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Verfahren zum insbesondere kontinuierlichen Färben von Wolle
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2 Gramm im Liter Flotte betragen. Er kann aber auch bis auf beispielsweise 200 Gramm im Liter gesteigert werden. Absolut notwendig ist die Beigabe eines Verdickers nicht. Der Gehalt der Imprägnierflotte an Farbstoff richtet sich nach der Tiefe des zu erzeugenden Farbtons, nach der Löslichkeit des Farbstoffs und nach Art und Gehalt des Verdickers. Er kann beispielsweise von 1 g bis 100 g im Liter betragen. Ein geeigneter Standardwert ist 50 g pro Liter. Die Imprägnierflotte kann ausserdem noch andere in der Fär-
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undalkyläther.
Das Tränken des Färbegutes mit der Farbstofflösung muss bei Temperaturen vorgenommen werden, bei welchen der Farbstoff noch nicht oder nur sehr langsam aufzieht, d. h. bei Temperaturen, die zwischen Raumtemperatur und zirka 700 C liegen, vorzugsweise bei 40 - 600 C. Das getränkte Material wird dann durch Pressen von überschüssiger Flotte befreit, vorzugsweise durch Abquetschen zwischen elastischen Walzen, beispielsweise zwischen Gummiwalzen. Durch Einstellen des nötigen Walzendruckes wird der geeignete Abquetscheffekt und durch diesen die gewünschte Tiefe der Färbung erhalten. Man arbeitet beispielsweise mit Abquetscheffekten von 40 bis 100 % bezogen auf das Fasergewicht. Als Richt-
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Normalfärbung entspricht.
Es ist günstig, wenn die imprägnierte Ware einer gelinden Zwischentrocknung unter milden Bedingungen unterworfen wird. Die Trocknungstemperatur soll nicht zu hoch gewählt werden, beispielsweise 70 - 1000 C nicht übersteigen, bei einer Verweilzeit, die je nach Material 2 - 10 Minuten betragen kann.
Zweckmässig wird die Trocknung auf rotierenden Heiztrommeln sowie allen in der Textilindustrie üblichen Trockenmaschinen, wie Spannrahmen-Schwebetrockner, durchgeführt.
Das heisse, saure Entwicklungsbad kann die in der Wollfärberei üblichen anorganischen oder organischen Säuren enthalten, beispielsweise Schwefelsäure, Phosphorsäure, Pyrophosphorsäure, deren saure Salze, Ameisensäure, Essigsäure, Milchsäure, Benzol-, Naphthalin-, Tetralin- oder Xylolsulfonsäuren.
Der Säuregehalt soll beispielsweise 1 - 10 g im Liter betragen. Bei längerem Gebrauch und bei Verarmung des Bades wird Säure im angegebenen Rahmen nachgesetzt. Das Entwicklungsbad kann ferner die in der Wollfärberei üblichen Salze enthalten, beispielsweise Natriumsulfat. Vorteilhaft wird mit dem imprägnierten Färbegut in das kochende, saure Entwicklungsbad eingefahren und bei einer Verweilzeit, welche je nach Material mehrere Sekunden bis 10 Minuten betragen kann und zweckmässig etwa 1 - 3 Minuten beträgt, die Färbung entwickelt. Dem Entwicklungsbad schliesst sich ein übliches Spülbhd an.
Besonders wirtschaftlich und leistungsfähig gestaltet sich das neue Färbeverfahren, wenn es kontinuierlich durchgeführt wird. Dabei darf als besonderer Vorteil hervorgehoben werden, dass das Verfahren keiner besonderer Einrichtungen und Apparate bedarf, sondern unter Verwendung von Foulard, und üblichen in der Textilindustrie gebräuchlichen Trockeneinrichtungen und Behandlungsbädern durchgeführt werden kann.
Die Wolle kann in Form von Kammzügen wie auch als Stück- oder Wirkware gefärbt werden. Dabei ist es besonders überraschend, dass auch dichte Tuche und Gabardine nicht nur vollkommen gleichmässig gefärbt, sondern auch einwandfrei durchgefärbt werden. Abgesehen von der Leistungsfähigkeit des neuen Verfahrens weist erfindungsgemäss gefärbte Wolle überdies noch einen deutlich verbesserten Griff im Vergleich mit der nach herkömmlicher Arbeitsweise gefärbten gleichen Ware auf.
