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Gasgerät mit Zündgas- und Hauptgasventil
Die Erfindung bezieht sich auf ein Gasgerät, insbesondere auf einen Gas- Wasserheizer, mit einem Zündgas-und einem Hauptgasventil.
Das Hauptgasventil oder ein Hauptgashahn eines Gasgerätes gestattet es, die Gaszufuhr zum Brenner von Hand vollständig abzusperren und das Gerät stillzusetzen, u. zw. unabhängig von dci Funktion etwai-
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oder eines von einer Bimetallfeder geöffneten Zündsicherungsventils.
Durch das Abschliessen des Hauptgasventils soll verhindert werden, dass z. B. nachts oder während längerer Abwesenheit des Besitzers durch Undichtigkeiten, Venti1federbrüche od. dgl. ein unbeabsichtigttes Ausströmen von Gas erfolgen kann.
Weiterhin dient das Hauptgasventil oder der Hauptgashahn zur Dosierung der Gaszufuhr zum Brenner, also beispielsweise zur Drosselung der Gaszufuhr bei einem Gaswasserheizer, wenn infolge hoher Aussentemperatur oder hohen Gasdruckes das auslaufende Wasser zum Baden zu heiss wird oder eine Überla- stung des Gerätes zu befürchten ist.
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einem Zündbrenner frei, während der Gasweg zum Hauptbrenner noch geschlossen sein kann.
Im allgemeinen hat man bei Gasgeräten einen Kükenhahn als Hauptgashahn vorgesehen. Zusätzlich zu diesem sind in der Regel noch Sicherheitsventile vorgesehen, welche den Gasweg zum Brenner selbsttätig absperren solange z. B. die Zündflamme nicht brennt (deutsche Patentschrift Nr. 854782) oder bei einem Wassererhitzer kein Wasser fliesst. Diese Ventile werden üblicherweise als Tellerventile ausgebildet.
Es ist eine Anordnung bekannt (deutsche Patentschrift Nr. 602893), bei welcher zusätzlich zum Hauptgashahn eine ebenfalls von Hand zu bedienende Doppelventilanordnung vorgesehen ist, die als Zündsicherung dient. Nach Öffnen des H-auptga'sventils oder -hahnes wird zunächst von Hand ein Ventil aufgedrückt, welches die Gaszufuhr zum Zündbrenner freigibt, während das die Gaszufuhr zum Hauptbrenner absperrende zweite Ventil noch durch eine Bimetall-Vorrichtung verriegelt ist. Nach Entzünden der Zündflamme gibt die Bimetall-Verriegelung auch das Öffnen des zweiten Ventils frei und verriegelt dieses dann in der Offenstellung.
Das Öffnen beider gleichachsig zueinander angeordneter Ventile erfolgt dabei gegen den Gasstrom durch einen axial beweglichen Schubstift, indem nach einem zum Öffnen des vor der Zündgasabzweigung liegenden Ventils erforderlichen Hubweg des Schubstiftes ein Mitnehmer. am Ventilkörper des zweiten den Hauptgasweg beherrschenden Ventils kraftschlüssig zur Anlage kommt. Auf den Schubstift wirkt dabei die Bimetall-Verriegelung ein. Zum Kleinstellen oder Absperren der Gaszufuhr diente bei der bekannten Anordnung der Hauptgäshahn.
Der allgemein alsHauptgashahn verwendete Kükenhahn hat jedoch Nachteile, Insbesondere bedarf er der Schmierung und es hat sich gezeigt, dass das Schmiermittel im Laufe der Jahre, während welcher der Hahn meist keinerlei Wartung erhält, verschmutzt oder durch das Gas chemisch angegriffen wird. Auch fertigungstechnisch ist anzustreben, einzuschleifende Kükenhähne nach Möglichkeit zu vermeiden.
