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Am Stoßboden der Kammer anliegendes, zusätzliches Verschlußstück für
Mehrlader mit Zylinderverschluß Die Erfindung betrifft eine Zusatzeinrichtung für
Mehrlader mit Zylinderverschluß, z. B. Mauser- oder Mannlichergewehre, bei Verwendung
der bekannten Einsteckläufchen zum Verfeuern billigerer Munition zu übungszwecken
u. dgl.
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Das Einsteckläufchen ist in bekannter Weise an seinem hinteren Ende
verstärkt, so daß es genau den vorderen Teil des Patronenlagers ausfüllt. Dem verstärkten
Ende des Einsteckläufchens gegenüber befindet sich ein am Stoßboden der Kammer anliegendes,
zusätzliches Verschlußstück von gleicher Stärke; das von der Kralle des Patronenausziehers
gehalten wird und zusammen mit dem Einsteckläufchen das Patronenlager des Gewehres
vollständig ausfüllt. An seinem vorderen Ende nimmt das zusätzliche Verschlußstück
die Patrone kleineren Kalibers auf. Diese Einrichtung ist bekannt.
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Die Erfindung besteht darin, daß das zusätzliche Verschlußstück außer
der bekannten Ringnut für den Eingriff der Kralle des Patronenausziehers an seinem
hinteren Ende noch einen Zapfen hat, der in die Patronenauswerfernut, die in der
einen Verriegelungswarze an der Kammer des Mausergewehres vorgesehen ist, eingelegt
wird. Der Zapfen des Verschlußstückes ist so breit gehalten, daß er genau in diese
Nut hineinpaßt, wodurch das Verschlußstück die Drehung der Kammer mitmacht. Die
am Rande des Stoßbodens der Kammer befindlichen Erhöhungen verhindern ein seitliches
Abrutschen des Verschlußstückes.
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Beim Mannlichergewehr entfernt man den Patronenausstoßer und schiebt
das mit einem prismenförmigen Zapfen versehene Verschlußstück in die frei gewordene
Pätronenausstoßernut, bis es auf dem Stoßboden aufsitzt und die Kralle des Patronenausziehers
in die Ringmit einschnappt.
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Die Erfindung ermöglicht die feste und zuverlässige Verbindung des
Verschlußstükkes mit der Kammer, ohne daß an den betreffenden Teilen irgendeine
Änderung vorgenommen zu werden braucht.
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Am vorderen Ende des Verschlußstückes befindet sich der Patronenauszieher
für die Kleinkaliberpatrone. Er besteht aus einer in den Stoßboden des Verschlußstückes
eingedrehten Hohlnut, die den Rand der eingesetzten kleinkalibrigen Patrone von
drei Seiten umschließt, -wodurch die Patrone nicht nach vorn herunterhängt, sondern
mit ihrer Spitze in die Mitte des Patronenlagers des Einsteckläufchens zeigt. Beim
Schließen der Kammer führt sie sich in das Patronenlager, ohne zu ecken und zu kanten,
ein.
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Die einfache Befestigungsart des Verschlußstückes an,der Kammer bietet
den weiteren Vorteil, daß das Gewehr mit wenigen Handgriffen wieder für den Gebrauch
der normalen Munition herzurichten ist. Der Patronenauszieher
braucht
nur angehoben und das Verschlußstück abgezogen, das Einsteckläufchen losgeschraubt
und herausgezogen zu werden, und das Gewehr ist für starke Munition verwendbar.
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Die Zeichnung veranschaulicht ein Ausführungsbeispiel des Gegenstandes
der Erfindung an einem 1VIausergewehr 98, und zwar zeigen: Abb. i einen Längsschnitt
durch die Hülsey_ die Kammer, das Verschlußstück, den Lauf= anfang und das darin
befindliche Einsteckläufclien, Abb. 2 das Verschlußstück mit eingearbeitetem Patronenauszieher
in Vorderansicht, Abb. 3 das Verschlußstück in Seitenansicht im Schnitt, Abb: q.
die vordere Kammer mit Patronenauszieher und aufgestecktem Verschlußstück in Seitenansicht.
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In den Lauf i des Mehrladegewehres wird in bekannter Weise das Einsteckläufchen
2 von -der Rückseite her durch die Hülse 23 eingeführt und an der Laufmündung
mittels einer Mutter festgespannt. Hierbei legt sich das verstärkte hintere Ende
3 des EinsteckläUfChCns 2 gegen den konischen Auslauf des Patronenlagers 5 und füllt
zusammen mit dem zusätzlichen Verschlußstück 6 bei verriegeltem Gewehr das ganze
Patronenlager 5 aus. Am hinteren Ende des Verschlußstückes 6 ist ein Zapfen 7, der
zweckmäßig eingelötet ist, angebracht. Dieser Zapfen paßt genau in die in der einen
Verriegelungswarze der Kammer 6 bereits befindliche Nut 9 und verbindet das Verschlußstück
6 undrehbar mit der Kammer 8, während die Kralle des großen Patro# nenausziehers
i o (Abb. ¢) in eine Ringnut i i des Verschlußstückes 6 eingreift und es in der
Längsrichtung festhält. Die Erhöhungen 22 am Rande des Stoßbodens der Kammer 8 verhindern
ein seitliches Ausweichen des Verschlußstückes 6. Kammer 8 und Verschlußstück 6
sind hierdurch fest- und zuverlässig miteinander verbunden und bilden :gleichsam
ein .einziges Stück.
