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Aufblasbarer, eine Menschen-, Tier- oder Phantasiefigur darstellender Hohlkörper und Verfahren zu seiner Herstellung.
Um aufblasbare Hohlkörper, insbesondere Tier-und Menschenfiguren aus ebenen Gummiblättern u. dgl., einigermassen naturgetreu herzustellen, verwendete man ursprünglich ein nach einer Geraden gefaltetes Einsatzblatt, wodurch man wohl Rumpf und Körper in einem Stanzvorgang erhielt ; jedoch standen bei dieser Ausführung die Gliedmassen unnatürlich schräg vom Rumpf ab. Dieser Nachteil wurde dadurch zu beseitigen versucht, dass man den Einsatz aus zwei Blättern nach einer von der Geraden abweichenden Linie zusammenstanzte. In weiterer Folge gestaltete man auch den Einsatz zu einem rings um die Figur laufenden Ring aus, wodurch schon eine wesentlich bessere Stellung der Gliedmassen erzielt wurde.
Schliesslich hat man die Gliedmassen mit dem Rumpf nur durch verhältnismässig enge und kurze Schläuche zusammenhängen lassen und dann in der gewünschten Stellung, in die sie durch
Drehen oder Schwenken gebracht wurden, festgeklebt, wodurch wohl eine weitere Verbesserung der
Stellung dieser Anhängsel erzielt, aber das Aussehen der ganzen Figur dadurch verunstaltet wurde, dass die Glieder wie in Puffärmeln am Körper hingen.
Die Gummihohlkörper nach vorliegender Erfindung besitzen nun einen Einsatz, der aus zwei
Blättern besteht, die im unaufgeblasenen Zustande ebenso flach in parallelen Ebenen liegen wie die
Aussenblätter und von denen jedes für sich gefaltet und nach einer von der Geraden abweichenden
Begrenzung in der Falte zusammengeklebt ist. Auf diese Weise besitzen die Figuren einen vierlagigen Einsatz, der durch Verändern der Begrenzung der Klebung leicht noch nach dem Stanzen so verändert werden kann, dass die Gliedmassen genau in die gewünschte Stellung kommen. Ausserdem ergibt sich der Vorteil, dass die Klebung durchaus nicht auf der ganzen Fläche tadellos dicht sein muss, ohne dass die Figuren dadurch im aufgeblasenen Zustand Luft verlieren würden. Schliesslich ist auch der Übergang vom Rumpf zu den Gliedmassen gefällig und glatt und zeigt keinen störenden Vorsprung.
An Hand der Fig. 1-12 soll der Gummihohlkörper nach der Erfindung und die Herstellung desselben in einer beispielsweisen Ausführungsform, die einen Tierkörper zeigt, beschrieben werden.
Fig. 1 zeigt im Schnitt nach der Linie A-B und Fig. 2 in Ansicht die Anordnung für den ersten Stanzvorgang. Zwei Blätter 1, 2 aus Gummi od. dgl. werden durch ein stumpfes Stanzwerkzeug 3, das von Y nach der veranschaulichten Begrenzung der Gliedmassen des Tieres bis Z verläuft, ausgestanzt und zugleich miteinander verschweisst. Die in Fig. 2 schraffierte Fläche ist Abfall. In Fig. 1 ist noch ein zweites Plattenpaar 4, 5 dargestellt, das gleichzeitig mit der Rückseite des Stanzwerkzeuges ausgestanzt werden kann, wenn dieses z. B. ein Draht ist. Beide Plattenpaare 1, 2 und 4, 5 bzw. die ausgestanzten Teile gemäss Fig. 2 werden für eine Figur benötigt.
Diese gestanzten Teile sind in Fig. 3 im Schnitt dargestellt, wobei an den Stellen 6 die Schweissnähte im Schnitt und an den Stellen 7, weil weiter rückwärts liegend, in Ansicht erscheinen. In der Regel kann vorteilhafterweise die Stanzlinie so gelegt werden, dass X, Y, Z annähernd in einer Geraden liegen.
Nun werden die beiden freien Lappen der ausgestanzten Teile, in Fig. 2 und 3 die von der Stanzlinie rechts liegenden Teile, flach auseinandergebreitet, so dass die bereits verschweissten Gliedmassen in der Mitte wegstehen, und diese lose zusammengefaltet, damit sie beim zweiten Stanzvorgang nicht mitgestanzt werden. Fig. 4 zeigt diese Anordnung in der Draufsicht und in Fig. 5 im Schnitt nach der Linie C-D. Die ursprüngliche Lage der Gliedmassen ist in Fig. 4 strichliert eingezeichnet. Es liegt also
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gemäss Fig. 5 z. B. der Lappen 1 rechts unten, der Lappen 2 links unten, der Lappen 4 links oben und der Lappen 5 rechts oben. Nun wird das zweite Stanzwerkzeug 8 aufgelegt, welches den Umriss des Rumpfes verschweissen ausstanzt.
Seine Höhe muss so gross sein, dass die gefalteten Gliedmassen nicht zu stark von den ebenen Platten der Presse zusammengedrückt werden.
