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GEORG LUGWR IN CHARLOTTENBURG.
Vorrichtung an Schusswaffen zur Anzeige ihres ladezustandes.
Diese Erfindung betrifft Vorrichtungen, wodurch an Schusswaffen äusserlich erkennbar gemacht wird, ob sich eine Patrone im Patronenlager des Laufes vorfindet oder nicht. Der Mangel, dass sich bei den in anderer Beziehung vervollkommneton Schusswaffen, zum Beispiel Jagdgewehren, der Ladezustand derselben äusserlich nicht erkennen fasst, ist besonders bei den neuerdings auch für Jagdzwecke hergerichteten Gewehren mit selbsttätig wirkender Ladevorrichtung, den bekannten Rückstosslaldern, unangenehm fühlbar, weil dieselben nach jedesmaligem Abfeuern regelmässig ohne weiteres von neuem geladen sind und deshalb bei Unachtsamkeit die Gefahr des unbeabsichtigten Abfeuerns der Patrone besteht.
Im hauptsächlichen kennzeichnet sich die Erfindung durch eigenartige Anordnung von Hebeln oder gleichwertigen Organen, welche mit entsprechend gestalteter Keilanlaufendigung passend in die Seitenwand vom Patronenlager des Laufes einwärts reichen, so dass beim Vorhandensein einer Patrone im Laufe oder beim Einschieben einer Patrone in das Patronenlager bezw. beim Schliessen des Verschlusses, durch Anstreifen bezw. Anlaufen der Patrone an den Keilflächen eine Auswärtsbewegung oder sonst beliebigo zweckdienliche Verschiebung der Hebel oder Organe veranlasst wird, infolgedessen genügend lange oder breite, besonders markante Teile äusserlich an der Waffe den Ladezustand zuvor) äss) ich erkennbar machen.
Wesentlich hiebei ist, dass der in das Patronenlager reichende Teil mit
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zuliegen kommt, wodurch nunmehr die erfordernismässig markante, die Aufmerksamkeit mittels sichtbaren und eventuell auch fühlbaren Zeichens herausfordernde Anzeige des Ladezustandes einer Waffe in weitem Masse hervorgebracht werden kann.
Vorzugsweise wird die Erfindung so ausgeführt, dass die Anzeigehebel oder deren äquivalente Organe zugleich als Patronenauszieher dienen können bezw. dass die Ausziehen eigenartig gestaltet und so angeordnet werden, dass sie zugleich die Anzeige des Ladezustandes bilden müssen.
Dem Zwecke der Erfindung, eine möglichst auff1illige anzeige des Ladezustandes zu erzielen, kann ferner durch Hebelübertragung entsprechen werden, vermittels deren eine kleine Anzeigebewegung der beim Patroneneinschub sich verstellenden Organe sich in der vergrösserten Bewegung besonderer Anzoigetei1o markiert.
Auf beifolgender Zeichnung ist zunächst in Fig. 1 und 2 das Prinzip der Neuerung veranschaulicht, indem jede dieser Figuren ein Horizontalschnitt durch Patronenhtger und angrenzende Teile einer Schusswaffe darstellt und die beispielsweise Anordnung nines seitlich schwingbaren Anzeigehebels zeigt bezw. für die Leer-und Ladeanzeige des Patronenlagers. Die Fig. 3 und 4 veranschaulichen im Vertikalschnitt die Anordnung eines mit einem Auszieher kombinierten Anzeigehebels, ebenfalls bezw. in der Stellung für Ladeund Leeranzeige des Patronenlagers. Die Fig. 5 und 6 stellen in Umrisslinien die unter- schiedliche Seitenansicht dar, wie sie aus den Stellungen gemäss Fig. 3 und 4 hervorgeht.
Das Anzeigehilfsmittel, als welches ein Hebel oder gleichwertiges Organ, wie z. B. eine Klinke, ein Schieber u. dgl. mit Anzeigeschild-Vorsprung angewendet wird, kann sowohl am Verschlussgehäuse oder in Verbindung mit einem festgelegenen zugehörigen Beschlagteile, als auch an dem beweglichen Verschlussteil resp. dem Verschlusszylinder der Waffe angebracht werden.
Für die in Fig. 1 und 12 dargestellte Ausführungsform ist der Anzeigehebel i in einem Schlitz des festen Gehäuses 10 hinter dem Patronenlager b gelagert angenommen ; sein Drehpunkt befindet sich am Zapfen c und die vorn gelegene Keilanlatifnaso k greift seitlich am Patronenlager ein, wo sie an dem Mantel oder der Krempe der Patrone, wenn
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einwärts zu bewegen. Wenn keine Patrone im Lager b ist, nimmt deswegen die Nase k die in Fig. 1 gezeichnete Stellung ein und befindet sich bei dieser Einwärtsstellung die als Anzeigemarke dienliche hervorragung j des Hebels i derart versenkt, dass sie keinen vorstehenden Teil an dem Gehäuse w bildet.
