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Osterreichische PATENTSCHRIFT N 16649.
UNITED SHIRT AND COLLAR COMPANY IN NEW-YORK.
Maschine zum Umfalten der Kanten von zur Herstellung von Kragen, Manschetten zu dgl. dienenden Sto1fstücken.
Vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Faltmaschine für Gewebe und ist insbesondere bestimmt zum Umfalten der Kanten von Gewebestücken, zur Herstellung von
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vorgeschoben worden und dabei die Stoffränder über die Schablonenränder legen. Behufs Erzeugung von Stoffstücken, deren Ränder so umgefaltet sind, dass bei Aufeinanderlegung zweier korrespondierender Stoffstücke die umgefalteten Ränder ineinander greifen, hat man bereits Einrichtungen getroffen, die Faltmesser gruppenweise anzuordnen und die Faltmesscrgruppen bei Bearbeitung verschiedener Stoffstücke in verschiedener Reihenfolge vorzuschieben. Man hat auch bereits Fürsorge für Sicherung der Falten durch Pressung getroffen.
Vorliegende Ertindung bezieht sich nun auf eine Faltmaschino mit gruppenweise angeordneten Faltmessom und Pressorganon zur Befestigung der gebildeten Falten und bezweckt, eine möglichst wirksame Sicherung der Falten und eine möglichst bequeme Änderung der Reihenfolge der Vorschubbcwegung der Faltmessergruppen zu erzielen.
Die Ernndungszwecko werden einorsüitp dadurch erreicht, dass für ein solches Zusammenarbeiten der Faltorgane und der Pressorgane Sorge getragen wird, dass zunächst eine oder mehrere Kanten des Stoffstückes umgefaltet und gepresst werden und dass darauf ohne Veränderung der Lage des Stoffstuckes die anstossenden Kanten und die Enden der zuerst gebildeten Falten gleichfalls umgefaltet und ihrerseits ebenfalls gepresst werden.
Um-die Pressung besonders wirksam zu gestalten, wird nach der ersten Kantenfa1tung die
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Hand, je nachdem man das Antriebsorgan für die Faltmesser zunächst in der einen oder in der anderen Richtung bewegt erst den einen oder den anderen Satz von Faltmessern vorzuschieben.
Es empfiehlt sich hiebei, durch entsprechende Gestaltung der Verbindung zwischen dem Antriebsorgan bezw. seinen Teilen und den Faltmessern dafür Sorge zu tragen, dass bei einer bestimmton Bewegungsphase des Antriebsorganes nur ein Faltmesser- satz verstellt wird, wahrend die übrigen in Ruhe verharren.
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gesetzt wird und die Verbindung der Faltmosser mit den Teilen des Antriebsorganes in der Weise geschieht, dass Zapfen der Faltmesser in Nuten des Antriebsorganes hineingreifen, welche Nuten die Teile des Antriebsorganes völlig durchsetzen, so kann man durch umkehrbare Anordnung der Teile des.
Antriebsorganes erreichen, dass man nach Belieben die Faltmesser gruppenweise vorschieben kann oder auch gleichzeitig, je nachdem man die Teile des Antriebsorganes oder einzelne derselben auf die eine oder die andere Seite kehrt, so dass die Zapfen der Faltmesser in die Nuten der Teile des Antriebsorganes von der einen oder von der anderen Seite hineingreifen.
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Eino der Erfindung gemäss konstrnierte Faltmaschine ist auf der Zeichnung dargestellte,
Fig. 1 zeigt den Oberteil der Maschine im Grundriss, wobei der die Schablone tragende und eine Anhebung und Senkung derselben ermöglichende Arm fortgelassen ist.
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die Einwirkung auf ein Stoffsstück.
Fig. 2 zeigt gleichfalls einen Grundriss des Oberteiles der Maschine, wobei jedoch der die Schablone bildende Mechanismus gänzlich fortgelassen ist und wobei die den Querkanten des Stoffstücken zugeordneten Faltschienen sich in vorgeschobener Lage befinden, welche sie bei beendeter Umfaltung der zugeordneten Stoffkanten einnehmen.
Fig. 3 zeigt die Maschine in Vorderansicht.
