AT150279B - Verfahren zur Herstellung eines Düngemittels aus gemahlenem, gebranntem Dolomitkalk. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung eines Düngemittels aus gemahlenem, gebranntem Dolomitkalk.

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   <Desc/Clms Page number 1> 
 



  Verfahren zur Herstellung eines   Diingemittels   ans gemahlenem, gebranntem   Dolomitkalk.   



   Gegenstand der Erfindung bildet ein Verfahren zur Herstellung   eines Düngemittels aus gemah-   lenem,   gebranntem Dolomitkalk, gemäss welchem   man diesen mit Basaltmehl und mit Russ oder Kohlen- staub vermischt, diese Mischung mit einer aus stickstoff- und phosphoreichen Pflanzenstoffen durch
Vergärung gewonnenen Lösung besprüht und nach   mehrstündiger   Dauer des   Löschvorganges die so   erhaltene lockere Masse in bekannter Weise der Einwirkung nitroser Gase und Kohlensäure aussetzt. 



   Es ist zwar schon vorgeschlagen worden, Basaltmehl xur Bodenverbesserung zu verwenden, das durch seinen Gehalt an Zeolithen sowie durch seine'kolloidalen Eigenschaften den Basenaustausch und die   Absorptionsvorgänge   fördern und gleichzeitig die physikalischen Eigenschaften des Bodens verbessern soll.

   Es ist auch bekannt, zum Zwecke des Aufschliessen von Kieselsäure, Tonerde, Schlacke, Braunkohlenasche od. dgl. enthaltenden   Stoffen gelöschten   oder ungelöschten Kalk zu verwenden und diesen mit Wasser zu besprühen oder der Einwirkung von Dampf auszusetzen.   Schliesslich   ist es auch bekannt, bei der Herstellung von Düngemitteln aus beim Aufschliessen kalihaltiger Silikatgesteine mit Kalk oder Kalkverbindungen nach dem Auslaugen des abgespaltenen Alkalis verbleibenden Rückständen diese mit Salpetersäure oder nitrosen Gasen zu behandeln und   zweckmässig unter   Absättigung der zunächst im Überschuss verwendeten Säure durch Kalk od. dgl. zu kalzinieren. 



    Die durch die bekannten Verfahren erzielbaren Produkte ergeben keine befriedigende Düngewirkung, was vermutlich am Fehlen bestimmter für das Pflanzenwaehstum nötigen Stoffe liegt.   



   Diesem Mangel hilft das den Erfindungsgegenstand bildende Verfahren dadurch ab, dass zum Löschen des mit Russ oder   Kohlenstaub vermischten Gemenges   aus gebranntem Dolomit und aus Basaltmehl eine aus stickstoff-und phosphorhaltigen Pflanzen gewonnene Nährlösung eventuell unter Anwendung von Zusätzen, wie Teer, kleine Mengen Salpetersäure und Huminsäure verwendet wird, so dass alle für den Aufbau der Pflanzen erforderlichen Stoffe vorhanden sind. 



   Das Verfahren ist nachstehend an Hand der beiliegenden Zeichnung, die eine zur   Durchführung   des Verfahrens geeignete Vorrichtung in einem lotrechten Schnitt darstellt, beschrieben. 



    @ Gebrannter   Dolomitkalk wird in feiner Vermahlung mit fein   vermahlenem   Basalt im Mengen- verhältnis von etwa 3 : 1 und unter Zusatz von beiläufig   6%   Braunkohlenstaub oder Russ gut vermischt und mittels einer beliebigen Transportvorrichtung in eine der abwechselnd in Verwendung stehenden
Präparationszellen   1 und 2 gebracht.   Im gemeinsamen Beschickungsrohr 3 kann ein in der Zeichnung nicht dargestellter Klappdeckel angeordnet sein, der das Gemisch je nach seiner Stellung der einen oder der andern   Präparationszelle zufuhrt.   An Stelle der Basalts können die für das Verfahren not- wendigen Mineralstoffe, die der Basalt zum Teil enthält, z. B. Aluminiumoxyd. Mangan, Eisen, Kiesel- säure, Titansäure u. a., dem Kalke beigemischt werden.

   Die Beimengung von Basalt erfolgt aus wirt- schaftlichen Gründen zwecks Vermeidung einer   umständliehen,   getrennten Behandlung der Stoffe. 



   Das in den Präparationszellen 1   oder : 2 befindliche Pulver wird   nun von den Leitungen 4 oder 5 aus von einer in die Mündung eingebauten Düse mit einer Lauge übersprüht, die sich in einem säurefesten, geschlossenen Behälter befindet und die in folgender Weise hergestellt wird :   Stickstoff-und phosphorhaltige Pflanzenstoffe,   wie z. B. Lupinen, Sojabohnen. Klee od. dgl., werden in Wasser unter Zusatz eines Ammonsalzes innerhalb einiger Tage bei einer Temperatur von 7 bis   80 C der Vergärung   überlassen und in die Flüssigkeit werden geringfügige Mengen von Salpetersäure,
Eisenchlorid und nach Bedarf auch Borsäure und andere Heizstoffe beigemischt.

