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Koksentleerungsvorriehtung fiir senkreehte Gasretorten zur Verkokung von Kohle u. dgl.
Die Erfindung betrifft eine Koksentleerungsvorrichtung für vertikale, zum Verkoken von Kohle u. dgl. dienende Retorten.
Es sind bereits Vorrichtungen zum Entfernen des Kokses aus solchen Retorten mit einer unterhalb jeder Retorte schwenkbar angeordneten Kokskammer bekannt. Die Kokskammer ist unmittelbar unter der Retorte in der Verlängerung dieser letzteren angeordnet, so dass der Koks in die Kammer eintreten kann. Wenn die Kokskammer gefüllt ist, wird sie ausgeschwenkt und der Koks entleert, hierauf wird die Kokskammer wieder in die Füllstellung unter die Retorte gebracht und der geschilderte Vorgang wiederholt. Um einen guten Anschluss der Retorte an die Kokskammer zu erreichen, ist die Öffnung der Kokskammer, die an das untere Ende der Retorte stösst, mit derselben kreisbogenartigen Wölbung wie das untere Ende der Retorte versehen, damit diese beiden Öffnungen gut aneinander schliessen.
Wenn die Kokskammer zwecks Entleerung ausgeschwenkt werden soll, müssen zunächst das untere Ende der Retorte und das obere Ende der Kokskammer voneinander um einen gewissen Betrag entfernt werden.
In der österr. Patentschrift Nr. 120.432 ist eine Einrichtung beschrieben, bei der dieses Abrücken der unteren Retortenöffnung von der oberen Kokskammeröffnung dadurch bewirkt wird, dass die Drehachse des Koksbehälters nicht mit dem Zentrum des Kreisbogens zusammenfällt, nach welchem das Ende des Koksbehälters, das an das untere Ende der Retorte stösst, gewölbt ist. Bei dieser Bauart hat die Kokskammer auch noch eine untere Öffnung, deren Dichtung manchmal mit Schwierigkeiten verbunden war ; durch die vorliegende Erfindung wird dieser Übelstand behoben.
Beim Erfindungsgegenstand wird eine schwenkbar gelagerte, einen geschlossenen Behälter für den Koks bildende Kokskammer angewendet, die eine seitliche, schwenkbar eingerichtete und mit Vorrichtungen zum Feststellen ausgestattete Entleerungstür für den Koks und einen gewölbten Ansatz zum Abschliessen der Verbindung zwischen Kokskammer und Retorte aufweist. Beim Gegenstand der Erfindung ist eine nach Belieben betätigbare Einrichtung angeordnet, durch welche die Kokskammer je nach Bedarf zur Erzielung eines gasdichten Abschlusses der unteren Retortenöffnung in senkrechter Richtung angehoben oder aber gesenkt werden kann. Hiedurch ist auch die Möglichkeit gegeben, den Druck zwischen der unteren-Retortenöffnung und dem gewölbten Ansatz zu entlasten und die Bewegung der Kokskammer zu erleichtern.
Bei einer bevorzugten Form der Erfindung ist die Einrichtung getroffen, dass die Kokskammer von Exzentern auf einer unter ihr liegenden Welle getragen wird, um welche die Kokskammer geschwenkt werden kann, wobei beim Drehen der Exzenterwelle die Kokskammer sich hebt und senkt. Es kann aber auch eine andere Apparatenanordnung im Rahmen der vorliegenden Erfindung in Anwendung kommen, so kann z. B. die Kokskammer auf einem in senkrechter Richtung heb-und senkbaren Rahmen montiert sein, der z. B. durch eine Schnecke mit Schraubenmutter oder einen hydraulisch bewegten Kolben bewegt werden kann.