Wenn man nun die gefalteten Gliedmassen wieder nach links ausbreitet, so erhält man den Hohl-
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der Rumpfstanze 8 ausgestanzten Teile derselben Blätter zu liegen kommen, wird der Einsatz vierlagig.
Nun werden noch diese ebenerwähnten aufeinanderliegenden Teile der Blätter 2 und 4 so miteinander verklebt, wie dies in Fig. 6 und 7 durch Schraffierung angedeutet ist, und die Figur ist fertig. Bei einer solchen Herstellung hat man überdies die Möglichkeit, jedes der Gliedmassen in beliebiger Stellung auszubilden, so dass z. B. bei einem gehenden Vierfüssler die Vorder-und Hinterbeine in der Seitenansicht nicht aufeinander aufdecken, sondern eine natürliche Schrittstellung aufweisen ; z.
B. rechtes Vorderbein und linkes Hinterbein nach vorne und linkes Vorderbein und rechtes Hinterbein nach rückwärts. Dies kann man dadurch erreichen, dass man für das Ausstanzen der beiden Blattpaare 1, 2 und 4, 5 nicht dasselbe Stanzwerkzeug, sondern verschieden geformte verwendet, die nur in jenen Teilen miteinander übereinstimmen, mit welchen sie in die Linie X-Y-Z zu liegen kommen.
Der Tierkörper gemäss Fig. 6 kann auch so erhalten werden, dass man, wie Fig. 8 im Schnitt nach der Linie G-H und Fig. 9 in der Draufsicht zeigen, das Bauchprofil mit der Stanze 9 aus zwei Platten 10 und 11 verschweissend ausstanzt, welche den Blättern 2 und 4 gemäss Fig. 1-7 entsprechen. In Fig. 9 ist der Abfall schraffiert und die Verlängerung des Rumpfprofils nach dem strichlierten Linienzug zu denken.
Nun wird der zweite Stanzvorgang durchgeführt, wofür die aus Fig. 10 im Schnitt nach der Linie J-K und in Fig. 11 in der Draufsicht dargestellte Anordnung getroffen wird. Zuunterst legt man ein Blatt 12, auf welches das vorbereitete Blattpaar 10, 11 aufgelegt wird, zwischen diese beiden Blätter wird eine das Zusammenkleben beim Stanzen verhindernde Zwischenlage 13 eingelegt, welche bis zur Linie U-V des Blattpaares 10, 11 hineinreicht. Schliesslich wird zuoberst ein weiteres Blatt 14 aufgelegt. Die Stanzzwischenlage 13 ist in Fig. 11 strichpunktiert umrahmt und schraffiert, während die Begrenzungslinien 9 des Blattpaares 10, 11 strichliert eingezeichnet sind.
Dann wird der ganze Stoss mittels der Stanze 15 verschweissend durchgestanzt,'welche Stanze das Rückenprofil und das Profil der Beine herstellt. Das Bauchprofil 9, das in Fig. 11 mit gestrichelten Linien angedeutet ist, liegt aber nun gegen den Rücken gekehrt, also verkehrt. Dieser Teil der Blätter 10 und 11 muss also nach dem zweiten Stanzvorgang nach aussen oder gemäss Fig. 11 nach rechts umgestülpt werden, so dass er symmetrisch zur Linie U-V gegenüber seiner ursprünglichen Lage zu liegen kommt.
Die so erhaltene ausgestanzte Figur ist in Fig. 12 im Schnitt nach der Linie L-M und in Fig. 13 in der Draufsicht dargestellt. Auch hier besteht der Einsatz aus vier Lagen, nämlich aus je zwei Lagen der Blätter 10 und 11. Von der Falte U-V angefangen, werden nun die in Fig. 12 und 13 schraffierten Flächen zusammengeklebt, so dass die vorzugsweise krummlinigen Begrenzungslinien der geklebten Flächen in bezug auf die Formgebung des aufgeblassenen Körpers dieselbe Wirkung haben wie Stanznähte.
PATENT-ANSPRUCHE :
1. Aufblasbarer, eine Menschen-, Tier-oder Phantasiefigur darstellender Hohlkörper aus ebenen, im unaufgeblasenen Zustande parallel zueinander und flach aufeinanderliegenden, ganz oder teilweise verschweissend zusammengestanzten Blättern aus Gummi u. dgl., dadurch gekennzeichnet, dass der Hohlkörper einen oder mehrere Einsätze aufweist, von welchen jeder aus vier Lagen besteht, deren Begrenzung nach aussen durch eine willkürliche, vorzugsweise von der Geraden abweichende Linie gebildet wird, und dass Teile jener Flächen der Einsatzblätter, die im unaufgeblasenen Zustande des Hohlkörpers eine nach aussen offene Falte bilden, bis zu einer willkürlichen, vorzugsweise von der Geraden abweichenden Begrenzungslinie zusammengeklebt sind,
so dass der Rand dieser Klebeflächen im aufgeblasenen Zustande des Hohlkörpers die Stelle einer Naht vertritt.