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Die Erfindung betrifft einen elektrischen Impulsgeber für eine Schleuder- und Gleitschutzeinrich- tung, insbesondere für Schienenfahrzeuge, bestehend aus einer mit der Radachse verbundenen Antriebs- welle und einer auf dieser drehbar gelagerten, konzentrischen Schwungmasse. Dieser Impulsgeber hat die Aufgabe, bei beginnendem Schleudern oder Gleiten der Räder einen elektrischen Impuls abzugeben, welcher im ersten Falle die Antriebsleistung, im zweiten die Bremskraft mindert oder ausschaltet.
Es sind mehrere Vorrichtungen dieser Gattung mit dem gemeinsamen Merkmal bekanntgeworden, dass die durch Beschleunigung oder Verzögerung ausgelöste relatiye Umfangsbewegung auf Bauelemente, z. B. Hebel, übertragen wird, die axiale Bewegungsrichtung aufweisen. Das ist ein Nachteil. Für den
Schleuderschutz und den Gleitschutz sollen nämlich nur die in Umfangsrichtung liegenden Relativbewe- gungen steuernd wirksam werden. Enthält der Steuermechanismus aber Bauteile, die in axialer Richtung beweglich sind, so unterliegt deren Masse axial gerichteten Beschleunigungen, die von unvermeidbaren axialen Stössen des Fahrzeuges herrühren.
Das ist eine häufige Ursache von ungewollten Betätigungen der
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mit an sich bekannten, unter elektrischer Spannung stehenden Schleifringen versehen ist, die an die zugehörigen Schalterpaare in Parallelschaltung angeschlossen sind, und dass zwischen den einander zugewendeten Schaltorganen der Schalterpaare je ein Mitnehmer der Schwungmasse bei den Schleuderschutzschaltern spielfrei, bei den Gleitschutzschaltern mit Spiel angeordnet ist.
In der Zeichnung ist die Erfindung in einer als Beispiel aufzufassenden Ausführungsform dargestellt. Es zeigen Fig. 1 einen Längs-Mittelschnitt durch die erfindungsgemässe Vorrichtung, Fig. 2 und 3 eine Teilansicht nach der Schnittlinie ll-II und Fig. 4 eine Teilansicht nach der Schnittlinie IV-IV.
In Fig. 1 ist 1 die Antriebswelle, die mit der Stirnseite der Fahrzeugachse koaxial zu verbinden ist, wogegen das Gehäuse 2, in dem die Antriebswelle gelagert ist, an das Lagergehäuse der Fahrzeugachse angeschlossen wird. Die Antriebswelle 1 trägt die drehbare Schwungmasse 3 sowie die mit der Antriebswelle fest verbundene Scheibe 4 aus elektrisch nicht leitendem Werkstoff. Im dargestellten Ausführungsbeispiel sind auf der Scheibe 4 zwei Momentschalter 5 und 6 befestigt, zwischen deren tangential angeordneten Schaltstiften 5a und 6a sich der Mitnehmer 7 der konzentrischen Schwungmasse 3 befindet, u. zw. spielfrei, wenn beide Momentschalter ausgeschaltet sind.
Die Schaltkraft der Schaltstifte 5a und
6a ist so bemessen, dass bei normalen Beschleunigungen und Verzögerungen der Fahrzeugachse und damit auch der Antriebswelle 1 die Schwungmasse 3 in gleicher Weise von den Schaltstiften beschleunigt bzw. verzögert wird, ohne dass sie den Momentschalter betätigen.
Auf der Unterseite der Scheibe 4 sind zwei konzentrische Schleifringe 8 und 9 angebracht, die durch
Leitungen 10 mit den Momentschaltern 5 und 6 in Parallelschaltung verbunden sind. Den Schleifringen wird durch Schleifkontakte 11, die mit Federn 12 angedrückt werden, elektrische Spannung zuge- führt.
Wirkt die beschriebene Vorrichtung als Schleuderschutz an Treibachsen und werden die Antriebswel- le 1 sowie die Scheibe 4 über das normale Mass beschleunigt, welches von der maximalen Beschleuni- gung des Fahrzeuges herrührt, so bleibt die Schwungmasse 3 zurück und der Mitnehmer 7 bewirkt die
Schaltung eines der Momentschalter 5 oder 6. Der dadurch ausgelöste elektrische Impuls wird hier nicht dargestellten Einrichtungen zugeführt, die die der Treibachse zugeführte Antriebsleistung mindert oder zeitweise aufhebt.
Bei der Verwendung der Vorrichtung als Gleitschutz sollen die Momentschalter erst bei einer Verzö- gerung ansprechen, die einem Vielfachen der maximalen Fahrzeugbeschleunigung entspricht. Daher muss in diesem Falle die Kraft zur Betätigung der Momentschalter entsprechend grösser sein.
Soll die Vorrichtung als kombinierter Gleit- und Schleuderschutz Anwendung finden, so wird die Scheibe 4 mit zwei weiteren Momentschaltern 13 und 14 (Fig. 3) sowie einem dritten Schleifring ausgerüstet, so dass zwei getrennte Stromkreise für die Gleitschutzbetätigung und für die Schleuderschutzbetätigung entstehen. Der dritte Schleifring ist der gemeinsame Nulleiter. Bei dieser Kombination betätigen die Momentschalter 5 und 6 mit geringerer Schaltkraft den Schleuderschutz, die Momentschalter 13 und 14 mit grösserer Schaltkraft den Gleitschutz. Damit die Schleuderschutzschalter 5 und 6 bei der ihnen zugeordneten geringeren Schaltkraft ansprechen können, muss zwischen den Schaltstiften der Schalter 13und 14 und dem zweiten Mitnehmer 7 der Schwungmasse 3 der Schaltweg als Spiel (Abstand) vorgesehen sein.
Infolgedessen sprechen zuerst die Schleuderschutzschalter, dann die Gleitschutzschalter an. Der Schaltweg der Momentschalter ist mit zirka 0,3 mm äusserst gering, so dass auch hiedurch die Ansprechempfindlichkeit der Vorrichtung gesteigert wird.
Der Erfindungsgedanke ist auch durchführbar, wenn nur Momentschalter mit geringerer als der erforderlichen Schaltkraft zur Verfügung stehen. Dann können die Antriebswelle 1 und die Schwungmasse 3 hilfsweise durch ein zusätzliches elastisches Element mit der ergänzenden Kraft gekuppelt werden. Beispielsweise kann eine Blattfeder 15 (Fig. 4) auf der Scheibe 4 befestigt werden, deren freies Ende an der Schwungmasse 3 angreift.
In dem Ausführungsbeispiel der erfindungsgemässen Vorrichtung sind jeweils zwei gegenüberliegende Momentschalter in Parallelschaltung vorgesehen, so dass die Vorrichtung bei Vorwärts- und Rückwärts - gang des Fahrzeuges in gleicher Weise arbeitet.
Die fortschrittlichen Wirkungen der Erfindung können wie folgt zusammengefasst werden :
Infolge der Direktbetätigung der Momentschalter durch die Schwungmasse entfallen Hebel und in axialer Richtung bewegliche Massen. Fehlschaltungen durch axiale Stösse sind ausgeschlossen. Reibungen und Massen der Schalteinrichtung sind auf ein Minimum verringert und haben eine Verkleinerung der Schwungmasse und Steigerung der Ansprechempfindlichkeit zur Folge. Die Bauart ist vereinfacht, räumlich verkleinert und aus beiden Ursachen verbilligt. Die wenigen Verschleissteile sind auf der Scheibe 4 vereint und können durch Auswechseln dieser Scheibe mühelos erneuert werden.