DE217159C - - Google Patents

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DE217159C
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caustic soda
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    • DTEXTILES; PAPER
    • D01NATURAL OR MAN-MADE THREADS OR FIBRES; SPINNING
    • D01CCHEMICAL OR BIOLOGICAL TREATMENT OF NATURAL FILAMENTARY OR FIBROUS MATERIAL TO OBTAIN FILAMENTS OR FIBRES FOR SPINNING; CARBONISING RAGS TO RECOVER ANIMAL FIBRES
    • D01C1/00Treatment of vegetable material
    • D01C1/02Treatment of vegetable material by chemical methods to obtain bast fibres

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Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
-JlS 217159 -■ KLASSE 29 b. GRUPPE
FRIEDRICH REICHMANN in BARMEN.
Laugen und Fluorwasserstoff.
Patentiert im Deutschen Reiche vom 3. November 1907 ab.
Es ist eine bekannte Tatsache, daß der Bedarf an Jute nicht gedeckt werden kann. Die in neuerer Zeit als Ersatz dafür in den Handel gekommenen sogenannten Silvalin- und Licellagarne eignen sich aber schlecht für die Herstellung von Säcken, Emballagen u. dgl., da sie keine Decke (Schluß) ergeben.
Die vorliegende Erfindung hat nun ein Verfahren zum Gegenstand, nach dem die in
ίο Stroh, Gräsern, Baumbast und ähnlichen Rohstoffen enthaltenen Pflanzenfasern aufgeschlossen und für Spinnerei- und Webereizwecke brauchbar gemacht werden können, wodurch ein vollgültiger Ersatz für Jute geschaffen wird, der sich infolge der billigen und leichten Beschaffbarkeit der Rohmaterialien auf nicht die Hälfte des Preises billigster Jutesorten stellt. Die Aufschließung der Fasern erfolgt dabei unter Benutzung von Alkalilaugen und Fluorwasserstoff.
Es hat zwar nicht an Versuchen gefehlt, aus stark zellulosehaltigen Materialien verspinn- und verwebbare Fasern zu gewinnen, wobei bereits alkalische Laugen und Flußsäure für sich allein, wie auch im Verein mit anderen chemischen und mechanischen Behandlungsmethoden Anwendung fanden. Alle diese bekannten Verfahren liefern aber kein befriedigendes Ergebnis.
Dagegen wird durch das vorliegende neue Verfahren, bei dem alkalische Laugen und Flußsäure in ganz bestimmter eigenartiger Weise zur Verwendung kommen, die gestellte Aufgabe in vollkommener Weise gelöst.
Bei Ausübung des Verfahrens wird die jeweils zu verarbeitende Menge des Rohmaterials, z. B. gedroschenes Roggenstroh, in ein mit Heizvorrichtung versehenes Holz- oder Eisengefäß eingebracht, dann zuerst mit einer Y2 0Be. starken Ätznatronlösung Übergossen und darin so lange gekocht, bis der Pflanzenleim gelöst ist und das Stroh sich leicht in seine Fasern zerteilen läßt. Nachdem die schmutzig gewordene Lauge abgelassen ist, wird über die Fasern eine kalte Ätznatron- oder Kalilauge von 15 bis 20° Be. oder auch höherer Konzentration gegossen. Dadurch wird ein Kräuseln der einzelnen Fasern bewirkt. Sie werden dabei aus ihrer gegenseitigen Lage verschoben und so voneinander getrennt. Dabei ist darauf zu achten, daß die Lauge überall eindringt, und gegebenenfalls dabei durch Umziehen nachzuhelfen. Nach genügender Einwirkung wird· die Lauge entfernt, worauf die Fasern am besten mit warmem Wasser gespült werden, das aufgefangen und wieder Verwendung finden kann.
Auf die so behandelten Fasern wird nunmehr eine Fluorwasserstoff lösung von i° bis 2° Be. gegossen und damit die im Stroh befindliche Kieselsäure ausgelaugt. Dieser Prozeß muß in einem Holz- oder Bleigefäß vorgenommen, er kann warm oder auch kalt durchgeführt werden.
Schließlich wird das Gut mit Wasser, dem kleine Mengen Ammoniak und Chlormagnesium zugesetzt sind, gespült und neutralisiert. Nach dem Trocknen kann es der Krempel- oder
Kardmaschine zugeführt und auf Gespinste und Gewebe weiter verarbeitet werden.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch :
    Verfahren zum Aufschließen der in Stroh, Gräsern, Baumbast u. dgl. enthaltenen 'Pflanzenfaser für Spinnerei- und Webereizwecke unter Benutzung von alkalischen Laugen und Fluorwasserstoff, dadurch gekennzeichnet, daß das Rohmaterial, z. B. gedroschenes Roggenstroh, zuerst mit einer etwa 1Z3 0 Be. starken Ätznatronlösung gekocht wird, bis der Pflanzenleim gelöst ist und das Gut sich in seine Fasern zerteilen läßt, darauf nach Entfernung dieser Lauge zur Trennung der Fasern voneinander mit einer kalten Ätznatron- oder Ätzkalilauge von 15 bis 200Be. oder höherer Konzentration Übergossen und schließlich zwecks Auslaugung der darin enthaltenen Kieselsäure mit einer Fluorwasserstofflösung von ι bis 20 Be. behandelt wird, worauf das Gut gespült, neutralisiert und endlich ge-' trocknet wird.
DENDAT217159D 1909-05-21 Active DE217159C (de)

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GB190912059T 1909-05-21

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DE (1) DE217159C (de)
FR (1) FR403607A (de)
GB (1) GB190912059A (de)

Cited By (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
US5007065A (en) * 1988-08-19 1991-04-09 Hewlett-Packard Company Bilithic unidirectional ring laser
US5148444A (en) * 1988-08-18 1992-09-15 Harmonic Lightwaves, Inc. Tunable single-frequency ring laser

Cited By (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
US5148444A (en) * 1988-08-18 1992-09-15 Harmonic Lightwaves, Inc. Tunable single-frequency ring laser
US5007065A (en) * 1988-08-19 1991-04-09 Hewlett-Packard Company Bilithic unidirectional ring laser

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FR403607A (fr) 1909-11-10
GB190912059A (en) 1909-10-14

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