Als Farbstoffe sind im erfindungsgemässen Verfahren in erster Linie die stark wollaffinen, schon in neutralem bis schwach saurem Bade auf die Fasern ziehenden Wollfarbstoffe verwendbar. Sie sind unter
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cal Industries Ltd. in Manchester, um nur einige Beispiele zu nennen. Es handelt sich dabei um Monoazofarbstoffe, um Disazofarbstoffe und um saure Anthrachinonfarbstoffe, welche ihr verbessertes Ziehvermögen wollaffinen Substituenten, beispielsweise lipophilen Kohlenwasserstoffresten, Arylsulfonsäureestergruppen, Phenyläthergruppen, Phenylthioäthergruppen oder auch Triazinylaminogruppen verdanken.
Besonders geeignet für das erfindungsgemässe Verfahren sind jedoch die neutral bis schwachsauer ziehenden, schwermetallhaltigen Azo-und Azomethinfarbstoffe, welche zwei gleiche oder verschiedene Farbstoffmoleküle oder ein Farbstoffmolekül und einen ungefärbten Komplexbildner, wie o-Hydroxybenzolcarbonsäuresulfonsäureanilid, an ein Chrom- oder Kobaltatom komplex gebunden enthalten, wobei diese metallhaltigen Farbstoffe entweder von sauren, salzbildenden Gruppen völlig frei sind und dann meist als
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die Wasserlöslichkeit unterstützende Substituenten Sulfonsäureamid-, am Stickstoff sliphatisch substituierte Sulfonsäureamid-oder niedere Alkylsulfonylgruppen enthalten oder doch höchstens eine Sulfonsäuregruppe auf je 2 Farbstoffmoleküle enthalten.
Die Farbstoffe können als echte Lösungen oder auch als Scheinlösungen, ja sogar teilweise auch als feinste Dispersionen zur Anwendung kommen. Darum ist die Anwesenheit von Dispersionsmitteln in der Imprägnierflotte von Vorteil. Den Verdickungsmitteln kommt dabei oft auch die Rolle von Schutzkolloiden zu.
Es ist selbstverständlich, dass das neue Verfahren auch das lokale Färben von Wolle umfasst, wie es beispielsweise im Vigoureux-Druck ausgeübt wird sowie auch das Färben von Mischgeweben von Wolle mit Polyamidfasern.
Weitere Einzelheiten und Anleitungen für die praktische Ausübung des Verfahrens können den nachfolgenden Beispielen entnommen werden. Es ist klar, dass bei der sehr grossen Zahl von neutral- bis schwachsauer-ziehenden Wollfarbstoffen, von Verdickungsmitteln, von mehr oder weniger geeigneten Säuren im Fixierbad und in Anbetracht der verschiedensten apparativen Möglichkeiten bei der Durchführung des erfindungsgemässen Verfahrens, diesen Beispielen keine beschränkende Bedeutung zukommen kann. In den Beispielen sind, sofern etwas anderes nicht ausdrücklich vermerkt ist, die Teile als Gewichtsteile verstanden ; die Temperaturen sind in Celsiusgraden angegeben, und das Verhältnis von Gewichtsteilen zu Volumteilen ist dasjenige von Kilogramm zu Liter.
Beispiel 1: Zur Herstellung einer Imprägnierflotte teigt man 50 Teile eines neutral- bis schwachsauer-ziehenden Wollfarbstoffs mit 20 Teilen Äthylenglykolmonoäthyläther und 30 Teilen Wasser an, gibt dann allmählich 700 Teile heisses Wasser zu und löst durch kurzes Aufkochen. In der etwas erkalte-
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mit 2 MolekülenDiäthanolamin je Säuremolekül bei erhöhter Temperatur und schliesslich im Vakuum bis zur Abspaltung von mindestens 2 Molekülen Wasser (nach der USA-Patentschrift Nr. 2, 089,212) erhalten wird. Die Farbstofflösung wird dann allmählich in 200 Teile Naphkagummi 1 : 3 (wässeriger Leim von 25 Gel.-% Festgehalt) eingerührt, geseiht und die Imprägnierflotte in den Foulard gegeben.
Man führt bei 45 - 600 vorgewaschene und vorgetrocknete Wollkammzüge durch die Flotte, presst zwischen Gummiwalzen auf einen Gehalt von 50 % des Warengewichts ab, trocknet die Ware auf ungefähr 700 warmen Walzentrocknern während 3 Minuten und fährt dann in ein kochendes Entwicklungsbad ein, das 5 g je Liter Ameisensäure enthält. Man führt die Ware derart, dass eine Verweilzeit von einer Minute erreicht wird. Dann wird sie den üblichen Spülbädern zugeführt und wie üblich weiterverarbeitet.
