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Beleuchtullgsalllage.
In gewissen Fällen, insbesondere im Kriegsfall, ist es erforderlich, die Strassenbeleuchtung auf das Notwendigste einzuschränken, insbesondere um feindlichen Fliegern die Orientierung bei Nacht zu erschweren. In solchen Fällen soll die Beleuchtung beispielsweise auf 20% der in Friedenszeiten üblichen Beleuchtung eingeschränkt werden. Soweit es sich dabei um Strassenbeleuchtungsanlagen handelt, bei welchen sämtliche Glühlampen parallel geschaltet sind, bedeutet es keine wesentliche
Schwierigkeit, die erwähnte Beleuchtungseinsehränkung durch Lockern oder Entfernen der Lampen, welche ausser Betrieb gesetzt werden sollen, herbeizuführen. In Gleichstromnetzen jedoch werden die Lampen nicht in Parallelschaltung verwendet, sondern die Lampen sind zu Gruppen von z.
B. zehn oder fünf Stück zusammengefasst, wobei in jeder dieser Gruppen die Lampen in Serie geschaltet sind.
Die Weiterschaltung von einer Gruppe auf die jeweils nächste erfolgt in bekannter Weise durch sogenannte Weiterschaltschützen. Bei Anlagen dieser Art ist es entweder unmöglich, einzelne der Lampen zu entfernen, ohne das ganze Netz oder zumindest einen grösseren Netzteil zu unterbrechen, oder aber es ist eine solche Massnahme, wenn sie zufolge des Vorhandenseins je eines Umschaltrelais pro Lampe, welches bei Versagen der Lampe einen Ersatzwiderstand in die Serie einschaltet, an sich möglich wäre, sehr unökonomisch, da in diesem Falle trotz weitgehend, z. B. auf 20, herabgesetzter Beleuchtung der Stromverbrauch der gleiche bliebe wie bei Vollbeleuchtung.
Gemäss der Erfindung werden diese Ubelstände vermieden, indem zur Herbeiführung der eingeschränkten Beleuchtung an die Stelle einer oder einiger weniger Lampen jeder Gruppe Lampen gesetzt werden, welche bei wesentlich geringerer Stromstärke eine Spannung verzehren, die ein Mehrfaches jener Spannung beträgt, für welche die Lampen der normalen Serie bestimmt sind. Für die normale Serie werden beispielsweise in Wien 45-Volt-Lampen benutzt, von denen je zehn bzw. je fünf zu einer Gruppe (Serie) zusammengefasst sind. Der Betriebsstrom der Lampen ist in diesem Falle z. B. für 200-Watt-Lampen 4'6 Amp. Auch die den einzelnen Lampen zugeordneten Umschaltrelais zur Steuerung der Ersatzwiderstände sprechen nicht wesentlich unter der erwähnten Stromstärke an.
Die Weiterschaltschützen springen hingegen schon bei einer Mindeststromstärke von 1'4 Amp. an. Ersetzt man nun im Sinne der vorliegenden Erfindung beispielsweise zwei 45-Volt-Lampen der normalen Zehnerserie durch zwei 220-Volt-Lampen, von welchen jede einen Energieverbrauch von 300 Watt hat, d. h. mit einer Stromstärke von zirka 1'4 Amp. arbeitet, so werden nun diese beiden 220-Volt-Lampen brennen, wogegen die an ihrer Stelle verbliebenen acht 45-Volt-Lampen, die, wie erwähnt, eine Stromstärke von 4'6 Amp. benötigen würden, dunkel bleiben. Auch die Umschaltrelais dieser acht Lampen sprechen zufolge der zu geringen Stromstärke nicht an. Für die Weiterschaltschützen ist jedoch die jetzt vorhandene Stromstärke noch ausreichend.
Es wird daher der Betrieb des ganzen Netzes aufrecht bleiben, jedoch mit der Änderung, dass in jeder Gruppe statt zehn Lampen nur mehr zwei Lampen brennen und der Energieverbrauch der Serie, der vorher 2000 Watt war, jetzt nur mehr zirka 600 Watt beträgt.
Die Umstellung der Beleuchtungsanlage von Normalbeleuchtung auf eingeschränkte Beleuchtung kann selbst in grossen Städten innerhalb verhältnismässig kurzer Zeit durchgeführt werden, da etwa in dem angeführten Beispiel nur ein Fünftel der vorhandenen Lampen ausgetauscht werden muss, während man sich um die übrigen Lampen nicht zu kümmern braucht. Eventuell kann man auch mit dem Ersatz einer einzigen Lampe pro Serie das Auslangen finden.
