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Horchgerät auf zweirädrigem Fahrgestell.
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akustischen Eigenschaften mit der Beweglichkeit und dem kleinen Gewicht, die von einer für militärische Zwecke bestimmten Einheit gefordert werden müssen, in sich vereinigt.
So wurden z. B. bisher Horchgeräte für sich allein konstruiert und dann auf zweirädrigen Fahr- gestellen gelagert, ohne Rücksicht auf die Stabilität des-Ganzen beim Abprotzen und bei der Fahrt.
Um die Höhe der Gesamtvorrichtung im Marschzustand, die an und für sich schon bedeutend ist, nicht weiter zu vergrössern, wird sogar die akustische Basis (d. h. die Entfernungen der Aufnahmeapparate) unter das zulässige Mass zum Schaden der akustischen Genauigkeit und Leistungsfähigkeit verringert. Die gegenwärtig an die Konstruktionen der Horchgeräte gestellten praktischen Forderungen sind scheinbar entgegengesetzt.
Es wird gefordert : a) Möglichst grosse akustische Basis, die sowohl in der Seite als auch im Höhenwinkel gleich ist, aber gleichzeitig geringe Höhe der Vorrichtung im Marschzustand. b) Leichter Übergang aus der Marschzusammensetzung in die Schlachtstellung und umgekehrt, also eine Konstruktion, bei der die einzelnen Teile nicht abgenommen und neu montiert zu werden brauchen ; dabei wird auf permanente akustische Leitung besonders Wert gelegt. c) Die Gesamtvorrichtung soll verhältnismässig geringes Gewicht haben und soll mit verminderter Bedienungsmannschaft beim Abprotzen von dem Triebwagen leicht zu betätigen sein, etwa so wie ein Feldgeschütz.
Diese Forderungen schliessen bei genauer Betrachtung die folgenden konstruktiven Widersprüche ein. Die bedeutende akustische Basis der Empfänger des Höhenwinkels (z. B. 3 m) macht die ziemlich hohe Lagerung der Höhenbasis erforderlich. Damit die Räder nicht stören, muss der Boden des Fahrgestells gehoben werden. Dadurch erhöht sich der Schwerpunkt der Einheit wesentlich und muss durch Beschwerung (Überdimensionierung) des Fahrgestells wieder gesenkt werden. Das hat natürlich die Erhöhung des Gesamtgewichtes zur Folge. Die Gesamtkonstruktion wird dadurch jedoch höher, als für ein normales Eisenbahnprofil zulässig ist, denn dieses lässt auf einem Eisenbahnwagen nur eine Verladerhöhe von 2500 bis 2600 mm zu.
Die geforderte permanente akustische Leitung sowie die nötige Vermeidung von jeglichen abnehmbaren Teilen hat zur Folge, dass die Verringerung der Höhe im Marschzustand nicht durch Abnahme einzelner Teile erfolgen kann. Die verlangte geringe Marschhöhe, d. h. also ein möglichst tiefer Aufhängepunkt der Höhenbasis, macht daher die kleinstmögliche Entfernung derselben von den Rädern erforderlich, falls das Fahrgestell im Hinblick auf die Stabilität und das geringe Gewicht nicht so hoch sein soll, dass sein Boden die Räder und die Kotflügel überragt. Wenn die Schwerpunktlinie des ganzen Horchgerätes nicht durch die Radachsen läuft, erfolgt unbedingt ein Übergewicht der ganzen Vorrichtung beim Abprotzen nach vorne oder, was noch nachteiliger ist, nach hinten.
Dieses Übergewicht darf jedoch nicht mehr als etwa 100 kg auf der Anhängeöse betragen, damit das Manövrieren mit der Vorrichtung nach dem Abprotzen annähernd dem Manövrieren mit einem Feldgeschütz gleichkommt.
In der Praxis geht man daher meist in der Weise vor, dass man entweder a) auf die ziemlich lange akustische Basis des Höhenwinkels oder b) auf die Stabilität bei der Fahrt oder beim Abprotzen oder schliesslich e) auf die zulässige Marschhöhe verzichtet, so dass die Vorrichtungen in Marschbereitschaft auf Eisenbahnwagen nicht verladen werden können.
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Diese Nachteile der bisherigen Konstruktionen werden durch die Gesamtanordnung des Horchgerätes gemäss der Erfindung beseitigt. Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist auf den Zeichnungen dargestellt.
Fig. 1 und 2 veranschaulichen das Horchgerät in Arbeitsstellung, u. zw. in der Seiten-bzw. Stirnansicht.
Fig. 3 und 4 veranschaulichen die Seiten-bzw. Stirnansicht der Vorrichtung in Marschbereitschaft (d. h. aufgeprotzt) sowie die Massenverteilung.
