<Desc/Clms Page number 1>
Vorrichtung zum Aufkleben von Gewebemustern, Vignetten od. dgl. auf Karten oder andere Unterlagen.
Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum Aufkleben von Mustern, Vignetten od. dgl. auf Karten oder andere Unterlagen, bei welcher die Karte mit Klebstoff bedruckt und hierauf an Stapel von Mustern angepresst wird (Deutsche Patentschrift Nr. 242785). Als Träger der Karte dient bei der bekannten Maschine ein verschiebbarer und verschwenkbarer Deckel, der abwechselnd über einen Behälter mit nagelförmigen Klebstoffstempeln und einen Behälter für die Musterstapel gebracht wird, die beide durch Heben betätigt werden. Die Bedienung der bekannten Maschine erfordert viele Handgriffe und ist umständlich. Weiters besteht der Mangel, dass der Klebstoffauftrag keine zusammenhängende Fläche bildet, wie dies beim Aufstreichen des Klebstoffes von Hand aus der Fall ist.
Die Erfindung stellt sich die Aufgabe, eine Vorrichtung zu schaffen, die einfach zu bedienen ist und ebenso gute Musterkarten liefert, wie sie durch Handarbeit herstellbar sind. Im wesentlichen gelingt dies durch eine besondere Ausgestaltung der Einrichtung zum Aufbringen des Klebstoffes, indem die in bekannter Weise aus saugfähigem Material bestehenden, in einen Klebstoffbehälter eingesetzten Stempel eine der Umrissform der aufzuklebenden Muster angepasste Querschnittsform aufweisen. Man erhält mit solchen Stempeln in einem Zuge einen zusammenhängenden, auf die ganze Fläche des Musters sich erstreckenden Klebstoffauftrag, was für das gute Aussehen der beklebten Unterlagen von wesentlicher Bedeutung ist. Eine weitere Bedingung, die in dieser Hinsicht erfüllt sein muss, besteht darin, dass der Klebstoffauftrag dünn und durchaus gleichmässig ist.
Versuche haben ergeben, dass diese Wirkung mit Stempeln aus schwammartiger Masse nicht erreichbar ist, wohl aber mit Stempeln aus hartem Filz, wie er zur Herstellung von Polierscheibe benutzt wird. Dieses Material hat eine solche Beschaffenheit, dass das Ansaugen des Klebstoffes in der Hauptsache nur an den Seitenwänden vor sich geht, so dass jeweils nur verhältnismässig wenig Klebstoff bis an die Druckfläche des Stempels gelangt. Ferner ist der Umstand von Bedeutung, dass harter Filz, der im Zentrum im wesentlichen von Flüssigkeit frei bleibt, beim Aufdrücken der Unterlage nur ganz wenig zusammengepresst wird, wodurch verhindert ist, dass die Ränder einen Klebstoffüberschuss erhalten.
Die Verwendung von Stempeln, die den Klebstoff selbsttätig ansaugen, ermöglicht eine erhebliche Vereinfachung der Vorrichtung. Gemäss der Erfindung ist sie als Presse mit auf und ab gehendem Stempel ausgebildet, deren Widerlager als Führung für einen den Klebstoffbehälter und den Behälter für die Muster tragenden Schlitten dient.
Auf der Zeichnung sind Ausführungsbeispiele des Erfindungsgegenstandes schematisch dargestellt. Es zeigen Fig. 1 die erste Ausführungsform der Vorrichtung im Vertikalschnitt, Fig. 2 eine Draufsicht derselben, Fig. 3 und 4 im grösseren Massstab Schnitte nach der Linie III-jSI bzw. IV-IV der Fig. 1, Fig. 5 eine zweite Ausführungsform im Vertikalschnitt, Fig. 6 und 7 eine dritte Ausführungsform im Schnitt, Fig. 8 eine Einzelheit, Fig. 9 und 10 einen vertikalen Längenschnitt und einen Querschnitt einer vierten Ausführungsform und Fig. 11 und 12 Drauf- sicht und Schnitt eines Einzelbehälters für Musterstapel.
