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Verfahren zur Vorbehandlung von Lösungen aus Kalksalpeter.
Es ist bekannt, dass man durch Zusatz von Ammonnitrat zu einer konzentrierten Kalksalpeter- lösung ein Produkt herstellen kann, welches etwa 15'5-16% Stickstoff enthält und das bei einer weit höheren Temperatur erstarrt als Norge-Salpeter (Kalksalpeter mit 13% Stickstoff).
Es ist auch bekannt, dass man die genannte Lösung des mit Ammonnitrat versetzten Kalksalpeters durch Verspritzen mit Druckluft in ein festes, unmittelbar streufähiges Produkt überführen kann.
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im Verhältnis zu der Korngrösse ziemlich gross ist.
Endlich hat man schon vorgeschlagen, verschiedene Stoffe und Lösungen mittels des sogenannten
Falltropfenverfahrens in Schrotform zu überführen, gemäss welchem die in Schrotform überzuführende
Flüssigkeit nicht verspritzt, sondern in irgendeiner Weise in Tropfen übergeführt wird, die alsdann frei durch die Luft oder durch ein Gas fallen gelassen werden, wobei sie allmählich in Form von Körpern mit glatter, angenähert kugelförmiger Oberfläche erstarren. Als Vorbehandlung der flüssigen Stoffe bzw. Lösungen wurde vorgeschlagen, dieselben z. B. mittels gekühlter Metallflächen abzukühlen.
In der Schweizer Patentschrift Nr. 141329 wird beispielsweise ein Verfahren beschrieben, bei welchem Mischdünger in eine heisse, wasserhaltige Ammonnitratschmelze unter Rühren eingetragen und die gleichmässig durchgemischt Schmelze dann mittels Zentrifugalkraft auf einer rotierenden Scheibe verspritzt wird.
Im Gegensatz zu diesen bekannten Verfahren hat sich gezeigt, dass die Behandlung von Lösungen von Kalksalpeter mit einem Zusatz von Ammonnitrat gemäss dem bekannten Vorschlag in der Praxis nicht ausreicht, um diese Lösung für die spätere Behandlung durch das Falltropfenverfahren vorzubereiten.
Der Erfindung liegt die Erkenntnis zugrunde, dass man durch eine besondere Art der Vorbehand- lung der fertigen Lösung des Kalksalpeters mit Ammonnitrat diese für die Weiterbehandlung mit dem
Falltropfenverfahren geeignet macht. Das Hauptmerkmal der Erfindung ist darin zu erblicken, dass die fertige Lösung, nachdem sie mittels einer gekühlten Metallfläche in eine halberstarrte Form übergeführt worden ist, einem geheizten Homogenisierungsapparat zugeleitet wird, in welchem sie bei konstanter
Temperatur in einen gleichförmigen, homogenisierten dünnflüssigen Brei übergeführt wird.
Dieser Brei eignet sich zur Weiterbehandlung durch das an sich bekannte Falltropfenverfahren.
Bei der Apparatur für die Erreichung der gestellten Aufgabe kommt die Ausnutzung der Zentri- fugalkraft in an und für sich bekannter Weise in Frage. Hiedurch wird eine nahezu gleiche Grösse der einzelnen Schrotkörner erzielt, was namentlich dem Wunsche der verbrauchende Kreise, also der Land- wirtschaft, entspricht.
Gemäss der Erfindung wird der Brei vor Einleitung des Falltropfenverfahrens auf eine geheizte
Drehscheibe geleitet, deren Temperatur zweckmässig etwa der Schmelztemperatur des auffallenden
Breies entsprechen muss, jedoch auch etwas höher sein kann.
In der Zeichnung ist schematisch eine Apparatur veranschaulicht, mit welcher beispielsweise das Verfahren durchgeführt werden kann. Aus einem Vorratsbehälter ? mit einer Lösung von Kalk- salpeter mit 4-7% Ammonnitrat und 13'3% Wasser bei einer Temperatur von 100 C strömt die Lösung in einen Trog b, der auf der einen Seite durch eine mit Wasser von etwa 20 C gekühlte drehende Walze e
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untersten Ende durch das Abstreifmesser d nach einem mit Dampf geheizten Homogenisierungsgefäss e geleitet wird, in dem eine Röhrenschnecke t rotiert. In diesem Gefäss bildet sich bei einer Temperatur von etwa 96 C der homogene dünnflüssige Brei, der nach seinem Austritt aus diesem auf die geheizte Drehscheibe g geleitet wird,
um von dieser in den Fallraum verbreitet zu werden.
Das neue Verfahren bedeutet einen grossen Fortschritt gegenüber dem Stande der Technik, weil es durch dieses Verfahren gelingt, die Lösung von Kalksalpeter mit Ammonnitratzusatz ohne Staubbildung in Körner mit glatter Oberfläche und angenähert kugelförmiger Gestalt überzuführen. In dieser Gestalt hat das Produkt eine Anzahl bedeutender Vorteile, u. a. dadurch, dass die Kornoberfläche im Verhältnis zur Korngrösse auf ein Mindestmass herabgesetzt ist, wodurch die Feuchtigkeitsaufnahme des hygroskopischen Produktes herabgesetzt wird. Weiters ist das Produkt wegen der glatten, kugel- förmigen Oberfläche auch nachträglich weniger zur Staubbildung geneigt, was sowohl beim Transport wie bei der Benutzung des Stoffes in der Landwirtschaft von grosser Bedeutung ist.
Ebenfalls ist das spezifische Volumen des Produktes kleiner als das der Produkte mit ungleichförmiger Kornoberfläche, wodurch ein bedeutendes Erparnis an Emballage beim Versand des Produktes erzielt wird. Auch deswegen ist das Produkt vorteilhaft, weil die Rieselfähigkeit der Körner aus den Streumaschinen der Landwirtschaft grösser und gleichmässiger wird, je mehr sich die Form der Körner der Kugelform annähert und je glatter die Oberfläche der Körner ist.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Vorbehandlung von Lösungen aus Kalksalpeter mit Ammonnitrat und 15'5 bis 16% Stickstoff für die Weiterbehandlung mit dem Falltropfenverfahren, dadurch gekennzeichnet, dass die heisse, fertige Lösung, nachdem sie auf einer gekühlten Fläche teilweise zur Erstarrung gebracht ist, in eine geheizte Homogenisierungsvorrichtung gelangt, in welcher sie bei konstanter Temperatur in einen homogenen, dünnflüssigen Brei übergeführt wird, der alsdann durch das Falltropfenverfahren zit Körnern in Schrotform umgestaltet wird.