DE708358C - Verfahren zur Herstellung therapeutisch verwendbarer Goldpraeparate - Google Patents

Verfahren zur Herstellung therapeutisch verwendbarer Goldpraeparate

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DE708358C
DE708358C DES122542D DES0122542D DE708358C DE 708358 C DE708358 C DE 708358C DE S122542 D DES122542 D DE S122542D DE S0122542 D DES0122542 D DE S0122542D DE 708358 C DE708358 C DE 708358C
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    • A61MEDICAL OR VETERINARY SCIENCE; HYGIENE
    • A61LMETHODS OR APPARATUS FOR STERILISING MATERIALS OR OBJECTS IN GENERAL; DISINFECTION, STERILISATION OR DEODORISATION OF AIR; CHEMICAL ASPECTS OF BANDAGES, DRESSINGS, ABSORBENT PADS OR SURGICAL ARTICLES; MATERIALS FOR BANDAGES, DRESSINGS, ABSORBENT PADS OR SURGICAL ARTICLES
    • A61L2/00Disinfection or sterilisation of materials or objects, in general; Accessories therefor
    • A61L2/16Disinfection or sterilisation of materials or objects, in general; Accessories therefor using chemical substances
    • A61L2/23Solid materials, e.g. granules, powders, blocks or tablets
    • A61L2/238Metals or alloys, e.g. oligodynamic metals

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Description

  • Verfahren zur Herstellung therapeutisch verwendbarer Goldpräparate Es wurde schon vorgeschlagen, zu Sterilisations- bzw. Desinfektionszwecken Metalle oder Metallverbindungen oder Gemische derselben zu verwenden und hierbei die oligodynamische Wirkung der Metalle auszunutzen. Es wurde auch schon vorgeschlagen, Silbermanganit auch in Verbindung mit Verbandstoffen als Antiseptikum zu verwenden.
  • Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung therapeutisch verwendbarer Goldpräparate, die gute desinfizierende bzw. sterilisierende Eigenschaften besitzen und die Gold in wirksamer Form gemeinsam mit oder auf weiteren, selbst wirksamen Stoffen, z. B. oligodynamisch wirkenden silberhaltigen Stoffen neben oxydierend wirkenden Substanzen, enthalten, wobei das Verfahren immer Produkte- liefert, in denen die wirksamen Komponenten in völlig gleichmäßiger und feinster Verteilung vorliegen. Weiter können nach dem Verfahren auf sehr einfache und wirtschaftliche Art Trägerstoffe verschiedenster Art völlig gleichmäßig mit den wirksamen Mischungen beladen werden.
  • Das Verfahren besteht darin, daß dissociierbare Gold- oder Gold- und Silberverbindungen bei Gegenwart einer die Dissociationermöglichenden Flüssigkeit, z. B. Wasser oder einer wässerigen Lösung, unter Zusatz basischer Stoffe, gegebenenfalls bei Gegenwart von Trägern, mit Verbindungen solcher Metalle umgesetzt werden, die mehrere Wertigkeiten besitzen, wobei diese Metalle als Verbindungen der niedrigeren Wertigkeitsstufe angewendet werden. Die Hydroxylionea können durch Zusatz alkalisch reagierender Stoffe beliebiger Art, z. B. Alkalien, Alkalicarbonate, organische- Basen, aber auch durch Verwendung von Oxyden, Oxydhydraten, basischen Salzen der zur Umsetzung verwandten Metallverbindungen selbst geliefert werden. Als Metallverbindungen eignen sich z. B. Mangano-, Cobalto-, Nickelo-, Ferro-, Cerosalze einerseits und Goldsalze z. B. Goldchlorid, Goldchlorwasserstoffsäure * u. dgl. andererseits.
