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Einrichtung zum selbsttätigen Erfassen des Zeitpunktes für den Abwurf von Gegenständen aus
Luftfahrzeugen.
Die Erfindung bezweckt eine Vereinfachung der Einrichtung nach dem österr. Patente Nr. 144742 zum selbsttätigen Erfassen des Zeitpunktes für den Abwurf von Gegenständen aus Luftfahrzeugen, die die Möglichkeit bietet, das Ziel auch dann zu treffen, wenn nach der irgendwie vorgenommenen Bestimmung des Vorhaltewinkels das Ziel im Augenblick des Abwurfes durch Wolken verdeckt sein sollte.
Bei der im Stammpatent beschriebenen Vorrichtung wird der Abwurfzeitpunkt dadurch erfasst, dass in einem der jeweiligen Fallzeit des abzuwerfenden Gegenstandes proportionalen Vertikalabstande unterhalb einer oberen Visiermarke eines in die Abwurfvisur eingestellten, also um den irgendwie ermittelten Vorhaltewinkel gegen die Vertikale nach vorne geneigten Visierlineals eine Vorvisiermarke beliebig weit vor dieses Lineal eingestellt wird, worauf diese Marke in dem Augenblick, in dem das herankommende Ziel die gewählte, durch die obere Visiermarke und durch die Vorvisiermarke gebildete Vorvisierlinie anschneidet, durch einen Uhrwerksantrieb mit einer ganz bestimmten unveränderlichen Geschwindigkeit so verschoben wird,
dass bei Koinzidenz der Vorvisiermarke mit der schon vorher eingestellten Abwurfvisierlinie oder bei Berührung eines mit der Vorvisiermarke verbundenen elektrischen Kontaktes mit einer Kontaktkante des Visierlineals der Abwurf des Gegenstandes entweder
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Nun ist zur Einstellung des Abwurfvisierlineals in die um den Vorhaltewinkel gegen die Vertikale geneigte Abwurfvisur eine besondere Einrichtung notwendig, bei der diese Einstellung entweder auf Grund der zu messenden Relativgeschwindigkeit eines vor dem Ziel gelegenen Hilfszieles erfolgt oder bei der das noch hinreichend weit entfernte Ziel selbst während einer zum Durchfliegen einer gewissen Messstrecke erforderlichen Zeit in der Visur gehalten wird.
Ohne Zweifel ergibt sich vom werkstättentechnisehen Standpunkte eine ganz wesentliche Vereinfachung, wenn im Sinne der Erfindung die für die Einstellung des Abwurfvisierlineals in die um den Vorhaltewinkel gegen die Vertikale geneigte Abwurfvisur benutzte Vorrichtung konstruktiv so eingerichtet ist wie die zum selbsttätigen Erfassen des Abwurfzeitpunktes benutzte.
Der Erfindungsgegenstand ist in der Zeichnung in einer beispielsweisen Ausführungsform dar-
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der Abwurfvisiermarke, Fig. 2 und 3 die Seiten-und Rückansicht der Abwurfvisiereinriehtung.
In Fig. 1 ist 002 = H die Höhe der oberen Visiermarke 0 über dem Zielhorizont, Z. die Lage des Zieles im Augenblick der Vorvisur, die durch die obere und durch die untere bewegliche Visiermarke Ao hindurchgeht, wobei diese letztere um eine von der Fallzeit T des abzuwerfenden Gegenstandes abhängigen Höhe 001 unter der oberen Zielmarke 0 eingestellt ist. Die Strecke 01Ao kann beliebig gewählt und eingestellt werden. Wird nun in diesem Augenblicke die Vorvisiermarke Ao mit einer ganz bestimmten konstanten Geschwindigkeit c vertikal nach abwärts bewegt, so gelangt sie nach einer gewissen Zeit t nach Ao', so dass jetzt die Visierlinie OA,'unter dem Vorhaltewinkel 1'2 den Zielhorizont in Z2 und die Horizontale 01"10 im Punkte B schneidet.
