AT202702B - Verfahren zur Herstellung flüssiger, konzentrierter, haltbarer Säuremilchnahrung - Google Patents

Verfahren zur Herstellung flüssiger, konzentrierter, haltbarer Säuremilchnahrung

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AT202702B AT179857A AT179857A AT202702B AT 202702 B AT202702 B AT 202702B AT 179857 A AT179857 A AT 179857A AT 179857 A AT179857 A AT 179857A AT 202702 B AT202702 B AT 202702B
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   <Desc/Clms Page number 1> 
 



  Verfahren zur Herstellung flüssiger, konzentrierter, haltbarer Säuremilchnahrung 
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung flüssiger, konzentrierter, haltbarer Säuremilchnahrung. 



   Die Bemühungen, eine haltbare Säuremilchnahrung herzustellen, haben bisher zu keinem befriedigenden Erfolg geführt, weil durch die Haltbarmachung der an sich bekannten Säuremilchnahrung deren Struktur leidet. Stellt man auf übliche Weise Zweidrittel-Säuremilchnahrung aus Milch, Wasser, Stärkeprodukten und   einer Säure,   z. B. Zitronensäure, her und sterilisiert dieselbe, so wird die anfangs feine Ausflockung durch die Sterilisation gröber und es setzt sich bald eine Schicht klarer Flüssigkeit ab. Auch stellt sich bei der so hergestellten Milch ein gallertartiges Zusammenballen der Masse ein, so dass die Milchnahrung ein klumpiges Aussehen erhält.

   Es ist daher verständlich, dass, ungeachtet der Frage der Bekömmlichkeit, eine solche Milch von Kliniken und   Hebammen   abgelehnt wird, zumal man befürchten muss, dass die gallertartig veränderte Milch nicht ohne weiteres durch das Loch im Sauger hindurchgeht. 



   Man hat auch versucht, Säuremilchnahrung dadurch haltbar zu machen, dass man die Säure der frisch gekochten Zweidrittel-Milchnahrung in   der Hitze oder bei teilweiser Abkühlung   auf   60-70 C zugab, worauf   das Abfüllen in Flaschen ohne weitere Sterilisation erfolgte. Dies Verfahren führte aber zu keiner ausreichenden Haltbarkeit der Milchnahrung ; ausserdem verursachte das Zufügen der Säure zu der heissen   Zweidrittel-Milchnahrung   eine grobe Ausflockung des Kaseins. Man erhält dadurch ein leicht absetzbares Produkt, welches ebenfalls die oben genannten Nachteile aufweist. 



   Es ist auch bekannt, die Säuremilchnahrung in Pulverform herzustellen,   d. h.   die Konzentrierung so weit zu treiben, bis keine Flüssigkeit mehr vorliegt und ein festes Pulver entsteht. So ist z. B. vorgeschlagen worden, Nährmitteltrockenprodukte für Säuglinge dadurch herzustellen, dass man zuerst eine Stärke- 
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 brochen, worauf die erhaltene Dextroselösung der vorzugsweise eingedickten Milch so langsam zugesetzt wird, dass keine Ausfällung an grobem Kasein entsteht ; hiebei muss dauernd gerührt werden. Die so erhaltene Mischung wird dann unter Erhaltung dieses Verteilungszustandes einem Trocknungsprozess unterworfen. 
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 z. B. auf Reisen von grossem Vorteil.

   Gegen   eine vollständige   Verdrängung des Wassers aus der Milch werden jedoch vielfach Bedenken geäussert, da hiedurch die natürliche Form der Eiweisskörper und Wirkstoffe der Milch bereits eine wesentliche   Veränderung   erfährt, ein Umstand, der sich auf den physiologischen Wert des Produktes nachteilig auswirken kann. 



   Eine flüssige konzentrierte Säuremilchnahrung ist bisher noch nicht bekannt geworden. Wie Versuche gezeigt haben, bewirkt ein Säurezusatz zur   stärkehaltigen   Milch beim Einengen auch schon bei   40-50 C   (im Vakuum) eine grobflockige Ausfällung des Kaseins. Die Schutzwirkung des Stärkeschleimes versagt also hiebei. 