Fig. 4 ist ein senkrechter Schnitt durch die Maschine in der Richtung von dem vorderen zum hinteren Ende derselben.
Fig. 5 zeigt zwei rechteckige Stoffstücke mit umgefalteten Kanten, welche aufeinander gelegt sind und sich in der Bereitschaftsstellung zum Zusammennähen befinden. Das eine Stoffstück ist hiebei an einer Ecke aufgebogen dargestellt, um die Faltung an der Stoffecke zu zeigen.
Fig. 6 zeigt den Srhahlonenmechanismus in oberer Aufsicht in grösserem Massstabe.
Die Schablonenkanten sind hiebei zurückgezogen dargestellt.
Fig. 7 zeigt den Scbablonenmechanismus von der Unterseite, wobei die Kanten in ihrer Aussenstellung gezeichnet sind, in welcher sie sowohl in der Längs-als in der Querrichtung gerade Linien bilden.
Fig. 8 ist ein senkrechter Schnitt durch die Linie x-x der Fig. 9 und veranschaulicht eine Einzelheit an einer Faltschiene.
Fig. 9 ist ein Grundriss ähnlich wie Fig. 2, wobei jedoch alle Faltschienen sich in ihrer Aussenstellung befinden und wobei die den Querkanten des Stoffes zugeordneten Faltschienen eine abgeänderte Form besitzen und mit einer drehbaren Nase zum Umfalten der Kanten eines Knopflochansatzstückes einer Manschette versehen sind.
Fig. 10 ist ein Teil eines senkrechten Radialscbnittes nach der Linie -a der
Fig. 1 durch das Maschinengestell und die bogenförmigen Antriebssegmente für die Falt- schienen.
Das Gestell oder der Tisch B ist mit einer Heizkammer B2 (vgl. Fig. 4) versehen und besitzt einen ringförmigen Führungskanal A (oder mehrere derartige Kanäle), in welchen ein Gleitring R drehbar angeordnet ist. Der Ring R besitzt einen ringförmigen
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Zapfen P hineinragt, der bei einer Drehung des Segmentes S durch die Führung in der Nut radial verschoben wird und hiebei den Faltschienen eine entsprechende Bewegung erteilt.
Die Faltschienen I entsprechen natürlich in der Form ihrer Arbeitskanten der Randlinie des Stoffstückes, dessen Kanten umgefaltet werden sollen. Jede Faltscbiene I ist mit einem Gleitstück versehen, welches in einer Führung zwischen Schienen t, die einstellbar durch Bolzen b3 und Schlitze N mit dem Gestell verbunden sind, gleitet. Hiedurch wird eÌ1i :' Einstellung der Faltschienen im Umkreise der Tischplatte des Gestelles durch Verschiebung der Befestigungsbolzen in den Schlitten N ermöglicht.
Jedes Gleitstück i2 ist einstellbar verbunden mit einer verschiebbar angeordneten Zapfenplatte p6, deren Zapfen P, wie oben erwähnt, in die Nut C, 82, E eingreift und
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dargestellt, während bei einer Drehung des Ringes R in entgegengesetzter Richtung die Faitscbifttfn far die Quprkanten des Stoffes vorgeschoben werden. Die Ursache hievon ist, dass die geneigt zur Kreisbahn stehenden Teile E der Führungsnuten in den Segmenten 8 für die den Längskanten zugeordneten Faltschienen und : für die den Querkanten zugeordneten Faltschienen entgegengesetzt gerichtet angeordnet sind.
Wenn man jedoch
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bewegt werden, anstatt abwechselnd, dann kann man einen Teil der Segmente durch Lösung der Bolzen b2 aus ihrer Führung herausheben und umkehren, so dass die bisher obere Seite nach unten zu liegen kommt, wodurch sich erreichen lässt, dass die Neigung sämtlicher Nutenabschnitte E die gleiche wird.
