AT138924B - Verfahren zur Herstellung eines krollhaarähnlichen Stoffes. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung eines krollhaarähnlichen Stoffes.

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AT138924B
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  Verfahren zur Herstellung eines   krollhaarähnlichen   Stoffes. 



   Es wurde bereits vorgeschlagen, ein zum Polstern, Stopfen u. dgl. bestimmtes, faseriges Material durch Imprägnieren oder Überziehen animalischer und vegetabilischer Faserstoffe mit Leim, Lacken,
Harzlösungen u. dgl. oder ein derartiges Material durch Überziehen der einzelnen Partikeln mit Kautschuk (z. B. durch   sogenanntes Ditmarisieren"oder Latexieren"),   der vulkanisiert wird, herzustellen und auf diese Weise die Faserstoffe mit einer einzigen   Überzugschichte   zu versehen. Es wurde auch schon versucht, Faserstoffe vor dem Überziehen mit Kautschuk mit Kunstharzen vom Phenol-Methylentypus zu imprägnieren.

   Ein derartiges Material ist im Vergleich mit   natürlichem   Krollhaar ein verhältnis-   mässig"totes"Material,   d. h. seine Fähigkeit, nach einer   Zusammendrüekung   sein ursprüngliches Volumen wieder anzunehmen, ist erheblich geringer als die diesbezüglichen Eigenschaften des Krollhaares ; insbesondere wenn das Rohmaterial aus Federn, Daunen, Rosshaaren u. dgl. besteht, bewirken die bekannten Behandlungen eine erhebliche Verringerung der Fähigkeit des Materials, seine ursprüngliche Form oder sein ursprüngliches Volumen wieder anzunehmen. 



   Die Erfindung bezweckt, aus einem faserigen Material beliebigen Ursprunges, insbesondere aus   "toten"animalisehen   und aus vegetabilischen Haaren, Federn, Zellulosefasern, Pflanzenfasern, Tang, Heu, Werg usw. einen faserigen Stoff herzustellen, welcher als Ersatz für Krollhaar zum Polstern, Stopfen, Isolieren oder als Unterlage für Teppiche und zu ähnlichen Zwecken oder aber als Borsten oder Haare für Pinsel, Borstenwaren od. dgl. Verwendung finden kann."Tote"animalische Borsten u. dgl. sind Haare, deren ursprüngliche Keratinsubstanz ganz oder teilweise durch irgendeine Behandlung zerstört bzw. verändert oder teilweise entfernt ist ; z. B. büssen die durch Brühen von der Haut entfernten Schweinsborsten bei diesem Vorgang einen wesentlichen Teil ihres Keratingehaltes ein bzw. verlieren ihre Elastizität zum grössten Teile.

   Erfindungsgemäss werden die genannten Materialien oder deren Gemenge vor dem an sich bekannten Überziehen mit zu vulkanisierendem Kautschuk mit einem Überzug aus Keratin oder einer keratinhaltigen Masse versehen. Die keratinhaltige Masse, welche durch Verkochen von   Schläehtereiabfallprodukten,   wie Haare, Klauen, Horn und andere keratinhaltige Stoffe unter Druck mit Wasser zu einer im Stehen erstarrenden Masse gebildet wird, wird zweckmässig fein zerteilt, bevor sie zur erfindungsgemässen Verwendung gelangt. Zum Lösen können die gleichen Mittel, z. B. alkalischer Art, verwendet werden, die zum Lösen von Keratin Verwendung finden. Gegebenenfalls wird dem Lösungsmittel Formaldehyd zugesetzt.

   Nach dem Überziehen mit Keratin oder keratinhaltiger Masse wird der Faserstoff einer Desintegration unterzogen und mit dem erwähnten Überzug aus Kautschuk versehen. Vor der Vulkanisierung kann dem mit Kautsehuk überzogenem Material eine zweckentsprechende Form gegeben werden, welche es nach Vulkanisierung des   Kautschuküberzuges   beibehalten wird. Im fertigen Material erscheinen die einzelnen Partikeln des Faserstoffes als im wesentlichen selbständige Partikeln, im Gegensatz zu den bisher bekannten, durch Behandlung von Faserstoffen mit Kautschuk hergestellten Stoffen, in welchen der Faserstoff und der Kautschuk zusammen eine gedrungene, federnde Masse bilden.

