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Begichtungseinrichtung für einen mit einem Gemisch betriebenen Schachtofen
Bei Schachtöfen, die mit einem Gemisch betrieben werden, besteht das Problem, die Gemischkomponenten wie z. B. Kalkstein und Koks, im vorbestimmten Mischungsverhältnis auf den Spiegel des Ofeninhaltes aufzuschütten. Jede Stelle des Ofenquerschnittes soll das vorbestimmte Mischungsverhältnis, das in den verschiedenen Abständen von der Ofenmitte durchaus verschieden sein kann, aufweisen. Das Problem wird durch die bekannten Begichtungseinrichtungen nicht zufriedenstellend gelöst.
Die Erfindung, die bezweckt, jenes Problem mit einfachen und zuverlässigen Mitteln zu lösen, geht von einer z. B. aus der USA-Patentschrift Nr. 2, 420, 653 bekannten Einrichtung aus. Die bekannte Einrichtung besitzt einen Horizontalförderer, z. B. ein Förderband, der in der Ofenachse aus einem Bunker, der bereits das Gemisch enthält, beaufschlagt wird. Der Förderer ist um die Ofenachse drehbar und quer zur Ofenachse verschiebbar. An die verhältnismässig hoch über dem Ofenspiegel gelegene Abwurfstelle des Förderers schliesst sich in Abwärtsrichtung eine Schleuse und ein Fallrohr an. Das Fallrohr beschreibt auf dem Ofenspiegel eine spiralförmige Fahrlinie. Bei dieser bekannten Anordnung besteht der Nachteil, dass das Beschickungsgut auf dem Wege vom Bunkeraustrag bis zum Ofenspiegel eine Zerkleinerung bzw. einen Antrieb erfährt.
Der Antrieb stört in unkontrollierbarer Weise die Strömungsverhältnisse des Ofens.
Ein weiterer Nachteil besteht darin, dass bei einer spiralförmigen Fahrlinie aus rein geometrischen Gründen einerseits Querschnittsstellenbestehen. die vom Fallrohr nicht bestrichen werden und anderseits auch Querschnittsstellen bestehen, die vom Fallrohr infolge sich schneidender Fahrlinien mehrmals bestricnen werden.
Demgegenüber schlägt die Erfindung, die ebenfalls mindestens einen im wesentlichen in der Ofenachse beaufschlagten Horizontalförderer verwendet, vor, dass der Förderer der tiefstgelegene Teil der Begichtungseinrichtung ist und dass der Antrieb zur Verschiebung mittels einer automatischen Steuerung schrittweise betätigbar ist, derart, dass den Arbeitsschritten des Antriebs der Verschiebung Stillstände von der Dauer einer oder mehrerer voller Umdrehungen um die Ofenachse folgen. Dabei ist das Merkmal"im wesentlichen in der Ofenachse beaufschlagten" auf die Aufgabeseite einer zum Förderer gehörenden Aufgabeschurre bzw. eines zum Förderer gehörenden Aufgabetrichters bezogen.
Die ertindullgsgemasse Begiciltuugseirlchtulig besitzt aie higellschatt, die Aufschüttung des Beschikkungsgutes auf den Ofenspiegel äusserst schonend zu bewirken und damit eine Zerkleinerung bzw. einen Abrieb des Gutes möglichst zu unterbinden. Sie besitzt ferner durch den Umstand, dass die Begichtung in konzentrischen Ringen vorgenommen wird, die Eigenschaft, den Ofenspiegel geometrisch einwandfrei gleichmässig zu bestreichen.
In zweckmässiger Weiterbildung der Erfindung wird vorgeschlagen, eine an der Aufgabeseite mit der Ofenachse konzentrische Trichterschurre mit dem Auslauf über einer Siebvorrichtung anzuordnen, unter deren Feingutaustrag ein unverschiebbarer Förderer vorgesehen ist, der mit dem verschiebbaren Förderer zusammen um die Ofenachse drehbar ist, und dessen Abwurfende im Bereich des äussersten Endes des lichten Ofendurchmessers liegt. Hiedurch werden die Strömungsverhältnisse des Schachtofens insofern noch wesentlich verbessert, als das Feingut, das auf dem Wege bis zur Begichtungseinrichtung entstanden ist,
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ausgeschieden und dorthin gebracht wird, wo es, wie bekannt, hingehört, nämlich an den Rand des Ofens.