Ist nun die vertikale Geschwindigkeit c der Visiermarke Ao so gewählt, dass nach Ablauf der Zeit t vom Augenblick der Vorvisur das mit der
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visierlinie, wenn der Luftwiderstand den abzuwerfenden Gegenstand nicht um den Betrag der Rüek- trift Z2Zr = O2R = H tg p ablenkte. Zur BerÜcksichtigung dieser Rücktrift neigt man einfach die Verschubriehtung A0A0' der Vorvisiermarke A0 gegen die Vertikale um p, so dass diese Marke nach Ablauf der Zeit tin Ar auf der Abwurfvisierlinie OZr einlangt. Diese Linie schneidet die Horizontale O1A0
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schwindigkeit c vertikal nach abwärts nach A1' bzw. in der Rücktriftriehtung A2Ar' wandern, dann wird diese Marke, wie eine analoge Betrachtung zeigt, den Punkt A1' bzw.
Ar' im gleichen Augenblick erreichen, in dem das Ziel im Punkte Z2 bzw. in Zr eintrifft, also im gleichen Augenblick, in dem die Visiermarke Ao in Ao'bzw. Ar einlangt. Ist in diesem Augenblicke der Zielpunkt Zr durch eine Wolke verdeckt, so erkennt man doch daran, dass die Visierlinie DAr mit der Visierlinie (M'zur Deckung kommt, dass die zur Erzielung eines Treffers notwendige Abwurfvisierrichtung DAr'Ar eingestellt ist.
In diesem Augenblick muss der Abwurf entweder von Hand aus oder durch einen elektrischen Kontakt veranlasst werden.
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im Stammpatent beschriebenen, aus einem an der Seitenwand des Flugzeuges mittels eines Gelenkbolzens 1 azimutal versehwenkbar gelagerten Konsols in Gestalt eines rechten Winkels 2v, 2h, an dessen
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versehene Mutter verdrehungssicher sitzt und mittels der Griffscheibe 3 a mit Hilfe einer auf 2 v vorgesehenen Skala entsprechend der jeweiligen Fallzeit T des abzuwerfenden Gegenstandes über dem Nullstrich eingestellt werden kann. Die Schraubenmutter 4 ist mit einer Lagergabel zur Aufnahme eines Bolzens 5 versehen, der mit einer als obere Zielmarke 0 dienenden Spitze ausgestattet ist.
Auf dem Horizontalarm 2" des Konsols sitzen hintereinander zwei längsverschiebbare und festklemmbare
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von der ein-, ausschaltbaren und reversierbaren Welle 13 (13') des Uhrwerkes 14 (14') angetrieben wird und durch deren Verdrehung eine auf 10 (10') verdrehungssicher sitzende Mutter 15 (15') vertikal verschoben wird.
Diese Mutter besitzt einen Stirnzapfen C0 (C1), der in eine Visierspitze Ao (as) über-
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Teiles 9 (9') und damit auch den Neigungswinkel der Sehraubenspindel 10 (10') gegen die Vertikale auf der am Uhrwerksgehäuse 14 (14') vorgesehenen Kreisskala 14a (14a') anzeigt, welcher Winkel als Rücktriftwinkel p mittels des am Lagerstück 9 (9') vorgesehenen Schneckenradsegmentes 9b (9b') durch Verdrehen der am Gleitstück 7 (7') drehbar gelagerten Schneckenspindel 16 16(16') eingestellt werden kann.
Die Handhabung der Abwurf Zielvorrichtung ist folgende :
Zunächst werden nach erfolgtem Aufziehen der Uhrwerke mittels Kurbeln (17) die Schraubenspindeln 10, 10'so weit verdreht, bis die Muttern 15, 15'im Achsenhorizont der Bolzen 8, 8'stehen, sodann werden diese Spindeln gegen die Vertikale um den Rücktriftwinkel p geneigt und schliesslich die beiden verschiebbaren Visierteile 7#17 und 7'#17' auf dem Horizontalarm 2h so eingestellt, dass sich eine passend gewählte Vorvisierrichtung (M, und ein ebenfalls zweckmässig gewählter Visiermarkenabstand A0A1 ergibt, worauf das Ziel geradlinig angeflogen wird.
