteilerglocke befördert.
Weitere Merkmale der erfindungsgemässen Einrichtung sind an Hand der beiliegenden Zeichnungen erläutert, in welchen verschiedene Ausfuhrungsformen des Erfindungsgegenstandes beispielsweise darge- stellt sind. Flg. 1 zeigt den Gichtverschluss eines Schachtofens mit der erfindumngsgemässen Verteilungsvorrichtung und dem verstellbaren Glockenverschluss im senkrechten Schnitt. Fig. 2 ist ein teilweiser Schnitt nach Linie A-B in Fig. l. Fig. 3, 4 und 5 zeigen die Einstellungen des äusseren beweglichen Randteiles des Glockenverschlasses und der heb- und semtbaren Schtirze in verschiedenen Lagen. Fig. 6 zeigt in
Draufsicht einen Teil der beweglichen Umrandung des Glockenverschlusses.
In Fig. 1 bezeichnet 10 den durch den Gichtaufzug hochgeförderten Beschiekungskübel. der seinen : Inhalt in einen Zwischenbunker 12 und über einen Austrags- oder Schwingtisch 13 und eine Drebschurre 14 in einen Füllrampf 15 befördert, wo es aber die als Ganzes mit dem Bezugszeichen 3 bezeichnete Vertei- iungsvoxrichtung in den Ofenschacht 16 gelangt. Die Drehschurre 14 wird mit Laufrollen 25, 26 usw. auf
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gefahrtÖffnung wird in an sich bekannter Weise mittels einer Verschlussglooke 29 bewirkt, die an einem Rohr 30 befestigt ist, das z. B. mit Hilfe einer Seilwinde 31 und eines Seilzuges 32, ds ? an dem mit dem Rohre 30
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benachbarten Streifen oder unter zweibenachbarten Streifen liegt (Fig. 6).
Infolgedessen können sich die Sektoren zwanglos senken und heben, indem sie dabei ihre Randuberdeckung entsprechend vergrössern oder verkleinern.
Mit dem oberen Teil der Stange 43 ist ferner eine Traverse 48 verbunden, die an Stangen 49 eine Schürze, z. B. in Form eines Ringes 50, trägt. Wenn sich die Stange 43 hebt und senkt, wird gleichzeitig auch die Traverse 48 mit ihren Stangen 49 und der an diesen hängenden Schürze 50 gehoben und gesenkt.
Es ergeben sich also bei der Senkung der Stange 43 die verschiedenen, aus den Fig. 3, 4 und 5 ersichtli- chen Einstellungen der Ablauffläche 35, 36 nebst den zugehörigen Stellungen der Schürze 50, durch welch letztere der Strom des über die Ablauffläche 35, 36 abrutschenden Materials 51 begrenzt und gelenkt wir4.
Je welter die Stange43 gesenkt wird, desto mehr senkt sich auch die Schörze 50, so dass dementsprechend das abrutschende Material 51 steiler abfällt und mehr nach der Mitte des Ofenquerschnitts gelenkt wird.
Die beschriebene Einrichtung sowie ihre Arbeitsweise können mannigfach im Rahmen der wesentlichen Gedanken abgeändert und ausgestaltet werden. Man kann mit der beschriebenen Vorrichtung das Be- schickungsgut z. B. getrennt oder auch gemischt aufgeben. Man kann ferner ein vorklassiertes Material nach Stückgrösse in Lagen wie auch unter zweckentsprechend gelenkter Verteilung in bestimmtem Abstand von der Ofenmitte oder in bestimmten Ringzonen aufgeben, z. B. derart, dass man kleinstückiges Material nach dem Rand des Ofens, das grossstückige nach der Mitte hin lenkt. Auch die vorrichtungsmässigeAus- gestaltung kann mannigfach geändert werden.
Anzahl, Länge und Anschluss der beweglichen Streifen der Aussenzone des Glockenverschlusses können den Abmessungen des Schachtofens wie der Eigenart des aufzugebenden Materials angepasstwerden. Die Länge der Streifen wird zweckmässig so bemessen, dass in der äussersten Einstellung derselben, in welcher ihre Fläche mit der Fläche des festen konischen Teils 29 parallel liegt, das ablaufende Material die äusserste Randzone des Ofenquerschnitts erreicht. In gleicher Weise wie bei einem zylindrischen Füllrumpf lässt sich die beschriebene Verschluss-und Ablaufeinrichtung auch bei einem andersartig gestalteten Füllrumpf, z. B. einem beweglichen Trichterkübel, anwenden.
Auch die Form und die Abmessungen der äusseren Lenkschürze 50 können mannigfach abgeändert werden ; anstatt eines Ringes mit vertikaler Wandung könnte die äussere Lenkwand z. B. auch trichterförmig ausgebildet sein. Ferner können auch die Antriebsvorrichtungen für das äussere Rohr 30 sowie für die in demselben verlaufende Lenkstange 43 verschiedenartig, z. B. mechanisch, hydraulisch, elektrisch usw. ausgestaltet werden. Andere Abänderungsmäglichkeiten betreffen die das zugefUbrte Material auf die Drehschurre 14 aufgebende, langsam arbeitende Zwischenfördervorrichtung, z. B. den Schwingtisch 13. Anstatt eines solchen Schwingtisches könnte als Zwischenförderung z.
B. ein Plattenband, ein langsam laufendes Gummiband, eine Stossförderung oder eine ähnliche Vorrichtung verwendet werden.
Der Antriebsmech anismus för den Glockenverschluss 29 sowie der Antriebsmechanismus für die Stange
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gebildet, dass sie unabhängig voneinander funktionieren, so dass die Einstellung der Ablaufstreifen durch die Bewegung nicht beeinflusst wird. Der Abstand der Schürze 50 von der Traverse 48 kann durch Hebung oder Senkung der Gewindestangen 49 eingestellt werden. Bei praktischer Durchführung kann man z. B. so verfahren, dass man den ersten Kübel, z. B. mit gemischtem Material, auf die Stellung der Ablauffläche gemäss Fig. 3 in den Ofenschacht einlaufen lässt. Der nächste Kübel kann dann bei einer Einstellung der Ablauffläche gemäss Fig. 4 und der darauffolgende Kübel in einer Einstellung gemäss Fig. 5 einlaufen.
Hierauf wUrde wieder die Stellung gemäss Fig. 3 erfolgen.
Diese beschriebenen Ablaufstellungen kann man miteinander koppeln und z. B. elektrisch derart steuern, dass sie sich automatisch nacheinander abspielen, so dass der Bedienungsmann lediglich den Vorgang einleiten muss, der sich dann entsprechend den ankommenden und ihre Last abgebenden Kabeln auto- matisch abspielt.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Einrichtung zum Beschicken von Schachtöfen, bei welcher das Material, z. B. fester Brennstoff, Kalkstein, Erz u. dgl., in abgemessenen oder abgewogenen Mengen durch eine Fördereinrichtung, z. B. ein Becherwerk, der Gichtöffnung des Schachtofens zugeführt wird, dadurch gekennzeichnet, dass oberhalb
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dert, der durch eine heb-und senkbare konische Verteilerglocke mit in ihrer Neigung einstellbaren Sektoren abgeschlossen ist.