Eine weitere Einrichtung gemäss der Erfindung besteht darin, dass die Kokskammer einen fest-
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Eine weitere Einrichtung gemäss der Erfindung besteht darin, dass die mit ihrem oberen Rand, in Angeln hängende oder auf Drehzapfen schwingbare Koksentleerungstür praktisch die ganze eine Seite der Kokskammer einnimmt. Ein heb-und senkbarer Riegel oder Zapfen dient zum Festhalten der Koksentleerungstür ; er tritt durch den Boden der Kokskammer und wird durch einen um eine unter der Kokskammer liegende Querachse beweglichen Hebel betätigt, wobei eine Feder die Vorrichtung in ihrer normalen Arbeitslage hält.
Zur Erfindung gehört endlich noch eine Vorrichtung, bestehend aus einer Platte, die in der kippbaren Kokskammer auf-und abwärtsbewegt werden kann und dazu dient, das Herabsinken des Kokses aus der Retorte in diese Kammer zu regeln.
In der Zeichnung stellt Fig. 1 einen teilweise geschnittenen Aufriss dar, der den Unterteil einer Retorte mit einer daran angebrachten Koksentleerungsvorrichtung in einer der Erfindung entsprechenden Ausführungsform zeigt. Fig. 2 ist ein Aufriss senkrecht zu Fig. 1, gleichfalls teilweise im Schnitt. Fig. 3 ist eine Ansicht ähnlich der Fig. 1, bei der jedoch einzelne Teile weggelassen wurden, und zeigt die Kokskammer in der Bereitstellung zur Koksaufnahme aus der Retorte. Fig. 4 ist ein seitlicher Schnitt, der eine abgeänderte Konstruktion der Koksentleerungsvorrichtung zeigt.
Bei der in den Fig. 1-3 abgebildeten Konstruktion ist a eine auf einer Schwenkachse gelagerte Kokskammer, die, wenn sie zur Entleerung der Retorte in die in Fig. 3 gezeichnete Stellung gebracht wird, unterhalb einer Verlängerung b der eigentlichen Retorte c zu stehen kommt, so dass der Koks in die Kokskammer fallen kann, worauf die Kokskammer in die Stellung geschwenkt wird, die Fig. 1 zeigt, bei der ein gewölbter Ansatz d am oberen Teil der Kokskammer den Unterteil b der Retorte abschliesst und eine Tür e an der Seitenwand der Kokskammer zur Entleerung des Kammerinhaltes geöffnet wird.
Die Kokskammer a ist mit ihrem unteren Teil auf einer Schwenkachse t gelagert, auf der exzentrisehe Achsbüehsen g befestigt sind, die sich in unterhalb der Kokskammer befindlichen Teilen h drehen, so dass ein Druck zwischen dem kreisbogenförmig gewölbten Ansatz d der Kokskammer und dem Unterteil der Retorte beim Abschliessen hergestellt und die Verbindung dieser Teile gasdicht gemacht werden kann.
Auf der Schwenkachse t sind zwei geschlitzte Leitarme t vorgesehen, in welchen die Enden eines Kreuzkopfes i gleiten, der mit einer Schraubenachse/C mit Handrad m verbunden ist. Auf diese Weise kann man durch Drehen des Handrades m nach der einen oder nach der andern Richtung die Schwenkachse t drehen, so dass die Exzenter g entweder die Kokskammer a heben und dadurch den Teil d gasdicht mit dem Unterteil des Dampfraumes b abschliessen oder die Kokskammer senken, damit diese bequem aus der Stellung der Fig. 1 in die der Fig. 3 oder umgekehrt geschwenkt werden können.
Es ist klar, dass die Kokskammer bloss dann in eine Flucht mit der Retorte, wie Fig. 3 zeigt, gebracht wird, wenn ein Entleeren des Kokses stattfinden soll und auch da nur für die kurze Zeit, in der der Koks in die Kammer fällt.