Man erhält vollkommen gleichmässig gefärbte Kammzüge von ausgezeichnetem Griff und sehr guter Verspinnbarkeit.
Als neutral- bis schwachsauer-ziehende Wollfarbstoffe kann man im oben beschriebenen Verfahren beispielsweise folgende verwenden :
Zur Erzeugung von
Gelb :
1. Monoazofarbstoffausdiazotiertem 2-Aminobenzol-l-carbonsäure-decylester-- 1- (2'-Chlor- 5*-sulfophenyl)-3-methyl-5-pyrazolon.
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3. Disazofarbstoff aus tetrazotiertem 4- (3'-Aminobenzoyl)-N-(2-phenoxyäthyl)-amino-1-amino- benzol 2 Mol 1-(2'-Chlor-5'-sulfophenyl)-3-methyl-5-pyrazolon.
4. 1 Chrom : 2 Farbstoff Komplex aus 2-Aminobenzol-1-carbonsäure-5-sulfonsäure-oxäthylamid # 1- (4'-Chlorphenyl)-3-methyl-5-pyrazolon.
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:nyl-3-methyl-5-pyrazolon.
6. 1 Kobalt : 2 Farbstoff Komplex aus 2-Amino-l-hydroxybenzol-4-sulfonsäuremethylamid--*-
Acetoacetylaminobenzol.
7. 1 Chrom : l Farbstoff Komplex aus diazotierter 2-Aminobenzoesäure # 1-Phenyl-3-methyl-
5-pyrazolon und 2-Hydroxybenzol-1-carbonsäure-5-sulfonsäureanilid.
Orange : 1. 1 Chrom : 2 Farbstoff-Komplex aus 4-Methylsulfonyl-2-amino-l-hydroxybenzol-t-1-Phenyl- 3-methyl-5-pyrazolon.
2. Disazofarbstoff aus tetrazotiertem Benzidin t: l Mol Phenol und 1 Mol 2-Aminonaphthalin-
3, 6-disulfonsäure, verestert mit p-Toluolsulfonsäurechlorid.
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3. Disazofarbstoff aus tetrazotiertem l, 1-Bis-(4'-aminophenyl)-cyclohexan # 1 MolPhenol und
1 Mol 2-Aminonaphthalin-3,6-disulfonsäure.
Rot :
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3. 1 Chrom : 2 Farbstoff Komplex aus 6-Nitro-4-methyl-2-amino-l-hydroxybenzol -1- (2'-
Methyl-5'-sulfamidophenyl) -3-methyl-5-pyrazolon.
4. 1 Kobalts 2 Farbstoff Komplex aus 2-Amino-1-hydroxybenzol-4-sulfonsäure-methylamid #
2- Hydroxynaphthalin.
Bordeaux :
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Braun : 1. 1 Chrom : 2 Farbstoff Komplex aus 4-Nitro-2-amino-1-hydroxybenzol # 4-Methyl-2-acetyl- amino-l-hydroxybenzol.
2. 1 Kobalt : 2 Farbstoff Komplex aus 4-Nitro-2-amino-1-hydroxybenzol # 4-Methyl-1-hydroxy- benzol.
Blau :
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(4-amino-3-sulfo-anthrachinonyl-l-amino)-diphenyl-methan.1-Phenylaminonaphthalin-8-sulfonsäure.
5. 1 Kobalt : 2 Farbstoff Komplex aus 5-Nitro-2-amino-1-hydroxybenzol # 2-Aminonaphthalin-
6-sulfonsäureamid.
6. 1-Cyclohexylamino-4-(2',6'-dimethyl-4'-phenoxy-phenylamino)snthrachinon-sulfonsäure (Na - triumsalz).
7. l, 4-Bis- (2',4',6'-Trimethylphenylamino)-anthrachinondisulfonsäure.
Grün : 1. 1, 4-Bis-(4'-phenoxyphenylamino)-anthrachinon-disulfonsäure (Natriumsalz).
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3. 1 Chroms l Farbstoff Komplex aus 5-Nitro-2-amino-1-hydroxybenzol # 2-(2'-Carboxyphe- nylamino) -naphthalin+2-Hydroxybenzol-1-carbonsäure.
Grau : 1. 1 Chrom : 2 Farbstoff Komplex aus 4-Methylsulfonyl-2-amino-1-hydroxybenzol # 1-Acetyl- amino-7-hydroxynaphthalin.
2. 1 Chrom: 2 Farbst off Komplex aus 4-Äthylsulfonyl-2-amino-1-hydroxybenzol # 1-Methylsul- fonylamino-7-hydroxynaphthalin.