Es ist ein Gasschalter für Zündgas- und Hauptgasventil bekannt, bei dem durch einen axial beweglichen Schubstift zwei gleichachsig angeordnete Ventilkörper nacheinander von ihren Ventilsitzen, zwischen denen die Zündgasleitung abgezweigt ist, abgehoben werden. Gasschalter dieser Art werden vorzugsweise für Flüssiggas verwendet, da hier-im GegensatzzuHahnküken-GLasschaltern"keine Schmier-
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mittel für die durch axiale Bewegung öffnenden und schliessenden Ventile erforderlich sind. Die Anordnung muss bei solchen Gasschaltern natürlich so gewählt werden, dass zunächst das Zündgasventil und dann das Hauptgasventil geöffnet werden kann.
Infolgedessen sind bei bekannten Gasschaltern dieser Art Gasventile verwendet worden, die in Richtung des auf die Ventile wirkenden Gasdruckes geöffnet und nur durch eine Ventilfeder in Schliessstellung gehalten werden. Das ist nachteilig. Insbesondere besteht bei solchen Ventilen die Gefahr, dass beim Bruch oder Nachlassen der Ventilfeder das Ventil durch den Gasdruck aufgedrückt und dadurch undicht wird. Wegen dieses Nachteils ist der bekannte Gasschalter in der Praxis nicht verwendbar. Auch gestattet er keine kontinuierliche Regulierung der Gaszufuhr.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Konstruktion zu finden, welche einen Kükenhahn vermeidet und dabei kontinuierliche Regulierung der Gaszufuhr gestattet.
Erfindungsgemäss wird bei einem Gerät der erwähnten Art die Anordnung so getroffen, dass Hauptund Zündgasventil von einer an sich bekannten Ventilanordnung gebildet sind, bei der durch einen axial beweglichen Schubstift zwei gleichachsig angeordnete, die Gaszufuhr zu den Brennern absperrende Ventilkörper gegen denSchliessdruck des Gases nacheinander abhebbar sind, indem erst nach einem zum Öffnen des vor der Zündgasabzweigung liegenden Ventils (Zündgasventils) erforderlichen Hubweg des Schubstiftes ein Mitnehmer am Ventilkörper des zweiten den Hauptgasweg beherrschenden Ventils (Hauptgasventil) kraftschlüssig zur Anlage kommt und dass der Schubstift zur kontinuierlichen Einstellung der Gaszufuhr über eine Steuerkurve von einer von Hand verdrehbaren Handhabe axial verstellbar ist.
Dadurch wird erreicht, dass die Gaszufuhr kontinuierlich eingestellt werden kann und dass die Ventile selbst im Falle eines Federbruches durch den Gasdruck in die Schliessstellung gedrückt werden.
Die Erfindung kann in der Weise verwirklicht werden, dass ein das Zündgasventil betätigender Schubstift im Ventilkörper des Hauptgasventiles abdichtend gleitend geführt ist und einen Mitnehmeranschlag besitzt, der nach dem Öffnen des Zündgasventils den Ventilkörper des Hauptgasventils mitnimmt, und dass der Ventilkörper des Zündgasventils als topfförmiger, von der Schubstange geführter Körper ausgebildet ist, gegen den sich die im Innern des Körpers angeordnete Ventilfeder des Hauptgasventils abstützt.
AusBearbeitungs-und Montagegründen hat dabei zweckmässigerweise der Ventilsitz des Zündgasventils einen grösseren Druchmesser als der des Hauptgasventils.
Eine andere Lösung besteht darin, dass das zuerst öffnende Zündgasventil, in dem nach der Gaseintrittsseite hin offeneninnenraum des als Hohlkörper ausgebildeten Hauptventilkörpers angeordnet ist, welcher den Sitz des Zündgasventils bildet und dass der Zündgaskanal durch den hohl ausgebildeten Schubstift geführt ist, der den Hauptgasweg überbrückt. Dabei wirkt der Ventilkörper des Zündgasventils zugleich als Mitnehmer.
Die Durchführung des Zündgaskanals durch den axial beweglichen Schubstift erfolgt zweckmässiger- weise so, dass der Schubstift zwei seitliche Öffnungen besitzt, von denen die eine im Innenraum des Hauptventilkörpers und die andere in einer vom Hauptgasweg getrennten, mit dem Zündgasanschluss verbundenen Kammer angeordnet ist.