Die Entleerungstür e der Kokskammer nimmt die ganze Breite und praktisch die ganze Höhe der letzteren ein. Sie ist an ihrem oberen Teil bei e'in Scharnieren eingehängt : sobald sich die Kokskammer in Entleerungsstellung befindet, öffnet sich die Tür beim Auslösen des Sperrzapfens n und stellt sieh, wie Fig. 1 zeigt, vertikal ein. Der Boden o der Kokskammer ist zur leichteren Entleerung des Kokses durch die Tür e nach unten gegen die Kammertür geneigt.
Durch Löcher im Kokskammerboden o treten zwei Sperrzapfen n, die durch die Arme p mit einer
Querachse q verbunden sind. Die Querachse q kann durch einen Griff r gegen den Druck der Feder t, welche die Sperrzapfen in ihrer normalen Schliessstellung (Fig. 1) zu halten sucht, gedreht werden.
Die Kokskammer a wird durch den Kurbelarm u und das Verbindungsstück v um ihre Schwing- achse/geschwenkt. Der Kurbelarm u wird durch das Schneckenrad w und die Schnecke x gedreht.
Letztere befindet sich auf der vertikalen Welle y, an deren unterem Ende ein Griff z vorhanden ist. Eine nicht eingezeichnete Sperrklinke greift in die Zahnteile 3 auf der Welle y ein und verhindert ein Rückwärtsdrehen dieser Welle.
In Fällen, wo man den Koks nicht bis auf den Boden der Kokskammer fallen lassen will, wenn letztere in einer Flucht mit der Retorte liegt, kann ein Tisch oder eine Plattform 4 (s. Fig. 4) in der
Kammer a bis zu deren oberer Öffnung gehoben werden, so dass der Koks auf ihr zu liegen kommt. Dann wird die Plattform in der Kammer heruntergelassen und der Koks durch die Tür e in der Kokskammerwand entleert. Die Platte 4 hat eine geneigte Fläche und einen langen, durch den Kammerboden tretenden und in geeigneten Führungen 6 gleitenden stielartigen Teil 5. Eine Kette oder ein Seil 7 läuft vom Befestigungspunkt 8 über Rollen 9 und 10 zu einer Trommel 11, die entweder von Hand aus oder auf andere
Weise zum Heben der Platte oder zu ihrem geregelten Herablassen gedreht werden kann.
In der Anordnung, wie sie Fig. 4 zeigt, wird das Schwenken der Kokskammer durch das Getriebe 12 und die gebogene Zahn- stange 1. 3 bewerkstelligt. Die Heb-und Senkeinrichtung nach Fig. 4 unterscheidet sich von der aus der österr. Patentschrift Nr. 120432 bekannten ähnlichen Vorrichtung dadurch, dass sie beim Kippen der
Kokskammer in ihr verbleibt.
Bei kleineren Anlagen kann das Schwenken der Kokskammer von Hand aus vorgenommen werden. Bevor man die Kammer aus einer Stellung in die andere bringt, wird der Vcrschliessdruck zwischen
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der Ansatzplatte d der Kammer a und dem Unterteil b der Retorte c durch Drehen der Schwenkachse t mit den darauf befindlichen Exzentern entlastet.
Das Fassungsvermögen der Kokskammer kann im Verhältnis zur Retorte klein sein und das Entleeren des Kokses kann öfters vorgenommen werden.
Dampf wird auf gewöhnliche Art zur Erzeugung von Wassergas in den Retortenunterteil b eingeleitet. Man kann aber auch zum Abkühlen des Kokses Dampf in die Kokskammer vor dem Entleeren einleiten.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Koksentleerungsvorriehtung für senkrechte Gasretorten zur Verkokung von Kohle u. dgl. mit einer schwenkbar gelagerten Kokskammer und einer bogenförmigen Ansatzplatte zum Verschliessen der unteren Retortenöffnung, gekennzeichnet durch die Anordnung einer nach Belieben betätigbaren Einrichtung, durch welche die Kokskammer je nach Bedarf zur Erzielung eines gasdichten Abschlusses der unteren Retortenöffnung in senkrechter Richtung angehoben oder aber gesenkt werden kann.