DE216892C - - Google Patents

Info

Publication number
DE216892C
DE216892C DENDAT216892D DE216892DA DE216892C DE 216892 C DE216892 C DE 216892C DE NDAT216892 D DENDAT216892 D DE NDAT216892D DE 216892D A DE216892D A DE 216892DA DE 216892 C DE216892 C DE 216892C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
fibers
spinning
alcohol
lye
fiber
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Active
Application number
DENDAT216892D
Other languages
English (en)
Publication of DE216892C publication Critical patent/DE216892C/de
Active legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • DTEXTILES; PAPER
    • D01NATURAL OR MAN-MADE THREADS OR FIBRES; SPINNING
    • D01CCHEMICAL OR BIOLOGICAL TREATMENT OF NATURAL FILAMENTARY OR FIBROUS MATERIAL TO OBTAIN FILAMENTS OR FIBRES FOR SPINNING; CARBONISING RAGS TO RECOVER ANIMAL FIBRES
    • D01C1/00Treatment of vegetable material
    • D01C1/02Treatment of vegetable material by chemical methods to obtain bast fibres

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • General Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Health & Medical Sciences (AREA)
  • Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
  • Molecular Biology (AREA)
  • Wood Science & Technology (AREA)
  • Zoology (AREA)
  • Textile Engineering (AREA)
  • Treatment Of Fiber Materials (AREA)

