DE348636C - Verfahren zur Herstellung von Papierzeug aus frisch gestochenem Torf - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von Papierzeug aus frisch gestochenem TorfInfo
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Classifications
-
- D—TEXTILES; PAPER
- D21—PAPER-MAKING; PRODUCTION OF CELLULOSE
- D21C—PRODUCTION OF CELLULOSE BY REMOVING NON-CELLULOSE SUBSTANCES FROM CELLULOSE-CONTAINING MATERIALS; REGENERATION OF PULPING LIQUORS; APPARATUS THEREFOR
- D21C5/00—Other processes for obtaining cellulose, e.g. cooking cotton linters ; Processes characterised by the choice of cellulose-containing starting materials
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- Paper (AREA)
Description
DEUTSCHES REICH
AUSGEGRBEN
AM 13. FEBRUAR 1922
AM 13. FEBRUAR 1922
REICH S PATENTAMT
PATENTSCHRIFT
M 348636 KLASSE 55 b GRUPPE
Adolph Lionel Burlin in Manchester, England.
Patentiert im Deutschen Reiche vom 28. Juli 1920 ab.
Die Erfindung betrifft die Herstellung von Papierzeug zur Herstellung von Papier u. dgl.
und hat ein Verfahren zum Gegenstand, mittels dessen das zur Herstellung schneeweißen
Papiers geeignete Papierzeug aus frisch gestochenem Torf gewonnen wird.
Es ist in der Papierfabrikation im allgemeinen und auch bei der besonderen Aufgabe,
Papier aus Torf herzustellen, bekannt, Ätznatron und Bleichmittel anzuwenden. Bei
den früheren Versuchen der Herstellung von Papier aus Torf hatte man nicht genügend berücksichtigt,
daß — im Gegensatz zu den meisten änderen Ausgangsmaterialien — im Torf die Faser bereits fast vollständig aufgeschlossen
ist, und daß daher die sonst in der Papierfabrikation erst notwendige Arbeit des
Aufschließens der Faser nicht mehr geleistet zu werden braucht.
Die Erfindung besteht in der Wahl der geeigneten Maßnahmen, durch welche eine derartige
schonende Behandlung der Faser erzielt wird, daß die Faser selbst nicht angegriffen
wird. Gleichzeitig wird hierdurch eine wesentüche Vereinfachung des Verfahrens und
der für das Verfahren erforderlichen Mittel erzielt.
Die Erfindung ist im folgenden beispielsweise beschrieben. Je nachdem es sich um
starkfaserigen oder feinfaserigen Torf handelt, erfährt das Verfahren gewisse Abänderungen.
I. Stärkfaseriger Torf.
Der frisch gestochene Torf (der gegen 75 Prozent Wasser enthält) wird auf einen Arbeitstisch
gebracht, und es werden von Hand alle etwa darin befindlichen dicken Würzein und
Fremdkörper entfernt. Danach wird der Torf ! in einen vorzugsweise aus Gußeisen bestehenj
den Kocher gebracht, der in etwa 15 cm Abstand von dem Boden einen Siebbodeneirisatz
enthält und mit einem Holzdeckel abgeschlossen ist, so daß ab und an die Masse durch ein
Rührholz umgerührt werden kann. 45 ·
Danach wird eine je nach der Helligkeit oder Dunkelheit des zu behandelnden Torfs
ι1/,- bis aprozentige Ätznatronlösung zugesetzt
(je heller der Torf, desto schwächer die Lösung), und zwar in solcher Weise, daß der
Torf im Kocher bedeckt ist. Dann wird der Inhalt etwa 2 Stunden lang gekocht und
gelegentlich umgerührt.
Nach Verlauf dieser Zeit ist folgende Prüfung zu empfehlen:
Es wird eine kleine Menge des Torfs aus dem Köcher genommen, in kaltem Wasser gewaschen
und in ein Reagenzglas gebracht. Dann wird eine kleine Menge frischer Ätznatronlösung
(von derselben Stärke, wie die dem Torf im Kocher zugefügte) über die
Probe gegossen, dann wird gut umgeschüttelt und das Ganze filtriert. Weist die abgezogene
Flüssigkeit eine leicht bräunliche Färbung
auf, so kann man das Kochen als beendet ansehen; ist sie dagegen dunkelbraun, so ist das
Kochen fortzusetzen und die Prüfung von Zeit zu Zeit zu wiederholen, bis sich ein FiI-trat
von der gewünschten Färbung ergibt.
Nach dem Kochen wird die ganze breiige Masse in einen Behälter geleitet und mit kaltem
Wasser gewaschen. Das Wasser wird entweder in dem gleichen oder in einem besonderen
Behälter abgezogen, und es wird eine 2prozentige Chlorkalklösung über die Masse gegossen in solcher Menge, daß diese
damit bedeckt wird.
