AT149974B - Verfahren zur Veredelung von Fasern, Garnen od. dgl. unverwobenem Textilgut. - Google Patents

Verfahren zur Veredelung von Fasern, Garnen od. dgl. unverwobenem Textilgut.

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  Verfahren zur Veredelung von Fasern, Garnen od. dgl. unverwobenem Textilgut. 



   Die Erfindung bezieht sich auf die Veredelung von Textilfasern, Garnen od. dgl. unverwobenem Textilgut und ist insbesondere auf Zellulosematerial, wie Baumwolle oder Kunstseide, anwendbar. 



   Gemäss der Erfindung werden das Garn, die Faser oder das unverwobene Textilgut vor dem Spinnen oder Weben lokal einer Behandlung auf bleibende oder halbbleibende Verformungen unterworfen und diese Verformungen dadurch verfestigt, dass man innerhalb der Fasern oder auf denselben 
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 welche Stoffe in solch ausreichender Menge zugesetzt werden, dass die Eigenschaft des Textilgutes geändert sowie auch die lokalen Verformungen verfestigt werden. 



   Durch diese Behandlung der Fasern ist es möglich, den daraus hergestellten Baumwollgarnen manche der Eigenschaften von Wolle zu verleihen, nämlich Garne zu gewinnen, die elastisch (gekräuselt), warm und von grösserem Durchmesser als aus normalen Fasern hergestellte sind, welch letztere flach 
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 und Elastizität. 



   Den Garnen kann auch ein anderes Aussehen verliehen werden, u. zw. kann letzteres in fast unbeschränktem Ausmasse variiert werden, da man die verschiedensten Kräuselarten und Kombinationen derselben benutzen kann, von denen jede dem fertigen Gewebe ein unterschiedliches Aussehen verleiht ; dabei entstehen aber auch noch andere Vorzüge, wie grössere Elastizität und Dehnbarkeit. Auf diese Weise kann, leicht regelbar, ein unbegrenzt variierbares Produkt erhalten werden, das späteren Verarbeitungen ungeändert standhält und auch waschecht ist. 



   Wolle besitzt einen gewissen stumpfen Glanz, Kunstseide-Stapelfaser lässt sich in derselben Stärke herstellen und auf dieselbe Länge schneiden wie Wolle ; wendet man dann auf sie das neue Verfahren an, so kann man ihr eine bleibende Kräuselung und einen stumpfen Glanz, ähnlich Wolle, verleihen. So behandelte   Kunstseide-Stapelfaserware   hat ferner die Fülle und einen Griff wie Wolle. 



  Andere lose Fasern oder Vorgespinste lassen sich mit ähnlichem Erfolg behandeln. 



   Um das zur Erzielung eines stumpfen Glanzes nötige Niederschlagen des Kondensationsproduktes auf der Faser zu erleichtern, kann die Lösung des Zwischenproduktes oder der Komponenten ein Fällmittel enthalten oder das getränkte und verformte Gut kann mit einem Fällmittel behandelt werden. 



   Ein   zweckmässiger   Weg des mechanischen Verformens des Fasergutes besteht darin, eine lose Menge desselben während des Tränkens mit der Lösung des Zwischenproduktes oder der Komponenten einer Pressung zu unterwerfen. Dann entsteht eine unregelmässige Kräuselung wie bei Wolle. Während dieser Behandlung kann das Kondensationsprodukt gemäss dem Obigen in unlöslicher Form niedergeschlagen werden, um die Kräuselung bleibend zu machen und einen stumpfen Glanz zu erzeugen. 



  Schliesslich kann das Fasergut zwecks Fortschreitens der Kondensation und Verbesserns der Elastizität der Fasern erhitzt werden. 



   Das gemäss der Erfindung behandelte Fasergut kann man zusammen mit unbehandelten Fasern verspinnen, oder nach der Erfindung hergestellte Garne können zusammen mit unbehandelten Garnen gewebt werden. 



   Die Verformungen können nach ihrer Grösse regelmässig oder unregelmässig und sie können periodisch oder periodisch sein. Beispielsweise können die Garne oder Fasern nach Art einer Sinuslinie oder Sägeverzahnung mit   geschränkten   und geraden Zähnen verlaufen, kleine Ausbuchtungen können mit grossen Buchten und mit geraden Strecken abwechseln, oder es können schraubenförmige 

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   Garn aus Kunstseide oder Baumwolle (merzerisiert oder unmerzerisiert) wird mit der Lösung getränkt, abgequetscht oder abgeschleudert, um den   Flüssigkeitsüberschuss   zu beseitigen, und dann bei etwa   60-800 C getrocknet.   



   Das Gut wird darauf durch Riffelwalzen oder eine ähnliche Vorrichtung zur Anwendung von
Druck und Wärme geschickt, um die Garne in der gewünschten Weise und nach Art der verlangten
Sorte zu verformen. Wählt man die Temperatur der Walzen nicht genügend hoch oder die Durchgangszeit nicht genügend lang, um eine Verfestigung der harzbildenden Körper zu erreichen, so wird das verformte Garn einer weiteren Erwärmung in einer Heizkammer od. dgl. unterworfen, um das Erhärten des Kondensationsproduktes zu bewirken, worauf man schliesslich   wäscht.   



   Die Art des   Tränkungsmittels   kann der zu behandelnden Garnsorte so angepasst werden, dass man nach Wunsch weichere oder härtere Effekte erzielt. 