Eine Handhabe H ist vorgesehen, um den Ring R nach Belieben nach einer oder der anderen Seite zu drehen. Diese Handhabe ist durch Ösen h5 an dem Ring R drehbar
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heben der Handhabe H wird der Sperrteil entkuppelt, so dass der Ring R vormittelst der Handhabe frei gedreht worden kann und die Segmente 8 gleichfalls zu bewegen vermag. In den Fig. 8 und 9 sind die den Querkanten des Stoffes zugeordneten Faltschienen mit einem Ergänzungsfaltstück n2 ausgerüstet, welches bei n3 drehbar mit ihnen verbunden ist. Jedes Ergänzungsfaltstück n2 besitzt einen Zapfen n5, welcher in einen Schlitz n6 der benachbarten Längskantenfaltschiene I eingreift.
Der Schlitz n6 ist parallel der Bewegungsrichtung der Faltschienen 12, so dass beim Vorschub der letzteren das Ergänzungsfaltstück keine Drehung um seinen Zapfen n3 erfährt. Wird dagegen die in Fig. 9 der Zeichnung untere Längskantenfaltschiene vorgeschoben, so erfährt das Ergänzungsfaltstück eine schwingende Bewegung um den Zapfen n3 und bewirkt dadurch eine sanfte Umfaltung der gekrümmten Kante eines Knopflochansatzes der Manschette oder des Kragens, ohne die in Fig. 5 dargestellte rechtwinklige Kante zu bilden. Selbstverständlich bat die Schablone einen entsprechend abgerundeten Knopflochvorsprung, welcher mit dem Ergänzungsfaltstück zusammenwirkt.
Der in Fig. 6 und 7 dargestellte Schablonenmechanismus besitzt bewegliche Kanten , p2, pl, p2, deren Form aus der Zeichnung ersichtlich ist. Durch Fortschneiden der inneren Teile der Schablonenrandstücke in der bei p5 und p6 angedeuteten Art wird ermöglicht, dass zwei schräg gegenüberliegende Eckenrandstücke in diagonaler Richtung nach innen
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anderen Randstücke einwärts bewegt werden können. Die Anordnung und Bewegung der Schablone gestaltet sich wie folgt :
Ein Hebel a2, der bei aB drehbar befestigt ist und ein Gegengewicht V2 besitzt,
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wohl bekannt.
Der Schablonenträger V besitzt vier diagonal zueinander angeordnete Führungen v1,
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sitzt ein Führungsstück dl, d2, da. Die Schablonenrandstücke pl sind an den entsprechenden Führnngsstücken d1 festgeschraubt oder in sonstiger Weise befestigt und ebenso die Randteile p2 an den Führungsstücken d2. Zwei Kopfstücke G1 sind an den Führungsstücken d3 befestigt und können nut denselben verschoben werden. Diese Kopfstücke worden durch Gelenkstangen L vermittelst eines Hebels/1 s h3 angetrieben, welcher bei u2 an dem Schablonenträger befestigt ist. Die Gelenkstücke L sind einstellbar an dem Hebel durch in Schlitze w5, w6
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auch die Kanten der Schablone.
Diagonal gegenüberliegende Schlitze in den Kopfstücken besitzen gleiche Form. Bei dem ersten Teil der Auswärtsbewegung der Kopfstücke G1 bewirken die Schlitzteile k4 die Auswärtsbewegung der Schablonenrandstücke p1. Hierauf werden die anderen Schablonenrandstücke p2 nach aussen bewegt, während die Schlitzteile m2 die SchabIonenrimdteHe pl festhalten. Beim Einwärtsziehen der Schablonenrandstücke erfolgen die Bewegungen natürlich in umgekehrter Reihenfolge.
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die Faltschienen und die Schablone niederzupressen. Dieselben sitzen auf Zapfen '', welche starr an einem beweglichen Tische befestigt sind und durch Öffnungen in der Tischplatte B hindurchragen.
Die nach innen gekehrten Enden der Pressstücke J ragen über die tugeordneten Faltschienen hinweg und drücken dieselben nieder, wenn der Tisch j4 nach abwärts bewegt wird. Für gewohnlich befindet sich der Tisch j4 infolge der Wirkung der
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Seitenplatten j5 des Tisches befestigt ist, nach aufwärts drückt. Der Hebel L3 ist bei t4 drehbar gelagert und wird durch die Zugstange t3 und den Fusshebel T3 angetrieben.