  • Bei Umsetzung dieser Stoffe in alkalischem Medium entstehen voluminöse, aber gut filtrierbare und leicht auswaschbare Niederschläge, die aus feinst verteiltem Gold und den höherwertigen Oxyden bzw. Oxydhydraten der mehrwertigen Metalle bestehen. Die Umsetzung geht z. B. nach folgender Gleichung vor sich: .2 Au... -E- 3 Mn. . -f-- 12 OH' --- 2 Au -1- 3-Mn 0= -i- 6 H_ 0..., .
  • Es hat sich nun gezeigt, daß derart erlial= tene Stof=fe geeignet sind, die oligodynamiscliö Wirkung anderer Stoffe zu steigern. Es sei hier als Beispiel ein Reaktionsprodukt aus Manganosalz, Goldchlorid und Alkali angeführt, das, z. B. zur Aktivierung von silberhaltigen oligodynamischen Stoffen verwendet, deren Wirksamkeit sehr erhöht, und zwar viel mehr als dies durch ein auf andere Art hergestelltes Gemisch von Braunstein und Gold erzielt werden könnte. Silberhaltige Stoffe, in denen z. B. ein verfahrensgemäß hergestelltes Goldpräparat in einer Menge von i o g o, bezogen auf die vorhandene Menge an silberhaltigem Produkt, vorhanden ist, sind viel wirksamer als goldfreie Erzeugnisse mit gleich hohem Silbergehalt. .Aber auch Zubereitungen, welche Gold allein enthalten und deren Goldgehalt mit dem Silbergehalt der Vergleichspräparate gleich ist, zeigen geringere Wirksamkeit als die viel goldärmeren Gold und Silber enthaltenden Stoffe. Bei Herstellung solcher hochaktiver Erzeugnisse ist es besonders vorteilhaft, Silber- und Goldionen liefernde Verbindungen, z. B. Silbersalze und Goldsalze, gemeinsam mit Metallverbindungen von Metallen, welche mehrere Wertigkeitsstufen besitzen, wobei eine Verbindung des als Kation vorliegenden Metallas in niedrigerer Wertigkeitsstufe angewendet wird, in alkalischem Medium umzusetzen. Man kann hierbei auch z. B. das Silbersalz der Goldchlorwasserstoffsäure als Silber und Goldionen liefernde Verbindung verwenden.
  • Die beschriebenen Umsetzungen sollen in Abwesenheit von solchen Verbindungen stattfinden, welche mit den genannten in mehreren Wertigkeitsstufen existenzfähigen Metallverbindungen lösliche Komplexsalze bilden können.
  • Ganz besondere Vorteile zeigt eine Ausgestaltung des Verfahrens, die darin besteht, daß man die wirksamen Stoffe im Augenblick des Entstehens auf Trägerstoffen verschiedenster Art niederschlägt. Das Beladen der Trägerstoffe, z. B. von Verbandstoffen, erfolgt hierbei zweckmäßig derart, daß diese mit Verbindungen, die Goldionen oder Gold-und Silberionen liefern, und einer Verbindung eines Metallas, welches mehrere Wertigkeitsstufen besitzt und das in der niedrigeren Wertigkeitsstufe vorliegt, in Berührung gebracht und vor oder nach dieser Behandlung mit alkalisch reagierenden Stoffen oder deren Lösungen behandelt werden. Als Trägerstoffe dienen, z. B. zur Herstelhing desinfizierend wirkender und selbst steril bleibender Verband- und Wundbehandlungs-
    ' ere pulverförmige Stoffe verwendet wer-" d die auch selbst als Hydroxylionenliefe .a en ranten dienen können. Dies kann entweder durch eine Vorbehandlung des Trägers mit alkalisch reagierenden Stoffen oder durch VerwendtinL solcher Stolte bcwcrkstelligt werden, die selbst hinreichend alkalisch reagieren, wie z. B. Erdalkalicarbonate, Oxyde wie i1Iagnesium- oder Zinkoxyd u. a. In a11 diesen Fällen genügt es, das Trägermaterial mit einer Lösung der Metallverbindungen zti behandeln und den überschuß auszuwaschen. Natürlich können als Trägerstoffe selbst auch an sich therapeutisch wirksame Substanzen, z. B. Tierkohle, verwendet werden. Die Trägerstoffe können auch vorher oder nachher finit oligodynainisch wirksamen Metallen oder Metallverbindungen, vorztigsweisc silberhaltigen Produkten, imprägniert werden. Der Goldgehalt soll jedoch in den meisten Fällen nur ein Bruchteil des Silbergehaltes des zu aktivierenden Produktes betragen.
