AT159143B - Verfahren zur Herstellung von Strümpfen und Socken. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Strümpfen und Socken.

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  Verfahren zur Herstellung von Strümpfen und Soeken. 



   Die gebräuchlichen, auf maschinellem Wege hergestellten Strümpfe und Socken weisen der einfachsten Art der Herstellung entsprechend eine Fussform auf, die von der Ferse nach vorne zunächst als gerader Schlauch verläuft und am Ende gleichmässig gegen die Mittelachse hin   abgeschrägt   ist. 



    Diese Strumpfform entspricht keineswegs dem Aufbau des menschlichen Fusses und der mit einem solchen Strumpf bekleidete Fuss wird daher durch dauerndes Tragen solcher Strümpfe in der Weise   deformiert, dass die Zehen aneinandergepresst und insbesondere die grosse Zehe schräg gegen die Fuss- mitte abgebogen wird. Die nachteilige Wirkung der gebräuchlichen Strumpfform macht sich insbesondere bei den im Wachstum begriffenen und noch leicht deformierbaren Kinderfüssen bemerkbar, ist aber auch für die Füsse von Erwachsenen nicht zu unterschätzen, insbesondere dann, wenn dieselben durch   schädigende Einflüsse schlechten   Strumpf-und   Sehuhwerkesvon   früher her schon Verbildungen aufweisen. 



   Es wurde deshalb schon vorgeschlagen, Strümpfe oder Socken so herzustellen, dass sie der mensch- lichen Fussform angepasst sind. Die Herstellung solcher Strumpfwaren war jedoch zufolge der un- symmetrischen Form der Fussteile auf das Gebiet der Handarbeit beschränkt ; die maschinelle Erzeugung von Strümpfen oder Socken dieser Art war bisher nicht bekannt. Zweck der Erfindung ist es, den
Strümpfen und Socken mit der menschlichen   Fussform   angepasstem Fussteil zu einer allgemeinen Ver- breitung zu verhelfen.

   Im wesentlichen besteht die Erfindung darin, dass die Strümpfe und Socken auf maschinellem Wege (auf Strick-oder Wirkmaschinen) in der Weise hergestellt werden, dass ihr Fuss- teil von einer Stelle, die ungefähr der Lage der kleinen Zehe entspricht, durch   ungleichmässiges   bzw. einseitiges Mindern der Nadelzahl nach innen schräg zulaufend verjüngt wird. Hiebei verläuft die innere
Begrenzung des Fussteiles bis nahe zum Fussende, annähernd in der Richtung der Fussachse, während die äussere Begrenzung stark   abgeschrägt   ist. In weiterer Ausgestaltung der Erfindung wird der Fussteil von der Ferse an bis zu der Stelle, die ungefähr der Lage der kleinen Zehe entspricht, durch Zugeben von Nadeln, Vermehrung der Maschenzahl oder durch Lockerung der Maschenbildung   allmählich   erweitert. 



   In der Zeichnung sind Fussteile von nach dem neuen Verfahren hergestellten Strümpfen dar- gestellt. Fig. 1 zeigt einen mittels einer Flachstrickmaschine hergestellten Fussteil in Untersicht in fertig gestricktem Zustande ; Fig. 2 veranschaulicht denselben Fussteil nach seiner Verformung auf einer dem menschlichen Fuss nachgebildeten Form ; in Fig. 3 ist ein Fussteil in Draufsicht dargestellt, der auf einer Rundstrickmaschine erzeugt wird. Der Fussteil ist noch nicht fertig gestrickt. Fig. 4 lässt einen Fussteil erkennen, der auf einer Cottonmaschine als offene Fläche gewirkt ist. Der als offene
Fläche gewirkte Strumpf muss erst durch Zusammennähen seiner Randteile fertiggestellt werden. 



   Die Strümpfe und Socken können, wie die Figuren zeigen, auf den verschiedenen bisher in
Gebrauch stehenden Systemen von Wirk-oder Strickmaschinen erzeugt werden. Die Herstellung auf
Flachstrickmaschinen geschieht in der Weise, dass der Fussteil von der Ferse ab, die in üblicher Weise hergestellt ist, nach vorne zu durch Aufnehmen einzelner Maschen allmählich erweitert wird. Dieses
Aufnehmen geschieht durch Decken mittels des Handdeckers, wobei eine oder mehrere Maschen an den zu erweiternden Stellen von der Randnadel auf die nächste äussere Nadel hinübergehängt werden. 