   Dies hat den Zweck beim Ablöschen ein Anätzen des Basalts zu besorgen, wodurch die   Wurzellöslichkeit   der darin ent- 
 EMI1.1 
 

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 wird. Eine Filtration der   Gärlauge   ist nicht nötig, da die verbleibenden Pflanzenteile nicht schaden. 



  Die Vergärung selbst kann in betonierten Gruben vorgenommen werden und Zusätze von Jod, Kupfer, Nickel, Zink, Kobalt, Kaolin, Bor, Chlor,   Huminsäure   usw. können auch   nach Überführung   der Lösung in einen säurefesten geschlossenen   Laugenbehälter hinzugefügt   werden, woselbst noch eine aus Holzasche gewonnene Lauge beigemischt wird. Der dem Kalkpulver beigemengte Russ oder Holzkohlenstaub hat den Zweck, ein Zusammenbacken des Kalkpulvers während der weiteren Behandlung zu verhindern 
 EMI2.1 
 besonders günstige Einwirkung der Gärlauge auf Basalt wird erzielt, wenn dieser Lauge ausser Salpeter- säure noch eine aus Holzasche erzielte Lauge und Huminsäure beigemengt werden.

   Da sich infolge   tbersprühung   des Kalkes (Kalkgemisches) mit der Lauge eine grosse Wärme entwickelt, müssen die Präparationszellen 1, 2 aus hitzebeständigem Material hergestellt sein. Man lässt die Flüssigkeit etwa 4-6 Stunden einwirken. Die dabei entstehenden Dämpfe und Gase werden durch die oben angeordneten Abzugsrohre 6 oder 7 in den Laugenbehälter   zurückgeführt.   



   Das so vorbehandelte Kalkgemisch wird nun wieder in feiner Verteilung durch eine Siebvorriehtung 11, 12 in die angeschlossene Reaktionszelle   1. 3 gebracht,   die sich unterhalb der von einem Gerüst   11,   15 getragenen Präparationszellen 1, 2 befindet. In dieser Reaktionszelle wird vorerst der Druck vermindert, damit die im Inneren der lockeren Masse befindlichen indifferenten Gase austreten, dann werden die nitrosen Gase und die Kohlensäure eingeführt, damit sie auf die Masse im warmen Zustand und eventuell unter geringem Druck einwirken. Es genügen ganz geringe   Druekänderungen,   etwa von einigen   Millimetern.   Während sonst für die Nitrifikation des Kalkes eine Temperatur von 400  C nötig ist, kommt man infolge der vorherigen Behandlung mit Gärlauge mit 140  C aus.

   Die für die Füllung einer Zelle von etwa 2500 kg erforderlichen Gasmengen werden in zwei gesonderten Apparaten   So,   26, die aus säurefestem Material bestehen, durch Destillation hergestellt. In den einen Apparat kommt eine Mischung von Kalk und Ammonsalz, der bei Inbetriebsetzung Salpetersäure in sehr fein verteilter Form fortlaufend beigefügt wird. Der zweite Apparat wird mit Natriumkarbonat und einem Harzstoff gefüllt. Das Bikarbonat wird aus Soda und der aus dem Kalkofen stammenden Kohlensäure selbst hergestellt. Die erhaltenen Gase werden in eine heiss gehaltene,   möglichst säurefeste   und isolierte Sammelzelle 17 geleitet und von dort in die evakuierte   Reaktionszelle 1. 3 eingelassen, zu welchem   Zwecke ein oder mehrere Rohrleitungen vorgesehen sein können.

   Nach erfolgter Sättigung kann das erhaltene Produkt durch die unten an der Kammer angebrachte Abfüllvorrichtung 19,20 in Blechtrommeln gefüllt werden. Zur Ablesung der Temperatur dient ein Thermometer 18 und für den Gasdruck die Druckmesser 27 und 28. Der Rauchkanal   z   der Feuerung 24 dient zur Erhitzung der Sammelzelle 17 und mündet in den Rauchabzug 8. 



   Der Gehalt des Düngers an Stickstoff, Phosphor und Kali lässt sich leicht regulieren. Der Dünger verträgt sieh mit allen andern Düngemitteln und ist sowohl wegen der Zusammensetzung als auch wegen der Form der in ihm enthaltenen Nährstoffe allgemein anwendbar. 



