AT146984B - Verfahren zur Veredelung von Sojabohnen und deren Abfall-Produkten bzw. Rückständen. - Google Patents
Verfahren zur Veredelung von Sojabohnen und deren Abfall-Produkten bzw. Rückständen.Info
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Description
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Verfahren zur Veredelung von Sojabohnen und deren Abfall-Produkten bzw. Rückständen.
Nach der österreichischen Patentschrift Nr. 106346, die sich auf ein Verfahren zur Veredelung von Sojabohnen bezieht, werden die Bohnen einer Destillation mit Wasserdampf unterworfen, worauf sie, wenn es sich um die Erzeugung eines haltbaren und mahlfähigen Endproduktes handelt, noch einem gesonderten Trockenverfahren unterzogen werden.
Es hat sich nun herausgestellt, dass man den Veredelungseffekt-d. i. die Beseitigung des widerlichen Geschmackes und der unbekömmlichen Wirkung-sowie die Haltbarmachung des Endproduktes in viel einfacherer und ökonomischer Weise erreichen kann, wenn man Sojabohnen mit einem Wassergehalt von mehr als 8% bei einer Temperatur von 100 C der Einwirkung von trockener Luft oder trockenen Gasen bzw. Gasgemischen aussetzt, um den zur Entfernung der Bitterstoffe erforderlichen Wasserdampf im Inneren der Sojabohnen zu erzeugen. Es hat sich gezeigt, dass sich mit diesem Verfahren Veredelungsprodukte mit sehr verschiedenen physikalischen und geschmacklosen Eigenschaften erzielen lassen, je nach dem Quellungsgrade des der Gasbehandlung zugeführten Ausgangsmaterials.
Unter sonst gleichen Umständen (der Gasbehandlung) erhält man nämlich aus ungequollenen, das heisst aus Sojabohnen mit dem Wassergehalt von zirka 10% oder aus schwach gequollenen Sojabohnen z. B. dunkler gefärbte Veredelungsprodukte von stark würzigem (aromatischem) Geschmack, wogegen stark gequollene Sojabohnen hellgelbe, nahezu geschmacklose Veredelungsprodukte ergeben ; durch mittlere Quellungsgrade des Ausgangsmaterials lassen sich alle zwischen den obigen Extremen liegenden Zwischenstufen hinsichtlich Geschmacks-, Farben-und anderer physikalischer Qualitäten des Veredlungsproduktes erzielen.
Die Eigenschaften des Veredelungsproduktes kann man in bekannter Weise weiter durch Zusätze zum Quellungswasser beeinflussen, dem man z. B. Salze, Säuren oder Alkalien verschiedener Art beigeben kann. In Betracht kommen selbstverständlich nur solche Zusätze, die einerseits das Behandlungsgut nicht schädigen und keine die Genussfähigkeit beeinträchtigende Nebenwirkung haben.
Gegenüber der bisher üblichen Wasserdampfbehandlung besitzt das Verfahren nach der Erfindung auch den Vorteil, dass die in der Bohne enthaltenen Bitterstoffe, die sich hauptsächlich knapp unterhalb der Schale befinden, durch das kalte Quellungswasser, in dem sie schwer lösbar sind, nicht in das Innere der Bohne gebracht werden und bei der folgenden Behandlung mit den heissen Gasen unmittelbar abtransportiert werden, während der Wasserdampf diese Stoffe bei seinem Eindringen in die Bohne in das Innere einführt, wodurch ihre endgültige, vollständige Entfernung erschwert wird.
Die in dem Verfahren liegende Möglichkeit, die physikalischen und geschmacklichen Eigenschaften der Veredelungsprodukte in weiten Grenzen willkürlich varieren zu können, ist von besonderer Bedeutung im Hinblick auf die Weiterverarbeitung, da das Veredelungsprodukt schon im Zuge des Veredelungsverfahrens der Anwendungsart (z. B. für Backwaren. Wurstwaren, Schokolade usw. ) angepasst werden kann.
Das Verfahren wird beispielsweise in folgender Art ausgeführt : Die ungeschälten oder trocken bzw. vorteilhaft nass geschälten (eventuell gekeimten) Sojabohnen werden entweder in sonst unverändertem Zustande oder nachdem man sie in einen im Hinblick auf die gemäss der Einleitung vorliegender Beschreibung in Betracht kommenden Effekte bemessenen Quellungs-
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die allfällig gewünschten sonstigen physikalischen und geschmacklichen Veränderungen eingetreten sind.
