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Apparat zur Ausführung der Zahnanästhesie.
Die Erfindung betrifft einen Apparat zur Ausführung der Zahnanästhesie durch fortschreitende Gefrierung, sogenannte Gefrieranäthesie mittels eines aus Luft und einem geeigneten Gefriermittel, wiz Kohlensäure oder Chloräthyl gebildeten Gasgemisches.
Die bisher bei der Zahnbehandlung verwendeten Apparate dieser Art sind meist unbequem zu handhaben. Überdies ist es von besonderer Wichtigkeit, dass die Gefrierung eine verlässlich allmählich fortschreitende sei, damit derartige Apparate eine genügend schmerzverhindernde Wirkung haben und doch jede Gefahr der Abtötung der Pulpa vermieden werden kann.
Der Apparat, der Gegenstand vorliegender Erfindung ist, entspricht dieser Bedingung. Er ist dadurch gekennzeichnet, dass das verteilende und vergasende Instrument in einem geschlossenen Mantel zwei, eine homogene Mischung der beiden Fluida ermöglichende Verteilungs- oder Zerstäubungskammern enthält, von denen die erste die zur Zerstäubung dienende Luft und durch die Öffnung einer Kapillarröhre das Gefriermittel aufnimmt und die zweite, in der Verlängerung der ersten angeordnet, eine vollkommene Verteilung und innige Vermischung der beiden Fluida gewährleistet.
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes veranschaulicht.
Beiliegende Zeichnung zeigt den Aufbau des Apparates, z. B. für den Fall der Verwendung von Chloräthyl als Gefriermittel Der Apparat könnte auch gleichermassen zur Anästhesierung mittels anderer fluchtiger Flüssigkeiten verwendet werden.
Fig. 1 zeigt die Gesamtanordnung des Apparates gemäss der Erfindung. Fig. 2 ist ein axialer Schnitt durch die zur Zerstäubung des Gefriermittels in der Luft und zur Lenkung des Gefriergasgemisches auf die zu anästhesierende Stelle dienende Vorrichtung. Fig. 3 ist ein vertikaler Schnitt senkrecht zu dem der vorhergehenden Figur. Fig. 4 und 5 stellen zwei Querschnitte der Fig. 2 und 3 in den Ebenen A - A bzw. B-B dar.
Aus Fig. 1 ist ersichtlich, dass die Einrichtung aus einem Zerstäuber A, einem Behälter B, der das Chloräthyl enthält, und einem kleinen Gebläse od. dgL C, das von einem Motor D angetrieben wird und zur Erzeugung der notwendigen Luft mit schwachem Überdruck dient, besteht.
Der durch das Gebläse gelieferte Luftstrom wird zum Zerstäuber durch einen biegsamen Kautschukschlauch 1, um welchen in Spiralform das dünne Metallrohr 2 gewickelt ist, welches den Behälter B mit dem genannten Instrument verbindet, geleitet.
Die Zusatzapparate B, C, D können an einem passenden Ort des Raumes so untergebracht werden, dass der Operateur, wenn er das Instrument A in der Hand hält, volle Bewegungsfreiheit behält.
Das Zerstäuber- und Vergaserinstrument A, das den Hauptgegenstand der Erfindung bildet, besteht aus einem geschlossenen Mantel 3, dessen Boden 4 die Rohre 1 und 2 durchlässt. Diese durchsetzen einen Block 5 und gelangen in eine erste Zerstäubungskammer 6, welche in eine zweite genügend lange rohrförmige Kammer 7 übergeht. Das Stück 6-7 ist mit dem Block 5 verschraubt, um ein leichtes Zerlegen des Instrumentes zu gestattetn.
In seinem Endteil setzt sich das das Chloräthyl führende Rohr 2 einfach in einen feinen in dem Block 5 angebrachten Kanal 8 fort, der durch eine Kapillare 9 eines kleinen Ansatzstückes 10 verlängert wird. Diese wird, wenn das Instrument nicht gebraucht wird, durch einen kleinen Metalldeckel 11 verschlossen, der am Ende einer drehbaren Stange 12 sitzt, die mittels eines kleinen Hebels 13, den der Operateur in einen schrägen Schlitz 14 verschiebt, betätigt wird. Eine Feder 15 drückt beständig die
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Schlitz 14 zu erteilen ist, um die Kapillare 9 freizugeben, ist durch den Pfeil f in Fig. 3 angedeutet.