Im Augenblick, als das Ziel in der Vor-
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visierlinie OAo, also in Zo, erscheint, wird das Uhrwerk in Gang gesetzt, wodurch die Mutter 15 mit der Visierspitze Ao nach abwärts verschoben wird, u. zw. scheinbar rascher, als das Ziel herankommt.
In dem Augenblick, als das Ziel die zweite Visierlinie O. äj anschneidet, wird das Uhrwerk 14'in Gang gesetzt, wodurch die Mutter 15'mit der Visierspitze 4. 1 nach abwärts verschoben wird, u. zw. eben- falls zunächst rascher als das herankommende Ziel. Je näher dieses herankommt, um so mehr vergrössert sich die Winkelgeschwindigkeit der jeweiligen Zielrichtung OZ, und je tiefer die Muttern 15 und 15' gelangen, um so mehr verkleinert sich die Winkelgeschwindigkeit der Visierlinie OA0 und OA1, bis schliesslich diese beiden gleichzeitig mit der Zielrichtung OZ, zur Deckung kommen, dies ist der Augenblick des Abwurfes.
Zur Erkennung der Koinzidenz von OAo und (Mi in der Richtung OAr'Ar ist selbstverständlich die Sichtbarkeit des Zieles nicht erforderlich.
Will man den Zeitpunkt des Abwurfes nicht visuell, sondern selbsttätig erfassen, so kann man eine um den Bolzen 5 drehbar gelagerte Kontaktschiene 6 derartig anordnen, dass sie zunächst auf dem die Visierspitze Ao tragenden Kontaktzapfen Co aufruht und im Augenblick der ersten Koinzidenz der Visierlinie (Mo mit der noch ruhenden Visierlinie O-i den Strom eines Signallämpchens durch Berührung der Kontaktschiene mit dem die Visierspitze Al tragenden Kontaktzapfen Ci für einen Augenblick schliesst, nach deren Verlöschen die Kontaktschiene nunmehr vom Kontaktzapfen Ci getragen wird.
Wird nunmehr ein Stromschalter geschlossen, der bisher im Augenblicke des gemeinsamen Kontaktes beider Kontaktzapfen mit der Kontaktschiene den zur elektromagnetischen Auslösung der Haltevorrichtung des abzuwerfenden Gegenstandes vorgesehenen Stromkreis geöffnet hielt, so wird nunmehr bei der nun folgenden Koinzidenz der Visierlinie OA0' und OA1' infolge der abermaligen Berührung der beiden Kontaktzapfen mit der Kontaktschiene durch Schliessen des Stromkreises der Abwurf im richtigen Augenblick selbsttätig veranlasst.
Begnügt man sich mit einem konstanten Abstand der beiden vertikalen Spindeln 15, 15' (AoAl = konst. ), wodurch allerdings eine gewisse Beschränkung der Verwendungsmöglichkeit bei stärkerer Bewölkung bedingt ist, dann können beide Spindeln auf einem gemeinsamen Gehäuse gelagert sein und durch ein gemeinsames Uhrwerk, jedoch unabhängig voneinander angetrieben werden.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Einrichtung zum selbsttätigen Erfassen des Zeitpunktes für den Abwurf von Gegenständen aus Luftfahrzeugen gemäss Patent Nr. 144742, dadurch gekennzeichnet, dass die für die Einstellung des Abwurfvisierlineals in die um den Vorhaltewinkel gegen die Vertikale geneigte Abwurfvisur benutzte Vorrichtung konstruktiv so eingerichtet ist wie die zum selbsttätigen Erfassen des Abwurfzeitpunktes verwendete.