   Zur Herstellung von 10.   000 kg   des Düngemittels werden beispielsweise verwendet : 
 EMI2.2 
 
<tb> 
<tb> Rohmaterial <SEP> Dem <SEP> Düngemittel <SEP> werden <SEP> dadurch <SEP> folgende <SEP> wichtige <SEP> Stoffe
<tb> einverleibt <SEP> in <SEP> % <SEP> vom <SEP> fertigen <SEP> Düngemittel.
<tb> 



  5000 <SEP> Dolomitkalk............... <SEP> 35-6 <SEP> CaO, <SEP> 8 <SEP> MgO, <SEP> 0#4 <SEP> Al2O3, <SEP> 0#63 <SEP> SiO2, <SEP> 0#38 <SEP> MgO, <SEP> 4#4 <SEP> CO2
<tb> 2500 <SEP> Basalt <SEP> 0-5 <SEP> K2O, <SEP> 1#0 <SEP> Na2O, <SEP> 2#25 <SEP> CaO, <SEP> 1#74 <SEP> MgO, <SEP> 4#5 <SEP> Al2O3, <SEP> 3#25 <SEP> Fe2O3,
<tb> 0-025 <SEP> TiO, <SEP> 11-2 <SEP> Si0 <SEP> 0-5 <SEP> Mn.
<tb> 



  100 <SEP> Russ <SEP> 1-0 <SEP> C <SEP> und <SEP> geringe <SEP> Mengen <SEP> NH3
<tb> 500 <SEP> Braunkohle <SEP> Spuren <SEP> J, <SEP> 3-5 <SEP> C
<tb> 100 <SEP> Kaolin <SEP> 0#01 <SEP> K2O, <SEP> 0#01 <SEP> Na2O, <SEP> 0#01 <SEP> MgO, <SEP> 0#37 <SEP> Al2O3, <SEP> 0#01 <SEP> Fe2O3, <SEP> 0#45 <SEP> SiO2
<tb> 10 <SEP> Mangansuperoxyd.......... <SEP> 0-1 <SEP> MnO2
<tb> 100 <SEP> Chlorkalium <SEP> 0-53 <SEP> K2 <SEP> 6, <SEP> 0-47 <SEP> Cl
<tb> 10 <SEP> Borsäure <SEP> 0-1 <SEP> B203
<tb> 10 <SEP> Fluorkalzium............... <SEP> 0#05 <SEP> F1
<tb> 10 <SEP> Kobaltsulfat <SEP> ............... <SEP> 0#037 <SEP> CoO, <SEP> 0#035 <SEP> SO3
<tb> 1 <SEP> Zinksulfat................. <SEP> 0-0003 <SEP> ZnO
<tb> 1 <SEP> Kupfersulfat <SEP> ................ <SEP> 0#0003 <SEP> CuO
<tb> 600 <SEP> Rohe <SEP> Pottasche <SEP> konzentriert. <SEP> zou <SEP> Spur <SEP> PsO <SEP> ;

   <SEP> ;
<tb> 1008 <SEP> Gärlauge <SEP> 1-0 <SEP> K2O, <SEP> 0#8 <SEP> N, <SEP> 0#05 <SEP> SO3, <SEP> 2#8 <SEP> P2O5, <SEP> 0#17 <SEP> C
<tb> 
 
Ausser diesen Stoffen werden entsprechende geringe   Mengen Teer. Huminsäure, lerner für   die Nitrifikation Salpetersäure, im Bedarfsfalle auch noch kohlensaures Ammoniak oder andere geeignete Stoffe verwendet. 



   Die ehemische Untersuchung eines   ähnlich     zusammengesetzten Mischdüngers hat in bezug auf   seine wichtigsten Bestandteile folgendes Ergebnis geliefert : Stickstoff   7'7%, Phosphorsäure 2-9%, Kali 7'8%.   



   Die im Düngemittel enthaltene Phosphorsäure ist meist zitratlöslich. 



   Das Düngemittel ist für alle Böden anwendbar bzw. wirksam, insbesondere für Mineral-und Tonböden.

Claims (1)

  1. PATENT-ANSPRUCH : Verfahren zur Herstellung eines Düngemittels aus gemahlenem, gebranntem Dolomit kalk, dadurch gekennzeichnet, dass man diesen mit Basaltmehl und mit Russ oder Kohlenstaub vermischt, diese Mischung mit einer aus stickstoff- und phosphorreichen Pflanzenstoffen durch Vergärung gewonnenen Lösung besprüht und nach mehrstündiger Dauer des Löschvorganges die so erhaltene lockere Masse in bekannter Weise der Einwirkung nitroser Gase und Kohlensäure aussetzt. EMI3.1
AT150279D 1934-12-18 1934-12-18 Verfahren zur Herstellung eines Düngemittels aus gemahlenem, gebranntem Dolomitkalk. AT150279B (de)

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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1015018B (de) * 1956-01-07 1957-09-05 Gewerk Victor Chem Werke Verfahren zur Herstellung granulierter Duengemittel

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