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Österreichische PATENTSCHRIFT Nr. 15719. FELIX voN KODOLITSCH IN TRIEST.
Kraftmaschine.
Die Erfindung betrifft eine besondere Einrichtung an jenen durch Dampf oder Pressluft betriebenen Kraftmaschinen, bei welchen die geradlinige Kolbenbewegung durch Druck des Kolbens auf eine zur Maschinenwolle schräg gestellte Fläche in eine Drehbewegung umgesetzt wird. Diese Einrichtung, welche die Maschine insbesonders zum Antrieb von Werk- zeugmaschinen geeignet macht, da die Reibungswiderstände auf ein möglichst geringes Mass vermindert werden, besteht in einem auf die Schrägfläche niedergehaltenen, jedoch an der
Drehung gehinderten Ring, welcher vorteilhaft auf Kugeln gelagert und durch allseitig bewegliche Gelenke mit den Kolben der um die Drehungsachse im Kreise angeordneten
Zylinder verbunden ist,
welch letzteren das Treibmittel durch ein zwecks Veränderung der
Expansion auswechselbares und gegebenenfalls auch die Umsteuerung der Maschine er- möglichendes Verteilorgan zugeführt wird.
In Fig. 1 der beiliegenden Zeichnung ist eine derart eingerichtete Kraftmaschine im
Vertikalschnitt dargestellt, Fig. 2 ist eine Draufsicht und Fig. 3 ein Querschnitt nach der Linie x-y der Fig. 1.
In dem Gehäuse 1 ist ein auf Kugeln 2 gelagerter, an seiner Oberseite nach der
Linie a schräg abgeschnittener Zylinder 3 eingeschlossen, dessen Tragwelle 4 den
Boden des Gehäuses durchsetzt. Oberhalb des Zylinders 3 befinden sich in dem das Gehäuse abschliessenden Aufsatz. 5 eine Anzahl von um die Zylinderachse im Kreise angeordneten, unten offenen Hohizylindorn mit den Kolben 7, welche mittels der Kugelgelenke 8, 10 und Kolbenstangen. 9 mit einem Ring 11 verbunden sind, der parallel zur schrägen
Fläche a-b auf einer Erhöhung 12 des Zylinders 5 aufgeschoben und durch einen Dockring niedergehalten wird.
Der sowohl an der Innenfläche als auch an der Unter- seite auf Kugeln 14 gelagerte Ring 11 wird durch eine auf einem seitlichen Zapfen 15 desselben sitzende, in einer senkrechten Nut 16 des Gehäuses 7 geführte Rolle 17 an der
Drehung verhindert, so dass beim Kreisen des Zylinders 3 der auf die Oberfläche desselben niedergehaltene Ring 11 eine auf und ab gehende Hewcgung ausführen muss. Eine mittlere zylindrische Bohrung 7S des Aufsatzes 5 bildet das Gehäuse für das als Drehschieber ausgeführte, vom Zylinder B Ilngetriebene Verteilorgan 19 und ist durch eine Höhlung des Deckels 20 mit der Treibmitteleinströmung 21, sowie durch die radialen Kanäle 22 mit den Zylindern 6 verbunden.
Die Umsteuerung der Maschine wird durch folgende Einrichtung bewirkt : Dio den
Verteilschieber 19 betätigende Spindel 23 ruht mit ihrem Endzapfen 23'in einer mit dem
Zylinder 3 verbundenen, achsial angeordneten Lagerungshülse 24 und ist mit einem seit- lichen Ansatz 25 (Fig. 3) versehen, der durch einen oberen Ansatz 26 der Hülse 24 mitgenommen wird, um den Verteilschieber zu drehen. Das obere Ende 27 der Schieber- spindel 23 dringt durch die Stopfbüchse 28 des Deckels 20 und ist mit einem Griff 29 versehen, welcher ermöglicht, die Schieberspindel mit dem Schieber aus der Stellung I (Fig. 3) für den Vorwärtsgang in die Stellung 11 für den Rückwärtsgang der Maschine zu drehen.
Die Wirkungsweise der beschriebenen Maschine ist folgende : Der Drehschieber 19 besorgt die Verteilung des Treibmittels in der Weise, dass dasselbe jeweilig einem Teil der
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Ausströmung erfolgt. Die nach unten gehenden Kolben bewirken zufolge ihres durch den Ring 11 auf die Schrl1gflilche des Zylinders 3 ausgeübten Druckes eine Drehung dieses Zylinders ; da aber durch die Drehung des Vortoilschiebors die Kolbendrücke mit dem Zylinder 3 in gleichem Sinne mitwandern, wird eine fortdauernde Drehung des letzteren erzielt, welche entweder unmittelbar durch die Zylinderwelle 4 oder mittels Getriebe auf den zu bewegenden Teil übertragen wird.
Die beschriebene Maschine eignet sich zum Antrieb von Ventilatoren, Schrauben kleinerer Schiffe und von Werkzeugmaschinen aller Art, insbesonders von Bohrmaschinen.
Diese bohren bekanntlich, wenn sie mit den gebräuchlichen Antriebs-und Steuervorrichtungen ausgestattet sind, nur dann ökonomisch, wenn sie für eine Bohrung bestimmter Grösse gebaut sind. Sollen jedoch mit denselben Maschinen Bohrungen kleineren Durchmessers als die vorgeschriebenen hergestellt werden, so arbeiten diese Bohrmaschinen dann un- ökonomisch, wenn die Expansion nicht geändert werden kann. Bei der vorliegenden Maschine kann aber durch Auswechseln des Verteil schiebers 19 den Zylindern 6 eine grössere oder geringere Füllung und Expansion gegeben werden, so dass es möglich ist, mit einer verhältnismässig grossen Maschine durch Austausch des vorhandenen Schiebers gegen linon anderen auch engere Bohrungen ok@nomisch#herzustellen.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Durch Dampf oder Pressluft betriebene Kraftmaschine, bei welcher die geradlinige
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gestellte Fläche in eine Drehbewegung der Welle umgesetzt wird, dadurch gekennzeichnet, dass der die Kolbendrücke auf die Schrägfläche des Zylinders 3 übertragende Ring 11 durch eine auf einem seitlichen Zapfen 15 dos Ringes sitzende, in einem senkrechten Gehäuseschlitz 16 geführte Rolle 17 an der Drehung gehindert und durch allseitig bewegliche Golenke 8, 9 und 10 mit den Kolben verbunden ist, deren Zylindern das Treibmittel durch ein die Umsteuerung der Maschine ermöglichendes Verteilorgan zugeführt wird.