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Das Doppeln -verhindernde Sperrvorrichtung für zwei Einabzüge aufweisende
doppelläufige Gewehre Die Erfindung bezieht` sich auf eine das Doppeln verhindernde
Sperrvorrichtung für zwei Einabzüge aufweisende doppelläufige Gewehre und hat den
Zweck, die Sperrvorrichtung so auszubilden, daß eine unbewußte Abgabe des zweiten
Schusses nach erfolgtem erstem Schuß verhindert wird; und zwar sowohl dann, wenn
der bei Abgabe des ersten Schusses betätigte Abzug unbewußt ein zweites Mal bedient
wird, als auch dann, wenn der bei Abgabe des ersten Schusses in Ruhe-Lage verbliebene
zweite Abzug unbewußt betätigt wird.
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Um bei mit Einabzügen versehenen doppelläufigen Gewehren ein unbewußtes
zweites Abdrücken des zur Abgabe des ersten Schusses bereits abgedrückten Abzuges
zu verhindern, hat man bereits vorgeschlagen, das Zurückfedern des abgedrückten
Abzuges zu verlangsamen durch einen Sperrkörper, der sich durch sein infolge der
Rückstoßbewegung des Gewehres in Schußrich.tung wirkendes Beharrungsvermögen vorübergehend
in den Weg des zurückfedernden Abzuges bewegt, oder man hat einen Sperrkörper benutzt,
der das Abdrücken des zurückgefederten Abzuges zeitweilig verhindert, indem er sich
infolge seines beim Auffangen der Rückstoßbewegung des Gewehres entgegen der Schußrichtung
wirkenden Beharrungsvermögens vorübergehend in den Weg des zurückgefederten Abzuges
stellt.
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Die Erfahrung hat gezeigt, daß weder die eine noch die andere Art
Sperrkö@pcr die Abgabe von unerwünschten Doppelschüssen verhindern kann.
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Man hat ferner bereits vorgeschlagen, doppelläufige Jagdgewehre mit
einer gemeinsamen Abzug- bzw. Umschaltvorrichtung zu versehen, bei der eine zwischen
einem Widerlager und einer Feder angeordnete und auf den Schuß aus dem ersten Lauf
sich automatisch verstellende Masse durch ihre nach-vollkommen beendeter Rückstoßreaktion
des
Gewehres erfolgende Rückkehr in die Ausgangsstellung die Verbindung
der Abzugsstange des zweiten Laufes mit dem Abzug herbeiführt.
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Obwohl diese Abzug- bzw. Umschältvorrichtung die Abgabe des zweiten
Schusses _ durch unbewußte, zum zweiten Male erfolgende Betätigung desselben Abzuges
verhinderte, so ließ diese Abzug- bzw. Umschaltvorrichtung die Abgabe des zweiten
Schusses durch unbewußtes Betätigen des bei Abgabe des ersten Schusses in Ruhelage
verbliebenen zweiten Abzuges zu.
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Um nun die Abgabe des zweiten Schusses hei unbewußtem Betätigen jedes
der beiden Abzüge zu verhindern, wird gemäß der Erfindung vorgeschlagen, ein oder
mehrere Sperrkörper vorzusehen, die durch ihr infolge der Rückstoßbewegung des Gewehres
in Schußrichtung wirkendes und durch ihr beim Auffangen der Rückstoßbewegung des
Gewehres entgegen der Schußrichtung wirkendes Beharrungsvermögen sich zuerst in
den Weg des zurückfedernden Abzuges und dann vorübergehend in den Weg des zurückgefederten
ersten Abzuges bewegen 'und während ihrer ganzen Bewegungsdauer den Weg für den
zweiten Abzug sperren.
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In der Zeichnung sind zwei Ausführungsformen von Sperrvorrichtungen
für Einabzüge von doppelläufigen Gewehren beispielsweise dargestellt, und zwar in
Verbindung mit einer Universalabzugsvorrichtung für doppelläufige Gewehre, die den
Gegenstand des Patents. 679 834 bildet.
