AT138256B - Mit feinverteiltem Silber beladenes Verbandmaterial bzw. Nähfadenmaterial für die Wundbehandlung. - Google Patents

Mit feinverteiltem Silber beladenes Verbandmaterial bzw. Nähfadenmaterial für die Wundbehandlung.

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   <Desc/Clms Page number 1> 
 



    Mit feinverteiltem Silber beladenes Verbandmaterial bzw.   Nähfadenmaterial für die Wundbehandlung. 



   Vorliegende Erfindung betrifft ein antiseptisches Verbandmaterial bzw. Nähfadenmaterial für Wundbehandlung, das sich einerseits durch hohe bactericide Wirkung auszeichnet, anderseits aber für das Gewebe völlig reizlos und ungiftig ist. 



   Gegenstand der Erfindung ist ein Verbandmaterial bzw. Nähfadenmaterial (Gaze, Mull, Watte   bzw. Seide, Catgut od. dgl. ), das auf photoehemischemWege und mit Hilfe eines photographischen   Entwicklers reduziertes Silber in feinster Verteilung enthält, das in der organischen Faser vollkommen homogen verteilt ist und derart beständig und an der Faser festgebunden ist, dass es beispielsweise durch Kochen mit Wasser weder irgendwie chemisch oder physikalisch verändert wird noch aus der Faser herausgelöst wird.

   
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 diese Vorschläge gingen dahin, aus Silberlösungen Silber durch Reduktion mittels chemischer Reduktionsmittel auf der Faser niederzuschlagen, wobei ein Produkt entstand, in welchem eine Silbermodifikation vorhanden ist, die teilweise kristallinische Struktur aufweist und sich meist schon bei längerem Aufbewahren unter Bildung gröberen Silberkorns (grösserer Kristalle) verändert. 



   Man hat auch schon Verbandstoffe und Fadenmaterial derart mit Silber imprägniert, dass man sie mit löslichen Silbersalzen tränkte und hernach einfach dem Lichte aussetzte. 



   Am besten eignet sich für die Zwecke der Wundbehandlung ein Verbandmaterial bzw. Nähfadenmaterial, das durch photochemische Reduzierung unlöslicher oder   schwerlöslicher   Silberverbindungen, wie   Halogenverbindnngen   des Silbers oder organischer Silbersalze, erhaltenes Silber enthält. 



   Das auf photochemischem Wege in der organischen Faser hergestellte Silber ist gewöhnlich von grauer bis schwarzer Farbe. Die grösste   oligodynamische   Wirkung aber zeigt, wie Versuche ergeben haben, ein auf photochemischem Wege reduziertes Silber, das nicht grau oder schwarz, sondern farbig 
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 hergestellt werden und ist in der Literatur als Silbergel beschrieben. Dasselbe zeigt ein viel feineres Korn als das graue oder schwarze molekulare Silber, und wie die ultramikroskopischen Untersuchungen festgestellt haben, zeigt das gelbe Silber die feinste Verteilung. 



   Mit derartigem farbigem Silbergel imprägnierte Verbandstoffe bzw. Nähfäden zeigen auch die grösste oligodynamische Wirksamkeit, insbesondere solche, die gelbliches oder rötliches Silber enthalten. 



   Versuche haben ferner ergeben, dass ein Verbandstoff bzw. Nähfaden, der neben dem elementaren Silber kleine Mengen unlöslicher Silberverbindungen enthält, ebenfalls in der Wundbehandlung vor-   zügliche   Resultate ergibt, ja mitunter noch grössere bactericide und   heilende   Wirkung zeigt als ein nur 
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 kommen für den vorliegenden Zweck beispielsweise in Betracht das Chlorid, Bromid, Jodid, Citrat, Tartrat des Silbers oder Gemenge solcher Silberverbindungen. Für sich allein zeigen derartige Silberverbindungen, beispielsweise Chlorsilber, auf   Wundflächen   eine unangenehme Reizwirkung, aber als Zusatz zu elementarem, feinverteiltem, amorphem Silber in kleineren Mengen scheinen diese Zusätze die   Heilwirkung   des Silbers zu erhöhen, ohne dass die erwähnte Reizwirkung auftritt.

   Bei der photochemischen Reduktion solcher unlöslichen Silberverbindungen wird weitaus der grösste Teil dieser Verbindungen zu elementarem Silber reduziert, nur ein sehr kleiner Prozentsatz dieser Verbindungen bleibt unreduziert vorhanden, und gerade dieser kleine Gehalt an unlöslichen Silberverbindungen zeigt die erwähnte günstige Einwirkung. 



   Es hat sich ferner gezeigt, dass besonders das Photochlorid (Subehlorid), Photobromid und Photojodid, die durch Einwirkung des Lichtes auf die entsprechenden Halogenverbindungen des Silbers entstehen, auffallend günstig im Sinne einer raschen Wundheilung wirken, wenn sie neben dem elementaren Silber in kleiner Menge vorhanden sind. 



   Die Herstellung des erfindungsgemässen Verbandstoffes bzw. Nähfadens kann auf folgende Weise erfolgen : Gaze, Mull, Watte bzw. Seide, Catgut od. dgl. wird mit einer wässerigen Lösung von Silbernitrat getränkt, deren Konzentration nach dem   erwünschten   Silbergehalt des Endproduktes bemessen wird.