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Am vorderen Ende. (dem Stoßboden 13) des Verschlußstückes 6 ist der
Patronenauszieher für die Long-rifle-Patrone -12 eingearbeitet; und zwar ist in
den Stoßboden eine kreisförmige öffnungeingedreht, deren Rand 21 von innen aus hinterdreht
ist (Abb.2 und 3), so' da,ß der Rand der eingeführten Patrone dahinterhakt und Halt
findet. Um die Patrone mit der Hand in die hinterdrehte Patronenausziehemut einsetzen
zu können, ist an der einen Seite innen der hinterdrehte Rand 21 etwas weggenommen,
und zwar wird die Stelle so gewählt und die hinterdrehte Nut so eng gehalten, daß
bei geöffneter Kammer 8 die Spitze 15 der eingesetzten Patrone 12 nicht nach vorn
herunterhängt, sondern in die Mitte des Patronenlagers 14 des Einsteckläufchens
2 zeigt. Beim Schließen der Kammer 8 führt sie sich dann, ohne zu ecken und zu,
kanten, in das Patronenlager 1q. ein. An Stelle der hinterdrehten Nut in dem Stoßboden
13 kann auch eine Blechhülse auf das Verschlußstück 6 aufgesetzt werden, deren Boden
die gleiche exzentrische öffnung aufweist wie der hinterdrehte Patronenauszieher.
Sie ist so weit auf das Verschlußstück 6 aufgezogen, daß ihr Abstand vom Stoßboden
dem Patronenrand den gleichen Platz und Halt bietet wie bei dem eben beschriebenen
Patronenauszieher.
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In der Mitte des Verschlußstückes 6 - in einer Bohrung - ist der Schlagstift
16 angebracht. Er mündei vorn in einen konzentrisch oder exzentrisch gelegenen Stift
17, der durch eine Bohrung des Stoßbodens 13 hindurchragt und die Patrone' entzündet.
Die seitlich am Verschlußstück 6 angebrachte Madenschraube 18 greift in eine Längsnut
ig des Schlagstiftes 16 ein und gewährt ihm eine begrenzte Längsverschiebung, so
daß er nicht aus dem Verschlußstück 6 .herausfallen kann.
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Das Gewehr richtet man für die Verwendung der Kleinkalibermunition
(z. B. Long rifle 6 mm) .ein, indem man die Kammer 8 aus der Hülse 23 in bekannter
Weise herausnimmt, um das Einsteckläufchen 2 einzuführen und -festzuspannen. Den
am Verschlußstück 6 befindlichen Zapfen 7 führt man in die Nut 9 der an der Kammer
8 befindlichen Verriegelungswarze ein. Gleichzeitig biegt man die Kralle des Patronenausziehers
i o ein wenig zurück, damit der Rand des Verschlußstückes 6 daran vorbeikommt und
dieses sich auf den Stoßboden der Kammer 8 aufsetzt. Hernach gibt man die Kralle
wieder frei, so daß sie in die Ringnut i i einschnappt. Damit ist das Verschlußstück
6 fest mit der Kammer 8 verbunden, und beide Teile bilden ein Ganzes. Die verlängerte
Kammer führt man wieder in die Hülse, setzt mit der Hand die Patrone 12 ein und
verriegelt die Kammer wie gewöhnlich, wobei- sich zugleich die Schlagfeder spannt.
Sobald der Schlagbolzen 2o durch Drücken am Abzug vorschnellt, trifft er auf den
Schlagstift 16, und der Stift 17 bringt die Patrone 12 zur Entzündung.
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Beim Entriegeln der verlängerten Kammer nimmt der Patronenauszieher
des Verschlußstückes 6 die leere Patronenhülse aus dem Lager 1q. wieder mit heraus,
so da.ß sie mit der Hand bequem erfaßt und. entfernt werden kann.
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Beim.Umbau des Gewehres zwecks Verwendung normaler Munition ist zunächst
wieder die verlängerte Kammer aus der Hülse 23 herauszunehmen. Dann biegt man die
Kralle
des Patronenausziehens io hoch, so daß man das Verschlußstück
6 abziehen kann. An der Laufmündung löst man die Mutter des Einsteckläufchens 2
und zieht es wieder heraus. Damit ist das Gewehr wieder für Kaliber 8 mm verwendbar.
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Die vorstehend beschriebene Zusatzeinrichtung kann auch an anderen
Gewehren angebracht werden, soweit deren Kammer die Befestigung des Verschlußstückes
in gleicher oder ähnlicher Weise zuläßt.