   Das Verformen der Garne braucht sich nicht auf die Behandlung mit Riffelwalzen od. dgl. zu   beschränken.   Das Garn kann z. B. zwecks Erzielung von Schraubenwindungen um Drähte gewickelt werden, und die Verfestigung kann beim Vorhandensein dieser Form vorgenommen werden. 



   Für das Verfestigungsmittel beschränkt die Erfindung sich nicht auf die Zwischenprodukte oder Komponenten synthetischer Harze. Man kann sogar auch ein nur zeitweilig wirkendes Mittel anwenden und dieses z. B. nach dem Weben wieder beseitigen. 



   Beispiel 2 : Es ist bekannt, dass Baumwollgarne beim Eintauchen in Quellmittel, wie Ätznatron oder Schwefelsäure von bestimmten Stärken, gewisse unregelmässige Formen federnd-elastischer Art annehmen. Die in solcher Weise behandelten Baumwollgarne verlieren jedoch beim oder nach dem Weben einen grossen Teil dieser Eigentümlichkeiten. Behandelt man sie dagegen gemäss der Erfindung, so können die Eigenschaften aufrechterhalten und sogar verstärkt werden. 



   Man tränkt Baumwollgarne mit einer Ätznatronlösung von 1-3 Dichte und lässt es soviel wie möglich schrumpfen. Das Ätznatron wird in bekannter Weise durch Waschen entfernt, das Garn wird abgeschleudert und dann mit einer Lösung harzbildender Körper gemäss Beispiel 1 behandelt. Man trocknet bei niedriger Temperatur und erhitzt   schliesslich   zwei Minuten lang auf 170  C oder auf eine andere, für das Kondensationsprodukt geeignete Erhärtungstemperatur. Durch das letztere werden die beim Schrumpfen aufgetretenen Verformungen nunmehr verfestigt, und das Garn zeigt sehr federndelastische Eigenschaften. 



   Baumwollfasern lassen sich in derselben Weise behandeln. 



   Beispiel 3 : Folgendes Gemisch wird hergestellt : 50 g Harnstoff, 100 g Formaldehydlösung   (40%, neutral), 4-5 9   Ammoniak (Dichte   0'88), 2-3 Minuten   unter einem Rückflusskühler gekocht und rasch gekühlt. Man setzt 3   cm3     Weinsteinsäurelosung   von 33% zu und kann dann diese Lösung mit dem gleichen oder halben Volumen Wasser verdünnen. 



   Kunstseidefasern in Form von Lunten (slubbings or sliver) werden in irgendeiner geeigneten Vorrichtung mit der verdünnten Lösung getränkt und der Flüssigkeitsüberschuss wird durch Absaugen oder Abschleudern beseitigt. 



   Die Entfernung des Flüssigkeitsüberschusses ist sehr wichtig und man muss so viel Flüssigkeit wie nur möglich beseitigen, damit die Fasern nicht zusammenkleben können. Diese werden dann in geeigneter Weise bei   60-800 C getrocknet   und durch Riffelwalzen od. dgl. geschickt, um sie in der gewünschten Art zu verformen. Dann werden die harzbildenden Körper fertig kondensiert, um die Fasern in ihrer Form zu verfestigen. 

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   Als Verfestigungsmittel kann auch eine der Lösungen nach Beispiel 1 zur Anwendung kommen. 



   Beispiel 4 : Kunstseidefasern werden im rohen Zustande mit einer Lösung aus 60 Teilen Harnstoff, 100 Teilen Formaldehydlösung   (40%, neutral), 3% Türkischrotöl   getränkt und dann in einer 
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 In diesem Zustande werden sie entweder der Wirkung eines sauren Gases, z. B. dem Dampf von Essigsäure oder Salzsäure, ausgesetzt, der die Kondensation des Harnstoffes mit dem Formaldehyd beendet und dadurch die Kräuselung verfestigt, oder man unterwirft die Fasern der Einwirkung einer 2% igen
Salzsäurelösung, die so rasch wie möglich durch die Masse hindurchgepresst wird und ebenfalls die Kondensation fördert. 



   Die Fasern werden dann neutralisiert und gewaschen. Nach dem Trocknen erweisen sie sich als kraus und zeigen einen verringerten Glanz. 



   Gewünschtenfalls kann man zwecks Erhöhung der Elastizität der Fasern diese mit verdünnten organischen Säuren benetzen, bei niedriger Temperatur trocknen und dann zwei Minuten lang auf   1700 erhitzen.   



   Beispiel 5 : Kunstseidefasern werden im rohen Zustande mit einer Lösung aus 60 Teilen Harnstoff, 100 Teilen Formaldehydlösung   (40%,   neutral),   3% Türkischrotol   getränkt und zwecks Beseitigung des Flüssigkeitsüberschusses in einer geeigneten Vorrichtung soviel wie möglich zusammengepresst. Die so behandelten Fasern werden in eine   3% ige Weinsteinsäurelosung getaucht   und der Flüssigkeits- überschuss wird wieder entfernt. Man trocknet die Fasern bei 60 oder 80  C und erhitzt dann zweiMinuten lang auf 170  C oder auf eine andere geeignete Temperatur, welche die Kondensation des Harnstoffs und Formaldehyds zu beenden vermag. Nach dieser Behandlung sind die Fasern kraus und zeigen die Elastizität und den stumpfen Glanz von Wollfasern. 
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AT149974D 1934-10-24 1935-10-22 Verfahren zur Veredelung von Fasern, Garnen od. dgl. unverwobenem Textilgut. AT149974B (de)

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