Sobald dagegen eine Patrone in das Lager b eingeschoben wird, muss sich infolge der Seitwärtspressung der nach hinten mit Keilanlauf gestalteten Nase k der Hebel i entgegen der Federwirkung nach aussen bewegen und
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Gehäuse vorsteht (Fig. 2). Dies gilt mithin als untrügliche Anzeige dafür, dass im Patronen- lager eine Patrone sich befindet ; es ist ersichtlich, dass hiebei die Patronenhülse mit ihrem Mantel oder Krempenrand den Stützpunkt für die Nase k bildet. Letztere besitzt eine
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flache Auflagefläche und die an ihrer Rückseite angeordnete Kei1abschrägung ermöglicht das unbehinderte Einschieben der Patrone.
Ein Anzoigehebel, wie in seiner Anordnung am Verschlussgehäuse soeben beschrieben, kann auch mit dem beweglichen Verschluss reap. dem Verschlusszylinder in Verbindung gebracht sein ; in diesem Falle musste der Keilanlauf (statt hinten) vorn an dem Kopfteil des Hebels die Schrägfläche bilden, wodurch vermöge Angriffs an die in das Patronenlager vorangeschobene Patrone die auswärts gerichtete Anzeigebewegung des Anzeigehebels beim Schliessungsvorschub des Verschlusszylinders stattfindet.
Die Verlegung des Anzeigehebels oder gleichwertigen Organs an den bewegbaren Verschluss resp. Verschlusszylinder ergibt sich von selbst für diejenige Ausführungsform der Vorrichtung, bei welcher der Anzeigehebel zugleich als Auszieher nutzbar gemacht wird.. Diese Ausführungsform ist in Fig. 3-6 dargestellt. Der Hebel ist hier, unter Ein- wirkung der Feder v um den Zapfen u einwärtsschwingend im Verschlusszylinder r an- gebracht und hat eine dem Anzeigezwecke entsprechende Form, wie mit Bezug auf Fig. 1 und 2 beschrieben ; nur besitzt er anstatt der flachen Auflagerfläche eine hakenförmige
Endigung bei n.
Lagert die Patrone (Fig. 3) in dem Patronenlager b und befindet sich folglich die Hakennase 1J in Eingriff an der Patronenkrempe, so wird die als Anzeige- marke vorgesehene Hervorragung z des Hebels a genügend weit nach oben hin bezw. auswärts vorstehen, um hiedurch kenntlich zu machen, dass sich eine Patrone im Lager b befindet. Die Veränderung, welche so gewissermassen der Auszieher, um als Anzeige- vorrichtung gemäss der Erfindung wirksam zu sein, erleidet, besteht wesentlich darin, dass der Eingriffhub angemessen gross-weit grösser, als sich für die Auszieherfunktion be- stimmt-eingerichtet wird.
Sobald die Patrone aus dem Laufe entfernt ist und beim Schliessen des Verschlusses die Nase n nicht mehr auswärts gehoben wird, nimmt der Auszieherhebel a die Einwärtsstellung nach Fig. 4 ein, so dass sich der Teil derart in den Verschluss einsenkt oder zurückstellt, dass dadurch die Anzeige für die Leerstellung des Putroncniagers gegeben ist. Die beiden unterscheidenden Stellungen sind in Fig. 5
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Aufschrift versehen sein.
Am Anzeigehebel können. um dem Auge möglichst auffällig die Anzeigestellung kenntlich zu machen, Verbreiterungsstücke angeordnet werden, wie z. B. seitliche Leisten, die in Nuten des Gehäuses bezw. Verschlusses geführt sind.
Eine Ausführung der Erfindung ergibt sich ferner darin, dass eine Hebelübertragung zur Vergrösserung des Bewegungsunterschiedes hergerichtet wird. Diese Einrichtung ist in einer boispiolsweisen Anordnung durch Fig. 7 der Zeichnung veranschaulicht. Der wie in Fig. 1 und 2 angebrachte, aber in engeren Grenzen schwingbare Hebel i beeinflusst hier mit einem auswärts gerichteten schneidenartigen Vorsprung 9 am kurzen Hebelarm den eigentlichen Anzeigehebel t, der um den festen Drehpunkt s schwingt und am freien Hebelende einen beliebig gestalteten Anzeigekörper (mit Aufschrift oder anderweitig markiert) trägt. Unter der Wirkung einer Feder o strebt der Hebel h in die punktiert gezeichnete
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Hebel i an der Gehäusewange eingesenkt steht.
Beim Eintritt einer Patrone in den Lauf \ : rd der llebel i um ein gewisses Stück seitlich aus dem Wege geschwungen und bewirkt dersclhn durch den Hebelangriff eine verhältnismässig vergrösserte Auswärtsbewegung des
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wie mit vollgezeichneton Linien in Fig. 7 dargestellt, ergibt.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Vorrichtung an Schusswaffen zur Anzeige ihres Ladezustandes, gekennzeichnet durch die Anordnung von mit Keilanlauf über die Mantelfläche bezw. über den seitlichen Umfang ler Patronen in das Patronenlager hineintretenden, mit Anzeigeteilen verbundenen Hebeln oder äquivalenten Organen als patronenfühlern, die bei Vorhandensein einer Patrone im Laufe eine nach aussen übertragene Anzeigobewegung verursachen, derart, dass sich alsdann durch eine auffällige Ilervorragung bezw. Wechselstellung des zukommenden Anzeigeteiles der Ladezustand der Waffe erkennbar macht.