   Gemäss der vorliegenden Erfindung werden diese Nachteile dadurch behoben, dass man vorzugsweise rohe, gegebenenfalls homogenisierte Milch zusammen mit Stärkeschleim unter vermindertem Druck einengt, das eingeengte Produkt, insbesondere nach Abkühlung, mit einer physiologisch unbedenklichen Säure 

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 versetzt und die erhaltene konzentrierte Nahrung, wie an sich bekannt, sterilisiert. Die   erfindungsgemäss   hergestellte Nahrung erwies sich als solche als auch in trinktertig verdünntem Zustand als einwandfrei fein dispers. Dies war umso überraschender, als man durch die Anwendung der hohen Sterilisationstemperatur von 120 C ein restloses Koagulieren des Kaseins erwarten musste. 



   Beim erfindungsgemässen Verfahren kann das Hinzufügen der Säure zur Schleim-Milch-Mischung schnell erfolgen, ohne dass dabei grobe Kaseinausflockungen entstehen. Das Verfahren ist also betriebssicher und hat den Vorteil, dass das Produkt auch nach der Sterilisation seine Konsistenz nicht verändert Beim erfindungsgemässen Verfahren wird auch keinerlei Ferment zur Stärke zugegeben, so dass sich kein Dextrin bilden kann. 



     - Zweckmässig   setzt man der Nahrung soviel Säure zu, dass der PH-Wert etwa   4, 4-4, 9, vorzugsweise   etwa 4,8 beträgt. Der Stärkeschleim kann mit der Milch auch im beliebigen Stadium des Einengens,   z. B.   mit einer bereits kondensierten Milch, vermischt werden. Als biologisch   unbedenldiche   Säure verwendet man vorzugsweise Zitronensäure. Ausser dem an sich als Zusatz zu Säuremilchnahrungen bekannten Zucker kann man der erfindungsgemäss hergestellten Nahrung auch Vitamine, Wirkstoffe, Aminosäuren usw. zugeben. 



   Nach dem erfindungsgemässen Verfahren ist es z. B. möglich, konzentrierte haltbare Säuremilchnahrung herzustellen, die vor dem Gebrauch entweder zur Bereitung einer   Zweidrittel-Milchnahrmng   oder Halbmilchnahrung   für Säuglinge   oder auch einer Diätnahrung für Schlankheitskuren usw. verdünnt werden kann. Zweckmässig wird die Konzentrierung bzw. die Einengung der Nahrung soweit geführt, dass die für den Konsum notwendige Verdünnung in einem einfachen Volumenverhältnis zur konzentrierten Nahrung steht. So ergibt sich als einfachste Verdünnung das Verhältnis von Konzentrat zu Wasser wie   1 : 1.   Man kann in diesem Falle das Gefäss, in welchem das Konzentrat sterilisiert wurde, nach Entleerung in einfachster Weise als Mass für die zuzugebende Wassermenge benützen.

   Dies ist von grossem Vorteil, sowohl auf Reisen als auch im Haushalt. 



   Die Verdünnung kann mit Wasser beliebiger Temperatur   erfolgen,-zweckmässig   jedoch mit so stark erwärmtem Wasser, dass die verdünnte trinkfertige Nahrung die für den sofortigen Konsum vorgesehene Temperatur hat. 



   Unter einer physiologisch unbedenklichen anorganischen oder organischen Säure sind gemäss der vorliegenden Erfindung z. B. Phosphorsäuren, Salzsäure, Fruchtsäuren, Milchsäure, Gluconsäure, Adipinsäure sowie deren saure Salze zu verstehen. 



   Die erfindungsgemäss hergestellte und dann mit Wasser verdünnte Milchnahrung unterscheidet sich in ihrer Struktur kaum von der frisch zubereiteten unsterilisierten Nahrung. Sie setzt kaum eine wässerig klare Oberschicht ab und ist auch nicht verfärbt. 



