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Zweistufiges Walzwerk zur Verwalzung von Torf und ähnlichen Stoffen.
Die Verwalzung von Torf und ähnlichen Stoffen mit Faserstruktur zu festen Stäben, erfordert, wie Modellversuche gezeigt haben, besondere Massnahmen, die durch folgende Umstände bedingt sind :
Die bisherige Methode zur Herstellung verfestigen Torfes in Form von Briketts ohne besonderes Bindemittel besteht im Verpressen in allseitig geschlossenen Formen. Hiebei genügen 1000-1500 Atm. Beim Verwalzen ist das Material nur in zwei Dimensionen des Raumes abgeschlossen während sich in der dritten, der Walzrichtung, Ausweichmöglichkeiten bieten. Dies bedingt die Anwendung von erheblich höheren Drücken.
Das äusserst geringe Raumgewicht der in Frage kommenden Stoffe im losen Zustand erfordert eine Volumenverminderung von 13 : 1
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werden dann Backenhöhen erforderlich, deren
Höhe mehr als das Doppelte der Kaliberbreite erreicht. Unter diesen Umständen ist es je nach der Höhe der Backen sehr schwer oder über- haupt unmöglich die Kaliber in die Walzen ein- zuschneiden. Erfindungsgemäss werden daher aufgeschraubte Backen angeordnet, wie sie bei- spielsweise in Fig. 1 dargestellt sind. Die seit- liche Begrenzung des durch die Oberwalze 1 und die Unterwalze 2 gebildeten Kalibers übernehmen hier zwei flache, beiderseits auf die Unterwalze aufgeschraubte Ringe 3.
Diese werden durch gleichmässig auf den Umfang der Unterwalze 2 verteilte Schraubenbolzen 4 gehalten.
Bei der Ausführung nach Fig. 1 müssen die Backenringe sehr schwer ausgeführt werden, um die gegen Ende des Stiches auftretenden Drücke von einigen 1000 Atm. aufnehmen zu können. Die Ausführung nach Fig. 2 erlaubt die Verwendung erheblich leichterer Backenringe 3 dadurch, dass die hohen Seitendrücke gegen Ende des Stiches durch niedere Backen 5 aufgenommen werden, die aus dem Vollen der Unterwalze 2 herausgeschnitten sind. In die Oberwalze 1 wird lediglich das Oval eingeschnitten. Die aufgeschraubten Backen schliessen im Pass-Sitz an die Backen der Unterwalze 2 an und werden wie in Fig. 1 durch die Bolzen 4 gehalten.
Da die Eigenschaften von Torf und ähnlichen Stoffen sehr ungleichmässig sind, muss das Walzwerk über weitgehende Anpassungsmöglichkeiten während des Betriebes verfügen. Die übliche Verstellbarkeit der Oberwalze ist in erster Linie zum Ausgleich der Abnutzung der Walzen und Lager notwendig. Bei grösseren Veränderungen der Kaliberhöhe leidet aber der Kaliberschluss, der bei der Verwendung von Backenwalzen in engen Grenzen aufrecht erhalten werden muss, wenn der Stab nicht im Backenkaliber festgehalten werden soll. Sicherer ist es die Pressung im Fertigkaliber durch die Veränderung der Breite des Vorkalibers zu regeln. Am einfachsten geschieht dies durch seitliche Verschiebung der Seitenbegrenzungen des Vorkalibers. Die Anordnung ist beispielsweise in Fig. 3 a und 3 b in Aufriss und Grundriss dargestellt.
Hier sind die feststehenden Kaliberbacken 3 in die Rundungen der glatten Walzen 1 und 2 ein- gepasst und greifen über die engste Stelle des
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Kalibers hinaus vor. Sie werden durch die Schrauben 4 im Führungskasten 5 gehalten und können daher senkrecht zur Walzrichtung durch Drehung der Schrauben 4 verschoben werden.
Zu ganz neuen Perspektiven gelangt man, wenn die Backen der Fertigwalzen durch eine Raupenkette oder bei'kleineren Ausführungen durch ein Stahlband ersetzt werden, die sich mit der Geschwindigkeit des Walzgutes bewegen.
Vorteilhaft kann man die Ketten dann so über Rollen führen, dass sie an Stelle der Vorwalzen die Vorpressung des Materials übernehmen.
Da die Ketten oder Stahlbänder, dort, wo sie geradlinig geführt sind, einen konstanten Greifwinkel haben, ergibt sich die Möglichkeit, mit genügendem Spielraum die Anpassung des Walzvorganges an die Materialbeschaffenheit durch die Regelung der Materialzufuhr durchzuführen.
Die Kettenführung ist in Fig. 4 in isometrischer Darstellung schematisch wiedergegeben. Oberwalze 1 und Unterwalze 2 sind gleich ausgebildet, d. h. sie tragen nur das Ovalkaliber wie die Oberwalze 1 in Fig. 1. Die Raupenketten 3 und 3 a übernehmen die Kaliberbegrenzung zu beiden Seiten der Walzen über die Eingriffsstrecke. Um ein seitliches Ausweichen der Ketten zu verhindern, werden sie durch beiderseits angebrachte Rollenkästen 4 gestützt, die ihren Halt in der hier fortgelassenen Ständerkonstruktion finden.
Zur Führung der Ketten sind die Rollen 5, , 7 und 8 bzw. 5 a, 6 a, 7 a und 8 a vorgesehen.
Die Vorpressung erfolgt auf dem Wege der Ketten zwischen den Rollen 5 und 6 bzw. 5 a und 6 a, wobei die Rollen 6 und 6 a die höchsten Drücke auffangen. Die seitliche Kaliberbegrenzung der Vorpress-Strecke übernehmen die Platten 9 oberhalb und unterhalb der Ketten.
Die Materialaufgabe erfolgt zweckmässig durch eine Förderschnecke oder ein Band in die durch die Platten 9 und die Ketten 3 und 3 a gebildete Öffnung.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Zweistufiges Walzwerk zur Verwalzung von Torf und ähnlichen Stoffen, dadurch gekennzeichnet, dass die Achsen der Vorwalze um 90 gegen die der Fertigwalzen verdreht und gleichzeitig die Fertigwalzen mit seitlichen Kaliberbegrenzungen versehen werden, die sich mit gleicher Geschwindigkeit wie das Walzgut in der Walzrichtung bewegen.