   Um die Adhäsion der keratinhaltigen Masse zur Oberfläche der Partikeln des Faserstoffes zu erhöhen, wird es zweckmässig sein, die Partikeln des Faserstoffes vor dem Überziehen mit der Masse in an sich bekannter Weise mit einer Klebemasse, z. B. einer Leimlösung oder der Emulsion eines Klebestoffs, z. B. Schellack, z. B. durch Spritzen oder durch Eintauchen zu überziehen. 



   Ausführungsbeispiel :   10 kg "tote" Schweinshaare   werden in eine Lösung von Keratin, die in der eingangs erwähnten Weise aus   Schlächtereiabfallprodukten   hergestellt ist, eingebracht. Die 

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 Haare werden z. B. zwischen in der Lösung angeordneten Walzen gewalzt, so dass die Keratinlösung zwischen die Haare eingepresst und ein zuverlässiges Überziehen der einzelnen Haare erreicht wird. Die derart behandelten Haare werden hierauf   30---45   Minuten bei   40-50  getrocknet   ; es entsteht so eine aus gegenseitig zusammenhängenden Haaren bestehende Masse. Die auf die Haare aufgebrachte Keratinmenge soll in trockenem Zustand ungefähr   2'5log   betragen. 



   Die Masse wird nun in einem Desintegrator beliebiger Art (z. B. eine   Kardenmascl1ine)   behandelt, um die Haare voneinander zu trennen. Hienaeh werden die Haare in an sich bekannter Weise mit einem Überzug von Kautschuk versehen. Die Kautschukmenge, die auf den Haaren niedergeschlagen wird, soll ungefähr 15-18 leg betragen und wird durch Eintauchen der mit Keratin überzogenen Haare in Kautschuklatex oder in eine Lösung von Kautschuk gebildet, indem der Latex bzw. die Lösung zweckmässig eine beliebige Menge, z. B. 20 oder   25%, eines Kautschukfällungsmittels   enthält. 



   Der   Kautschuküberzug   kann nun in verschiedener Weise, u. zw. entweder auf kaltem Wege oder in der Wärme, vulkanisiert werden. Es werden z. B. der Lösung bzw. dem Latex bekannte Vulkan- 
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  Die Haare werden nach ihrer Entfernung aus der   Kautschuklösung   bzw. vom Latex und Abtropfen des Überschusses etwa zwei Stunden auf   50-80  C   in warmer Luft erwärmt und damit die Vulkanisierung   durchgeführt.   



   Bei Verarbeitung von vegetabilischen Faserstoffen kann genau in derselben Weise vorgegangen werden. Ein erfindungsgemäss hergestelltes Produkt wird infolge des aus der   keratinraltigen   Masse gebildeten Überzuges wesentlich"lebendiger"sein als das faserige Ausgangsmaterial. Infolge des Überziehens mit Kautschuk weist das Material die Eigenschaft auf, nach einer, z. B. durch Druck oder Biegung, erfolgten Verformung   die ursprüngliche   Form wieder anzunehmen, d. h. sich dem Krollhaar ähnlich zu verhalten.

Claims (1)

  1. PATENT-ANSPRUCH : Verfahren zur Herstellung eines krollhaarähnlichen Stoffes zum Polstern, Stopfen, Isolieren gegen Wärmeverlust sowie als Teppichunterlage oder als Ersatz für Haare, Borsten u. dgl. aus Fasern aller Art, mit Ausnahme von unverändertem "lebendem" animalischem Haar, z. B. vegetabilische Faserstoffe, "tote"animalische Haare, Borsten oder Gemenge derselben, welche mit einer Kautschukschiehte überzogen werden, dadurch gekennzeichnet, dass die einzelnen Teile des faserigen Materials vor dem Überziehen mit Kautschuk mit-einem Überzug bzw. zusätzlichen Überzug von Keratin oder einer keratinhaltigen Masse versehen werden, so dass sie mit mindestens zwei Überzugsschichten versehen sind, von denen die eine die Kautschukschichte ist.
AT138924D 1931-04-20 1932-04-18 Verfahren zur Herstellung eines krollhaarähnlichen Stoffes. AT138924B (de)

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