Gemäss den Fig. 1-4 ist auf dem Widerlager 1 der Presse eine Platte 2 verschiebbar, auf welcher der Klebstoffbehälter 3 und der Behälter 4 für die Musterstapel untergebracht sind. Im Klebstoffbehälter befinden sich Stempel oder Kissen 5 aus Filz od. dgl. saugfähigem Material, die z. B. mit Löchern auf Zapfen 6 des Behälterbodens aufgesetzt sind. Um Stempel
<Desc/Clms Page number 2>
verschiedener Gestalt im Klebstoffbehälter unterbringen zu können, ist der ganze Behälterboden mit Zapfen ss besetzt. Die Stempel-haben eine der Umrissform der aufzuklebenden Muster angepasste Querschnittsform. Ihre aus dem Klebstoffniveau vorragende Oberfläche ist infolge der Saugfähigkeit des Materials ständig mit einer dünnen Klebstoffschichte benetzt.
Wenn die Vorrichtung ausser Betrieb steht, wird der Behälter jf durch einen in der Zeichnung mit strichlierten Linien angedeuteten Deckel 7 abgeschlossen, der innen mit einem saugfähigen Kissen 7" belegt ist, das vor dem Aufsetzen mit Wasser befeuchtet wird. Auf diese Weise wird das Austrocknen des Klebstoffes im vorragenden Teil der Stempel wirksam hintangehalten.
Der Behälter 4 hat eine entsprechende Anzahl schachtartiger Vertiefungen 8, in welchen die aufeinander gestapelten Muster'9 untergebracht sind. Er ruht auf Blattfedern 10, 11, von welchen einzelne Zapfen 12 tragen, die in entsprechend angeordnete Löcher im Behälterboden eingreifen. Der Boden der Vertiefungen 8 hat Bohrungen 14, durch die auf dem Schlitten 2 angebrachte Zapfen 15 durchgreifen. Auf dem Zapfen 15 ruht eine Platte 16 aus Pressspan od. dgl. 17 sind Düsen, deren Mündungen im oberen Rand der Vertiefungen 8 liegen (Fig. 4).
Die Düsen stehen mit einer in der Zeichnung nicht dargestellten Saugleitung in Verbindung.
Die mit Mustern zu beklebende Karte 18 wird in seitlichen Führungen 13 an der Unterseite des Stempels 19 eingeschoben, der z. B. mit Fussantrieb ausgestattet sein kann. Beim Niedergehen des Stempels wird die Karte an dem Stempel 5 angepresst und erhält dadurch den Klebstoffaufdruck. Nach dem Hochheben des Stempels wird der Schlitten 2 nach links verschoben, so dass der Stapelbehälter 4 der Karte gegenüberliegt. Senkt man nun den Stempel 19, so kommt zunächst die Karte am Stapelbehälter 4 zur Auflage. Beim weiteren Niedergehen des-Stempels wird der Behälter 4 mitgenommen, wogegen die Musterstapel, die durch die
EMI2.1
Das hat zur Folge, dass die zu höchst liegenden Muster der Stapel auf die mit Klebstoff bedruckten Flächen der Karte angepresst und dadurch angeklebt werden. Beim Hochgehen des Stempels tritt durch die Düsen 17 ein Luftstrom aus, durch den am angeklebten etwa anhaftende Muster zum Abfall gebracht werden. Die beklebte Karte wird nun. aus der Führung 13 herausgezogen, der Schlitten 2 nach rechts verschoben und nach Einlegen einer neuen Karte der beschriebene Vorgang wiederholt. Der Stempel 19 kann gegebenenfalls am Rande mit Ausnehmungen 19a (Fig. 2) versehen sein, durch welche die Karte zugänglich ist und während des Hochgehens des Stempels festgehalten werden kann, so dass sie aus den Führungen 13 herausgleitet.
Beim Aufbiegen des Randes der nun am Musterbehälter 4 aufliegenden Karte zeigt sich, ob am angeklebten Muster andere Muster haften geblieben sind, und es können diese bequem abgelöst werden.
