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Form zur Herstellung von vorzugsweise plattenförmigen Bauelementen
Die Erfindung bezieht sich auf Formen, wie sie insbesondere zur Herstellung von Leichtbauplatten, die aus einem Gemenge von organischen Faserstoffen, z. B. Schilf mit einem wasserglashältigen Bindemittel, bestehen, verwendet werden sollen. Nach einem bekannten Verfahren wird das aus Schilffasern und einer Wasserglaslösung mit mineralischen Zusätzen bestehende Rohgemisch in gelochten Formen erwärmt, wobei es vorteilhaft ist, die Trocknung möglichst rasch durchzuführen, weshalb die Formen möglichst grossen Luftdurchtrittsquerschnitt aufweisen sollen. Eine besondere Schwierigkeit ergibt sich daraus, dass das wasserglashaltige Bindemittel bei den erforderlichen Temperaturen auch mit den eisernen Formen unter steinartiger Kittbildung abbindet.
Dies nötigte bisher zu einem gewaltsamen Öffnen der Formen, was deren Lebensdauer herabsetzt ; die Formen müssen aber auch vor ihrer Wiederbenutzung von allen Resten dieser Kittmasse befreit werden, was die Zahl der nötigen Formen bei sonst gleicher Ausbringung erhöht und einen grösseren Bedarf an Arbeitskräften bedingt.
Die Erfindung bezieht sich insbesondere auf solche Formen, wie sie in der österr. Patentschrift Nr. 137323 schematisch angedeutet sind und die aus zwei gelochten Blechplatten bestehen, zwischen denen eine allseits gelochte Leiste untergebracht ist ; die Einzelteile werden durch Klammern zusammengehalten. Diese Formentype hat sich in der Praxis als nachteilig erwiesen ; die Erfindung bezweckt eine wesentlich verbesserte Formenkonstruktion zu schaffen.
Die Nachteile der bekannten Form seien im Folgenden an Hand der Fig. 1-4 erläutert, welche die praktische Ausführungsform der bekannten Type darstellt :
Die Form besteht, wie der Vertikalschnitt gemäss Fig. 1 (im Grundriss Fig. 2) durch einen Eckbereich der noch offenen Form zeigt, aus einem Bodenblech 1, einem Deckblech 2 (in Fig. 2 weggelassen) und Seitenleisten 3, die quadratische Luftdurchtrittsöffnungen 4 aufweisen. Die Leisten 3 bestehen aus einem U-förmig gebogenen Blech und tragen über den ganzen Formumfang verteilt Klammern 5, die mit den U-förmigen Leisten vernietet sind.
Fig. l zeigt die Formteile in der Lage, die sie nach dem Einfüllen des Faserstoffgemenges ein- nehmen, d. h. die Form ist zwar gefüllt und das Deckblech 2 aufgesetzt und abwärts gedrückt, jedoch sind die Seitenleisten 3 noch in jener Lage, die sie vor Ausführung der auf eine Stauchung des Materials abzielenden, gegen das Formenzentrum gerichteten Bewegung einnehmen. Das Fasermaterial hat nun das Bestreben, in Richtung des Pfeiles A (Fig. 2) auszutreten ; es werden also beim folgenden Verschieben der Leisten gegen die Formenmitte Faserbüschel eingeklemmt und müssen entfernt werden, weil sie das Schliessen
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zwischen Deckblech 2 und Klammer 5 gequetscht und kann nur mit Zeitverlust wieder entfernt werden.
Reste bleiben aber sowohl bei A als auch bei B stehen und werden durch das Wasserglas steinhart mit der Form verkittet, was im besonderen Masse für die Klammern 5 gilt. Begünstigt wird dieses nachteilige Verhalten durch die Abrundungen 6, die konstruktionsbedingt sind. Das fertige Produkt erhält dadurch fransenund fahnenförmige Fortsätze 7, Fig. 5, darstellend einen Schnitt durch das Endstück einer Bauplatte, wie solche mit den vorbeschriebenen Formen erhalten werden. Diese Fransen müssen in Handarbeit entfernt werden, was einem weiteren Aufwand an Arbeitskräften gleichkommt.
