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Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Schrauben, insbesondere Holzschrauben aus Delta- oder Selvametall.
Bei der Herstellung von Holzschrauben und ähnlichen Erzeugnissen besteht das übliche Verfahren, auf das der laufende Betrieb der Fabriken eingerichtet ist, darin, dass aus Draht von der Stärke des Schaftes des Erzeugnisses Stifte mit angestauehten Köpfen hergestellt werden. Die Stifte werden nachher mit Gewinde, mit Spitzen oder sonstwie geänderten Formen versehen und die Köpfe werden geschlitzt.
Dieses Herstellungsverfahren verläuft glatt, wenn sich der Draht in ausreichendem Masse kalt bearbeiten lässt, um Köpfe anzustauchen. Auf diesem Wege werden daher Holzschrauben aus Eisen und Messing leicht hergestellt.
Stellte sich aber einmal das Bedürfnis heraus, Holzschrauben oder andere Stücke mit verstärkten Köpfen aus den unter den Namen Deltametall, Selvametall oder andern im Handel befindlichen Stoffen herzustellen, so war der Vorgang in der Regel der, dass Stifte zunächst vom laufenden Draht abgeschnitten, in einem Koksfeuer an einem Ende erwärmt und dann unter einer Friktionspresse mit einem angestauchten Kopf versehen wurden. Dabei musste man in Kauf nehmen, dass vielfach Ausschuss durch zu starke Erhitzung und Wegsehmelzen der Stiftenden (Schmelzpunkt 950 ) oder durch zu geringe Erhitzung und nachträgliches Abspringen der angestauchten Köpfe entstand.
Versuche, Deltametall auf Maschinen zur Verarbeitung fortlaufenden Drahtes mit Köpfen zu versehen, scheiterten, wenn die Arbeit auf den gewöhnlichen Maschinen am kalten Draht versucht wurde.
Es galt bisher als feststehend, dass sich z. B. Holzschrauben aus derartigem Metall nicht herstellen liessen.
Jedoch ist die Verwendung von Deltametall für manche von den fraglichen Erzeugnissen, z. B. von Holzschrauben, in weitem Umfang erwünscht. Deltametall ist eine Messingart mit verhältnismässig geringem Kupfergehalt (55-50 o) und einem kleinen Anteil von Blei, Eisen oder Mangan, gegebenenfalls mit Spuren von Nickel, Aluminium und Phosphor. Es hat daher im ganzen und grossen die Eigenschaften des Messing, ist aber überdies gegen Säure und Seewasser widerstandsfähig. Es ist etwas billiger als gewöhnliches Messing. Die Verwendung von Deltametall ergibt also verbilligte Erzeugnisse bei vergrössertem Anwendungsbereieh.
Das Verfahren gemäss der Erfindung besteht nun darin, dass am fortlaufenden Draht ein der vielfachen Länge der Werkstücke entsprechendes Stück je nach Drahtstärke auf 250-3500 Cerwärmt, ein Kopf angestaucht, das Drahtstüek abgeschnitten und dann kalt weiterbearbeitet wird.
Es ist nun gelungen, auch aus Deltametall mit den Maschinen zur Verarbeitung fortlaufenden Drahtes Stifte mit angestauehten Köpfen herzustellen, indem in die Maschine eine Anwärmvorrichtung eingeschaltet wurde.
Die Anwärmvorrichtung wird, etwa nach der Zeichnung, zwischen dem Gestell das den Drahtring trägt und möglichst nahe den Werkzeugen der Maschine eingeschaltet ; sie besteht z. B. aus einem oder zwei an eine Gasleitung angeschlossenen Rohren, deren Wände mit feinen Löchern versehen sind. Das aus den feinen Löchern heraustretende Gas wird entzündet und wärmt den Draht an. Die Temperatur wird durch Versuche ermittelt. Sie beträgt bei dünnerem Drahte 250 und steigt je nach der Drahtstärke bis 350 . Ein Drosselhahn an der Gasleitung ermöglicht die Einstellung des Brenners und damit die Temperatur.
Es gelingt mit dieser Vorrichtung, Deltametall ebenso zu verarbeiten wie Messing oder Eisen. Die Köpfe sind mit den Stiften ebenso fest verbunden wie bei den andern Stoffen. Ausschuss entsteht nicht in höherem Masse.
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In der Zeichnung ist die Vorrichtung beispielsweise dargestellt. Fig. 1 zeigt die Maschine in Seitenansicht, Fig. 2 in Ansicht von oben.
Zwischen dem Gestell a, an dem ein Drahtring b aus Deltametall aufgehängt ist, und der Stauchmaschine d ist eine Anwärmvorrichtung c angeordnet. Die Anwärmvorrichtung besteht aus perforierten Röhren c oder Brennerrohren, denen Heizgas durch ein Rohr e zugeftihrt wird, das mit einem Hahn f zur Regelung der Gaszufuhr und der erforderlichen Heiztemperatur versehen ist.
Die Anwärmung auf die geeignete Temperatur macht das Deltametall bearbeitungsfähig, so dass nach der Anstauchung des Kopfes die Stifte auch in kaltem Zustande zur Herstellung von Holzschrauben u. dgl. bearbeitet werden können.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Herstellung von Schrauben, insbesondere Holzschrauben aus Delta-oder Selvametall und andern, kalt nicht bearbeitbaren Bronzelegierungen von hoher Festigkeit, dadurch gekennzeichnet, dass am fortlaufenden Draht ein der vielfachen Länge der Werkstücke entsprechendes Stück je nach Drahtstärke auf 250-350 C erwärmt, ein Kopf angestaucht, das Drahtstüek abgeschnitten und dann kalt weiterbearbeitet wird.