In der Zeichnung ist die Erfindung in einem Ausführungsbeispiel schematisch dargestellt. Es zeigen Fig. 1 im Aufriss eine Begichtungseinrichtung für einen Kalkbrennofen, der auf dem Ofenkopf ein Bunkerpaar für die getrennte Lagerung und Zuteilung von Kalkstein und Koks besitzt und Fig. 2 im Grundriss die Anordnung nach Fig. 1 im Querschnitt nach Linie A - A.
Eine auf dem Ofenkopf 4 festangebrachte Ofenhaube 1 nimmt in der Spitze einen Kalksteinbunker 2 und einen Koksbunker 3 auf. 5 und 6 sind Vibrationsaustragsschurren. Auf dem Ofenkopf 4 liegt ein Fahrschienenring, auf dem mittels eines Fahrwerkes 7 eine Drehscheibe 8 gelagert ist. Auf der Drehscheibe 8 ist ein Horizontalförderer 9, der als Bandförderer dargestellt ist, aber auch z. B. ein Vibrationsförderer sein kann, angeordnet. Der Förderer 9 ist in Pfeilrichtung 10 quer zur Ofenachse verschiebbar. Das Abwurfende 11 kann somit jede Stellung innerhalb des Ofenradius einnehmen.
Das Abwurfende 11 des Förderers kann bei gleichbleibender Fördermenge, ohne seinen radialen Abstand von der Ofenachse zu verändern, eine oder mehrere volle Umdrehungen um die Ofenachse ausfüh- ren. Ist so eine Ringschicht aufgeschüttet, wird der Förderer um ein Stück des Radius nach aussen oder nach innen verschoben, wo er dann bei stillstehendem Vorschub während einer oder mehrerer vollen Umdrehungen um die Ofenachse verharrt und damit eine anschliessende Ringschicht autschüttet. Je weiter das Abwurfende 11 auf diese Weise im Ofenquerschnitt nach aussen wandert, umso mehr Umdrehungen hat es bei gleicher Drehgeschwindigkeit der Scheibe 8 zurückzulegen, um das entsprechend grössere Auffüllvolumen liefern zu können. Die Vorschubsteuerung eriolgt automatisch, z. B. vermittels Schlepphebel.
Während der Koks durch ein zentrales Rohr von der Aufgabevorrichtung 6 auf den Förderer 9 gelangt, fällt der Kalkstein in eine am oberen Ende mit der Ofenachse konzentrische Trichterschurre. An deren Mündung schliesst sich ein Vibrationssieb 13 an, das gemäss der Pfeilrichtung den feingutfreien Kalkstein auf den Förderer 9 schüttet. Unter dem Vibrationssieb ist ein Förderer 14 angeordnet. Der Förderer 14 ist gegenüber der Drehscheibe 8 unbeweglich betestigt, läuft also mit ihr in der Fig. 2 sichtbaren Stellung um.
Das Abwurfende 15 des Förderers 14 liegt im Bereich des äussersten Endes des lichten Ofenradius. Während also das Abwurfende 11 stets andere Ringschichten aufschüttet, beliefert das Abwurfende 15 unverändert stets die äusserste Ringschicht des Ofens, u. zw. mit Feingut, das in der Vorrichtung 13 ausgesiebt wird.
Wenn in den Ausführungsbeispielen nur ein Förderer dargestellt worden ist, so liegt es dennoch auch
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entsprechend würde sich die Zahl der Zuteilbunker erhöhen.
Bei von der Kreisform abweichendem Ofenquerschnitt, z. B. bei elliptischem Querschnitt, gestattet die Einrichtung auch das Bestreichen anderer, z. B. elliptischer Querschnitte.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Begichtungseinrichtung für einen mit einem Gemisch, insbesondere Koks und Brenngut, wie z. B.
Kalkstein, betriebenen Schachtofen, mit mindestens einem das Gemisch oder nur eine Gemischkomponente über den Ofenquerschnitt nach einem Fahrliniensystem verteilenden, im wesentlichen in der Ofenachse beaufschlagten Horizontalförderer, der mit einem Antrieb zur Drehung um die Ofenachse und zur Verschiebung in der Horizontalen versehen ist, dadurch gekennzeichnet, dass der Förderer (9) der tiefstgelegene Teil der Begichtungseinrichtung ist und dass der Antrieb zur Verschiebung (10) mittels einer automatischen Steuerung schrittweise betätigbar ist, derart, dass den Arbeitsschritten des Antriebs der Verschiebung (10) Stillstände von der Dauer einer oder mehrerer voller Umdrehungen um die Ofenachse folgen.