<Desc/Clms Page number 1>
Heutrocknungsanlage Die bisher bekannten Heutrocknungsanlagen kommen für die wenigsten Betriebe in Frage, da sie erstens in der Anschaffung und im Betrieb zu teuer sind und zweitens die Verwendung von Brennstoffen erfordern, deren Beschaffung auf Schwierigkeiten stösst. Die Folge davon ist, dass die Trocknung des Futters in althergebrachter Weise auf dem Boden bzw. auf Hiefeln, Harfen und Schwedenreutern erfolgt, was aber besonders bei ungünstigem Wetter durch Verwitterung und Verschimmelung eine starke Verminderung des Futternährwertes zur Folge hat. Ausserdem ist diese Art der Trocknung mit bedeutender Mehrarbeit verbunden, vor allem durch das Aufstellen von Gerüsten, die beim zweiten Schnitt wieder von Hand ausgemäht werden müssen. Der Graswuchs kann unter den Gerüsten sogar ganz absterben.
Diese Nachteile werden durch die Erfindung beseitigt. Die Heutrocknungsanlage gemäss der Erfindung besteht im Wesen darin, dass Trocknungsrahmen zur Einnahme einer Füll-, einer Trocknung-und einer Entleerstellung verschiebbar und verschwenkbar angeordnet sind. Die Trocknungsrahmen sitzen nach einer Ausführungsform der Erfindung zweckmässig mit zwei seitlichen Laufrollen auf einem waagerechten Schienenpaar auf und sind um die Laufrollenachsen schwenkbar. Die Rollenachsen sind erfindunggemäss aussermittig an den Rahmen angeordnet.
Die Rahmen bestehen aus zwei Längsleisten und einer Anzahl paralleler Querleisten, die einseitig mit Zinken, zweckmässig aus Stahl, versehen sind, wobei die Rückseite gegebenenfalls mit Längsdrähten oder einem Drahtnetz bespannt ist. Zum Füllen und Entleeren der Rahmen werden sie in die waagerechte Stellung mit den Zinken nach oben bzw. nach unten verschwenkt.
Zur Trocknung werden die Rahmen in lotrechter Stellung aneinander gereiht angeordnet.
Die Sicherung der waagerechten und lotrechten Rahmenstellungen kann erfindungsgemäss durch Festhaltemittel, die an den feststehenden Teilen der Anlage und an den Rahmen vorgesehen sind, z. B. Haken und Ketten, bewirkt werden. Die Trocknungsrahmen können nach einer Ausführungsform der Erfindung an ihrer Rückseite mit Windleitflächen versehen sein. Die Anlage wird mit einem Dach versehen, um das Trockengut vor einer unmittelbaren Sonneneinwirkung und vor Regen zu schützen.
Mit der erfindungsgemässen Heutrocknungsanlage wird der Wirkungsgrad der Trocknung wesentlich verbessert, die Verschimmelungsgefahr des Grases beseitigt. Das auf der er- findungsgemässen Heutrocknungsanlage getrocknete Heu weist um 30% mehr Nährwert auf, als das nach den bekannten Trocknungsverfahren getrocknete Heu, die Arbeitseinsparung beträgt rund 25%. Die Heutrocknungsanlage nach der Erfindung erfordert nur geringe Anschaffungkosten und keine Betriebskosten ; der Betrieb der erfindungsgemässen Heutrocknungsanlage ist unabhängig vom Wetter oder Hilfsmitteln, wie Strom oder Heizstoffen. Die Trocknungsanlage benötigt nur wenig Platz und ermöglicht die Aufnahme des sämtlichen anfallenden Grases.
Beispielsweise kann ein Rahmen mit einem Umfang von 2 x 3 m und einer Zinkenlänge von 35 bis 45 cm zirka 300 kg Gras, entsprechend etwa 70 kg Trockengut aufnehmen. 100 solcher Rahem entsprechen einem Viehstand von ungefähr 35 Stück Vieh. Jeder Rahmen kann im Sommer mindestens 10 bis 20 mal neu beladen werden, so dass sich ungefähr 70.000 bis 140.000 kg Trockenheu ergibt. Je nach der Arbeitslage können pro Tag einige Rahmen beladen werden, so dass keine Arbeitsspitzen entstehen. Ferner ergibt sich als Folge der besseren Trocknung und des höheren Nährwertes des Heues eine Verbesserung des Gesundheitszustandes und der Entwicklung der Tiere. Der bessere Wirkungsgrad ermöglicht mit einer gleichen Grasmenge eine grössere Anzahl von Tieren zu füttern.