Die axiale Verschiebung des Schubstiftes mit Hilfe einer Steuerkurve kann vorteilhafterweise dadurch erfolgen, dass der Schubstift abdichtend aus dem Gasschaltergehäuse herausgeführt und an einem unverdrehbar geführten, durch einen Drehschaltergriff mittels einer Schrägführung axial verschiebbaren Druckstück anliegt. Der Schalter kann dann gleichachsig zu den Ventilen angeordnet sein, was aus räumlichen Gründen zweckmässig ist. Ausserdem wird sichergestellt, dass auf denSchubstift stets nur axiale Kräfte wirken.
Zwei Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in Fig. 1 und 2 dargestellt.
Im Gasschaltergehäuse 1, dem das Gas von links zuströmt, sind zwei konzentrische Ventilsitze 2,3 untergebracht. Der Ventilsitz-2 besitzt einen grösseren Durchmesser als der Ventilsitz 3. Von einem zwischen den Ventilsitzen 2,3 gebildeten Ringraum 4 ist eine Zündgasleitung 5 abgezweigt. In Strömungsrichtung gesehen hinter dem Ventilsitz. 3 ist die zu einem nicht dargestellten Brenner führende Hauptgasleitung 6 angeordnet.
Auf dem Ventilsitz 2 liegt ein topfförmiger Ventilkörper 7 auf, der sowohl vom Gasdruck als auch von einer sich am Gasschaltergehäuse l abstützenden Ventilfeder 8 in Schliessstellung gehalten wird.
Ein weiterer Ventilkörper 9, der auf dem Ventilsitz 3 aufliegt, ist konzentrisch zu dem Ventilkörper 7 angeordnet und wird durch eine Ventilfeder 10 ebenfalls in Richtung des Gasdruckes auf den Ventilsitz 3 gedrückt. Die Ventilfeder 10 ist im Inneren des topfförmigen Ventilkörpers 7 untergebracht und stützt sich gegen diesen (7) ab.
Ein Schubstift 11, der durch Dichtung 12 aus dem gasgefüllten Raum des Gasschaltergehäuses 1 herausgeführt ist, durchdringt den Ventilkörper 9 und eine dort eingesetzte Dichtung 13 und endet in einer
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unverdrehbar im Gasschaltergehäuse 1 geführten Druckstück 15 an, das durch eine Feder 16 nach aussen gedrückt wird. Das Druckstück 15 ist mit einer Schrägfläche 17 versehen, auf der ein drehbar gelagertes, mit einem Drehgriff 18 versehenes Schaltglied 19 gleitet. Beim Drehen des Schaltgliedes 19 wird das Druckstück 15 und zugleich der Schubstift 11 axial verschoben. Dadurch wird zunächst der Ventilkörper 7 vom Sitz 2 abgehoben und der Gasweg zur Zündgasleitung 5 freigegeben.
Dabei gleitet der Schubstift 11 im Venti1körper 9, bis dieser durch einen am Schub stift 11 angebrachten Mitnehmerbund 20 mi. tgenommen und von seinem Sitz 3 abgehoben wird. Dadurch wird dann der Hauptgasweg zur Leitung 6 freigegeben.
Bei dieser in Fig. 1 dargestellen Ausführungsform muss das zuerst öffnende Zündgasventil einen verhältnismässig grossen Durchmesser haben, während der Durchmesser des Hauptgasventils kleiner ist. Das ist insbesondere bei der Steuerung grösserer Gasmengen von gewissem Nachteil, der bei der in Fig. 2 dargestellten Ausführungsform vermieden worden ist.