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Die Benutzung der Sperrvorrichtung gemäß der Erfindung in Verbindung
mit der genannten Universalabzugsvorrichtung ist nur beispielsweise angegeben. Selbstverständlich
läßt sich die Sperrvorrichtung gemäß der Erfindung auch in Verbindung mit Einabzügen
anderer Art verwenden. Es zeigen: Fig. i eine Sperrvorrichtung für Einabzüge von
doppelläufigen Gewehren gemäß der Erfindung in Ruhestellung, Fig. 2 eine Teildraufsicht
zu Fig. i, Fig. 3 die in Fig. i dargestellte Sperrvorrichtung in einer Stellung,
die sie nach Bewegung eines Abzuges der Universalabzugsvorrichtung in Schußstellurig
einnimmt, Fig.4 die eine andere Stellung einnehmende Sperrvorrichtung mit der ebenfalls
eine andere Stellung einnehmenden Universalabzugsvorrichtung, Fig. 5 die Ansicht
eines Teiles der Sperrvorrichtung im rechten Winkel zu Fig. i und 2, Fig. 6 eine
andere Ausführungsform einer Sperrvorrichtung.
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Zum besseren Verständns der Sperrvorrichtung gemäß der Erfindung erscheint
es für angebracht, vor Beschreibung der Sperrvorrichtung die Abzugsvorrichtung zunächst
näher zu erläutern, bei der die Sperrvorrichlung gemäß der Erfindung hauptsächlich,
°edäch nicht ausschließlich Verwendüng '*fien wird.
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;'"`Am Abzugsblech i des mehrläufigen Gewehres sind zwei Abzüge 2,
3 um eine Achse 4 schwenkbar gelagert. Mit den Abzügen 2, 3 sind Abzugsblätter 5,
6 verbunden,. zwischen denen eine Kupplungsstange 7 liegt, die an ihrem vorderen
Ende durch ein Gelenk 8 mit einem Schwinghebel 9 verbunden ist, der mit einem Achsstift
io drehbar ist. Die Kupplungsstange 7 hat an ihrem hinteren Ende im gezeigten Ausführungsbeispiel
zwei nach rechts und links ragende seitliche Ansätze ii, i2, die zum Eingriff in
Ausnehmungen 13 der Abzugsblätter 5, 6 bestimmt sind.
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Oberhalb der Kupplungsstange 7 liegt ein auf der Achse 4, drehbar
gelagerter Stützhebel 14, der mit seinem Schnabel 15 vor dem Fanghaken 16
der Kupplungsstange 7 liegt und diesen in der in Fig. i gezeigten Lage festhält.
Durch die Schraubenfeder i7 wird unter Vermittlung des Schwinghebels 9 die Kupplungsstange
7 nach vorn gezogen, während der Stützhebel 14 unter Vermittlung eines Schwinghebels
18 nach unten gedrückt wird.
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In den Abzugsblättern 5, 6 ist j e eine Schraube i9 angebracht, die
unter dem Stützhebel 14 liegt. Beim Anheben eines der beiden Abzüge 2 und 3 bzw.
der Abzugsblätter 5 und 6 wird durch Vermittlung der Schraube i9 die Nase 15 des
Stützhebels 1.1 angehoben, wodurch die Kupplungsstange 7 frei wird und unter dem
Druck der Schraubenfeder 17 so weit nach vorn gezogen wird, bis sie mit einem ihrer
seitlichen Ansätze ii, 12 an dem angehobenen Abzugsblatt (Fig. 3) ihren Anschlag
findet.
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Bei der in Fig.3 dargestellten Lage der Abzugsblätter ist der erste
Schuß ausgelöst. Nach Loslassen des zuerst abgedrückten Abzuges 2 hat sich dieser
wieder nach unten bewegt, so daß die Ausnehmung 13 wieder in Höhe des seitlichen
Ansatzes i i der Kupplungsstange 7 steht. Diese wird durch den Druck der Schraubenfeder
17 bei der nach unten erfolgenden Bewegung des Abzugsblattes 5 noch weiter nach
vorn gezogen, so daß nunmehr die seitlichen Ansätze 11, 12 der Kupplungsstange 7
in die Ausnehmungen 13 der beiden Abzugsblätter greifen, so daß beide Abzugsblätter
und damit beide Abzüge nunmehr miteinander gekuppelt sind (s. Fig.4). Bei einem
nochmaligen Abdrücken desselben Abzuges 2 wird nunmehr das Abzugsblatt 6 des anderen
Abzuges 3
angehoben, so daß auch der zweite Schuß ausgelöst wird.
Natürlich ist die Abgabe des zweiten Schusses auch bei Verwendung des anderen Abzuges
3 möglich.
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Wenn bei Abgabe des ersten Schusses der Abzug 3 betätigt wird, so
ist der Vorgang urgekehrt wie beschrieben, d. h. nach Abgabe des ersten Schusses
wird Abzug 3 mit Abzug 2 gekuppelt.