Nach etwa ι Stunde wird eine geringe Menge einer wässerigen Lösung von Natriumbikarbonat
zugesetzt, die Masse wird gut umgerührt, gewaschen und mit einer stark verdünnten Lösung irgendeiner Säure, vorzugsweise
Schwefelsäure, angesäuert. Danach wird sie mit kaltem Wasser gewaschen, bis
sie vollkommen neutral ist. Der Stoff wird dann in eine Filterpresse geleitet, und es
werden Filterkuchen gebildet. Diese Kuchen, die immer noch 30 bis 40 Prozent Wasser
s a5 enthalten, können zur Herstellung hellbraunen
Papiers, Pappe, Kunstleder U. dgl. verarbeitet werden, die auf jede beliebige Farbe außer
weiß gefärbt werden können, da sie zur Behandlung mit beliebigen Farbstoffen, vorzugsweise
mit Anilinfarbe, geeignet sind.
2. Feinfaseriger Torf.
Bei der Behandlung feinfaserigen Torfs wird der gleiche Arbeitsgang durchlaufen,
nur mit dem Unterschied, daß, weil der feinfaserige Torf der Behandlung mit Ätznatron
nicht so gut widersteht, Kristallsoda oder Waschsoda in einer wässerigen Lösung von
ι bis 10 Prozent verwendet wird; die
4« Stärke hängt aber von der Feinheit des Torfs ab, die Lösung ist um so schwächer, je
feiner der Torf.
Im übrigen ist die Behandlung des feinfaserigen Torfs genau die gleiche wie vorher
beschrieben.
3. Bleichen.
Die Kuchen aus der Filterpresse werden in einen irdenen oder aus Schiefer o. dgl. bestej
henden Behälter gebracht, und es wird eine verdünnte wässerige Lösung von Chlorkalk
zugesetzt (1 kg für je 50 bis 60 kg des Pa-, pierzeugs). Die Masse bleibt etwa 2 Stun-'
den stehen, und danach wird eine kleine Menge wässeriger Lösung von Natriumbikarbonat
zugesetzt. Das Ganze wird gut durchgerührt, bleibt etwa 1Z2 Stunde stehen
und wird mit kaltem Wasser gut ausgewaschen, bis es vollständig neutral ist. Stellt sich heraus, daß die Weiße des Erzeugnisses
noch nieht vollständig befriedigend ist, so ist eine neue Bleichung notwendig; es muß
aber Sorge getragen werden, daß die Gesamtzeit für diese zweite Bleichung, die im übrigen
genau wie die erste ausgeführt wird, nicht länger als 30 Minuten beträgt. Das Papierzeug
wird dann in einem Behälter ausgewaschen, der einen Auslaß besitzt, mittels dessen das Waschwasser von der Masse abgezogen
werden kann, um sie von allen schwarzen und braunen Flecken zu säubern, die sich beim Waschen auf der Oberfläche
schwimmend zeigen. Die letzte Waschung ist die wichtigste, und sie muß gegebenenfalls
verschiedene Male wiederholt werden, bis eine von der Masse genommene Probe ein vollständig fleckenfreies Erzeugnis zeigt.
Die Masse kann dann in einer Filterpresse zu Kuchen ausgepreßt werden.
In diesem Zustand enthält das Papierzeug
noch 30 bis 40 Prozent Wasser und kann auf Papier von Cremefarbe bis zu schneeweißer
Farbe verarbeitet werden.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Verfahren zur Herstellung von Papierzeug aus frisch gestochenem Torf, dadurch gekennzeichnet, daß der Torf in einem gußeisernen Kocher, der etwa in 15 cm go Abstand von dem Boden einen Siebboden enthält, und nur mit einem Holzdeckel abgeschlossen ist, mit sehr schwacher wässeriger Sodalösung gekocht, danach mit kaltem Wasser ausgewaschen, dann mit einer wässerigen Lösung eines Bleichmittels und darauf mit einer geringen Lösung von Natriumbikarbonat behandelt wird.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| US400047A US1420303A (en) | 1920-07-30 | 1920-07-30 | Process for the manufacture of pulp for paper, cardboard, artificial leather, and the like from peat |
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| DE (1) | DE348636C (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1021244B (de) * | 1953-01-06 | 1957-12-19 | Paul Zschimmer Dr | Verfahren zur chemischen Aufbereitung von Torf |
| US5396698A (en) * | 1992-02-05 | 1995-03-14 | Texas Instruments Deutschland Gmbh | Manufacture of a flexible antenna |
Families Citing this family (1)
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1920
- 1920-07-28 DE DE1920348636D patent/DE348636C/de not_active Expired
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Also Published As
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| US1420303A (en) | 1922-06-20 |
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