Die Zapfen 15 und Platten 16 wirken zusammen als Kolben, u. zw. ersetzen die Platten 16 den Kopf und die Zapfen 15 die Stange der üblichen Kolben. Die zweiteilige Ausgestaltung bietet den Vorteil, dass bei Änderung der Musterform nur die Platten 16 ausgewechselt werden müssen, während die Zapfen 15, die in entsprechender Zahl und Anordnung vorhanden sind, für Muster jeder Querschnittsgestalt verwendbar sind-
Die in Fig. 5 dargestellte Ausführungsform zeigt einen Stempel 20, der so breit ist, dass in den Führungen 13 zwei Karten nebeneinanderliegend Platz finden. Der Klebstoffbehälter 3 und der Stapelbehälter 4 sind hier unmittelbar nebeneinander angeordnet und abweichend von der ersten Ausführungsform in der Querrichtung unverschiebbar.
Der Klebstoffbehälter ruht ebenso wie der Stapelbehälter auf Federn 21 und ist wie dieser in der Höhenrichtung verschiebbar. Neben dem Stempel befindet sich eine Stange 22, die in geeigneter Weise an der Presse befestigt ist.
Wird der Stempel gesenkt, so erhält die eine Karte 18" den Klebstoffauftrag, während die andere 18u, die vorher bedruckt wurde, mit den Mustern beklebt wird. Nach dem Hochgehen des Stempels wird von links eine neue Karte in die Führung 13 des Stempels eingeschoben und dadurch die Karte 18" in die zum Aufkleben der Muster bereite Stellung gebracht, die Karte 18b aber ausgeworfen. Sie fällt mit ihrem hinteren Ende auf den Stab 22 und vollführt während des Fallens eine Drehung um 1-80D, so dass die auf dem Tisch 23 sich ablagernden Karten die beklebte Fläche ersehen lassen.
Durch die Ausgestaltung der Vorrichtung gemäss Fig. 5 wird die Leistungsfähigkeit beträchtlich erhöht, weil bei jedem Arbeitsgang des Stempels eine Musterkarte fertiggestellt wird.
Sollen Gewebemuster aufgeklebt werden, die wegen ihrer rauhen Oberfläche stark aneinanderhaften, so ist es zweckmässig, die Wirkung'der Düsen durch Schläger zu unterstützen, die nach dem Abheben der Karte vom Stapelbehälter gegen die Karte geschnellt werden. Die Fig. 6 und 7 zeigen ein Ausführungsbeispiel für die Anordnung der Schläger.
Der Stapelbehälter 4 ist hier mit Ausnehmungen versehen, in welchen Schraubenfedern 25 untergebracht sind. Die Federn stützen Bolzen 26, die oben Schlägerleisten 27 tragen. An den Bolzen sitzen Nasen. 38 und Bunde ; a9, die mit unter Federwirkung stehenden Sperr-
<Desc/Clms Page number 3>
stiften 30 zusammenwirken. Der Stempel ist mit Nasen 31 verbunden, die die Sperrstifte betätigen.
Wenn der Stempel niedergeht, werden die Schlagleisten 27 unter Spannung der Federn 25 niedergedrückt, bis die Sperrstifte 30 hinter die Nasen 28 einfallen (Fig. 7). Geht der Stempel hoch, so verbleiben die Schlägerleisten zunächst gesperrt. Sowie aber die Nasen 31 des Stempels mit Gleitrollen 32 an den Stiften 30 zum Eingriff kommen, wird die Sperrung der Federn 25 aufgehoben und es schnellen die Leisten 27 gegen die Unterseite der Karte, wodurch am angeklebten Muster etwa anhaftende Gewebestücke abgeworfen werden.
Durch die vereinigte Anwendung von Düsen und Schlägern kann das Anhaften von Mustern wirksam hintangehalten werden. Dennoch empfiehlt es sich manchmal, noch eine Hilfseinrichtung vorzusehen, in der die von der Vorrichtung kommenden Karten von etwa anhaftenden Mustern befreit werden. Gemäss der Erfindung besteht diese Hilfseinrichtung aus einem Saugdüsenros1. 36 (Fig. 8) und einer an die Führung 13 des Stempels unmittelbar anschliessenden Führung 37. In diese Führung 37 gleitet die beklebte Karte beim Einschieben einer neuen Karte und liegt sodann den Düsen gegenüber. Schliesst man nun die Düsen an die Saugleitung an, so werden die anhaftenden Muster abgesaugt und lagern sich auf dem Düsenrost. Die abgesaugten Muster bilden Stapel und können daher bequem wieder in den , Behälter 4 eingesetzt werden.