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Beim Öffnen des Gewehrverschlusses wird durch eine Verlängerung am
Verschlußschlitten die Kupplungsstange 7 wieder in die Ausgangsstellung gebracht,
in der die Kupplungsstange die in Fig. i dargestellte Lage einnimmt.
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Um nun ein unbewußtes zweites Abdrücken des zur Abgabe des ersten
Schusses bereits abgedrückten Abzuges zu verhindern, wird eine gemäß der Erfindung
ausgebildete doppelt wirkende Abzugssp:errvo.rrichtung benutzt.
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Zunächst wird die in den Fig. i bis 5 dargestellte Sperrvorrichtung
beschrieben.
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Auf dem Abzugsblech i ist der Sperrkörper 2i um eine Achse 22,drehbar
gelagert. Während der durch die Abgabe eines Schusses hervorgerufenen Rückstoßbewegüng
des Gewehres vollführt der Sperrkörper 21 infolge seines Beharrungsvermögens eine
Drehbewegung in Richtung -des Pfeiles 23, während @er infolge seines beim Auffangen
der Rückstoßbewegung des Gewehres entgegen der Schußrichtung wirkenden Beharrungsvermögens
in Richtung des Pfeiles 23 bewegt wird.
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Um die Bewegung des Sperrkörpers 21 in Richtung des Pfeiles 23, die
durch das entgegen der Schußrichtung wirkende Beharrungsvermögen hervorgerufen wird,
zu unterstützen, ist der Sperrkörper 21 mit einem besonderen Schwungkörper 24 gekuppelt,
dessen Bewegung in Fig. i nach links durch Anlage der Nase 25 am Abzugsblech i begrenzt
ist. Der Schwungkörper 24 ist durch eine Zugfeder 26 mit dem Sperrkörper 21 verbunden.
Der Sperrkörper 21 und der Schwungkörper 24 haben eine Ausfräsung 27 (Fig. 5), in
die Verlängerungen 28 der'beiden Abzugsblätter 5 und 6 hineinragen. Am Sperrkörper
2i ist ein sich über die beiden Abzugsblätter 5, 6 erstreckender Stift 29 angeordnet,
der je nach der jeweiligen Stellung des Sperrkörpers 2i mit einem Schlitz 30 bzw.
einer Außenkante 31 der Verlängerung 28 der Abzugsblätter zusammenwirkt. Der Schlitz
30 hat einen von .der Außenkante 31 der Abzugsblätter etwa in Umfangsrichtung
eines um die Drehachse 4 der Abzugsblätter geschlagenen Kreises sich erstreckenden
Teil 32 und einen sich an diesen anschließenden, in Umfangsrichtung eines um die
Drebachse 22 'des Sperrkörpers 21 geschlagenen Kreises sich erstreckenden zweiten
Teil 33.
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Die Sperrvorrichtung arbeitet wie folgt: Beim Abdrücken eines der
beiden Abzüge 2, 3 wird der Sperrkörper 21 durch den Schlitztei132 unter Überwindung
der Zugfeder 26 etwas nach vorn bewegt. Dabei tritt der Stift 29 über die Zunge
34 (Fig. 3) des sich in der Ruhelage befindenden Abzuges und sperrt denselben. Durch
den nach Abgabe des Schusses auftretenden Rückstoß bewegt sich der Sperrkörper 27
infolge seines Beharrungsvermögens in Richtung des Pfeiles 23, und der Stift 29
bewegt sich hierdurch in dem Schlitzteil 33 nach vorn, bis diese Bewegung
am Ende dieses Schlitzes ihre Begrenzung findet (Fig.3). Während der Zeit dieser
Bewegung des Sperrkörpers 21 und während der Zeit des durch die Zugfeder 26 bewirkten
Rücklaufes des Sperrkörpers 21 bis in seine Ausgangsstellung ist der abgedrückte
Abzug 5 bzw. 6 gegen Zurückfederung gesperrt. Auch der in der Ruhelage sich befindende
andere Abzug ist gegen ein unbewußtes Abdrücken dadurch gesperrt, daß der Stift
29 gegen die Außenkante 31 der Verlängerung 28 des in Ruhelage sich-befindenden
Abzugsblattes liegt.