Description

χ bo.
Mahezt'icfjcn § xlc-iil'awtb.
öM-itjBJuigt bet S
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
- M 216892 KLASSE 29 δ. GRUPPE
in ST. PETERSBURG.
Bisher kommen Flachs- und Hanffasern in verhältnismäßig rohem Zustande, d. h. so, wie sie auf die übliche mechanische und chemische Weise aus den Pflanzen isoliert sind, und 5 ohne nach der Trennung von den Nebenbestandteilen einer besonderen chemischen Reinigung unterworfen zu werden, in die Spinnerei. Diese Reinigung. wird vielmehr erst nach dem Verspinnen oder Verweben
ίο vorgenommen, obwohl die Faser im ungesponnenen und unverwebten Zustand für ihre Reinigung weniger Reagenzien brauchen und die in und auf der Faser befindlichen Verunreinigungen leichter abgeben würde als nach dem Verspinnen und Verweben; denn beim Spinnen und Weben wickeln sich die verunreinigenden Teilchen in die Faser hinein, sie werden sogar mehrfach bedeckt und sind dann schwer durch chemische Reagenzien zu beseitigen. Die Folge hiervon ist außer einem vergrößerten Verbrauch an Reinigungsmitteln eine wesentliche Schwächung des Gewebes oder Garnes wegen der erforderlichen langen und kräftigen Bearbeitung der Gespinste und Gewebe mit Lauge und Säure. Aus diesen Gründen findet man auf dem Hanf markte meist sehr grobe Faser, die sich nur für die niedrigste Nummer Garn eignet. Eine gründliche chemische Reinigung der Flachs- und Hanffasern vor dem Verspinnen und Verweben hat bis jetzt deshalb nicht stattgefunden, weil man nach vorhandenen Verfahren eine solche Reinigung ohne Beschädigung der Fasern nicht ausführen konnte. Die 35
45
Fasern wurden vielmehr dabei brüchig, was das Verspinnen und Verweben verhinderte.
Mittels des nachstehend beschriebenen besonderen Verfahrens ist es nun möglich, die bereits isolierte Flachs- und Hanf faser vorteilhaft so zu veredeln, daß sie nicht nur auf die mittleren Garnnummern, sondern auf noch feinere als Nr. 40 verarbeitet werden kann. Das Verfahren kann naturgemäß auch auf Gespinste und Gewebe angewendet werden, die nach der bisherigen Methode aus roherer Faser hergestellt sind.
Dabei wird nach diesem Verfahren das Garn Und die Faser weniger Operationen wie bisher unterworfen, denn es fällt z. B. das unangenehme Schleudern in der Schleudermaschine fort. Trotzdem wird ein feines Fasermaterial von hohem Glanz erhalten, dessen Fasern weder zusammengedreht, verbogen, noch..zusammengeklebt oder. in kurze Fasern geteilt sind, Eigenschaften, die für das Spinnen außerordentlich wertvoll sind.
Bei energischerer Behandlung kann man nach dem neuen Verfahren die Faser in sehr feine Einzelfasern zerteilen, die eine der Baumwolle sehr ähnliche Beschaffenheit aufweisen.
Dazu kommt noch, daß die so behandelten Fasern, Fäden, Garne und Gewebe vollständig gebleicht werden können und beim Bleichen mit Chlor sehr widerstandsfähig sind.
Das neue Verfahren besteht darin, daß die Flachs- oder Hanffasern vor oder nach dem Verspinnen zunächst in geschlossenen Behältern
nach Entfernung der Luft mit Laugenlösung gekocht oder gedämpft ■ und· darauf ein oder : mehrere Male mit Äthylalkohol bearbeitet werden. An Stelle des Äthylalkohols können auch andere Alkohole oder Gemische verschiedener Alkohole benutzt werden. Nach dem Entfernen des Alkohols werden die Fasern ohne weiteres Nachwaschen mit Wasser getrocknet. Alkalilösungen nach vorheriger Entfernung
ίο der Luft und Alkohol sind zwar zwecks Isolierung von Pflanzenfasern aus den betreffenden Pflanzen bereits benutzt worden. Neu ist jedoch die Kombination beider Verfahren und die Anwendung dieser Kombination zur Veredelung bereits isolierter Fasern, die den Gegenstand vorliegender Erfindung bildet und die zu Produkten führt, wie sie bisher aus Flachs und Hanf nicht hergestellt werden konnten; . denn durch die Nachbehandlung, mit Alkohol werden sämtliche Verseifungsprodukte und klebenden Bestandteile aus den Fasern entfernt, was mit Wasser nicht möglich ist.
Die ,.Ausführung des Verfahrens geschieht folgendermaßen: .
Auf übliche Weise isolierte Flachs- oder Hanffasern werden in einen Kessel eingebracht, worauf die Luft aus Kessel und Material mit Hilfe einer Luftpumpe entfernt und der evakuierte Kessel mit heißer Laugenlösung gefüllt wird. Darauf wird entweder durch direkten
: überhitzten Dampf oder mittels einer Dampfschlange weiter erwärmt.
Die Stärke der Lauge, die Dauer des Erhitzens und die Höhe des Druckes hängen von der Art der Faser ab und können in den üblichen Grenzen je nach Bedarf gewählt werden.
Nach dem Kochen oder Dämpfen wird die Lauge abgelassen und aus dem Material durcrj Pressen möglichst entfernt, worauf dieses als-; bald mit warmem Alkohol weiter behandelt wird, indem man den Alkohol entweder übei! die Faser fließen läßt, oder indem man da^ Material in Alkohol eintaucht. Dabei können sowohl denaturierter als auch gewöhnliche! Äthylalkohol oder andere Alkohole oder Gemische verschiedener Alkohole verwendet werden. Die Behandlung mit Alkohol dauert i1/^ bis 3 Stunden und wird, wenn nötig, wiederholt; Nach genügender Extraktion wird der Alkohol durch Pressen der Faser in der Wärme möglichst entfernt und das Material schließlich mit warmer Luft und überhitztem Dampf getrocknet.
Der aus dem Kessel abgelassene Spiritus kann durch Destillation auf übliche Weise regeneriert und von neuem benutzt werden. Eiii Teil der nicht regenerierten Spirituslösung kanri vorteilhaft der Lauge zur Vergrößerung dei Laugenwirkung auf das Material zugesetzt werden. Auf dieselbe Art können auch Fädenj Garne und Gewebe bearbeitet werden. j

