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Sicherheitssteuerung für Triebfahrzeuge mit gestaffelter Schaltung.
Es ist bekannt, Triebfahrzeuge mit Einmannbedienung mit einer Sicherheitseinrichtung auszustatten, die bei einem Unfall des Fahrzeugführers ein Warnungssignal gibt und mit gestaffelter Verzögerung die Antriebskraft abschaltet und die Bremse betätigt, so dass das Fahrzeug zum Stillstand kommt. Die bekannten Sicherheitssteuerungen dieser Art bedingen, dass der Führer während der Fahrt ständig einen Druckknopfkontakt (einen Pedalkontakt) betätigt hält. Die Auslösung dieses Kontaktes bewirkt entweder nach einer bestimmten, vom Fahrzeug durchlaufenen Wegstrecke ("wegabhängige Einstellung") oder nach einer bestimmten, am Steuerungsapparat einstellbaren Zeit ("zeitabhängige Einstellung") das Ansprechen der Sicherheitssteuerung.
Auch die wegabhängigen Sicherheitssteuerungen sprechen natürlich mit einer von der Wegstrecke abhängigen Verzögerung an, so dass beide Steuerungtypen dem Führer eine gewisse, wünschenswerte Bewegungsfreiheit lassen.
Die Erfindung bezieht sich auf eine verzögert ansprechende Sicherheitssteuerung der oben erwähnten Art mit zeitabhängiger Einstellung und besteht darin, dass die Apparate für die beiden, das Anhalten des Fahrzeuges bedingenden Vorgänge (Abschalten der Antriebskraft, Betätigen der Bremseinrichtung) nicht bloss mit gestaffelter Verzögerung beeinflusst werden, sondern dass ausserdem eine besondere Abstufung ihrer Wirkung vorgesehen ist.
Für die Ausführung der zeitgestaffelten Schaltung kann als Sicherheitsapparat 1 bei elektrisch schaltbaren Apparaten ein mittels Hemmwerk 2 (z. B. Uhrwerkhemmung oder Luftdämpfung) versehener Schalter 3 Verwendung finden. Dieser Schalter wird durch Feder 4 oder Gewichtskraft in die eine Endstellung bewegt, in der andern Endstellung wird der Schalter je nach Ausbildung durch direkte mechanische Betätigung (Fig. 2, Teil 5) oder durch indirekte z. B. elektrische Betätigung (Fig. 1 und 3, Teil 6) festgehalten. Bei direkter Betätigung des Sicherheitsapparates kann dieser zweckmässigerweise gleichzeitig als Sicherheitshalteorgan für den Fahrzeugführer, z. B. Fusspedal oder ähnliche (Fig. 2, Teil 8), ausgestaltet werden.
Der Sicherheitsapparat 1 (Fig. 2) kann jedoch auch direkt über eine mechanische Kupplung 5 vom Halteorgan 1 betätigt werden.
Die Reihenfolge in der Staffelung ist zum Beispiel derart, dass zuerst Signalapparate, wie Glocke 14, Pfeife, dann die Schaltapparate zur Abschaltung der Antriebskraft quelle 12 und zum Schluss die Bremsapparate 13 ansprechen. Es kann ferner die Abschaltung der Triebkraft sowie die Bremse gestaffelt und für sich in ihrer Wirkung noch abgestuft zum Ansprechen gebracht werden. Durch entsprechende Wahl dieser Staffelung wird erreicht, dass das Fahrzeug weder eine gefährliche Geschwindigkeit erreichen kann noch dass Zugstrennungen und Bedienungsunzukömmlichkeiten auftreten.
In Fig. 1 ist eine Sicherheitssteuerung mit zeitgestaffelter Schaltung dargestellt, bei der der Sicherheitsapparat 1 indirekt betätigt wird und die übrigen Schaltapparate elektrisch geschaltet werden. Die Einschaltung der Sicherheitssteuerung erfolgt in dem dargestellten Fall durch einen Schalter 10 beispielsweise durch die Stromabnehmerwalze, doch kann im allgemeinen die Einschaltung der Sicherheiteinrichtung bei Triebfahrzeugen irgendwelcher Art durch irgendein anderes Element, durch das die Vorbedingungen zur Inbetriebsetzung geschaffen werden, erfolgen. Das Arbeiten des Haltesolenoides 6 des Sicherheitsapparates geschieht in der dargestellten Ausführung nach dem Ruhestromprinzip. Bei erregtem Solenoid, also bei niedergetretenem Pedal 7, ist der Sicherheitsapparat 1 arbeitsbereit.
Bei Loslassen des Pedals wird der Stromkreis für die Solenoidzugspule unterbrochen, und der Schalter 3 des Sicherheitsapparates wird durch die Feder in die Arbeitsstellungen gezogen und betätigt in der gewünschten Reihenfolge die verschiedenen Apparate. Die gleiche Wirkung wie durch das Solenoid kann
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jedoch auch durch irgendeinen andern elektrisch, pneumatisch oder direkt mechanischen Halteapparat erzielt werden (z. B. Fig. 2, Teil 7 und 5, Fig. 3, Teil 6). Auch lassen sich sämtliche Halteapparate so ausbilden, dass sie nach dem Arbeitsstromprinzip arbeiten.
Die durch den Sicherheitsapparat elektrisch betätigten Apparate sind in der Darstellung für Arbeitsi stromsehaltung gezeichnet, doch kann die Betätigung sowohl ganz als auch teilweise nach dem Ruhestromprinzip erfolgen. An Stelle der elektrischen kann auch eine andere indirekt aber auch eine direkte mechanische Betätigung der einzelnen Schaltapparate treten.
In Fig. 2 rechts ist eine Sicherheitssteuerung mit Zeitstaffelung dargestellt, bei der das Halteorgan (z. B. Pedal) gleichzeitig als Sieherheitsapparat S ausgebildet ist, während in Fig. 2 links das Halteorgan Teil 7 (z. B. Pedal od. ähnl.) mechanisch über Teil 5 mit dem Sicherheits apparat 1 gekuppelt ist.
Der Sieherheitsapparat eignet sich auch zur weiteren Betätigung von Apparaten nach dem Ruhestromprinzip ganz unabhängig davon, ob die Betätigung elektrisch oder auf sonst eine andere indirekte oder direkte mechanische Weise erfolgt.
In Fig. 3 ist eine Sicherheitssteuerung für einem elektrisch schaltbaren Apparat dargestellt, bei der ein Teil der Apparate direkt durch das Halteorgan 7 und 9, ein anderer Teil durch den Sicherheitsapparat 1 geschaltet wird. Es ist natürlich möglich, die Halteorgane selbst derart zu bauen, dass sie verzögert oder unverzögert schalten. Die Schalteinrichtung kann für Arbeitsstrom, Ruhestrom direkt oder indirekt wirkend ausgeführt werden. Die gezeichnete Darstellung sieht eine gemischte Ruhe-und Arbeitsstromschaltung vor.
PATENT-ANSPRÜCHE : 1. Verzögert ansprechende Sicherheitssteuerung mit zeitabhängiger Einstellung für Eisenbahnfahrzeuge, die bei einem Unfall des Führers ein Signal gibt, die Antriebskraft abschaltet und die Bremse betätigt, wobei in an sich bekannter Weise die Einrichtung für die Abschaltung der Triebkraft und für die Bremsbetätigung mit gestaffelter Verzögerung beeinflusst werden, dadurch gekennzeichnet, dass ausser der gestaffelt verzögerten Beeinflussung der beiden Apparate auch noch eine besondere Abstufung der , Wirkung jedes einzelnen Apparates vorgesehen ist.