Die in den Fig. 9-12 dargestellte Ausführungsform bezieht sich auf einen besonderen Anwendungsfall der Vorrichtung in der Textilindustrie. Es ist üblich, dem Kunden Musterkarten zur Verfügung zu stellen, die nur die bestellten Muster enthalten, und es ergibt sich daher die Notwendigkeit, von allen Erzeugnissen Stapel von Mustern vorrätig zu halten. Um die Vorhereitungsarbeiten für die Herstellung der Musterkarten für die Kunden zu vereinfachen, ist bereits vorgeschlagen worden, die Behälter für die einzelnen Stapel als Einsätze eines Rahmens auszubilden, welche Einsätze gleichzeitig als Mittel zur Aufbewahrung der Muster dienen.
Da nun alle Erzeugnisse nicht in gleichem Masse verkauft werden, ist die Anzahl der in jedem Behälter vorhandenen Muster verschieden, was zu Betriebsstörungen bei der Herstellung der Musterkarten Anlass geben kann. Dieser Übelstand wird gemäss der Erfindung dadurch beseitigt, dass die einzelnen aushebbaren Stapelbehälter 38 des Rahmens 40 mit einem verschiebbaren, durch Reibung in Stellung gehaltenen Boden 41 ausgerüstet sind und die starren Bolzen 15 der ersten Ausführungsform durch Teller 42 ersetzt werden, die gerade geführt sind und auf Federn 43 aufruhen, Bei solcher Ausgestaltung sind die Behälter 40 stets bis zum Rand mit Mustern gefüllt, weil der Boden 41, der durch Reibung in seiner Stellung gehalten wird (Fig.
12), nach jedem Arbeitsgang um die Dicke eines Musters, das beim Arbeitsgang auf die Karte geklebt wurde, nach aufwärts gedrückt wird. Wenn sich der Stempel 19 bei seiner Aufwärtsbewegung von dem Rahmen 40 abhebt und bald darauf die Schläger 27 zur Wirkung kommen, so werden die etwa haftengebliebenen Muster nur ein kurzes Stück frei fallen und sich auf den im Behälter verbliebenen Stapel so auflegen, dass sich die Ränder decken. Würde hingegen der Boden 41 ebenso wie die Platte 16 beim ersten Ausführungsbeispiel frei verschiebbar sein, so wäre die Fallhöhe, wenn nur mehr wenige Muster im betreffenden Behälter vorhanden sind, verhältnismässig gross und es bestünde die Wahrscheinlichkeit, dass sich das abgeworfene Muster mit dem Stapel nicht mehr genau deckt.
Es müsste also von Hand aus wieder zurechtgelegt werden, was den Arbeitsfortgang überaus störend beeinflussen würde.
Die Einzelbehälter 38 für die Musterstapel unterscheiden sich vom Bekannten noch dadurch, dass sie mit Stapelbehältem 44 für Vignetten vereinigt sind, deren Boden 39 gleichfalls durch Reibung festgehalten wird. Auf diese Weise kann mit dem Muster gleichzeitig auch die zugehörige Vignette auf die Karte aufgeklebt werden, ohne dass Vorbereitungsarbeiten für das Aufkleben der Vignetten zu leisten wären. Gleichzeitig ist das irrtümliche Vertauschen der Vignetten ausgeschlossen.
Die Ausführungsform gemäss Fig. 9 und 10 zeigt schliesslich noch eine Hilfseinrichtung, die zur Verwendung gelangt, wenn die Unterlagen, auf welche die Muster geklebt werden sollen, verhältnismässig dünn sind. Um in diesem Falle zu verhindern, dass die Unterlagen beim Vorschieben aneinander abgleiten, sind in den Führungen 13 Kettchen, Bänder od. dgl.
45 untergebracht, die in sich geschlossen sind und in Abständen, die der Kartenlänge ungefähr gleich sind, Anschläge 46 tragen. Wird in Fig. 9 eine neue Karte von rechts eingeschoben, so wirkt sie unter Vermittlung der Anschläge 46a auf die Karte 18a, die ihrerseits wieder durch die Anschläge 46b auf die Karte 18b einwirkt.
**WARNUNG** Ende DESC Feld kannt Anfang CLMS uberlappen**.