   Durch ungleichmässiges Aufnehmen von Maschenreihen an der Innenseite und Aussenseite des Fuss- teiles (bei 1 und l'an der Aussenseite 2 und bei 3 bzw. 3'an der Innenseite 4) kann eine besonders gute
Anpassung an die Form des menschlichen Fusses erzielt werden (vgl. Fig. 1 und 2). Ungefähr an der
Stelle der kleinen Zehe hat der Fussteil seine grösste Weite. Hier beginnt ein starkes Abnehmen an der
Aussenseite, das durch Überhängen der Maschen nach innen mittels des Handdeckers bewirkt wird 

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 und das eine schräge Begrenzungslinie 5 an der Aussenseite des Fussendes erzeugt. An der inneren
Seite des Fussendes wird   zunächst   nicht gemindert, so dass die Begrenzung 6 nahezu parallel zur Fussachse verläuft.

   Erst in den letzten Reihen vor der Spitze des Fussteiles kann eine Minderung auch an der Innenseite des Fussteiles bei 7 einsetzen, so dass die durch die Begrenzungslinien 5 und 7 gebildete Fussspitze ungefähr vor der grossen Zehe zu liegen kommt. 



   Um den fertiggestriekten Strumpf noch feiner zu verformen, wird er auf Formen aufgezogen, die der menschlichen Fussform möglichst genau nachgebildet sind, und in an sich bekannter Weise nach vorhergehendem Befeuchten in den sogenannten Formöfen getrocknet, so dass er die ihm hiedurch aufgezwungen Gestalt beibehält. 



   Die Anwendung des erfindungsgemässen Verfahrens auf die Erzeugung von Strümpfen und
Socken auf Rundstrickmaschinen ergibt folgende Arbeitsweise. Der Fussteil erhält in dem Bereiche zwischen der Ferse und der Stelle, die der Lage der kleinen Zehe entspricht, eine allmähliche Erweiterung dadurch, dass eine besondere Einrichtung an der Maschine eine allmählich sich lockernde Masehenbildung erwirkt. Von der Stelle der grössten Fussbreite an wird zunächst der untere Lappen 8 der Fussspitze gestrickt. Durch alleiniges oder zumindest verstärktes Abnehmen an der Aussenseite 9 wird die gewünschte, schräg nach innen verlaufende Form der Fussspitze vorgearbeitet. Der obere Lappen 10 der Fussspitze wird dann, vom Vorderende der Fussspitze ausgehend, nach hinten gearbeitet.

   Hiebei wird ein Mehren der Maschen entweder an der Aussenseite allein oder wenigstens in stärkerem Masse vorgenommen als an der Innenseite, so dass der Oberlappen dieselbe Form erhält wie der Unterlappen der Fussspitze. Gleichzeitig mit der Herstellung des oberen Fussspitzenlappens geht die seitliehe Befestigung desselben an den Rand des Unterlappens vor sieh, indem bei jedem Gang die Randmaschen 11 des Unterlappens aufgenommen werden. Nach Fertigstellung des oberen Lappens der Fussspitze wird dieser an der breitesten Stelle des Fusses an dessen oberen Teil angekettelt, wodurch der Strumpf fertiggestellt ist. Die   Schräglage   der Fussspitze ist natürlich abhängig von der Verschiedenheit der äusseren und inneren Minderung bzw.   Maschenzunahme   im unteren und oberen Lappen der Fussspitze und kann beliebig stark ausgeführt werden. 



     Auch   auf Flachwirkmaschinen, z. B. den gebräuchlichen   Cottonmaschinen,   können die erfindungsgemäss geformten   Strumpfwaren   hergestellt werden. Die auf diesen Maschinen als offene Flächen 12 gewirkten   Strumpfe und Socken   werden von den Fersenpartien an ebenfalls mit einem sieh etwas erweiternden Fussteil hergestellt. Die Minderung der Fussspitze erfolgt auch hier in der Weise, dass beim fertig vernähten Strumpf die Spitze an der Innenseite, also an das Ende der grossen Zehe zu liegen kommt. Fig. 4 zeigt eine in besonders einfacher Weise hergestellte offene Strumpfläche, die zwecks Verformung zu einem Strumpf gemäss der Erfindung längs der Linie 13 übereinandergebogen und längs der Randlinie   JM, M'zusammengenäht   werden muss. 



   PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Herstellung von Strümpfen und Socken, die der menschlichen Fussform angepasst sind, dadurch gekennzeichnet, dass die Strümpfe und Socken auf maschinellem Wege (auf Strick-oder Wirkmaschinen) in der Weise hergestellt werden, dass ihr Fussteil von einer Stelle, die ungefähr der Lage der kleinen Zehe entspricht, durch   ungleichmässiges   bzw. einseitiges Mindern der Nadelzahl nach innen schräg verlaufend verjüngt wird, wobei die innere Begrenzung des Fussteiles bis nahe zum Fussende annähernd in der Richtung der Fussachse, die äussere Begrenzung jedoch stark   abgeschrägt   verläuft (vgl. Fig. 1).

Claims (1)

  1. 2. Verfahren zur Herstellung maschinell gestrickter Strümpfe und Socken nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Fussteil von der Ferse an bis zu der Stelle, die ungefähr der Lage der kleinen Zehe entspricht, durch Zugeben von Nadeln oder durch Vergrösserung der Masehenweite etwas erweitert wird.
    3. Verfahren zur Herstellung von Strümpfen und Socken nach Anspruch 1 oder 2 auf Flachstrickmaschinen, dadurch gekennzeichnet, dass durch Decken mittels des Handdeckers in dem sich etwas erweiternden Teil des Fusses zwischen Ferse und kleiner Zehe beiderseits einzelne Maschen aufgenommen werden und in dem darauffolgenden Fussteil bis zum Fussende zunächst nur an der Aussenseite des Fusses abgenommen wird, während an der Innenseite zunächst nicht oder nur wenig gemindert und erst in den letzten Gängen vor der Spitze eine starke Minderung vorgenommen wird.
    4. Verfahren zur Herstellung von Strümpfen und Socken nach Anspruch 1 oder 2 auf Rundstrickmaschinen, dadurch gekennzeichnet, dass die allmähliche Verbreiterung des Fusses nach der Ferse durch allmähliche Vergrösserung der Maschenweite erzeugt wird und die schräg zur grossen Zehe verlaufende Spitze in der Weise angefertigt wird, dass der zuerst herzustellende (untere) Lappen der Fussspitze nur auf der Aussenseite oder im überwiegenden Masse auf der Aussenseite gemindert wird, während bei der hierauf stattfindenden Herstellung des von vorne nach hinten gearbeiteten (oberen) Lappens der Fussspitze unter gleichzeitigem Aufnehmen der Randmaschen des unteren Lappens auf der Aussenseite des oberen Lappens allein oder doch in stärkerem Masse als auf der Innenseite die Maschenzahl gemehrt wird,
    so dass der obere Lappen eine dem unteren Lappen entsprechende Form erhält (vgl.
    Fig. 3). <Desc/Clms Page number 3>
    5. Verfahren zur Herstellung von Strümpfen und Socken nach Anspruch 1 oder 2 auf Flachwirkmaschinen (z. B. Cottonmaschinen), dadurch gekennzeichnet, dass bei den als offene Fläche gestrickten Strümpfen oder Socken der an die Ferse anschliessende Fussteil eine geringe Maschenaufnahme erfährt und das Fussende in solcher Weise gemindert wird, dass die Fussspitze bei den zusammengenähten Strümpfen oder Socken an die Innenseite des Fusses, also ans Ende der grossen Zehe zu liegen kommt (vgl. Fig. 4).
    6. Verfahren zur Herstellung von Strümpfen und Socken nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die fertiggestrickten und vernähten Strümpfe und Socken auf der menschlichen Fussform möglichst genau nachgebildeten Formen aufgezogen und in an sich bekannter Weise unter Einwirkung von Feuchtigkeit und Hitze nachgeformt werden (vgl. Fig. 2). EMI3.1
AT159143D 1936-12-28 1936-12-28 Verfahren zur Herstellung von Strümpfen und Socken. AT159143B (de)

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