Nachteilig ist auch noch der grosse Kraftverbrauch, der mit der Verschiebung der Formseitenleisten zwecks Durchführung der Materialverdichtung verbunden und hauptsächlich durch die Überwindung der Reibungswiderstände in den Klammern 5 bedingt ist. Nach Trocknen des Forminhaltes erweist sich das Öffnen der geschlossenen Form, die in den Fig. 3 und 4 dargestellt ist, wegen der zahlreichen Kittstellen zwischen Forminhalt und Form einerseits und zwischen den einzelnen Formteilen anderseitsbedingt durch eingeklemmte Fasern zwischen den Teilen 1 bzw. 2 und 3, J-als sehr schwierig ; es gelingt meist nur durch Hammerschläge, Zuhilfenahme von meisselartigen Behelfen und anderem, die Form schädigenden Massnahmen.
Die erfindungsgemässe Form vermeidet diese Nachteile ;
sie ist ohne besonderen Aufwand an anderer als der Verdichtung des Forminhaltes dienenden Kraft zu schliessen, wobei die Möglichkeit des Einklemmen von Material weitest-
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gehend ausgeschaltet ist ; sie ermässigt die un- erwünschten Verkittungen auf ein bisher nicht für möglich gehaltenes Mass und ist ohne besondere
Schwierigkeiten zu öffnen. Sie zeichnet sich ferner bei gleicher Festigkeit durch einen er- höhten Luftdurchtrittsquerschnitt aus, ermöglicht demnach die Abkürzung der Trockenzeit. Die
Wirtschaftlichkeit der erfindungsgemässen Form ist somit durch ihre höhere Lebensdauer, ihre schnellere Umlaufmöglichkeit bei vermindertem
Bedarf an Arbeitskräften und die bessere Aus- nutzung der Trocknungswärme eine beträchtlich günstigere als dies für die bisher verwendeten
Formen der Fall war.
Die Erfindung erreicht dies dadurch, dass die gelochten Leisten die Form von an ihrer wirk- samen Seite scharfkantigen Winkelprofilen aufweisen und der Zusammenhalt der Formteile durch biegungssteife Haltemittel erfolgt, welche die Teile, an denen sie angreifen, nur längs schmaler Bereiche berühren, wodurch zunächst die Möglichkeit des unerwünschten Einklemmen von Füllmaterial zwischen Deckblech und Seitenleisten fast zur Gänze beseitigt wird. Zweckmässig kann man auch noch, um das Klemmen von
Füllmaterial zwischen den einzelnen Seitenleisten bei Durchführung der Stauchbewegung auszuschliessen, Füllstücke vorsehen, welche solche Form aufweisen, dass Leisten und Füllstücke vor der Durchführung der Stauchbewegung einen allseitig geschlossenen Rahmen bilden.
Weitere Einzelheiten werden an Hand der schematischen Fig. 6-9 erläutert, die eine erfindungsgemässe Form in den Fig. 6 und 7 in offenem und in den Fig. 8 und 9 in geschlossenem Zustand darstellen.
In den Fig. 6 und 8 ist 8 das Boden-, 9 das Deckblech. Die Seitenleisten 10 - vgl. auch Fig. 7 und 9 in denen die Boden-bzw. Deckbleche teilweise nicht gezeichnet sind-bestehen aus Winkelprofilen von handelsüblichen Abmessungen ; sie besitzen somit scharfe Kanten, mit welchen sie bei Durchführung der Stauchbewegung an der inneren Seite der Bleche 8, 9 gleiten, wobei sie das Material vor sich herschieben, so dass Material zwischen 10 und 8 bzw. 9 höchstens noch in Ausnahmefällen geklemmt werden kann. Die auf den gelochten Leisten sitzenden Haltemittel werden einerseits durch hochkant beanspruchte Stege 12 mit Halteschlitzen 13 (Fig. 6), in welche das Deckblech 9 passt, anderseits durch Haltebolzen 14, welche mit Schlitzen 15 des Bodenbleches 8 zusammenwirken, gebildet.