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Während dieser Zeit hat die durch den Rückstoß eingeleitete-Rücklaufbewegung
des Gewehres an der Schulter des Schützen ihre Begrenzung gefunden, wobei der Schwungkörper
24 infolge seines Beharrungsvermögens unter Überwindung der Zugfeder 26 und einer
Druckfeder 35 im Uhrzeigersinne ausschlägt (Fig. 4). Sofort nach dem Zurückfedern
des abgedrückten Abzuges wird durch die Zugfeder 26 der Sperrkörper 21 und mit ihm
der Sperrstift 29 über den hinteren Teil der in Umfangsrichtung eines um die Drehachse
22 des Sperrkörpers 21 geschlagenen Kreises sich erstreckenden Außenkante 31 der
Verlängerung 28 der Abzugsblätter gezogen, und damit ist die Sperrung der beiden
Abzugsblätter bewirkt (Fig.4). Erst wenn der Sperrkörper 21 und der Schwungkörper
24 ihre in Fig. i dargestellte ursprüngliche Stellung eingenommen haben, kann das
zweite Abdrücken und somit infolge der in dieser Zeit erfolgten Verkupplung der
beiden Abzüge die Abgabe des zweiten Schusses erfolgen.
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Bei der eben beschriebenen Ausführungsform der Sperrvorrichtung sind
für zwei Abzüge nur ein einziger Sperrkörper 21 und ein Schwu»gkörp,er 24 vorgesehen.
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Es lassen sich auch Ausführungsformen denken, wo für jeden Abzug j
e ein Sperrkörper 21 und ein Schwungkörper 24. verwendet wird.
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Es sind ferner Ausführungsformen denkbar,
wo man auf
die Benutzung eines besonderen Schwungkörpers 2,4 verzichten kann.
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Andererseits kann die Sperrvorrichtung auch so ausgebildet sein; daß
sowohl der Sperrkörper 2i als auch der Schwungkörper 24 je mit einem Sperrstift
29 versehen sind. Die Anordnung des Sperrkörpers 2i kann dabei so sein, daß dieser
eine Bewegung aus der in Fig. i dargestellten Stellung nach rechts nicht vollführen
kann, diese Bewegung also nur von dem Schwungkörper 24 ausgeführt werden kann, der,
da er mit einem Sperrstift ä9 versehen ist, sich zeitweilig in den Weg des zurückgefederten
Abzuges stellt.
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In Fig. 6 ist eine andere Ausführungsform einer Sperrvorrichtung dargestellt,
bei welcher der um eine gemeinsame Achse drehbare eben beschriebene Sperrkörper
21 mit dem Schwungkörper 24 durch Parallelschieber 36, 37 ersetzt sind. Der in der
Längsrichtung verschiebbare Sperrschieber 36 ist in einem rahmenförmigen Aufbau
38 des Abzugsbleches i gelagert und hat eine Ausnehmung 39; unterhalb der die Nase
4o des Abzugsblattes 41 liegt. Der Sperrschieber 36 wird durch eine Schraubenfeder
42 nach vorn gedrückt und liegt bei 43 an der Innenseite des Aufbaues 38 an. Beim
Abdrücken des Abzuges tritt die Nase 4o des Abzugsblattes 41 in die Ausnehmung 39.
des Sperrschiebers 36 (ausgezogene Stellung des Abzugsblattes 4i).
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Bei dem durch die Abgabe des Schusses hervorgerufenen- Rücklauf des
Gewehres schiebt sich ein am Sperrschieber 36 gelagerter Bolzen o. dgl. 37 nach
vorn und greift dabei in eine Ausbohrung 44 des Abzugsblattes 41, wodurch das vorzeitige
Zurückfedern des Abzuges verhindert wird. Erst nachdem der Sperrbolzen 37 sich unter
Einwirkung der Schraubenfeder 42 zurückbewegt hat, kann der Abzug zurückfedern.
Während der Zurückfederung des Abzuges führt der Sperrschieber 36 infolge der inzwischen
eingetretenen Begrenzung des Rücklaufes des Gewehres und infolge seines Beharrungsvermögens
eine rückläufige Bewegung aus, wodurch der Abzug gegen ein unbewußtes zweites Abdrücken
gesperrt ist (strichpunktierte Lage des Sperrschiebers).
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Bei der Ausführungsform der Sperrvorrichtung nach Fig.6 kann man für
jeden Abzug je einen Sperrschieber 36 und einen Sperrbolzen 37 verwenden. Man kann
aber auch für zwei Abzüge gemeinsam einen einzigen Sperrschieber 36 verwenden; jedoch
muß am Sperrschieber 36 für jeden Abzug je ein Sperrbolzen 37 vorgesehen sein.