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Verfahren zur Erzeugung von Bronzepulver in Kugelmühlen.
Gegenstand der Erfindung bildet ein Verfahren zur Erzeugung von Bronzefarben mit Benutzung kugelmühlenartiger Einrichtungen, in denen durch entsprechende Bemessung der Fallwirkung der Kugeln und ihres Krümmungshalbmessers das Strecken oder Plätten kleiner Metallteilchen (z. B. Folienabfälle
Metallpulver, kleine dünne Drahtstückchen od. dgl.) erfolgt. Die Überführung der Metallteilchen in
Bronzepulver geschieht in ähnlicher Weise wie bei dem durch das Patent Nr. 102910 bekanntgewordenen
Verfahren. Durch das Verfahren gemäss der Erfindung werden Schwierigkeiten mannigfache Art über- wunden, die sich der Bronzefarbenherstellung auf diesem Wege entgegenstellen.
Es ist schon aus der Bronzestampferei bekannt, den Metallen Öle oder Fette zuzusetzen, um das
Haften der Teilchen oder ihr Zusammenschweissen zu verhindern. Während sich aber dort infolge der räumlich beschränkten Pochtröge die Fettmengen auf einfache Weise regeln lassen, bereitet dies bei der
Benutzung grosser Mengen Stahlkugeln als Werkzeuge, namentlich wenn die Kugeln in langgestreckten
Trommeln verwendet werden, grosse Schwierigkeiten. Diese werden noch erhöht, wenn ein ununter- brochener Betrieb durchgeführt werden soll, bei dem das zu plättende Material von der einen Seite der
Plätttrommel nach der andern wandert.
Durch das Strecken der Metallteilchen wird die ihnen ursprünglich gegebene Fetthaut immer dünner.
Gleichzeitig wandern die Teilchen mit der dünneren Fetthaut ständig nach dem Ende der Trommel.
Während daher am Eingang der Trommel verhältnismässig starke Fettschichten vorhanden sind, nehmen diese nach dem Ausgang der Trommel ständig ab. Bei zu geringer Fetthaut besteht aber die Gefahr, dass sich die Metallteilchen an die Kugeln heften, wodurch deren wirksame Oberfläche unregelmässig wird und nicht mehr der gewünschte Plättvorgang, sondern ein unzulässiges Zerreiben der schon dünnen
Metallteilchen erfolgt, das die Qualität der Bronze bis zur Unbrauchbarkeit herabsetzt. Auch die glatte
Oberfläche der Kugeln wird zerstört, so dass diese unbrauchbar werden und statt der Plätt-und Glättwirkung eine gewöhnliche Mahlwirkung ausüben.
Anderseits stellen übermässig grosse, von vornherein zugeführte Fettmengen den ganzen Plättvorgang in Frage.
Dieser Übelstand macht sich insbesondere bemerkbar, wenn man als Ausgangsmaterial zur Her- stellung der Bronzefarben nicht ein Pulver benutzt, das schon so fein ist, dass es nur breitgeschlagen werden muss, sondern ein Material, z. B. kleingerissene Folienabfälle, bei dem auch ein gewisses Zerteilen der einzelnen Teilchen erforderlich ist.
Anderseits bereitet es aber auch Schwierigkeiten, den Metallteilchen während ihres Durchganges durch die Plätttrommel Fett in den erforderlichen bestimmten kleinen Mengen zuzuführen.
Die Erfindung bezweckt aber die Dauer des Aufenthaltes der einzelnen Teilchen in der Trommel dadurch abzukürzen, dass die Baulänge der Trommel begrenzt und ein verhältnismässig starker Austragewind benutzt wird, um dann die ausgetragenen Teilchen, zweckmässig nach Durchgang durch einen Sichter, neuerlich in die Trommel eintreten zu lassen und ihnen eine weitere Fettmenge zuzuführen. Dies kann . am Trommeleingang leicht durchgeführt werden, entweder durch unmittelbares Einfetten oder durch
Berührung mit dem neu eintretenden, schon gefetteten Beschickungsgut oder mit den gefetteten Kugeln am Trommelanfang. Die Verkürzung der Baulänge der Plätttrommel bedeutet auch eine Ersparnis bei der Herstellung der Maschinen und ihrer Raumbeanspruchung.
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Die ganze Apparatur erhält kleinere Abmessungen und die Menge der zur Füllung dienenden Metallteilchen ist geringer, wodurch die Explosionsgefahren herabgedrückt werden. Durch den geringeren Aufwand an Beschickungsgut laufen sich aber auch die Maschinen schneller auf einen gleichbleibenden Zustand ein, der für die Erzielung eines gleichmässigen Produktes wichtig ist. Überdies kommt aber auch die Ersparnis an Einlaufszeit in Betracht, wenn bald dies oder bald jenes Metall zu Bronze verarbeitet werden soll und die Maschine jedesmal vorher entleert und von dem früher verarbeiteten Material befreit werden muss.
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der feinen fertigen Teile notwendig wäre.
Dadurch wird die Zahl der Kreisläufe, welche die Metallteilchen durch die Maschine zurücklegen, vergrössert und diese Metallteilchen gelangen öfter an die Stellen, an denen ihnen Fett zugeführt wird. Durch die Einschaltung eines Windsichters in den Kreislauf ausserhalb der Plätttrommel kann man die fertigen Teilchen entfernen und für sich abfangen.
