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Wärmespeicherungs-Regeleinrichtung
Bei Heizungsbetrieb mit Heizpausen macht sich die Wärmespeicherung in massiven Mauern nachteilig bemerkbar, da die Anheizzeit eines Raumes dadurch stark verlängert wird. Die DIN 4701 (Ausgabe 1929)"Regeln für die Berechnung des Wärmebedarfs und der Heizkörper-und Kesselgrössen von Warmwasserund Niederdruckdampf-Heizungsanlagen"trägt dem Rechnung, indem sie für derartige massive Raumbegrenzungen Anheizzuschläge vorsieht, die in der Grössenordnung von etwa 30 bis 100% gelegen sind. Es ist bekannt, dass durch Verkleidung von Massivwänden mit innenseitig angebrachten Dämmplatten die Anheizgeschwindigkeit gesteigert werden kann, da die Raumluft sich bei solcher baulicher Anordnung rascher erwärmen wird.
Die Anheizzuschläge für einen solchen Fall sind daher nach DIN 4701 gering (4-10%). Diese Art der Ausbildung hat aber den schwerwiegenden Nachteil, dass in einer derartigen Wand nur eine geringe Wärmemenge gespeichert ist, weil sich die wegen ihres Gewichtes gut speichernde Massivmauer im Bereich der niedrigsten Mitteltemperaturen beendet (der grösste Teil des Temperaturabfalles entfällt auf die Dämmschichte). Die Folge davon ist, dass bei Abstellen der Heizung die Wände sehr rasch auskühlen und das nächste Anheizen bei einem viel niedrigeren Temperaturstand beginnt, so dass der Vorteil der inneren Dämmplatte bezüglich einer raschen Anheizungsmöglichkeit wieder grösstenteils aufgehoben ist.
Dieser Nachteil einer schädlichen zu starken Auskühlung während der Heizpausen wird durch folgende erfindungsgemässe Anordnung vermieden.
An den dem zu beheizenden Raum zugekehrten Flächen der Massivwand werden beispielsweise durch freigespannte Verputzschichten auf Drahtziegelgewebe oder durch Hohlräume in der Mauer od. dgl. in schon bekannter Weise ein oder mehrere hintereinander liegende Lufthohlräume gebildet, die in Fussboden-und Deckennähe in Verbindung mit der Raumluft stehen. Diese Verbindurg kann jedoch an der einen oder an beiden Stellen durch Vorrichtungen (Klappen) unterbrochen werden. Beim Anheizen werden beispielsweise eine oder beide Ver- bindungen geschlossen gehalten, so dass die Luftschichten als Dämmung ganz geringer
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Luftschichte : 15 cm Ziegeldicke, zweier Luftschichten : 30 cm Ziegeldicke, dreier Luft- schichten : 45 cm Ziegeldicke usw. ).
Nachdem so das schnelle Aufheizen des Raumes erfolgt ist, werden die Verbindungen zwischen Luftschichten und Raumluft geöffnet, wodurch die Luftschichten ihre Isolierwirkung verlieren und daher das dahinter gelegene Massivmauerwerk während des Tages langsam aufgeheizt wird, ohne dass die Raumtemperatur dadurch wesentlich beeinflusst wird. Nach Abstellen der Heizung steht aber bei Anwendung dieser erfindunggemässen Wärmespeicherungseinrichtung das Massivmauerwerk mit hoher Mitteltemperatur als Wärmespeicher zur Verfügung und der Raum wird deshalb auch in der Heizpause nur langsam auskühlen und bis deren Ende warmgehalten.
Die nach DIN 4701 vorgesehenen kleinen Werte der Anheizzuschläge sind für diesen Fall anzuwenden, so dass sich trotz des Vorteiles, den ein gut speicherndes Massivmauerwerk bietet, eine wesentlich kleinere und daher billigere Ausführung der Heizungsanlage ergibt.
Der angestrebte Zweck kann erfindungsgemäss auch erreicht werden, wenn in einer beispielsweisen Ausführung gemäss der Zeichnung Wandverkleidungsplatten 1 auf einknickbaren
Scharnieren 2 befestigt werden, so dass sie während der Anheizzeit des Raumes einen gegen die
Raumluft abgeschlossenen Luftspalt 3 zwischen sich und dem Mauerwerk 4 bilden, nachher aber durch Einknicken der Scharniere an die Wand angedrückt werden (Bewegungsrichtung durch
Pfeile angedeutet), so dass der Luftspalt ver- schwindet und die Wärme unmittelbar in die
Mauern eintreten kann.
Die Anbringung von verstellbaren Öffnungen zur wechselnden Abdeckung eines Schallschluck- stoffes (z. B. Schlackenwolle) ist für akustische
Zwecke bekannt. Dieser Vorgang ist aber grund- sätzlich verschieden von der vorliegenden Er- findung, da bei dieser der Wärmeisolierwert der
Schichte im gewünschten Zeitpunkt wegfallen muss.
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Es ist möglich, die erwähnten Abschlüsse der Hohlräume gegen die Raumluft fallweise zu ersparen, da es gelingt, die Luftströmung in den Isolierhohlräumen durch kleine Leitvorsprünge so zu beeinflussen, dass die Luft sich in übereinander liegenden, walzenförmigen Strömungsvorgängen bewegt und dabei ihre Isolierwirkung hat, während später die Hohlräume bei erfolgtem Temperaturausgleich als Kamine wirken und die Erwärmung des dahintergelegenen Massivmauerwerks ermöglichen. Auf diese Weise ist gegebenenfalls eine Bedienung dieser Wärmespeicherungseinrichtung überflüssig.
Es ist möglich, statt durchgehender Lufthohlräume auch kleinere Hohlräume in entsprechend ausgebildeten Isolierplatten zur er- findungsgemässen Wirkung zu bringen.
Die erfindungsgemässe Einrichtung kann auch bei Gegenständen des Maschinenbaues oder der Heizungstechnik angewendet werden, wenn es sich darum handelt, Räume (Gas-oder Flüssigkeitsfüllung) anfänglich rasch zu erwärmen (abzukühlen), ohne jedoch die spätere Wärmespeicherung (oder Wärmeabfuhr) zu verhindern. Man wird bei der Wandausbildung anfänglich abgeschlossene Luftspalte anordnen, die isolierend wirken, und diese nach Wunsch später mit der Gas-oder Flüssigkeitsfüllung des Raumes in Verbindung bringen, so dass ihre Isolierwirkung entfällt.
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kühlenden) Raumes befindliche Lufthohlräume beliebiger Form und Grösse regelbar abwechselnd isolierend und nicht isolierend gemacht sind.