Der Leitgedanke der erfindungsgemässen Ausgestaltung ist die aufklappbare Basis des Höhenwinkels, die die wesentliche Verringerung der Marschhöhe bei langer Höhenbasis und dadurch eine bedeutende Höhe der Aufhängung dieser Basis, d. h. die Entfernung der Achse 0 von den Kotflügeln, ermöglicht. Je grösser diese Entfernung, desto leichter und einfacher ist die konstruktive Lösung der Arme 7 und der Empfänger 8 im Hinblick auf die Drehung dieser Höhenbasis oberhalb der Kotflügel.
Die vertikale Achse kann somit nahezu beliebig an die Fahrgestellräder, die nicht unter den Boden versenkt zu werden brauchen, genähert werden. Dadurch wird eine vorteilhafte Massen-sowie Höhenverteilung erreicht, wie in Fig. 3 dargestellt ist. Die um'eine vertikale Achse drehbare Gabel 1 trägt unten die Lager der Seitenbasis 2, während sie oben die aufklappbare Basis 3 des Höhenwinkels trägt, deren Aufklappvorrichtung einerseits und die Anordnung der akustischen Leitung anderseits im weiteren beschrieben werden. Die Gabel 1 ist in dem Lager 4 drehbar angeordnet.
Im Hinblick auf die geringe Marsehhöhe, die auch bei bedeutender, z. B. 3 m betragender akustischer Höhenbasis durch das Aufklappen derselben im Sinne der Pfeile in Fig. 1 und 4 erreichbar ist, wird die Höhe v keineswegs beschränkt. Aus diesem Grunde kann die Vertikalachse des Horchgerätes von der Radachse auf fast jede beliebige Distanz t1 entfernt werden. Falls ferner der Korrektor 5 des Horchgerätes in der Entfernung von der Radachse angebracht wird, erhält man an der Anhängeöse 6 das Gewicht V, welches aus der Gleichung
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hervorgeht, wo V1 das Gewicht des Horchgerätes und des Fahrgestellvorderteiles, Va das Gewicht des Korrektors 5 und Z die Entfernung der Anhängeöse 6 von der Radachse bedeutet.
Bei Vorbereitung des Horchgerätes zum Marsch wird durch das Zusammenklappen der Höhenbasis um die Achse 0 einerseits eine geringe Höhe v (siehe Fig. 4), anderseits durch die vorteilhafte Verteilung der Massen im Sinne der erwähnten Gleichung (siehe Fig. 3) eine günstige Manövrierbarkeit, ähnlich der bei einem Feldgeschütz, erzielt.
Die Seitenbasis 2 ist möglichst tief gelagert, auch kann das Fahrgestell tief zwischen die Räder versenkt werden. Der Gesamtschwerpunkt der Einheit fällt daher tief, wodurch die Stabilität in der Fahrt gewährleistet wird.
Das Aufklappen der akustischen Basis wird zugleich mit den permanenten, im Innern der Tragkonstruktion gelagerten Schalleitungen gemäss Fig. 1, 2 und 4 gelöst.
Die akustische Höhenwinkelbasis besteht aus vier rohrförmigen Trägern 7 (siehe Fig. 2), von
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leitungen 9 eingebaut, die in die Achse 0 einmünden. Die die akustische Höhenbasis bildenden zwei Hälften sind um die Achse 0 aufklappbar. Beim Horchen wurden die beiden Hälften in ein Ganzes verbunden (siehe Fig. 1, Pos. 3), das sich um dieselbe Achse 0 im Höhenwinkel dreht.
Beim Horchen bewegt sich die akustische Höhenbasis im Höhenwinkel. Diese Bewegung wird durch die Lenker 10 und 11 an die Seitenempfänger übertragen, die sich infolgedessen auch um den betreffenden Höhenwinkel verdrehen (siehe Fig. 1). Diese Verbindung bleibt aufrechterhalten selbst dann, wenn sich das Gerät in zusammengeklappter Lage befindet (Fig. 4).
In Fig. 3 ist das Horchgerät in marschbereiter Stellung in Seitenansicht und in Fig. 4 in Stirnansicht dargestellt. Wie ersichtlich, wird bei der Einstellung in die marschbereite Stellung das Horch- gerät derart verdreht, dass die akustische Seitenbasis in die Längsachse des Fahrgestells fällt und die Höhenbasis im Sinne der Pfeile zusammenklappt. Die mit dem Übergang von der Marsch-in die Arbeitsstellung verbundene Bedienung ist möglichst einfach, die geringe Marschhöhe v bleibt erhalten, der Schwerpunkt liegt tief und die Massen (Gewichte) sind so, wie bei einem Feldgeschütz, ausgeglichen, wodurch die Manövrierfähigkeit im Gelände gewährleistet wird.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Horchgerät auf zweirädrigem Fahrgestell, dadurch gekennzeichnet, dass die akustische Basis aus zwei symmetrischen aufklappbaren Hälften gebildet wird.