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch: j
    Verfahren zur Veredelung von in bekamt ter Weise isolierten Flachs- und Hanffasern dadurch gekennzeichnet, daß die Fasern voi oder nach ■ dem Verspinnen und Verweberj in einem geschlossenen Kessel nach vor] herigem Entfernen der Luft mittels Vakuum· einrichtungen zunächst mit Lauge erhitz' und darauf ein oder mehrere Male mit Äthyl alkohol, anderen Alkoholen oder deren Ge mischen kalt oder warm behandelt werden
DENDAT216892D Active DE216892C (de)

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE216892C true DE216892C (de)

Family

ID=478252

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DENDAT216892D Active DE216892C (de)

Country Status (1)

Country Link
DE (1) DE216892C (de)

Cited By (3)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
US2639988A (en) * 1942-03-02 1953-05-26 Zeehuisen Jacob Johan Production of textile fibers from bast fiber material by alkaline digestion
US4717003A (en) * 1986-04-21 1988-01-05 Eoa Systems Breakaway clutch for robot end-of-arm tooling
US4842114A (en) * 1988-01-29 1989-06-27 Gm Of Canada Limited Air clutch with tool changer

Cited By (3)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
US2639988A (en) * 1942-03-02 1953-05-26 Zeehuisen Jacob Johan Production of textile fibers from bast fiber material by alkaline digestion
US4717003A (en) * 1986-04-21 1988-01-05 Eoa Systems Breakaway clutch for robot end-of-arm tooling
US4842114A (en) * 1988-01-29 1989-06-27 Gm Of Canada Limited Air clutch with tool changer

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE742818C (de) Verfahren zur Herstellung von Wollersatzfasern aus synthetischen linearen Superpolymeren
DE216892C (de)
DE717938C (de) Verfahren zum Weichmachen von Textilgut aus Cellulosekunstseide
DE1585132A1 (de) Verfahren zur Herstellung elastischer Wirk- und Webwaren
DE650995C (de) Verfahren zur Erhoehung der Wasserbestaendigkeit von Mustern, die durch Anwendung mechanischer Mittel auf cellulosehaltigen Textilstoffen erhaeltlich sind
DE2059845C3 (de) Verfahren zur Herstellung gereinigter Asbestformkörper
DE1251464B (de) Verfahren zur Behandlung von Flachsfasern
DE217159C (de)
AT52956B (de) Verfahren zur Erzeugung spinnbarer, für die Herstellung von Kleiderstoffen geeigneter Fasern aus frischen Flachsfasern oder Abfallspinnfäden von Flachs.
DE316534C (de)
DE300744C (de)
AT80622B (de) Verfahren zum Aufbereiten der Typhasamenhaare für die textile Verarbeitung.
AT139438B (de) Verfahren zum Veredeln von Wolle.
AT80626B (de) Verfahren zur Gewinnung von Gespinstfasern aus Lupinenstroh.
DE914176C (de) Verfahren zur Herstellung von torsionsentspannten Woll- und Mischtgarnen
DE692690C (de) Verfahren zur Herstellung von Mustern auf textilen Flaechengebilden
AT90799B (de) Verfahren zur Gewinnung von Spinnfasern aus Typhaarten.
DE577889C (de) Verfahren zur Gewinnung pflanzlicher Gespinstfasern
DE543600C (de) Verfahren zur Wiedergewinnung gebrauchter Wirkwaren als Garn
DE667732C (de) Aus Kokosfasern bzw. daraus hergestellten Garnen geflochtene Schuhsohlen
DE639381C (de) Verfahren zur Gewinnung von Gespinstfasern aus Baumrinde
AT217983B (de) Verfahren zur Erhöhung der Kräuselung von synthetischen, thermoplastichen, kontinuierlichen, gekräuselten Fasern in aus solchen Fasern hergestellten elastischen Erzeugnissen
DE806699C (de) Verfahren zur Herstellung von teilweise oder ganz verseifter Acetatstreckkunstseide mit verbesserter Dehnbarkeit
DE356003C (de) Verfahren zur Behandlung von Flachs o. dgl.
DE68807C (de) Rost-, Reinigungs-und Entsäuerungs-Verfahren für Textilfasern (Flachs, Hanf, Nessel, Chinagras u. s. w.)