Bei dem in Fig. 2 dargestellten Gasschalter ist im Gehäuse 21 des Gasschalters ein Ventilsitz 22 für das Hauptgasventil vorgesehen. Der Ventilkörper des Hauptgasventils besteht aus zwei Teilen 23, 23 die zusammen einen Hohlkörper bilden. Am Ventilkörper 23 ist ein Ventilsitz 24 für ein Zündgasverl- til angebracht. Der Ventilkörper 25 des Zündgasventils besitzt einen Führungszapfen 25', der in einem Ansatz des Ventilkörperteils 23'gleitet. Eine Schliessfeder 26, die sich am Teil 23'abstützt, drückt den Ventilkörper 25 gegen seinen Sitz 24. Der Ventilkörper 23 steht unter-dem Einfluss einer gehäusefest abgestützten Schliessfeder 27.
Der Ventilkörper 25 ist mit einer hohlen Schubstange 28 fest verbunden, die in einem Ansatz 29 des Ventilkörpers 23 gleitet und eine Zwischenwand 21'des Gehäuses 21 durchdringt. Ein Hauptgas-Anschlussstutzen 30 mündet im Raum 31 des Gehäuses 21, während ein Zündgas-Anschlussstutzen 32 in einer durch die Zwischenwand 21'vom Raum 31 getrennten Kammer 33 mündet.
Der hohle Schubstift 28 besitzt zwei seitliche Öffnungen 34, 35, von denen die eine (34) im Innern des Ventilkörpers 23 ; 23'hinter dem Ventilsitz 24 liegt, während die andere Öffnung 35 eine Verbindung zur Kammer 33 herstellt. Das Innere des hohlen Ventilkörpers 23, 23'steht durch eine Öffnung 36 mit der Gaseinlassseite des Gehäuses 21 in offener Verbindung.
Die Verlängerung des hohlen Schubstiftes 28 wird von einem Übertragungsstift 37 gebildet, der durch eine Dichtung 38 aus der Kammer 33 herausgeführt ist. Der Übertragungsstift 37 liegt an einem von aussen durch einen Drehgriff 39 zu betätig enden Schubglied 40 an, das durch eine Schrägführung beim Drehen des Drehgriffes 39 eine axiale Verschiebung erfährt.
Wird der Schubstift 28 eingedrückt, so wird zunächst der Ventilkörper 25 von seinem Sitz 24 abgehoben. Das von links einströmende Gas kann nunmehr durch die Öffnungen 36,34 in das Innere des hohlen Schubstiftes 28 gelangen und durch die Öffnung 35 und die Kammer 33 zum Zündgas-Anschlussstutzen 32 strömen. Bei vollgeöffnetem Zündgasventil 24/25 nähert sich der Ventilkörper 25 der Anlage des Hauptgasventils 23'. Wird nunmehr der Schubstift 28 noch weiter eingedrückt, dann wird der Ventilkörper 23, 23'des Hauptgasventils mitgenommen und von seinem Sitz 22 abgehoben, so dass das Gas über den Raum 31 zum Hauptgas-Anschlussstutzen 30 strömen kann. Dabei bleibt der obengeschilderte Zündgasweg unverändert offen.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Gasgerät mit einem handbetätigten Hauptgasventil, durch welches die Gaszufuhr zum Brenner wahlweise absperr-und einstellbar ist, und mit einem vor dem Hauptgasventil öffenbaren Zündgasventil, das die Gaszufuhr zu einem Zündbrenner freigibt, dadurch gekennzeichnet, dass Haupt- und Zündgasventil von einer an sich bekannten Ventilanordnung gebildet sind, bei der durch einen axial beweglichen Schubstift zwei gleichachsig angeordnete, die Gaszufuhr zu den Brennern absperrende Ventilkörper gegen den Schliessdruck des Gases nacheinander abhebbar sind, indem erst nach einem zum Öffnen des vor der Zündgasabzweigung liegenden Ventils (Zündgasventils) erforderlichen Hubweg des Schubstiftes ein Mitnehmer am Ventilkörper des zweiten,
den Hauptgasweg beherrschenden Ventils (Hauptgasven- til) kraftschlüssig zur Anlage kommt und dass der Schubstift zur kontinuierlichen Einstellung der Gaszufuhr über eine Steuerkurve von einer von Hand verdrehbaren Handhabe axial verstellbar ist.