Die Berührungsflächen der Formenteile sind dadurch sehr verkleinert, die Reibungsverhältnisse verbessert, die möglichen Kittstellen fast vollkommen beseitigt.
Die Fig. 7 zeigt, in welcher Weise die Form ausgestaltet ist, um das aus Fig. 2 ersichtliche Austreten des Materials in Richtung des Pfeiles A zu verhindern ; zu diesem Zweck sind an dem einen Paar von gegenüberliegenden Leisten 10 Füllstücke 16 angenietet, welche solche Länge besitzen, dass die Leisten auch in der Füllstellung einen allseitig geschlossenen Rahmen bilden.
Diese Füllstücke wirken mit Verriegelunghaken 17 zusammen, welche auf den zugehörigen
Seitenleisten aufgenietet sind, während entsprechende Löcher 18 in den Füllstücken 16 vorgesehen sind. Durch die Stauchbewegung kommt der Teil 16 zunächst in seine innerste
Stellung ; durch eine weitere Stauchbewegung des zweiten vorher in Ruhe gehaltenen Leistenpaares in die aus den Fig. 8,9 ersichtliche Lage.
Die bisher beschriebenen Merkmale der-erfindungsgemässen Form ermöglichen eine viel schonendere Behandlung, weil ihre Einzelteile ohne Anwendung von besonderer Gewalt voneinander getrennt werden können. Sie ermög- lichen es ferner, den Luftdurchtrittsquerschnitt zwecks Abkürzung des Trocknungsvorganges und des damit verbundenen schnelleren Formenumlaufes zu vergrössern.
Erreicht wird dies durch Luftdurchtrittsöffnungen in Form von versenkten, honigwabenartig gegeneinander versetzten Kreislochungen 18. Die Verwendung von runden gegenüber den bisher üblich gewesenen quadratischen Luftdurchtrittsöffnungen (Fig. 1-4) erhöht den Luftdurchtrittsquerschnitt von etwa 48% auf etwa 66% freie Fläche bei gleicher Stabilität ; durch diese Versenkung der Löcher wird ferner eine wesentliche Verkleinerung der möglichen Haftflächen erzielt, an denen das Füllmaterial an die Form anbacken könnte.
Die bisher beschriebenen Massnahmen zielen u. a. auf eine Herabsetzung der Formenbeanspruchungen beim Lösen der Formteile ab.
Dadurch ist die Verwendung von schwächerem Formenmaterial möglich. Diese Vorteile werden besonders deutlich, wenn die erfindungsgemässen Formen in folgender Weise benutzt werden :
Die Form wird zunächst bei abgenommenem Deckblech 9 unter Verwendung eines Füllrahmens (angedeutet bei 20, Fig. 1 und 3) gefüllt und das Deckblech 9 sodann aufgesetzt und durch Pressdruck in die aus Fig. 6 ersichtliche Höhe gebracht. Sodann wird der Forminhalt in waagrechter Richtung gestaucht, dies aber so, dass immer nur zwei einander gegenüberliegende Seitenwände der Form einander gleichzeitig genähert werden.
In Fig. 7 wäre dies die Wand 10 und die gegenüberliegende, nicht gezeichnete Wand ; erst dann werden, als nächster Takt, die Wand 10' (Fig. 7) und die gegenüberliegende, ebenfalls nicht gezeichnete Wand bewegt (Fig. 9), wobei die Haken 17 in die Löcher 17', wie aus Fig. 9 ersichtlich, einfallen und das Deck-und Bodenblech 9 bzw. 8 in die aus Fig. 8 ersichtliche Lage kommen.
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