Grauschwarz :
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2. 1 Chrom : 2 Farbstoff-Mischkomplex aus 1-Diazo-2-hydroxynaphthalin-4-sulfonsäure # 2-
Hydroxynaphthalin und 4-Chlor-1-diazobenzol # 5-Methyl-2-hydroxy-1-aminobenzol #
2- Hydroxynaphthalin.
Die nach der obigen Färbemethode erhaltenen Färbungen entsprechen ungefähr 2, 5 igen nach Normalmethoden erhaltenen. Verwendet man im obigen Beispiel bei der Zubereitung der Imprägnierflotte nur 10 Teile Farbstoff, so erhält man Pastelltöne, welche ungefähr 0, 5 %igen Normalfärbungen entsprechen. Zur Herstellung von Modetönen kann man in üblicher Weise auch Gemische von neutral- bis schwachsauer-ziehenden Wollfarbstoffen verwenden.
Beispiel 2 : 20 Teile eines neutral- bis schwachsauer-ziehenden Wollfarbstoffs teigt man mit 20 Teilen Dioxäthylsulfid und 30 Teilen Wasser an, gibt allmählich 700 Teile heisses Wasser zu und löst durch kurzes Aufkochen. Man gibt dann 20 Teile des Natriumsalzes des Formaldehyd-Naphthalinsulfon-
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säure-Kondensationsproduktes und 2 Teile N-Octadecyl-diäthylentriaminpolyglykoläther (enthaltend ungefähr 25 Äthersauerstoffatome) zu und rührt die Farbstofflösung allmählich in 200 Teile Gummi arabicum 1 : 3 (wässeriger Leim von 25 Gew.-% Festgehalt) ein. Die homogenisierte Flotte gibt man in den Foulard und imprägniert damit vorgewaschene trockene Wollgabardine bei einer Temperatur von 40 bis 600.
Die Ware wird dann zwischen Gummiwalzen auf einen Gehalt von 25 % des Warengewicht an Farbflotte abgepresst und auf ungefähr 70 warmen Walzentrocknern während 3 Minuten getrocknet. Dann läuft die Ware in ein kochendes Entwicklungsbad ein, welches 5 g Schwefelsäure und 10 g Glaubersalz je Liter enthält. Nach einer Verweilzeit von 2 Minuten führt man die Ware den üblichen Spülbädern zu.
Man erhält sehr gleichmässig durchgefärbte, egale Wollfärbungen, deren Farbtiefe ungefähr einer
1 aloigen Normalfärbung entspricht. Als Farbstoffe kann man die im Beispiel 1 genannten oder ähnlich zusammengesetzte Farbstoffe, sowie auch deren Gemische verwenden.
Beispiel 3 : Man bereitet, wie im Beispiel l beschrieben, eine Imprägnierflotte, verwendet aber an Stelle des Naphkagummis 100 g einer 5 longen Natriumalginatlösung je Liter. Man fbulardieit damit Wollwirkware, presst ab, trocknet gelinde auf Trockenmaschinen und fährt mit der Ware in das kochende Entwicklungsbad ein, welches 5 g Ameisensäure im Liter enthält. Nach einer Verweilzeit von 2 Minuten führt man durch ein kaltes Spülbad und verarbeitet das gefärbte Gut wie üblich weiter.
Man erhält sehr gleichmässige Färbungen von sehr gutem Griff. Als Farbstoffe können die im Beispiel 1 genannten oder ähnlich zusammengesetzte Farbstoffe, sowie deren Gemische verwendet werden.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Verfahren zum insbesondere kontinuierlichen Färben von Wolle, z. B. in Form von Kammzügen, Stückware oder in Mischgeweben mit Polyamidfasern, mit neutral bis schwachsauer ziehenden Wollfarbstoffen, wie z. B. mit komplexes Schwermetall enthaltenden, neutral bis schwachsauer ziehenden Azound Azomethinfarbstoffen oder mit neutral bis schwachsauer ziehenden Azo- oder sauren Anthrachinonfarbstoffen, dadurch gekennzeichnet, dass man das Färbegut mit den Farbstofflösungen bei Temperaturen tränkt, bei welchen der Farbstoff noch kaum aufzieht, z. B. bei 20 - 800 C, dann die überschüssige Flotte abpresst und die Färbung in einem verdünnte Säure, wie z. B.
Schwefelsäure, Phosphorsäure, Pyrophosphorsäure, deren saure Salze, Ameisensäure, Essigsäure, Milchsäure, Benzol-, Naphthalin-, Tetralinoder Xylolsulfonsäuren enthaltenden, heissen Bad entwickelt.
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