Ausführungsbeispiele des Erfindungsgegenstandes sind in der Zeichnung dargestellt. Fig. 1 zeigt die Anlage in Seitenansicht, Fig. 2 im Querschnitt nach der Linie II-II der Fig. 1, Fig. 3 einen Schnitt nach der Linie III-III der Fig. 2 durch einen Trocknungsrahmen mit Windleitflächen.
Nach Fig. 1 und 2 sind auf zwei Reihen von im Abstand angeordneten Steher 7, zwei waagerechte Laufschienen 2 befestigt, auf denen Trocknungsrahmen 3 mit seitlichen Laufrollen 4 verschiebbar sind. Die Rahmen sind entweder um die Achsen 5 der Laufrollen 4 drehbar, um sie in die lotrechte und waagerechte Lage ver- schwenken zu können, oder sie sind an jedem Rahmen zugeordneten Laufschienen hängend gelagert. Die Trocknungsrahmen 3 bestehen aus zwei Längsleisten 6 und einer Anzahl paralleler
<Desc/Clms Page number 2>
Querleisten 7, die auf einer Rahmenseite mit Holzzinken 8 versehen sind. Ferner sind die Trocknungsrahmen mit Längsdrähten oder einem Drahtnetz 9 bespannt (Fig. 2,3).
Die Achsen 5 der Rahmen sind aussermittig angeordnet, damit sich die Rahmen selbsttätig in die lotrechte Lage einstellen. Zur Sicherung der Rahmen in den waagerechten Lagen entweder mit den Zinken 8 nach oben oder nach unten können an den Seitenflächen der Laufschienen 2 Haken 10 (Fig. 1) vorgesehen sein, an denen an den Rahmen befestigte Ketten 11 eingehängt werden. Ähnliche Festhaltemittel können auch z. B. an Längsbalken 13, die unten an den Stehernl befestigt sind, zur Feststellung der Rahmen in lotrechter Lage vorgesehen werden, wenn die Laufrollen in der Rahmenmitte angeordnet sind.
Zur Erhöhung der Lüftungswirkung können noch an der den Zinken abgekehrten Rahmenseite Windleitflächen 14 (Fig. 3) vorgesehen werden, die eine Führung der Luftströmung durch das zu trocknende Gut bewirken.
Die Trocknungsanlage ist von einem Dach 15 überdeckt, das nach Fig. 1, 2 auf Ständern 16 fest angeordnet ist.
Der Vorgang zum Füllen und Entleeren der Trocknungsanlage ist folgender : auf die Laufschienen 2 wird ein Trocknungsrahmen 3 aufgesetzt und in waagerechter Stellung mit den Zinken 8 nach oben durch die Festhaltemittel. M, 11 gesichert, wie auf der linken Seite der Fig. 1 dargestellt. Nun wird das zu trocknende Gras auf den Rahmen gleichmässig locker aufgebracht, das durch die Zinken 8 festgehalten wird. Der mit Gras beladene Rahmen wird nun nach Lösung der Festhaltemittel in die lotrechte Stellung verschwenkt und auf den Schienen 2 zur Seite geschoben, um das Füllende der Anlage zum Beladen des nächsten Rahmens freizuhalten.
In der lotrechten Stellung verbleiben die Rahmen bei aussermittiger Rollenanordnung entweder selbsttätig oder werden durch die Festhaltemittel 12 gesichert ; sämtliche beladene Rahmen 3 werden auf diese Weise in lotrechter Stellung aneinander gereiht, wie Fig. 1 Mitte zeigt. Zum Entleeren werden die Rahmen auf den Schienen 2 zur Seite geschoben und in die waagerechte Stellung mit den nach unten gerichteten Zinken 8 verschwenkt und festgestellt, wobei das Heu aus den Rahmen allenfalls unmittelbar auf ein Transportmittel herunterfällt bzw. abgeleert wird.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Heutrocknungsanlage, gekennzeichnet durch Trocknungsrahmen (3), die zur Einnahme einer Füll-, einer Trocknung-und einer Entleerstellung verschiebbar und verschwenkbar angeordnet sind.