Fig. 1 veranschaulicht ein Ausführungsbeispiel einer Maschine zur Durchführung des Verfahrens mit einem besonderen Windsiehter in schematischer Darstellung und Fig. 2 einen Schnitt nach Linie A-B der Fig. 1.
Das ungeplättete Pulver wird aus dem Vorratsbehälter 1 mittels einer Förderschnecke 2 über die
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Diese ist an den Stirnseiten durch grobe Siebe 13, 14 abgeschlossen, die zwar die Metallteilchen durchtreten lassen, aber die Stahlkugeln zurückhalten. Die in der Trommel 12 befindlichen kleinen Stahlkugeln 15 führen bei Drehung der Trommel 12 den Plättvorgang durch.
Der Antrieb der Trommel 12 kann in beliebiger Weise erfolgen. Der durch die Trommel 12 geleitete Wind wird mittels eines Gebläses 16 erzeugt, das den Wind durch die mit dem Rohr 10 in Verbindung stehende Rohrleitung 17, 30 und durch die Trommel 12 durchdrückt. Der Wind nimmt die Pulverteilchen' geeigneter Sehwebefähigkeit durch das Sieb 14 mit und bläst sie durch die Rohrleitung 18 in den Vorraum 19 des Windsichters 20. Der Windsichter besteht aus einer grossen rechteckigen Kammer mit schräg stehenden Leitbleehen 21. Das Pulver fällt in der Kammer 19 zu Boden, gleitet über das oberste Gleitbleeh 21 und berieselt der Reihe nach die folgenden stufenförmig angeordneten Leitbleche.
Der Wind strömt aus dem Vorraum 19 in eine Kammer 24 und von dort in der Richtung der Pfeile 23 zwischen die Leitbleche 21 durch, wobei er den herausrieselnden Pulverstrom durchschneidet und die Teilchen aussichtet, die schon die gewünschte Form angenommen haben. Die Teile des Windstromes vereinigen sich nach Durchgang durch die Räume zwischen den Blechen 21 in einem Sammelraum 25, schaffen das fertige Pulver in den Zyklon 26 oder in eine andere Einrichtung, in der es aus dem Tragwind abgeschieden wird, zu Boden fällt und in einem auswechselbaren Transportgefäss 27 aufgefangen wird. Der vom Pulver befreite Wind tritt aus dem Zyklon 26 durch die Leitung 28 in das Gebläse 16 zurück, um von dort seinen Kreislauf fortzusetzen.
Das durch den Sichter 20 ausgeschiedene noch unfertige Material wandert durch einen am Sichterboden angeordneten Auslass über eine der bekannten Kammerschleusen 31 in die Rohrleitung 29 und Leitung 10 in die Trommel 12 zurück.
Zum Fetten der der Plätttrommel zugeführten Metallteilchen ist auf dem Gehäuse 3 der Schnecke 2 ein Tropfenöler 4 oder eine andere Ölzuführungseinriehtung (z. B. eine Sehmierpumpe) angeordnet, durch welche z. B. Stearinöl zugeführt wird. Eine andere derartige Vorrichtung 6 ist an einer stufenförmigen Ausbuchtung 7 des Rohres 5 vorgesehen. Endlich befindet sich eine entsprechende Einrichtung 8 auch noch am Rohre 30. Man kann auf diese Weise entweder nur das Frischgut oder auch das aus dem Sichter in das Rohr 10 übertretende, bereits vorgearbeitete Material fetten. Natürlich kann man nach Bedarf auch beide gleichzeitig mit Fett beschicken.
Die'Zuführung und die Art des verwendeten Fettes richtet sich nach der Beschaffenheit des zu verarbeitenden Metalles und nach der Form, in der sieh die Metallteilchen befinden. Man kann auch mit Fettzufuhr an einer einzigen Stelle auskommen ; am besten lässt sich dies durch Versuche ermitteln.
Ebenso kann man die Fettzufuhr durch ein durch den Krümmer 10 reichendes Rohr 11 am Eingang der Trommel 12 bewirken. Wesentlich ist nur, dass das Gut jedesmal, wenn es den Kreislauf durch die Trommel und den Windsichter vollendet hat, mit einer angemessenen Menge Fett versehen wird.
Die Sichtung des in den Siehter 20 übertretenden Materials geschieht hauptsächlich in den Räumen 34, 35,36, 37 zwischen den Blechen 21.
An der Rückwand des Siehters sind von aussen einstellbare Klappen 32,33 angeordnet (die erste ist in der Schliessstellung, die zweite in der Offenstellung dargestellt). Die Klappen dienen dazu, im Bedarfsfalle eine der Blechwände 21 gegen die Rückwand 38 des Sichters abzudichten, wodurch die Durchgänge durch die Kammer 36, 3'/gesperrt werden können. Durch Schliessen der Klappen kann also der Sicht-
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herbeigeführt wird.
Die ganze Einrichtung ist als geschlossene Apparatur ausgebildet und kann daher mit indifferentem Gas gefüllt werden.
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Falls erforderlich, können zwischen Leitung 28 und Zyklon 26 noch Schlauehfilter od. dgl. vorgesehen werden, um den Windstrom von den letzten Metallpulverteilehen zu befreien.
Will man die aus dem Zyklon 26 abgeschiedenen Bronzepulver noch schärfer nach der Grössenordnung sondern, dann kann man mehrere'Auffanggefässe 27 unter Zm ischenschaltung besonderer Siebeinrichtungen vorsehen.