   Beispiel 1 : 
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<tb> 
<tb> 400 <SEP> cm3 <SEP> Vollmilch,
<tb> 6 <SEP> g <SEP> Maisstärke <SEP> (1% <SEP> bezogen <SEP> auf <SEP> 600 <SEP> cm3 <SEP> Zweidrittel-Milch)
<tb> 30 <SEP> g <SEP> Zucker <SEP> (5% <SEP> bezogen <SEP> auf <SEP> 600 <SEP> cm3 <SEP> Zweidrittel-Milch)
<tb> 
 werden kurz aufgekocht und anschliessend im Vakuum bei   50-60 C   Badtemperatur auf 300 cm eingeengt. Nach Abkühlen auf Zimmertemperatur werden 14   cms   einer   longen     Zitronensilimslösung eingerührt.   Das Produkt wird in Dosen abgefüllt ; die Dosen werden verschlossen und 10 Minuten b3i   120 C   sterilisiert. Es wird eine glatte, sämige Kondens-Säuremilch erhalten. 



   Die auf diese Weise hergestellte Kondens-Säuremilch ergibt, mit dem gleichen Volumen Wasser verdünnt, 600   cm     säurehaltige Zweidrittel-Milchnahrung   mit einem pH-Wert 4,8. Das zur Verdünnung-verwendete Wasser kann eine Temperatur von 20-80 C haben, ohne dass sich die Zweidrittel-Milchnahrung 
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 langsam ab. 



   Beispiel 2 : 400   cm Vollmilch werdenimVakuum bei 50-60 C   auf 200 cm eingeengt. In 100 ems Wasser werden 
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<tb> 
<tb> 6 <SEP> g <SEP> Maisstärke <SEP> (10/0 <SEP> bezogen <SEP> auf <SEP> 600 <SEP> cm <SEP> Zweidrittel-Milch) <SEP> und
<tb> 30 <SEP> g <SEP> Zucker <SEP> (5% <SEP> bezogen <SEP> auf <SEP> 600 <SEP> cm3 <SEP> Zweidrittel-Milch)
<tb> 
 kurz aufgekocht ; der heisse Schleim wird mit der eingeengten Milch vermischt. Nach Abkühlen auf Zimmertemperatur werden 14   cm3     tige   Zitronensäurelösung eingerührt.

   Das erhaltene Produkt wird in Dosen abgefüllt, verschlossen und 15 Minuten bei    1160C sterilisiert.'  
Die auf diese Weise hergestellte Kondens-Säuremilch ergibt mit dem gleichen Volumen Wasser verdünnt 600 cm3 säurehaltige Zweidrittel-Milchnahrung mit einem pH-Wert   4, 8.  

Claims (1)

  1. PATENTANSPRÜCHE : 1. Verfahren zur Herstellung flüssiger, konzentrierter, haltbarer Säuremilchnahrung, dadurch gekennzeichnet, dass man vorzugsweise rohe, gegebenenfalls homogenisierte Milch zusammen mit Stärkeschleim unter vermindertem Druck einengt, das eingeengt Produkt, insbesondere nach Abkühlung, mit physiolo- gisch unbedenklicherSäure versetzt und die erhaltene konzentrierte Nahrung, wie an sich bekannt, steri- lisiert.
    2. Verfahren. nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man soviel Säure zusetzt, dass der PH-Wert der Nahrung auf etwa 4, 4-4, 9, vorzugsweise etwa 4, 8, eingestellt wird.
    3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Stärkeschleim mit der Milch im beliebigen Stadium des Einengens vermischt wird.
    4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass als biologisch unbedenkliche Säure Zitronensäure verwendet wird.
    5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Nahrung vor oder nach dem Einengen weitere Zusätze bekannter Art, wie Zucker, Vitamine, Wirkstoffe und Aminosäuren, zugemischt werden.
    6. Verfahren anch einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Milch zu einer fertigen konzentrierten Säuremilchnahrung, die zur Bereitung einer trinkfähigen Nahrung mit dem gleichen Volumen Wasser verdünnt werden muss, eingeengt wird.
    7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass man der Milch etwa 1-2% Stärkestoffe zusetzt. ".
AT179857A 1956-03-17 1957-03-16 Verfahren zur Herstellung flüssiger, konzentrierter, haltbarer Säuremilchnahrung AT202702B (de)

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