Dieser Hebel L3 dient dazu, den Querbalken i6 nach abwärts zu ziehen und einen kräftigen Druck auf die Druckstücke J auszuüben. Die Pressstücke J sind in ihrer Höhenlage gegen- über dem Tisch j4 und gleichzeitig in ihrer Winkelstellung durch Drehung der Bolzen j3 einstellbar, so dass die Art ihrer Druckwirkung auf die Faltschienen geregelt werden kann. Selbstverständlich sind die Faltorgane so beschaffen, dass ihre Elastizität ein Herunterdrücken derselben durch die Wirkung der Pressstücke ermöglicht.
Die Benutzung der Maschine ist wie folgt :
Während sich die Schablone in erhobener Stellung befindet und die Faltschienen zurückgezogen sind, wie es in Fig. 1 dargestellt ist, wird der Stoff zur Herstellung einer
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zweckmässig gleichzeitig die Handhabe h nach rechts gedreht und infolgedessen die Randstücke der Schablone., vorgeschoben werden. Beim Auftreffen der Schablone auf den Stoff werden zugleich in der Regel die Stoffkanten in dem Zwischenraum zwischen der Schablone und den Faltschienen aufgerichtet.
Hierauf wird die Handhabe H angehoben und der Ring R in einer Richtung gedreht, wodurch ein Teil der Faltschienen über die Ränder der Schablone vorgeschoben wird und somit die entsprechenden Stoffkanten über die Schablonenränder herüberfaltet. Sobald dieses geschehen, werden die Schablonenkanten durch entsprechende Rückdrehung der Handhabe h3 zurückgezogen. Jetzt werden die Pressstücke J durch Druck auf den Trethebel 1'3 niedergezogen, so dass die gebildeten Stofffalten durch Druck der vorgeschobenen Faltschienen gegen die Tischplatte der Maschine gepresst werden. Nach erfolgter Pressung werden die Pressstücke wieder angehoben.
Hierauf werden die Schablonenkanten wieder vorgeschoben und der Ring in entgegengesetzter Richtung, wie vorhin, gedreht, wodurch die andere Reihe von Faltschienen einen Vorschub erfährt. Dieses verursacht nicht nur eine Umlegung der übrigen Kanten des Stoffstückes, sondern auch der Endstücke der bereits bei der vorausgegangenen Drehung des Ringes R gebildeten Randfalten, so dass ein Übereinanderfalten der Stoffecken erfolgt, wie solches in Fig. 5 dargestellt ist. Jetzt werden die Kanten der Schablone wiederum zurückgezogen und die Pressstücke niedergedrückt. Sobald dies geschehen, wird die Schablone nach auf- wärts bewegt, der Ring R in seine in Fig. 1 dargestellte Anfangsstellung zurückbewegt, und das Stoffstück, dessen Kanten jetzt umgefaltet sind, herausgenommen.
Damit die über- einander liegenden Stofffalten an den Ecken der Stoffstücke sich bei paarweise aufeinander zu legenden Stoffstücken an entsprechenden Ecken befinden, wie es in Fig. 5 angedeutet ist, werden bei der Umfaltung der Kanten zweier zusammenzunähenden Stoffstücke die
Faltschienen für die Querkanten der Stoffstücke bezw. für die Längskanten in entgegen- gesetzter Reihenfolge vorgeschoben. Wenn dieses geschieht, so können die Eckfalten vor dem Zusammennähen untereinander geschoben werden, wie es oben näher auseinander- gesetzt wurde.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Maschine zum Umfalten der Kanten von zur Herstellung von Kragen, Manschetten u. dgl. dienenden Stoffstücken durch Verschieben von Falzmessern gegen die Ränder von auf den Stoffstücken ruhenden Schablonen und Sicherung der Falten durch Pressung, da- durch gekennzeichnet, dass die Faltorgane und die Pressorgane so zusammen arbeiten, dass zunächst eine oder mehrere Kanten umgefaltet und gepresst werden und dass darauf ohne
Veränderung der Lage des StoS'stückes die anstossenden Kanten und die Enden der zuerst gebildeten Fa) ton gleichfalls umgefaltet und ihrerseits ebenfalls gepresst werden.