AT58103B - Verfahren zur Herstellung von Kerzendochten. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Kerzendochten.

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Chem Fab Dr R Scheuble
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  Verfahren zur Herstellung von Kerzendochten. 



   Für das ruhige und ungestörte Abbrennen einer Kerze ist es bekanntlich notwendig, dass der Docht in dem Masse abbrennt, als die Kerze durch den Materialverbrauch sich verkürzt.   Dieses Abbrennen dos Dochtes   wird nun bei den gewöhnlichen Kerzen dadurch erreicht, dass man geflochtene Dochte wählt, die sich in der   Kerzenflamme   krümmen und so in den heissen Flammenmantel hineinragen, wo sie verglimmen. Ausserdem erleichtert   mn noch das Verglimmen   durch Imprägnieren des Dochtes mit oxydierenden Substanzen und verhindert die Bildung eines Aschenskelettes durch Zusatz leicht schmelzbarer Salze (z. U.   Ammonphosphat),   welche die Asche einhüllt. 



   Das bei   gebräuchlichen Korzenmassen, wie Paraffin,   Stearin, Zeresin, auf die eben beschriebene Weise leicht erzielbare gleichmässige Abbrennen des Dochtes ist nun bei gewissen Kerzonmassen nur unvollkommen oder gar nicht erreichbar, insbesondere bei den 
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 von Kerzen dienen, die mit schwach leuchtender oder farbiger Flamme brennen. Diese Kerzenmassen machen nämlich die üblichen Baumwolldochte so hart und steif, dass sie sich nur unvollkommen krümmen ; manche Massen, wie z.   l !,   die nitrathaltigen, zerstören den Baumwolldocht gänzlich, so dass   er zerfliesst und   die zum ruhigen Brennen der Kerze erforderliche Länge nicht erreicht.   Letztcrem Übelstande   wäre wohl durch die bereits für gewöhnliche Kerzen vorgeschlagenen Asbestdochte (Ö. P.

   Nr. 747) abzuhelfen, doch brennen diese Dochte   natürlich   überhaupt nicht ab, weshalb in der genannten Patentschrift sehr komplizierte Vorrichtungen empfohlen werden mussten, damit sich das freie Dochtende beim Herabbrennen der Kerze nicht verlängert. Diese Vorrichtungen sind schon bei den   gewöhn-   lichen Kerzen äusserst umständlich und sind bei den mit schwach leuchtender oder farbiger Flamme brennenden Kerzen vollends unbrauchbar. Es ist auch bereits vorgeschlagen worden, Dochte aus Glaswolle einheitlich herzustellen. Diese Dochte entsprechen jedoch den gestellten Anforderungen nicht, da sich dieselben in der Flamme nicht krümmen und daher entsprechend dem Abbrennen der Kerze nicht anschmelzen. 



   Nach der im folgenden beschriebenen Erfindung nun ist es möglich, Dochte herzustellen, die gegen selbst stark ätzen wirkende und Baumwolle   völlig   zerstörende Massen unempfindlich sind und die sich präzise und gleichmässig in dem Masse verkürzen, als sie in den Flammenmantel hineinragen. Zu diesem Behufe wählt man entweder zwei aus ver-   8chiedenen   Glassorten hergestellte Dochte oder einen Glasdocht und einen Docht aus feinsten Metallfiiden oder endlich (wo die Masse dies erlaubt) einen Glaswolldocht und   einen Docht aus Zellulose (Baumwolle, Kunstseide oder dgl. ) und vereinigt derlei Dochte   der Länge nach durch Aufeinandernähen oder in sonst geeigneter Art miteinander.

   Da die Längenänderung. welche jede Dochthälfte durch die Erwärmung und durch die chemische   Beeinflussung erfährt, bei den verschiedenartigen Dochthälften @aturgemäss verschieden   ist, so krümmen sich derartige   liombinierte Dochte   in   verliissiicher   Weise und das in den heissen Flammenmantel ragende Ende brennt bzw. schmilzt gleichmässig ab. In den Fällen, wo es sich nicht um   Kerzenmasson   handelt, welche die Dochte ans Baumwolle oder dgl. angreifen, kann man nach der vorliegenden Erfindung auch von der Verwendung von Glas wolle ganz   ahsehen   und Dochte verwenden, deren eine Hälfte aus Baumwolle und dgl. 

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 und deren andere aus einem der Länge   nach damit vereinigten Metallgespinst besteht.   



  Auch solche Dochte krümmen sich verlässlich und verkürzen sich regelmässig in dem Masse, wie sie in den   Flammenmantel   hineinragen. 



   Die Dochte gemäss vorliegender   Erfindung   sind vollständig verschieden von den bereits bekannten Dochten, die durch Verwirken von   gewöhnlichen Dochtfasern mit Metall-   faden hergestellt sind. Letztere Dochte erleichtern nur das Schmelzen des Kerzenmaterials und krümmen sich nicht im mindesten leichter als gewöhnliche Dochte, während die nach der vorliegenden Erfindung hergestellten Dochte infolge der ungleichen Ausdehnung der ungleichartigen, der Länge nach ohne gegenseitige Durchdringung der Fasern in einer einzigen Berührungsfläche aneinander befestigten Hälften sich ebenso krümmen wie die Metallstreifen der   Metallthermometer.   



   PATENT-ANSPRÜCHE"
1. Verfahren zur Herstellung eines Kerzendochtes, der sich gleichmässig krümmt und in dem Masse, als die Kerze abbrennt, verkürzt, unter Verwendung zweier Dochte aus ungleichartigen, d. b. durch die Hitze oder durch die chemische Veränderung infolge der Hitze eine verschiedene Länge annehmenden Stoffen (aus organischen Fasern einerseits und Gläsfäden oder   Metallfäden   andererseits oder aus Glasfäden einerseits und Metallfäden andererseits), dadurch gekennzeichnet, dass man die beiden Dochte durch Aufnähen oder   auf ähnliche Weise   der Länge nach aneinander befestigt, so dass sie ohne gegenseitige Durchdringung der Faser sich nur in einer Fläche berühren.

Claims (1)

  1. 2. Verfahren nach Anspruch 1 zur Herstellung von Dochten, welche auch solchen Kerzenmaterialien widerstehen, von denen Dochte aus Baumwolle oder anderen organischen Fasern angegriffen werden und die beim Abbrennen der Kerze sich wie die üblichen Dochte gleichmässig verkürzen, dadurch gekennzeichnet, dass man zwei Dochte aus verschiedenartigen U1assorten der Länge nach vereinigt.
AT58103D 1911-01-09 1911-01-09 Verfahren zur Herstellung von Kerzendochten. AT58103B (de)

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