   Das mit Silbernitratlösung getränkte Material wird vorteilhaft getrocknet und sodann in die wässerige Lösung eines Salzes, dessen Säurerest (Anion) mit Silber eine in Wasser unlösliche oder schwerlösliche Verbindung eingeht, getaucht, wie beispielsweise in die Lösung eines Chlorides, Bromides, Jodides, Citrates, Tartrates   usw.,   wobei sich das   unlösliche Silbersalz, beispielsweise, falls inNatrium-     ehloridlösung   getaucht wurde, Silberchlorid, in amorphem Zustand in der Faser abscheidet. 



   Die Reduzierung der Silberverbindung erfolgt nun derart, dass man den kurz belichteten Verbandstoff bzw. Nähfaden mit einer nach Art der photographischen Entwickler zusammengesetzten Reduktionsflüssigkeit behandelt.   Dabei-können Spuren unreduzierter Silberverbindungen noch zurückbleiben.   

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   Die Farbe eines durch Belichtung und darauffolgende Einwirkung eines chemischen Reduktionmittels hergestellten Verbandstoffes bzw. Nähfadens ist im allgemeinen grau bis schwarz. Wenn man Verbandstoffe bzw.   Nähfäden   herstellen will, die nur Silber enthalten und von Silberverbindungen frei sind, so kann dies durch Behandeln mit einer die unreduzierten Silberverbindungen lösenden Flüssigkeit leicht erfolgen. Hiezu eignet sich am besten   Natriumthiosulfatlösung.   In allen Fällen hat nach erfolgter Reduktion der Silberverbindungen bzw. nach dem Auslösen der unreduzierten Silbersalze gründliches Auswaschen des Materials zu erfolgen. 



   Will man Verbandstoffe bzw. Nähfäden herstellen, die farbiges Silber enthalten, so imprägniert man die Faser zweckmässig mit Silberchlorid,   Silbercitrat,   Silbertartrat oder einem andern organischen Silbersalz oder mit einem Gemenge von Silberchlorid mit organischen Silbersalzen, wobei die Imprägnierung auf die oben angegebene Weise erfolgt. Das so imprägnierte Material wird noch in feuchtem Zustand kurz belichtet und sodann mit einem geeigneten, sehr schwach alkalischen photographischen Entwickler (am besten mit einem   Hydrochinonentwickler),   der als   Alkaliammoniumcarbonat   oder   Alkalibicarbonate   oder Alkaliborate oder Alkaliacetat enthält, behandelt. Man erhält auf diese Art Verbandstoffe bzw.

   Nähfäden, die gelbliches, rötliches, grünliches oder   bläuliches   hellfarbenes hochaktives Silbergel enthalten. 



   Das erfindungsgemässe Verbandmaterial bzw. Nähfadenmaterial ist ausserordentlich beständig und ohne jede Veränderung der Struktur des Silbers unbegrenzt haltbar ; es verträgt auch das Auskochen mit Wasser und die Sterilisierung mit Wasserdampf, ohne irgendwelche Veränderung zu erleiden. 



   Das neue Verbandmaterial bzw. Nähfadenmaterial besitzt, wie klinische Versuche ergeben haben, eine ausgezeichnete sterilisierende Wirkung auf Wunden und Wundflächen, wobei hervorzuheben ist, dass auch die Aufsaugefähigkeit der Faser für die Wundsekret trotz des hohen Silbergehaltes vollkommen erhalten geblieben ist. 



   PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Mit fein verteiltem Silber beladenes Verbandmaterial bzw. Nähfadenmaterial für die Wund- 
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 durch Belichtung und darauffolgende Einwirkung eines nach Art der photographischen Entwickler zusammengesetzten Reduktionsmittels hergestelltes Silber enthält.

Claims (1)

  1. 2. Verbandmaterial bzw. Nähfadenmaterial nach Anspruch l, dadurch gekennzeichnet, dass das- EMI2.2 enthält.
    3. Verbandmaterial bzw. Nähfadenmaterial nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass dasselbe neben dem elementaren Silber kleine Mengen von unlöslichen oder schwerlöslichen Silberverbindungen, wie Halogenverbindungen des Silbers oder Silbersalze organischer Säuren oder Photochloride, Photobromide oder Photojodide des Silbers enthält.
    4. Verfahren zur Herstellung des Verbandmaterials bzw. Nähfadenmaterials nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass Gaze, Mull, Watte bzw. Seide, Catgut od. dgl. mit der Lösung eines Silbersalzes, beispielsweise Silbernitrat, getränkt und sodann nach eventuellem Trocknen in die Lösung eines Salzes, dessen Säurerest (Anion) mit Silber eine unlösliche bzw. schwerlösliche Verbindung eingeht, beispielsweise eines Chlorides, Bromides, Jodides, Citrates, Tartrates, getaucht wird, worauf die so entstandenen unlöslichen (schwerlöslichen) Silberverbindungen durch Belichtung und darauffolgende Einwirkung eines nach Art der photographischen Entwickler zusammengesetzten Reduktionsmittels zu elementarem Silber reduziert werden.
    5. Verfahren zur Herstellung des Verbandmaterials bzw. Nähfadenmaterials nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das mit Silberchlorid oder mit organischen Silberverbindungen, wie Silbercitrat, Silbertartrat, oder mit Gemengen solcher Silbersalze imprägnierte Verbandmaterial bzw. Nähfadenmaterial nach kürzerer oder längerer Beachtung mit einem schwache Alkalien, wie Ammoniumcarbonat, Alkalibicarbonate, Alkaliborate oder Alkaliacetat, enthaltenden photographisehen Entwickler - am besten einem Hydrochinonentwickler-behandelt wird.
AT138256D 1932-06-03 1932-06-03 Mit feinverteiltem Silber beladenes Verbandmaterial bzw. Nähfadenmaterial für die Wundbehandlung. AT138256B (de)

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