Um zu verhindern, dass beim Durchbrennen des Fadens einer der Lampen hoher Spannung das ganze Netz gestört wird, werden die Lampen hoher Spannung in an sich bekannter Weise als Zwei-
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fadenlampen ausgebildet, wobei bei Bruch des einen Fadens die Umschaltung auf den zweiten Faden zweckmässig selbsttätig durch ein einen Schalter betätigendes Relais erfolgt. Dieses Umschaltrelais kann in einem besonderen Zwisehensockel oder im Sockel der Lampe untergebracht sein, doch liegt eine besonders zweckmässige Ausführungsform darin, das Relais in der Lampe selbst unterzubringen.
Die beiden Glühfäden sind so geschaltet, dass stets nur einer der beiden Fäden im Betrieb stehen kann. Dabei ist in der Leitung zu jenem Glühfaden, der als Reserveglühfaden dienen soll, der Schalter eingebaut, der durch das Umschaltrelais betätigt werden kann, und die Haltwicklung des Relais liegt in Serie mit dem andern Faden. Bricht der eine Faden, so wird das in diesen Stromkreis eingeschaltete Relais stromlos und der in Abhängigkeit von diesem Relais stehende Schalter schliesst den Stromkreis für den Reserveglühfaden. Der Reserveglühfaden ist zweckmässig so kräftig bemessen, dass er im Falle seiner Einschaltung mit einer Temperatur brennt, die niederer ist, als der andere Faden im Betrieb hatte. Dadurch wird eine ganz besonders hohe Lebensdauer dieses Reservefadens erreicht.
Wohl brennt dann der Reservefaden dunkler, als vorher der andere Faden gebrannt hatte, doch kommt diesem Umstande mit Rücksicht darauf, dass es sich um eine Notbeleuchtung handelt, keine praktische Bedeutung zu. Gelegentlich der nächsten an der Beleuchtungsanlage vorzunehmenden Putzarbeiten werden alle Lampen, deren einer Faden unterbrochen ist, durch neue ersetzt.
Die Beleuchtungsanlage nach der Erfindung kann auch so ausgebildet werden, dass die Lampen hoher Spannung nicht erst im Bedarfsfalle statt einzelner der Serienlampen niederer Spannung eingeschraubt werden, sondern dass sie von vornherein zusätzlich zur normalen Serie vorhanden sind, wobei dann im Bedarfsfall durch Relais diese Lampen hoher Spannung in die Serie eingeschaltet werden unter gleichzeitiger Ausschaltung einzelner der normalen Serienlampen. Diese Relais können von der Zentrale bzw. von Unterzentralen aus zur Funktion gebracht werden.
Die Erfindung kann in einer sinngemäss abgeänderten Ausführungsform auch dazu nutzbar gemacht werden, um die Strassenbeleuchtung von dem normalen Mass auf das für die späteren Nachtstunden ausreichende reduzierte Mass (sogenannte"halbnäehtige Beleuchtung") zu bringen. In diesem Falle wird man in der Regel Lampen benutzen, deren Spannung z. B. nur etwa das Doppelte oder das Dreifache der Spannung der für die Vollbeleuchtung verwendeten normalen Serienlampen beträgt.
Verwendet man dabei Lampen von annähernd dem gleichen Wattverbrauch wie dem der normalen Serienlampen, so lässt sieh eine Stromersparnis von zirka 50 bis 75% gegenüber dem Verbrauch bei Vollbeleuchtung erzielen. Bisher konnte der gleiche Effekt nur auf die Weise erreicht werden, dass ausser der Anlage für Vollbeleuchtung noch eine besondere zweite Anlage für reduzierte Beleuchtung vorgesehen wurde.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Beleuchtungsanlage, insbesondere für Strassenbeleuchtung, bei welcher die Lampen in Gruppen zusammengefasst und von Weitersehaltselifitzen betätigt werden und in jeder Gruppe die Lampen in Serie geschaltet sind, wobei jede Lampe mit einem Umschaltrelais versehen ist, dadurch gekennzeichnet, dass zur Herbeiführung einer eingeschränkten Beleuchtung an Stelle einer oder einiger Lampen in jeder Gruppe besondere Lampen eingesetzt werden, welche bei wesentlich verminderter, für die Betätigung der Umschaltrelais zu geringer, zur Betätigung der Weiterschaltsehützen aber ausreichender Stromstärke eine Spannung verzehren, die ein Mehrfaches jener Spannung beträgt, für welche die Lampen der normalen Serie bestimmt sind,
wobei diese Lampen hoher Spannung vorzugsweise als Zweifadenlampen ausgebildet sind und bei Bruch des einen Fadens die Umschaltung auf den zweiten Faden zweckmässig selbsttätig durch ein einen Schalter betätigendes Relais erfolgt.