Eine bemerkenswerte Einzelheit des Instrumentes besteht darin, dass die Betätigung des Hebels 13, welcher den Zugang des Gefriermittels zu den Kammern 6-7 freigibt, gleichzeitig einen Kontakt 16 im Stromkreis 17 des Motors G schliesst. Infolgedessen beginnt das Gebläse die zur Zerstäubung des Chloräthyls notwendige Luft in dem Momente zu liefern, da dieses die Zerstäubungskammern zu füllen beginnt.
Es wurde gefunden, dass die innige Vermischung des Chloräthyls mit der Luft sich in diesen Kammern nur unvollkommen vollzieht, wenn diese leer sind. Es hat sich gezeigt, dass man im Gegenteil dann eine vollständige Zerstäubung des Gefriermittels in der Luft erhält, wenn die Rohre 7 mit hydrophiler Watte, Leinenwerg, Asbestfasern od. dgl. gefüllt wird oder noch besser, indem man in diese Röhre eine Ziind- schnur 18 stopft.
Dieses Ausfüllen bildet einen wichtigen Teil der Erfindung.
Die Mischung strömt durch den mit einem feinen Kanal versehenen Teil 19 aus, der an das Ende der Röhre 7 geschraubt ist. Dieser Kanal weist Einschnitte 20 auf, welche das Verstopfen desselben verhüten.
Endlich kann das Instrument vorteilhaft durch eine Schutzhülse 21 vervollständigt werden, die sich mit ihrem unteren Ende an den Mantel 3 anschliesst. Diese Schutzhülse mit dem Mantel 8 schützen die Wange des Patienten und die Hand des Operateurs vor der kalten Röhre 7. Ein Fenster in dieser äusseren Hülse gestattet es dem Operateur, die erreichte Temperatur nach dem Aussehen oder der Dichte des Reifbelages, der sich an der Röhre 7 bildet, zu schätzen.
Nach Gebrauch des Apparates ist es notwendig, die Vergasungskammern 6-7 an ihren Wänden an denen sich ein dicker Reifbelag abgelagert hat, der sie zu einer unmittelbaren neuerlichen Verwendung ungeeignet macht, wieder instand zu setzen. Um ein leichtes Zerlegen dieser Kammern und ihre Instandsetzung zu gestatten, ist der gemeinsame Teil 6-7 mit dem Schutzrohr 21 durch irgendein passendes Mittel, wie z. B. durch Lötungen 2, verbunden. Unter diesen Umständen schraubt man leicht die Vergasungskammern vom Körper 5 zusammen mit dem Schutzrohr ab.
Um den Mantel 3 vom Inneren des Apparates zu isolieren, kann man eine Rinne 25 in dem Block 5 vorsehen oder diesen mit Abstandsrippen oder-flügeln versehen.
Über die Hülse streift man ein verschiebbares Befestigungsstück 22, das einen Spiegel 28 zur
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Es versteht sich, dass das beschriebene Ausführungsbeispiel nicht eine Einschränkung des Er- findungsgegenstandes bedeuten soll, sondern vielfache Abänderungen gestattet, die alle in den Rahmen der Erfindung fallen. Insbesondere kann der Apparat mittels gewisser einfacher Anpassungen für das ganze Gebiet der Anästhesie verwendbar gemacht werden.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Apparat zur Ausführung der Zahnanästhesie durch fortschreitende Gefrierung mittels eines aus Luft und einem geeigneten Gefriermittel, wie Kohlensäure oder Chloräthyl, gebildeten Gasgemisches, dadurch gekennzeichnet, dass das verteilende und vergasende Instrument (A) in einem geschlossenen Mantel zwei, eine homogene Mischung der beiden Fluida ermöglichende Verteilungs- oder Zerstäubungs- kammern enthält, von denen die erste die zur Zerstäubung dienende Luft und durch die Öffnung einer Kapillarröhre das Gefriermittel aufnimmt und die zweite, in der Verlängerung der ersten angeordnet, eine vollkommene Verteilung und innige Vermischung der zwei Fluida gewährleistet.