  • In vielen Fällen ist es vorteilhaft, die Reaktion bei Anwesenheit von. Schutzkolloiden, wie Eiweit3körpern, Pflanzenschleimen, Lecithinen und anderen, durchztifiihren. Man kann derart kolloide Lösungen bzw. feinste Suspensionen der Reaktionsprodukte herstellen, die sich als wirksame Substanzen, z. B. als Aktivator oder zur Behandlung verschiedener infektiöser Erkrankungen, z. B. der Gonorrhoe, bewähren.
  • Bei Ainvetidung des Verfahrens zum Imprägnieren von Trägerstollen kann man die Menge der entstehenden Reaktionsprodukte, wie z. B. Gold und , höhenwertige Metalloxyde, auf einfache Weise lediglich durch Bemessung der anzuwendenden Menge des Hydroxylionenlieferanten genau dosieren. Man kann z. B. ein zu behandelndes Trägermaterial, wie Faserstoff, mit einer bemessenen Menge von Alkali vorimprägnieren. Bringt man hierauf diesen Faserstoff z. B. mit der Lösung eines Gemisches von überschüssigem Goldchlorid und Manganosulfat zur Einswirkung, so schlägt sich auf dem Faserstoff nur die dem Alkali ,äquivalente Menge von Gold und Mangandioxyd nieder. Reihenfolge des Zusammenbringens bzw. Mengenverhältnis der einzelnen Reaktionskomponenten kann jedoch, entsprechend dem jeweiligen Verwendungszweck, auch .eine geänderte sein.
  • Im folgenden werden einige Ausführungsformen des Verfahrens an Hand von Ausführungsbeispielen beschrieben: i. Eine Lösung von 8,25 g Goldchlorwasserstoffsäure und 8,6 g Mangannitrathydrat in 200 CCM Wasser wird mit einem Überschuß. ,an Natronlauge versetzt. 61Z1 r Niederschlag wird .abgesaugt, mehrmals mit Wasser gewaschen und getrocknet. Er stellt ein schwarzes Pulver von der Zus.ammensetzwng 2 Au, 3 Mn 0. dar, in welchem das Gold mit dem vierwertigen Manganoxyd in vollkommen homogener Verteilung vorliegt.
  • 2. Eine Lösung von 8,25 g Goldchlorwasserstoffsäure urid 19,5 g Geronitr.at in 5oo ccm Wasser werden mit einem überschuß an Kalilauge versetzt. Der Niederschlag wird ,abgesaugt, die überschüssige Lauge mit Wasser ausgewaschen und das Produkt getrocknet. Es stellt ein schwarzes Pulver von der Zusammensetzung i Au, 3 Ce O . dar.
  • 3. Eine Lösung von 34 g Silbernitrat und 37,5 g Mangannitrathydrat in 1 1 Wasser wird mit einer Lösung von 8,25 g Goldchlorwassers.toffs,äure in ioo ccm Wasser versetzt. Es entsteht sofort :ein .gelblicher Niederschlag des Silbersalzes der Goldch7.orwasserstoffsäure. Man setzt nun :einen überachuß Natronlauge zu, läßt einige Zeit unter Rühren stehen, saugt ab, wäscht mit Wasser und trocknet.
  • 4. In eine Lösung von 8,25g Goldchlorid und 8,6g Mangannitrathydrat in 5oo ccm Wasser werden 5o g gefälltes Calciumcarbonateingetragen und die Suspension einige Zeit im Sieden :erhalten. Man saugt das dunkelgraue bis schwarze Pulver ab, wäscht mit Wasser gut aus und trocknet.
