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Verfahren zur Herstellung von Anstrichen mit Hilfe von Bitumen.
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anstriche in der Art herzustellen, dass den Lösungen von bituminösen Stoffen oder Pechen Metallpulver zugemischt werden. Die Metallpulver steigen nach durchgeführtem Anstrich an die Oberfläche desselben und bilden eine den Bitumenanstrich nach aussen gegen den Luft-und Lichteinfluss schützende Schichte.
Die Wirkung des Bitumenanstriehes an sich ist bekannt.
Es wurde nun festgestellt, dass die Mischung von Bitumenlösungen mit Metallpulvern eine Reihe schwerer Nachteile für die Verwertbarkeit als Anstrichmittel mit sich bringt, ja diese in Frage stellen kann. Um das Aufsteigen der Metallteilchen in der bituminösen Anstrichschiehte leicht zu ermöglichen, muss der Bitumenlösung viel Lösungsmittel zugesetzt werden. Wird als Lösungsmittel Benzol verwendet, so wird das Bitumen beim Eintrocknen spröde. Die Sprödigkeit kann wohl durch Erweichungsmittel behoben werden. Dagegen nimmt die Steigfähigkeit der Metallpulver und das gute Aussehen der Anstriche bei längerem Lagern in zunehmendem Masse ab und kann die Verwendbarkeit des Anstrichmittels dadurch ganz in Frage gestellt werden. Die Gründe hiefür sind nicht näher erforscht.
Vielleicht spielen die beim
Pulverisieren der Metalle meist verwendeten Fette eine Rolle. In jedem Falle wird dadurch die fabriksmässige Herstellung des flüssigen Anstrichmittels erschwert oder unmöglich gemacht.
Eine Mischung erst an der Verbrauchsstelle ergibt aber, abgesehen von der Unbequemlichkeit, grosse Zerstäubungsverluste an Metallpulver, wenn man nicht teure und umständliche Hilfseinrichtungen verwendet.
Dieser Nachteil sowie der Nachteil einer nicht einheitlich deckenden Metallschicht ergibt sich auch bei den schon lange bekannten Verfahren, bei denen auf eine Bindemittelschicht, z. B. Bitumen, solange diese noch klebend wirkt, Metallpulver aufgestäubt wird.
Nach den älteren Verfahren lässt sich aber auch selbst wenn man die vorstehend angeführten Übelstände befriedigend zu beseitigen in der Lage wäre, keine genügende Stärke der Bitumenunterschicht, welche nach dem Aufsteigen des Metallpulvers zurückbleibt, erzielen, weil man zwecks Bildung einer wirksamen, gut aussehenden Metallschicht ein gewisses Minimum an Metallpulver in die Mischung einbringen muss. Wird dieses Minimum nicht erreicht, so erhält man keine Metalldeckung. Der Zusatz an Metallpulver findet aber eine Grenze an der Spritzfähigkeit des Anstriches, welche bei etwa 30% Metallpulvergehalt erreicht ist.
Erfindungsgemäss lassen sich all diese Nachteile befriedigend in der Weise lösen, dass man den Anstrich durch gleichzeitige oder unmittelbar aufeinanderfolgende Ausführung eines Bitumenanstriches mit einem wesentlich bitumenfreien Metallpulver enthaltenden Anstrich kombiniert.
Die Ausführung eines solchen Anstriches erfolgt in der Art, dass man die beiden Anstrichmittel gleichzeitig mit einer doppelläufigen Spritzpistole in entsprechender Menge aufspritzt. Statt einer doppelläufigen Pistole können auch zwei gewöhnliche Spritzpistolen verwendet werden.
Durch diese Arbeitsweise lassen sich leicht Bitumenmetallpulveranstriche von bestem Aussehen und höchster Schutzkraft erzielen, was nach dem bisherigen Verfahren nicht möglich war.
Aber auch die fabriksmässige Herstellung eines brauchbaren Bitumenmetallpulveranstrichmittels war nach den bekannten Verfahren nicht möglich, weil das Metallpulver, wie schon angeführt, nach kurzer
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Dagegen lassen sich die nach der Erfindung in Verwendung tretenden beiden Flüssigkeiten fabriksmässig herstellen und beliebig lange lagern. Die eine Flüssigkeit ist eine Lösung von Bitumen mit
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beliebigen Zusätzen von Weichmaehungs-und sonstigen Beeinflussungsmitteln. Die andere Flüssigkeit besteht aus beliebigen geeigneten Ölen od. dgl. und Metallpulver, wobei diese Flüssigkeiten nach den alten Erfahrungen der Anstrichteehnik so gewählt sind, dass das Aussehen des Metallpulvers auch bei langer Lagerung nicht leidet.
In der Zusammensetzung der beiden Flüssigkeiten ist man völlig frei.
Werden diese beiden verschiedenen Flüssigkeiten gleichzeitig oder in kurzer Aufeinanderfolge aufgespritzt, so trifft, wie die Erfahrung gezeigt hat, am Aufspritzpunkt eine absolut innige Mischung
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Mit vorliegendem Verfahren wird es auch möglich, gute Bitumenmetallpulveranstriche auf Gegenständen, wie Tanks, Masten, Rohrleitungen, Bauten od. dgl., herzustellen, die früher mit einem mehr oder minder unwirksamen Teeranstrich versehen waren, auf den die meisten andersartigen Anstriche nicht festhaften oder durchschlagen werden, während anderseits ein Entfernen solcher Teeranstriche sehr kostspielig ist.
Auf Grund der beschriebenen Vorzüge ermöglicht es das vorliegende Anstrichverfahren sogar, auf solchen alten Teeranstrichen beliebige Farbanstrich anzubringen, die sich mit Teeranstrichen nicht
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metallpulveranstrieh an. Nach dem Abbinden des letzteren wird der Farbanstrich aufgebracht. Dabei erhält man eine wechselseitige Schutz-und Absperrwirkung zwischen den verschiedenen Anstrichen und Anstrichschichten. Die Bitumenschichte liegt unmittelbar über der Teerschicht, auf der Bitumenschichte liegt die Metallpulverschiehte. Diese schafft eine gute Haftfläche für den äusseren Farbanstrich, der direkt auf Bitumen nicht anbringbar wäre. Das Metallpulver schützt auch gegen schädliche Wechsel- virkung zwischen Bitumenunterschicht und äusserer Farbschicht.
Was von Teeranstriehen gesagt wurde, gilt sinngemäss auch für andere Anstriche, die durch einen als doppelte Zwischenschicht wirkenden Bitumenmetallpulveranstrich gegen einen andersartigen äusseren Anstrich wirksam isoliert werden können.
An Stelle von Bitumen können andere in ihrer Wirkungsweise ähnliche Produkte Verwendung finden, wie z. B. Teerpech, Petrolpech, Stearinpech. Je nach der Feinheit bzw. Form des Metallpulvers erhält man matte oder glänzende Anstriche. Ganz feines Metallpulver gibt matte Oberflächen, gröbere Metallpulver geben Glanz. Wegen der Lichtundurchlässigkeit wird auch ein Schutz der unter dem Metallpulverbitumenanstrieh erfindlichen Unterlagen gegen die Wärmestrahlen erzielt.