Die Temperatur des Gases kann hiebei so abgestuft werden, dass gleichzeitig mit der Beendigung des Veredelungsvorganges bzw. mit dem Eintritt der sonstigen angestrebten Veränderungen der erwünschte Endwassergehalt erreicht wird. Bei entsprechender Druckerniedrigung kann auch bei Temperaturen unter 1000 gearbeitet werden. "
Es ist wohl bereits ein Verfahren vorgeschlagen worden, um stärkehaltige Früchte durch Behandlung mit Dampf oder andern Hitzeträgern zu kochen. Bei der Erfindung ist ein Kochen ausgeschlossen, da das Behandlungsgut anmeldungsgemäss höchstens kapillar gebundenes Quellungswasser enthält.
Ausserdem dienen die bekannten Verfahren zur Aufschliessung von stärkehaltigen Leguminosen, während Sojabohnen hingegen keinerlei Stärke enthalten.
An Stelle von einheitlichen indifferenten Gasen (wie z. B. Kohlensäure) können auch Gasgemische (wie z. B. Luft) verwendet werden. Die Wahl des Gases bzw. Gasgemisches geschieht nicht nur nach ökonomischen Gesichtspunkten, nach denen unter allen Umständen (auch wenn man die möglichst Rück- gewinnung des verwendeten Gases vorsieht) Luft zu bevorzugen wäre ; es ist vielmehr für die Eigenschaften des Endproduktes, z. B. durch teilweise Spaltung der Eiweisskörper, ausschlaggebend, ob und in welchem Umfange während der Behandlung Oxydationsvorgänge vor sich gehen, weshalb verschiedene Gase bzw. anders zusammengesetzte Gasgemische anzuwenden sind, je nachdem man im Hinblick auf den erwünschten Effekt Oxydations- oder Reduktionsvorgänge hindern oder in bestimmtem Umfange fördern will.
Als Spezialfall sei z. B. angeführt, dass sich durch Anwendung von ozonhaltigen Gasgemischen gebleicht Veredelungsprodukte erzielen lassen, wie sie für bestimmte Zwecke erwünscht sind.
Es ist zwar schon vorgeschlagen worden, Ozon zur Zerstörung von Bitterstoffen bei Lupinen zu verwenden. Beim Anmeldungsgegenstand aber erfolgt die Entfernung von Bitterstoffen durch Ver-
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der Beeinflussung der Eiweissspaltung und zu Bleichzwecken.
Falls man andere Gase als Luft zur Behandlung der Bohnenmasse verwendet, ist es zweckmässig, Vorkehrungen zur Rückgewinnung dieser Behandlungsstoffe z. B. durch Kondensation oder Absorption zu treffen.
An Stelle der im Ausführungsbeispiel angeführten ganzen Sojabohnen können auch zerkleinerte Sojabohnen in analoger Weise behandelt werden, und es ist ein besonderer Vorteil des neuen Verfahrens, dass es im Gegensatz zum bekannten Dämpfverfahren auch auf Mahlprodukte und Abfallprodukte der Sojabohne anwendbar ist. Da Sojamehl besonders bei der Schalung der Bohnen reichlich abfällt, bedeutet dies einen grossen wirtschaftlichen Nutzen.
In derselben Weise wie Sojabohnen selbst, können auch die Rückstände der Sojaindustrie mit dem Verfahren nach der Erfindung behandelt werden. Besonders kommen hiebei die Rückstände von Verfahren in Betracht, die zur Ölgewinnung aus Sojabohnen dienen.
Es hat sich gezeigt, dass der Behandlungserfolg bei solchen Temperaturen und in solchen Zeiten erreicht werden kann, dass die biologisch wertvollen Bestandteile und Eigenschaften der Sojabohne nicht bzw. nicht wesentlich geschädigt werden.
Besonders vorteilhaft ist es, dass das vorliegende Verfahren auch auf Abfallprodukte von Sojabohnen und auf Rückstände der Sojaölgewinnung anwendbar ist.
Die Anwendung der Nassschälung bietet den grossen ökonomischen Vorteil, dass die Menge der Abfallprodukte auf ein Minimum reduziert wird und dass man die für die Trockensehälung sonst nötigen vorbereitenden Massnahmen vermeidet ; dabei kann gleichzeitig mit der Nassschälung die gewünschte
Quellung der Sojabohne erreicht weiden.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Veredelung von Sojabohnen und deren Abfallprodukten bzw. Rückständen mit Hilfe von Wasserdampf, dadurch gelennzeichnet, dass die Ausgangsstoffe mit einem Wassergehalt von
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strömendem Zustande, behandelt werden, um den zur Entfernung der Bitterstoffe erforderlichen Wasserdampf im Inneren der Sojabohnen zu erzeugen.
Claims (1)
- 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausgangsstoffe mit oxydieren oder reduzierend wirkenden Gasen oder Gasgemischen behandelt werden.3. Verfahren nach den Ansprüchen l und 2, dadurch gekennzeichnet, dass als Ausgangsstoffe in nassem Zustande geschälte Sojabohnen verwendet werden.
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