  • 5. In eine Lösung von 0,&3g Goldchlorwasserstoffsäure und o,86 g Mangannitrat in 5 o ccm Wasser werden i o g Gaze getaucht. Man preßt die Gaze @ ab und bringt sie in 5oo ccm einer 4%igen Natronlauge. Hierauf wird die Gaze gut gewaschen und getrocknet.
  • 6. In eine Lösung von o,83 g Goldchlorwasserstoffs;äuTe und o,86g Mangannitrat in 40o ccm Wasser werden .-5g Gaze langsam ,eingetaucht. Die abgepreßte Gaze wird nun in 4%ige Natronlauge getaucht und ausgewaschen. Hierauf wird die Gaze in eine Lösung von 1,79 Silbernitrat und 1,459 Mangannitrathydrat in 5oo ccm Wasser getaucht, abgepreßt und wieder in Lauge gebadet, gewaschen und getrocknet.
  • 7. In eine Lösung von 0,42g Goldchlorivasserstoffs,äure und. 0,43 9 Mangannitrathydrat in i 1 Wasser werden Zoo g Gaze getaucht. Die abgepreßte Gaze wird m eine Lösung 3,49 Silbernitrat und 2,9g Manganniträthydrat in i 1 Wasser getaucht, abgepreßt und in 21 2o,loiger Natronlauge @einigetragen. Hierauf wird die Gaze durch Waschen mit Wasser von dem Alkaliüberschuß befreit und getrocknet.
  • B. In eine Lösung von 6,4 g Silbernitrat und 5,8 g Mangannitrathydrat in 11 Wasser werden Zoo g Gaze getaucht. Die abgepreßte Gaze wird in Lauge getaucht, gewaschen und getrocknet. Hierauf bringt man die Gaze in eine Lösung von o,83 g Goldchlorwasserstoffsäure und o,868 M.agannitrathydrat in i 1 Wasser, preßt ab, taucht neuerdings in Lauge, wäscht und trocknet.
  • 9. 5o g Gelatine werden in 2,51 Wasser gelöst, einige Minuten gekocht und nach dem Abkühlen mit einer Lösung von 349 Silbernitrat und 37,59 Mangannitrat versetzt. Nun setzt man vorsichtig unter Rühren, eine Lösung von 8,25g Goldchlorwasserstoffsäure in 5oo ccm Wasser hinzu. Das gebildete Silbersalz der Goldchlorw asserstoffsäure bleibt kolloid in Lösung. Die Lösung wird nun unter dauerndem Rühren so lange mit 2 %igier Natronlauge versetzt, bis sie deutlich alkalisch reagiert. Hierauf wird die Lösung zur Entfernung von Elektrolytbeimengungen einige Tage in Pergamentschläuchen gegen Wasser dialysiert. Man erhält so eine tiefschwarze, fast neutral reagierende Flüssigkeit.

Claims (3)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zur Herstellung thei peutisch verwendbarer Goldpräparate, dadurch gekennzeichnet, daß dissociierbare Gold- oder Gold- und Silberverbindungen bei Gegenwart @ein-er die Dissociation ermöglichenden Flüssigkeit unter Zusatz basischer Stoffe, gegebenenfalls bei Gegenwart von Trägern, mit Verbindungen solcher Metalle umgesetzt werden, die mehrere Wertigkeitsstufen besitzen, wobei diese Metalle :als Verbindungen: der niedrigeren Wertigkeitsstufe angewendet werden.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch i, gekennzeichnet durch die Verwendung basischer oder mit basischen Stoffen getränkter Träger.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch i und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Umsetzung bei Anwesenheit von Schutzkolloiden erfolgt.
DES122542D 1935-05-03 1936-05-03 Verfahren zur Herstellung therapeutisch verwendbarer Goldpraeparate Expired DE708358C (de)

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